Private Krankenversicherung kündigen: Alles, was man wissen muss

Mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten lässt sich die Private Krankenversicherung kündigen. Alles über wichtige Fristen und Sonderkündigungsgründe hier im Ratgeber.

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Häufige Gründe für die Kündigung einer PKV

Es gibt verschiedene Gründe warum Versicherte nicht in der privaten Krankenversicherung (PKV) bleiben können oder wollen und deshalb eine Kündigung ihrer Krankenversicherung in Betracht ziehen:

Die private Krankenversicherung zu kündigen sollte immer wohl überlegt sein, ist aber unter bestimmten Voraussetzungen und der Einhaltung gewisser Fristen möglich.

Unter welchen Voraussetzungen ist eine Kündigung der PKV möglich?

Es gibt zwei Möglichkeiten der Kündigung des Vertrages mit der privaten Krankenversicherung:

  1. die ordentliche Kündigung
  2. die Sonderkündigung

Doch wann ist welche Art der Kündigung der privaten Krankenversicherung möglich und wer hat welche Kündigungsrecht?

Ordentliche Kündigung der PKV: Wann ist sie möglich?

Eine ordentliche Kündigung der privaten Krankenversicherung ist nach Artikel 205 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) immer mit einer Frist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres möglich.

Wann das Versicherungsjahr endet, steht im Versicherungsvertrag mit der privaten Krankenversicherung. Es kann mit dem Kalenderjahr identisch sein, dann muss die Kündigung bis spätestens 30. September erfolgen, kann sich aber auch unterscheiden.

Sollte die private Krankenversicherung, bei der der Vertrag besteht, Mindestvertragslaufzeiten haben, ist es erst nach Ablauf dieser Zeit möglich zu kündigen. Die Informationen darüber stehen in den Versicherungsbedingungen.

Außerordentliche Kündigung: Wer hat Sonderkündigungsrecht in der privaten Krankenversicherung?

Unter bestimmten Voraussetzungen steht Versicherten ein Sonderkündigungsrecht zu und sie können außerordentlich kündigen. In diesen Fällen greift das Sonderkündigungsrecht bei privaten Versicherungen:

Sonderkündigungsrecht bedeutet, dass sich die Kündigungsfrist unter Umständen verkürzt. Die Kündigungsfrist unterscheidet sich dabei je nach Grund (z.B. Beitragserhöhung, Wechsel in GKV) für die außerordentliche Kündigung beim Krankenversicherer.

Wie funktioniert die Kündigung der PKV?

Bei Kündigungen mit Versicherungsunternehmen sind einige Punkte zu beachten:

Als Vorlage für die Kündigung von Verträgen mit der PKV kann das nachfolgende Musterschreiben "Kündigung private Krankenversicherung" dienen.

Muster-Kündigung PKV: Was sollte im Kündigungsschreiben stehen?

Beispieltext Kündigung private Krankenversicherung:


((Name))

((Adresse))

((Versichertennummer))

                                                                                                                    ((Datum))

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich meine Versicherung fristgerecht, ersatzweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bitte senden Sie mir eine schriftliche Kündigungsbestätigung unter Angabe des Beendigungszeitpunktes zu. Eine Kontaktaufnahme Ihrerseits zum Zweck der Rückwerbung ist nicht erwünscht. Ich bitte Sie höflich, davon abzusehen.

Mit freundlichen Grüßen

((Unterschrift))

Welche Kündigungsfristen gibt es für die private Krankenversicherung?

Welche Regelungen für Versicherungsnehmer bei den Kündigungsfristen der privaten Krankenversicherung gelten, zeigt die folgende Tabelle:

Art der Kündigung

Frist

Ordentliche Kündigung

3 Monate vor Ende des Versicherungsjahres

Sonderkündigung: Unterschreiten Versicherungspflichtgrenze

innerhalb von 3 Monaten (auch rückwirkend)

Sonderkündigung: Familienversicherung

innerhalb von 3 Monaten (auch rückwirkend)

Sonderkündigung: Anspruch auf Heilfürsorge

innerhalb von 3 Monaten (auch rückwirkend)

Sonderkündigung: Beitragsanpassung

innerhalb von 2 Monaten nach Bekanntwerden*

Rücktritt vom Vertrag

2 Wochen nach Abschluss

Beim Wechsel in die GKV ist nach Verstreichen der dreimonatigen Kündigungsfrist, das Kündigen anschließend jeweils zum Monatsende möglich. Im Fall von Beitragsanpassungen endet der Vertrag ab dem Zeitpunkt der Beitragserhöhung.

*Versicherer haben die Pflicht ihre Kunden und Kundinnen über die Beitragserhöhung rechtzeitig zu informieren.

Was ist bei der Kündigung der PKV zu beachten?

In Deutschland gibt es die Versicherungspflicht. Deshalb muss der Versicherungsschutz auch nach einer Kündigung der Krankenversicherung lückenlos bleiben. Wer keine Krankenversicherung hat, muss Arztrechnungen nämlich selbst zahlen, die er oder sie sich unter Umständen gar nicht leisten kann.

Versicherungspflicht bedeutet auch, dass Versicherte, die ihre Krankenversicherung kündigen, einen neuen Vertrag mit einer anderen Krankenversicherung innerhalb von zwei Monaten nachweisen müssen. Sonst ist die Kündigung der PKV unwirksam.

Dabei haben Versicherte, die ihre PKV kündigen, unter bestimmten Voraussetzungen zwei Möglichkeiten.

1. Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung

2. Private Krankenversicherung wechseln

Welche Nachteile kann eine Kündigung der PKV haben?

Die private Krankenversicherung kündigen und zu einer anderen privaten Krankenversicherung zu wechseln, kann mit einigen Nachteilen für Versicherte einhergehen. 

Die Folgen für Privatpatienten können höhere Beiträge sein. Der Wechsel sollte also individuell entschieden werden.

Altersrückstellungen gehen verloren

Beim Wechsel der privaten Krankenversicherung gehen die angesparten Alterungsrückstellungen teilweise verloren. Diese Rückstellungen sind ein Sparanteil im Beitrag zu Versicherung, welcher es möglich macht, die PKV-Beiträge im Alter stabil zu halten. Bei Verträgen, die vor 2009 mit der PKV geschlossen wurden, sogar ganz.

Beim Wechsel zu ottonova, erhalten Versicherte eine 2-Jahre-Geld-zurück-Garantie auf ihre Altersrückstellungen. Das heißt, sie können den Übertragungswert bei einer Kündigung und Wechsel zu einem anderen privaten Versicherer innerhalb von zwei Jahren ihre Altersrückstellungen mitnehmen. So können die Leistungen zwei Jahre unverbindlich getestet werden und es entstehen keine Nachteile. Das gibt es so nur bei ottonova.

Erneute Gesundheitsprüfung erforderlich

Bei der neuen PKV müssen Antragsteller eine erneute Gesundheitsprüfung durchlaufen. Dabei wird dann das jetzt höhere Alter und die eventuell dazugekommenen Vorerkrankungen bei der Berechnung des Beitrags berücksichtigt. So kann dieser durch Risikozuschläge höher ausfallen als bei der alten PKV weil das Risiko zu erkranken nun höher ist.

Wartezeiten für Leistungen

Wechselt man den Versicherer, kann es sein, dass nicht von Anfang an alle Leistungen in vollem Umfang in Anspruch genommen werden können. Denn einige private Versicherungen haben Wartezeiten für bestimmte Leistungen. 

Bei ottonova gilt allerdings nur die Zahnstaffel für Zahnleistungen, die allerdings bei Vorversicherung gekürzt werden kann.

Beitragserhöhungen trotz Wechsel möglich

Zu den weiteren Nachteilen des PKV-Wechsels zählt, dass die Beiträge auch beim neuen Anbieter erhöht werden können. Beim Wechsel zu ottonova entscheiden sich Versicherungsnehmer aber für eine private Krankenversicherung mit stabileren Beiträgen durch einen zukunftssicheren Rechnungszins von 1,25 Prozent. Marktüblich sind 2,5 Prozent.

Ist es möglich wieder in den alten PKV-Tarif zurückzukehren?

Bei Wunsch nach Rückkehr in die PKV (Aufenthalt im Ausland oder befristeter Wechsel in die GKV) kann eine Anwartschaft sinnvoll sein. Dies ist aber nur dann sinnvoll, wenn Rückkehr zum PKV-Anbieter sicher ist.

Eine Anwartschaft bedeutet, dass Verträge eingefroren werden. Der Versicherte zahlt dann einen reduzierter Beitrag pro Monat, es besteht aber keinen Anspruch auf Leistungen.

Vorteile der Anwartschaft:

Ohne das Abschließen einer Anwartschaft werden bei Rückkehr in die PKV Beiträge deutlich teurer, da Versicherter oder Versicherte jetzt älter ist und die Beiträge zur PKV eben abhängig vom Alter, dem Gesundheitszustand und den gewünschten Leistungen berechnet werden.

Wann lohnt sich der Wechsel zu einer anderen PKV?

Der Anbieterwechsel in der privaten Krankenversicherung kann sich vor allem dann lohnen, wenn der Vertrag mit der aktuellen privaten Krankenversicherung noch nicht lange besteht und so noch nicht viele Altersrückstellungen angespart wurden.

Auch im Fall, dass der aktuelle Tarif sehr leistungsschwach ist und es bei einer anderen Versicherung Tarife mit etwa mehr Leistungen für den gleichen Beitrag gibt, empfiehlt sich darüber nachzudenken, den Vertrag mit dem Versicherer zu kündigen.

Dabei sollte auch bedacht werden, wie viele Rückstellungen sie bildet und mit welchem Rechnungszins die private Versicherung ihre Beiträge ihrer Versicherten berechnet und welche Möglichkeiten diese auch im Alter stabil halten zu können.

Gibt es Alternativen zur Kündigung der PKV?

Nicht in allen Fällen gibt es eine Alternative dazu, den Vertrag mit der PKV zu kündigen. Wenn ein Versicherter oder eine Versicherte versicherungspflichtig wird, das heißt zum Beispiel sein oder ihr Gehalt unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze fällt, dann gibt es keine Alternative als in die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln.

Will der Versicherungsnehmer allerdings Kosten senken, ist eine Alternative zum Kündigen ein Tarifwechsel innerhalb der PKV zum Beispiel in einen Tarif mit weniger Leistungen. 

Der Vorteil davon: Findet der Wechsel beim aktuellen Versicherer statt, bleiben die Altersrückstellungen erhalten und es bedarf keiner erneuten Gesundheitsprüfung (außer bei Wechsel in leistungsstärkeren Tarif).

Achtung: Will der oder die Versicherte anschließend vom leistungsschwächeren Tarif wieder zurück in den Ursprungstarif, fällt ebenfalls eine erneute Gesundheitsprüfung an. Das gleiche gilt, wenn der Selbstbehalt reduziert werden soll.

Private Zusatzversicherung abschließen

Versicherte haben immer die Möglichkeit eine Krankenzusatzversicherung abzuschließen. Dann ist weder eine Gesundheitsprüfung nötig und die vorher angesparten Altersrückstellungen gehen nicht verloren. Sie können in der Zusatzversicherung angerechnet werden.

Aus welchen Gründen darf die PKV den Vertrag kündigen?

Aufgrund der Krankenversicherungspflicht in Deutschland darf die PKV selbst den Vertrag nur in Sonderfällen und nicht ordentlich kündigen (§ 206 VVG).

In diesen Fällen darf die private Krankenversicherung kündigen:

Im schlimmsten Fall wird nicht nur der Vertrag von der Versicherung gekündigt bzw. sie tritt vom Vertrag mit dem oder der Versicherten zurück. Es kann auch sein, dass erhaltene/erschlichene Leistungen an die PKV zurückgezahlt werden müssen.

Auch die private Krankenversicherung muss dabei Kündigungsristen einhalten:

FAQ zu Kündigung der PKV

Ja, es ist möglich die private Krankenversicherung zu kündigen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: die ordentliche Kündigung sowie die Sonderkündigung, die etwa bei Versicherungspflicht oder Beitragserhöhungen der PKV eintritt.

Beim Kündigen des Versicherungsvertrages mit der PKV sind gewisse Fristen einzuhalten:

  • Ordentlich kündigen: 3 Monate zum Ende des Versicherungsjahres
  • In GKV wechseln (Versicherungspflicht): innerhalb von 3 Monaten (auch rückwirkend möglich)
  • Beitragsanpassungen: innerhalb von 2 Monaten nach Bekanntwerden durch Versicherer
  • Rücktritt vom Vertrag: innerhalb von 2 Wochen nach Abschluss

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