Versicherungspflichtgrenze für die Private Krankenversicherung

Als Angestellter muss das Einkommen eine bestimmte Grenze überschreiten, um der privaten Krankenversicherung beitreten zu können. Ab welchem Gehalt kann man in die Privatversicherung? Und was passiert, wenn das Einkommen im Lauf der Zeit unter die PKV-Pflichtversicherungsgrenze fällt? Muss man dann zurück in die gesetzliche Krankenversicherung? Alle Antworten auf diese Fragen bietet der folgende Artikel.

Freisteller Magazin Hero

Was ist die Versicherungspflichtgrenze in der privaten Krankenversicherung?

Jeder deutsche Arbeitnehmer muss sich gesetzlich krankenversichern. Ab einem bestimmten Einkommen wird die sogenannte Versicherungspflicht allerdings aufgehoben. Diese Pflichtversicherungsgrenze wird jedes Jahr neu festgelegt und auch „Jahresarbeitsentgeltgrenze“ (JAEG) genannt. 

Die Gehaltsgrenze für den Beitritt zur privaten Krankenversicherung liegt 2022 aktuell bei 64.350 Euro brutto jährlich und wird 2023 auf 66.600 Euro steigen. Wer über diesem Bruttojahresgehalt liegt, qualifiziert sich als Angestellter für die Private Krankenvollversicherung.

Es gibt allerdings auch die „besondere Versicherungspflichtgrenze“. Sie ist nur für diejenigen relevant, die bereits vor 2003 in der privaten Krankenversicherung waren. Denn Anfang 2003 wurde die Grenze für den Beitritt zur privaten Krankenversicherung deutlich angehoben, so dass einige Versicherte in die gesetzliche Krankenversicherung hätten wechseln müssen. 

Damit das nicht passiert, gelten bei diesen Versicherten andere Grenzen. Sie können auch dann noch in der privaten Krankenversicherung bleiben, wenn sie lediglich über der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze liegen. Diese beträgt 2022 58.050 Euro brutto im Jahr und steigt 2023 auf 59.850 Euro im Jahr.

ottonova Magazin Icon

Du kannst dich privat krankenversichern? Dann komm in die PKV von ottonova und sichere dir:

  • Top-Preis-Leistung: Zahle günstige Beiträge für maximalen Schutz
  • Premium Kundensupport: Erhalte beste Beratung via Chat, Telefon oder Mail
  • Digital & Schnell: Regel alles papierlos und bequem per App
  • Mit Geld-zurück-Garantie: Teste uns 2 Jahre lang ohne finanzielles Risiko
Jetzt Beitrag berechnen
Versicherungspflichtgrenze PKV

Für wen gilt die Versicherungspflichtgrenze nicht?

Für Selbstständige und Beamte gibt es eine keine Grenze, die den Beitritt zur privaten Krankenversicherung regeln würde. Sie kommen unabhängig von ihrem Einkommen in den Genuss der PKV.

Warum wurde die Versicherungspflichtgrenze eingeführt?

Bis Ende 2002 war die Versicherungspflichtgrenze mit der Beitragsbemessungsgrenze identisch. Danach wurde beides entkoppelt – die Grenze für den Beitritt zur privaten Krankenversicherung ist seitdem deutlich höher. Mit der Intention, dass mehr Menschen gesetzlich versichert bleiben.

ottonova ebook

PKV oder GKV? Welche Krankenversicherung passt zu dir? Alle Facts für dich transparent und verständlich zusammengefasst.

Welches System ist das richtige für dich? Alles was du zum Thema Krankenversicherung wissen musst.

Was ist der Unterschied zwischen der Beitragsbemessungsgrenze und der Versicherungspflichtgrenze?

Die Beitragsbemessungsgrenze ist eher für gesetzlich Versicherte interessant, denn sie wird zur Berechnung der Beitragshöhe herangezogen. 

Normalerweise steigen die Beiträge, wenn die gesetzlich Versicherten mehr verdienen. Damit die Kosten nicht explodieren, gibt es hier allerdings eine Deckelung. Wenn dein Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze von 59.850 Euro im Jahr (58.050 Euro 2022) liegt, wird alles Einkommen darüber nicht mehr zur Beitragsberechnung herangezogen.

Die Versicherungspflichtgrenze gibt hingegen an, ab welchem Gehalt Angestellte in die private Krankenversicherung wechseln können.

➜ Wechsel jetzt in die private Krankenversicherung von ottonova

Ab welchem Gehalt kann in die private Krankenversicherung gewechselt werden?

Das Mindestgehalt, das für einen Beitritt zur privaten Krankenversicherung erforderlich ist, wird Jahr für Jahr angehoben. Liegt die PKV-Gehaltsgrenze bei 64.350 Euro jährlich (oder 5.362,50 Euro pro Monat), war sie noch 2020 mit 62.550 Euro deutlich niedriger. 2013 musste das Gehalt nur 52.200 Euro überschreiten, um der Privatversicherung beitreten zu können.

Nun stellt sich sicher die Frage, warum das Mindesteinkommen ständig angehoben wird und die privaten Krankenversicherungen scheinbar für immer weniger Menschen zugänglich sind. Nicht zu vergessen ist hier jedoch, dass auch die Löhne Jahr für Jahr steigen. Genauso nimmt die Inflation stetig zu, so dass das Geld immer weniger wert ist.

Übersicht: Entwicklung der Versicherungspflichtgrenze seit 2013:

JAHR

JAEG

2023

66.600 Euro

2022

64.350 Euro

2021

64.350 Euro

2020

62.550 Euro

2019

60.750 Euro

2018

59.400 Euro

2017

57.600 Euro

2016

56.250 Euro

2015

54.900 Euro

2014

53.550 Euro

2013

52.200 Euro

Seit Jahren steigt die Versicherungspflichtgrenze für Arbeitnehmer – und damit auch die Beitragsbemessungsgrenze. Deshalb steigt auch der Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Was zählt als Gehalt in der privaten Krankenversicherung?

Grundlage ist das Bruttojahresgehalt, das im Arbeitsvertrag steht und das regelmäßig ausgezahlt wird. Ist man bei mehreren Betrieben angestellt, können die Gehälter zusammengerechnet werden. Ein Minijob zählt allerdings nicht.

Zu dem Bruttojahresgeld kann folgendes hinzuaddiert werden:

Manche dieser Punkte sind natürlich nicht in Stein gemeißelt. Übersteigt man die PKV-Verdienstgrenze? Hier besteht durchaus Spielraum. 

Vielleicht ist man es gewohnt, dass jede Überstunde einzeln abgegolten wird. Aber es kann durchaus sein, dass der Arbeitgeber zu einer pauschalen Abrechnung bereit ist.

Kostenloses Angebot erhalten

Finde heraus, welcher PKV-Tarif am besten zu dir passt und lass dir in wenigen Sekunden von unserem Online-Assistenten deinen voraussichtlichen Beitrag berechnen.

Was nicht als PKV-relevantes Einkommen zählt:

Eltern wundern sich vielleicht, warum Elterngeld nicht als Verdienst zählt. Könnte man dann nicht ganz schnell unter die Verdienstgrenze rutschen, die für die private Krankenversicherung so wichtig ist? Hier ein Beispiel:

Was passiert, wenn das Einkommen unter die PKV-Grenze sinkt?

Heute sind die wenigsten Lebensläufe linear. Zwei Monate Elternzeit hier, drei Monate Arbeitslosigkeit da – und ein Sabbatical ist vielleicht auch noch mit dabei. 

Wenn das Einkommen kurzfristig unter die Grenze der Krankenversicherung sinkt, muss die private Krankenversicherung nicht unbedingt sofort verlassen werden. 

PKV-Einkommen & Elternzeit

Die Partnerin ist schwanger und man möchte auch gerne zwei Monate Elternzeit in Anspruch nehmen. In diesen zwei Monaten erhält man zwar Elterngeld, aber das zählt nicht als Einkommen. 

Rutscht man aufgrund der Elternzeit unter die PKV-Gehaltsgrenze, die aktuell gilt, müsste man sich in dieser Zeit eigentlich gesetzlich versichern. Da ein so kurzfristiger Wechsel keinen Sinn macht, kann der Versicherungspflicht durch einen Antrag bei der gesetzlichen Krankenversicherung entgegen gewirkt werden. 

Hierfür sollte sich an die gesetzliche Kasse gewendet werden, bei der man als letztes versichert war.

Was passiert, wenn man aufgrund von Arbeitslosigkeit unterhalb der Pflichtversicherungsgrenze liegt?

Auch die Arbeitslosigkeit ist in der Regel nur eine kurze Unterbrechung des Joballtags. Trotz Arbeitslosigkeit  besteht die Möglichkeit, privat versichert zu bleiben, wenn man seit fünf Jahren in der PKV ist. Ansonsten muss man sich gesetzlich versichern. Eine Ausnahme gibt es für 55-Jährige: Sie müssen meist privat versichert bleiben.

Unter der Einkommensgrenze wegen Sabbatical: Kann man die Privatversicherung behalten?

Rutscht das Einkommen während eines Sabbaticals unter die Grenze, die für private Versicherungen aktuell gilt, muss man sich in dieser Zeit gesetzlich versichern. 

Allerdings kann der PKV-Vertrag einfach beitrags- und leistungsfrei gestellt werden und auf eine sogenannte kleine Anwartschaft ausweichen. So kann nach der Rückkehr in den Job auch problemlos in die PKV zurück gewechselt werden - ohne erneute Gesundheitsprüfung!

Fazit:

Der Eintritt in die private Krankenversicherung ist eine Lebensentscheidung. Einmal dabei, bleibt man wahrscheinlich ein Leben lang Privatpatient. Auch kurze Unterbrechungen wie Elternzeit oder Arbeitslosigkeit können daran kaum rütteln. Dazu kommt, dass gut situierte Angestellte die Gehaltsgrenzen der privaten Krankenversicherung wohl auch in Zukunft leichtnehmen.

Jetzt die PKV-Tarife von ottonova entdecken

FAQs zur Versicherungspflichtgrenze

Sie legt fest, wie hoch das Gehalt sein muss, damit man sich privat versichern kann.

Die Versicherungspflichtgrenze gilt nur für Arbeitnehmer.

Die Versicherungspflichtgrenze liegt bei 64.350 € brutto Jahresgehalt (5.362,50 € brutto Monatsgehalt).

Die Bundesregierung bestimmt die Versicherungspflichtgrenze Jahr für Jahr neu.

Sobald das Gehalt unter die Versicherungspflichtgrenze fällt, besteht wieder Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Verdient man nur vorübergehend weniger, etwa aufgrund von Kurzarbeit, kann man in der privaten Krankenversicherung bleiben.

Passend zum Thema private Krankenversicherung:

Isabel
Isabel
ottonova Versicherungsexpertin
Lass dich von unseren Experten beraten.
Fehler aufgetreten - versuche es später erneut.
Dieser Termin ist inzwischen nicht mehr verfügbar. Bitte wähle einen anderen aus.
Mit dem Abschicken meiner Daten erkläre ich meine Einwilligung zur Kontaktaufnahme durch ottonova.
Isabel
Isabel
ottonova insurance expert
Lass dich von unseren Versicherungsexperten beraten. Was dich erwartet:
  • Objektive und faire Beratung
  • Vergleich mit anderen Tarifen am Markt
  • Erhalte Antworten auf alle deine Fragen