Gesundheitsprüfung in der PKV

Mit der Gesundheitsprüfung, auch Risikoprüfung genannt, bewertet die private Krankenversicherung, zu welchen Konditionen sie dich entsprechend deines Gesundheitszustands versichern kann.

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Das Prinzip einer Versicherung ist, dich möglichst umfassend gegen ein bestimmtes Risiko abzusichern. Die private Krankenversicherung schützt dich beispielsweise gegen verschiedene Risiken, die im Zusammenhang mit deiner Gesundheit auftreten können.

Um dich effektiv absichern zu können, bietet dir die PKV weitaus mehr Leistungen als die gesetzliche Krankenversicherung. Dafür zahlst du einen individuellen Beitrag, der unter anderem dein persönliches Gesundheitsrisiko widerspiegelt. Die PKV prüft dieses Risiko, indem sie eine Gesundheitsprüfung durchführt. Die wichtigsten Fakten rund um den Begriff erfährst du hier.

Was ist die Gesundheitsprüfung?

Die Gesundheitsprüfung ist eine der Annahmerichtlinien der PKV. Mit der Gesundheitsprüfung kann die PKV den Gesundheitszustand jedes Versicherten einschätzen. 

Das Ergebnis dieser Prüfung ist ein Status quo deiner Gesundheit. Dieser gibt Aufschluss darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Versicherungsfall eintritt. 

Alle Grundlagen für die Gesundheitsprüfung sind in § 19 Abs. 1 des Versicherungsvertragsgesetzes festgehalten.

Darum gibt es die Gesundheitsprüfung

Für die PKV ist es oberstes Gebot, die Versicherungsgemeinschaft vor unerwartet hohen Leistungsfällen einzelner Versicherter zu schützen. Bestehen Risiken bereits vor dem Versicherungsantrag, müssen sie sich im Beitrag niederschlagen, weil sonst die Kosten für das gesamte Kollektiv aus dem Ruder laufen würden.

Die Risiken einer Person werden von der PKV bewertet. Die Versicherung kann damit die Kosten für den individuellen PKV-Beitrag noch genauer kalkulieren. Der Gesundheitszustand ist für die PKV somit eine wichtige versicherungsmathematische Größe – und eine Entscheidungsgrundlage zur Annahme oder Ablehnung von Anträgen oder um Risikozuschläge zu kalkulieren.

Dein Vorteil: In der GKV hängt dein Beitrag von deinem Gehalt ab, die Leistungen sind jedoch auch für Gutverdiener begrenzt. In der PKV bekommst du dagegen umfassende Leistungen zu einem fairen Preis. Von den komplexen Berechnungen, mit der die PKV deinen Beitrag ermittelt, profitierst du als Versicherter besonders: Sie sorgen dafür, dass dein Beitrag nicht unkontrolliert steigt und deinem persönlichen Risiko entspricht.

Wie läuft die Gesundheitsprüfung für dich ab?

Die Gesundheitsprüfung ist Teil deines PKV-Antrags. Neben persönlichen Angaben, zum Beispiel zu Geschlecht, Alter und deinem Beruf musst du dabei auch Fragen zu Vorerkrankungen, anstehenden Behandlungen und chronischen Beschwerden beantworten.

Die Gesundheitsprüfung wird in schriftlicher Form durchgeführt. Als Antragsteller musst du alle dir bekannten Gefahrumstände angeben, nach denen du gefragt wirst. Die Fragen, die du dabei beantwortest, und die relevanten Zeiträume unterscheiden sich je nach Versicherungsgesellschaft. 

Einige PKV-Gesellschaften interessiert es zum Beispiel, welche Behandlungen du in den letzten drei Jahren hattest, andere blicken noch weiter in die Vergangenheit – bei psychotherapeutischen Behandlungen sind beispielsweise zehn Jahre üblich.

Abgefragt werden bei der Gesundheitsprüfung typischerweise:

Das musst du bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen beachten

Die Gesundheitsfragen müssen eindeutig gestellt sein und sind in der Regel mit JA oder NEIN zu beantworten. 

Bei Fragen, die du mit ja beantwortest, sind oft weitere Informationen anzugeben. Zum Beispiel darüber, welche Behandlungen du konkret wahrgenommen hast, wie lange diese dauerten und was das Ergebnis war.

Wichtig bei jeder Gesundheitsprüfung: Unbedingt ehrlich antworten. Stellt sich nach Versicherungsbeginn heraus, dass der Versicherte falsche Angaben gemacht hat und damit höhere Kosten verursacht als angenommen, kann das die Minderung oder gar den Ausschluss von Leistungen zur Folge haben.

Damit du auch wirklich nichts vergisst, sprich am besten vor der Beantwortung der Gesundheitsfragen mit deinem Hausarzt und lass dir Einblick in deine Patientenakte geben. Denn insbesondere Behandlungen oder Diagnosen, die schon etwas weiter in der Vergangenheit liegen, geraten gern in Vergessenheit.

Was ist die Nachmeldepflicht?

Die Nachmeldepflicht gilt für dich, wenn du die Gesundheitsprüfung durchlaufen hast und sich danach etwas an deinem Gesundheitszustand ändert. Dann musst du diese Änderung unverzüglich deiner Krankenversicherung mitteilen.

Bevor du dich privat versichern kannst, steht die Gesundheitsprüfung an. Hier sind wahrheitsgemäße Angaben zu deinem Gesundheitszustand gefragt. Ändert sich daran etwas bis zum Vertragsbeginn, ist es wichtig, dies der Krankenversicherung mitzuteilen. Als Versicherter hast du für solche Fälle eine sogenannte Nachmeldepflicht. Hältst du dich nicht daran, begehst du eine Obliegenheitsverletzung.

Dein Antrag in der PKV bezieht sich nicht nur auf dein Alter, sondern auch deinen Gesundheitszustand. Er bestimmt das Risiko, das die PKV für dich versichert. Ändert sich daran etwas, muss sich auch der Versicherungsschutz ändern, den du mit deiner Versicherung vertraglich vereinbarst.

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