Private Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit

Die Wahl der richtigen Krankenversicherung will gut überlegt sein. Der ideale Tarif soll nicht nur günstig und umfassend, sondern auch flexibel sein. Was passiert eigentlich mit der Police einer privaten Krankenversicherung, wenn du arbeitslos wirst? Kannst du in diesem Fall überhaupt PKV versichert bleiben und wie sieht es dann mit der Finanzierung aus?

Das erwartet dich in diesem Artikel:

PKV Arbeitslosigkeit

Was passiert eigentlich, wenn du seit Jahren in der privaten Krankenversicherung bist und auf einmal arbeitslos wirst? Wie steht es um Leistungsbezüge und Hartz IV? Wir haben alle wichtige Szenarien sowie Fragen und Antworten für dich rund um das Thema "PKV & arbeitslos" zusammengefasst.

Die Basics in Kürze:

  1. Beziehst DuAr­beits­lo­sen­geld I (ALG I) wirst Du automatisch gesetzlich krankenversichert, auch wenn Du vorher privatversichert warst. Das gilt auch während einer Sperrzeit vor dem Bezug des Ar­beits­lo­sen­gelds.
  2.  Allerdings gibt es eine Ausnahme für Privatversicherte ab 55 Jahren: Sie müssen auch als Arbeitslose in der Regel in der privaten Kran­ken­ver­si­che­rung bleiben.
  3. Unter bestimmten Umständen kann man allerdings auch auf Wunsch privat versichert bleiben kann. Dies gilt für Personen welche bereits fünf Jahre vor seiner Arbeitslosigkeit bereits privat krankenversichert war.

Was passiert, wenn du Arbeitslosengeld I (ALG I) erhältst und unter 55 Jahre alt bist?

Man könnte meinen, dass Arbeitslose sofort in die gesetzliche Krankenkasse rutschen oder zurückkehren müssen, weil hier die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht gilt. Das ist aber nicht der Fall! Denn der Gesetzgeber weiß, dass Arbeitslosigkeit meist nur eine vorübergehende Phase ist, die dein Leben nicht komplett umkrempeln sollte. Die PKV für Arbeitslose ist also nicht unmöglich und du kannst in den meisten Fälle vermeiden, dich nicht gleich automatisch wieder gesetzlich pflichtversichern zu müssen.

Schauen wir uns dies jedoch einmal genauer an! Was passiert, wenn du Arbeitslosengeld I erhältst und unter 55 Jahre alt bist. Wenn du deinen Job verlierst, greift zunächst die Versicherungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherungen. Wenn du nichts unternimmst, landest du in der letzten gesetzlichen Versicherung, der du vor deinem Wechsel in die PKV angehört hast.

Zwischenzeitlicher Wechsel in die GKV kann sinnvoll sein …

… wenn du eine Familie hast, da du sie während der Arbeitslosigkeit bei dir umsonst in der GKV mitversichern kannst. Dasselbe gilt andersherum: Wenn dein Ehepartner arbeitslos wird und in die GKV wechselt, kannst du dich dort mitversichern. Sollte der GKV-Tarif deutlich günstiger als deine PKV-Police sein, kann das auch für Singles ein Argument für den Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse sein.

Aber in der GKV musst du nicht für immer bleiben, sondern du kannst in die PKV zurückkehren, sobald du wieder einen gut bezahlten Job hast.

Wenn du später wieder in die PKV zurück möchtest …

… kannst du vor Wechsel in die Gesetzliche eine sogenannte Anwartschaftsversicherung bei deiner PKV abschließen. Dies ist für jeden geeignet, der vorübergehend nicht in der Privaten versichert ist, aber später in die private Krankenversicherung zurückkehren möchte. Damit hebst du deinen Versicherungsstatus bei der PKV nicht auf, sondern lässt ihn nur ruhen. Übrigens ist es egal, wie lange du bereits in der PKV versicherst warst, denn die Anwartschaftsversicherung steht dir immer offen.

Wozu eine Anwartschaftsversicherung?

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PKV für Erwerbslose: Wie verhindere ich, dass ich in die GKV rutsche?

Häufig ist die Arbeitslosigkeit nur ein kurzes Kapitel in der beruflichen Laufbahn. Die meisten finden innerhalb weniger Monate wieder einen Job und können ihre Karriere problemlos fortsetzen. Die PKV für Nicht Berufstätige ist für so einen Zeitraum also problemlos möglich. Wenn dieses Szenario auch für dich realistisch ist, könntest du darüber nachdenken, ob du für ein paar Monate wirklich die Versicherung wechseln möchtest. Vor allem für Singles lohnt es sich oft nicht, die kurze Zeit mit der GKV-Pflichtversicherung zu überbrücken. Sie haben keine Familie, für welche die Familienversicherung in der GKV attraktiv wäre, da dort alle Familienmitglieder kostenlos mitversichert werden können.

Wenn du Arbeitslosengeld I beziehst und unter 55 Jahre alt bist, kannst du laut Arbeitsagentur in der privaten Versicherung bleiben, wenn du seit fünf Jahren durchgängig dort Mitglied bist. Bist du noch nicht solange bei der PKV, kannst du dich nicht von der Versicherungspflicht befreien lassen und musst während deiner Arbeitslosigkeit GKV-Mitglied sein! Ob du Single bist oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

Wie musst du vorgehen, um nicht automatisch in die Gesetzliche zu rutschen?

Wenn du berechtigt bist, in der PKV zu bleiben, musst du innerhalb von zwei Wochen ab Beginn der Arbeitslosigkeit einen Befreiungsbescheid für die Versicherungspflicht in der GKV bei der Arbeitsagentur vorlegen. Diesen Bescheid kannst du bei jeder gesetzlichen Krankenkasse beantragen. So behältst du deinen bestehenden privaten Krankenversicherungsschutz. Hast du dich entschieden, in der PKV zu bleiben, kannst du diesen Schritt nicht mehr rückgängig machen und bleibst auch während der gesamten Zeit der Arbeitslosigkeit in der privaten Krankenversicherung.

Sonderregelungen für Hartz-IV-Empfänger und über 55-Jährige

Wenn du zum Beispiel selbstständig bist, es aber nicht so gut läuft, kannst du dein Einkommen mit Hartz IV aufstocken. Solltest du also direkt Arbeitslosengeld II beziehen, bleibst du in der privaten Krankenversicherung. Die GKV kommt in diesem Fall nicht infrage. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass du in den Basistarif deiner PKV rutschst.

Für über 55-Jährige gibt es eine weitere Regelung. Der Staat will verhindern, dass junge Menschen von den günstigen PKV-Policen profitieren und im Alter, aus Angst vor höheren Beiträgen, in die GKV wechseln. Deshalb ist es vorgeschrieben, dass über 55-Jährige in der privaten Krankenversicherung bleiben, auch wenn sie arbeitslos werden.


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Zahlt die Bundesagentur für Arbeit die Beiträge der PKV bei Arbeitslosigkeit?

Laut Sozialgesetzbuch trägt der Staat einen Teil der Beiträge. Und zwar so viel, wie die Police einer gesetzlichen Krankenversicherung kosten würde. Wenn du jung bist, kann es also sein, dass dein PKV-Beitrag sehr niedrig ist und die Bundesagentur für Arbeit die Kosten fast komplett übernimmt. Bei älteren Versicherten kann es sein, dass sie einen größeren Teil selbst tragen müssen.

Übrigens:

Sind Ehepartner und Kinder über dich in der PKV versichert und wirst du arbeitslos, übernimmt die Arbeitsagentur häufig auch die Krankenversicherungskosten für diese bis zur Höhe der Pflichtbeiträge. Der Höchstsatz liegt im Jahr 2020 bei 19,63 € täglich.

Wenn du Hartz IV erhältst, übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 50 % der Kosten des Basistarifs. Gleichzeitig werden die Kosten der PKV-Beiträge für die Dauer der Arbeitslosigkeit halbiert. Hartz-IV-Empfänger können also mit einer deutlichen Entlastung rechnen.

Achtung:

Um von der Vergünstigung zu profitieren, musst du die Beitragsermäßigung und den Zuschuss des Jobcenters allerdings beantragen.

Kann ich meinen PKV-Tarif während der Arbeitslosigkeit wechseln?

Du bist arbeitslos und privat krankenversichert? Dann kannst du entweder deinen bisherigen Tarif behalten oder in den Basistarif wechseln. Er enthält in der Regel die Leistungen, die auch gesetzliche Krankenkassen bieten. Ob das für dich Sinn macht, solltest du anhand der zur Auswahl stehenden Policen prüfen. Rechne das Preis-Leistungsverhältnis am besten genau durch.

Wenn du später wieder in deinen gewohnten Tarif zurückwillst, kann es allerdings sein, dass du erneut eine Gesundheitsprüfung machen musst. Überlege dir also lieber genau, ob sich ein Wechsel für dich lohnt.

Was passiert, wenn ich wieder einen Job finde?

Wenn du kein Arbeitslosengeld mehr erhältst, richtet sich die private oder gesetzliche Krankenversicherung ganz nach deinem Status quo.

Folgende Szenarien sind denkbar:


Passt die PKV zu dir?

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Fazit:

Arbeitslos und privat krankenversichert zu sein, schließt sich somit nicht aus. Das bedeutet für dich: Solltest du einmal arbeitslos werden, kannst du deinen PKV-Tarif behalten und musst dich nicht mit zusätzlicher Bürokratie auseinandersetzen. Aber du bist auch so flexibel, dass du deinen Tarif anpassen oder kurzzeitig in die GKV wechseln kannst. Du möchtest mehr über die Unterschiede zwischen GKV und PKV erfahren? Dann lies dich in die Thematik ein!

PKV bei Arbeitslosigkeit: FAQ

Privat versichert zu sein ist auch während der Zeit der Erwerbslosigkeit möglich. Dafür musst du innerhalb von zwei Wochen ab Beginn der Arbeitslosigkeit einen Befreiungsbescheid für die Versicherungspflicht in der GKV bei der Arbeitsagentur vorlegen.

Du kannst deinen Tarif auf den Basistarif umstellen und somit einen geringeren Krankenversicherungsbeitrag zahlen. Lass dich vor dem Wechsel beraten, um abzuklären ob erneute Gesundheitsprüfungen beim Wechsel zurück bestehen.

Es ist möglich, in die GKV zu wechseln während du arbeitslos bist. Schließe vor dem Wechsel eine Anwartschaftsversicherung ab, um beim späteren Wechsel in die PKV keine erneuten Gesundheitsprüfungen ablegen zu müssen.

Jeannette Stowasser
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Jeannette Stowasser

Jeannette ist Online-Redakteurin für Gesundheit und schreibt seit 2011 Artikel, E-Books und Whitepaper zu den verschiedensten medizinischen Themen.

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