Kündigung der gesetzlichen Krankenversicherung bei Wechsel: So geht’s

Du möchtest endlich Zugang zu exzellenten Behandlungen haben? Der Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) macht’s möglich. Die Kündigung der gesetzlichen Krankenkasse ist ganz einfach, wenn du ein paar Dinge berücksichtigst. Wir zeigen dir, worauf du achten solltest.

Kuendigung-GKV

Stell dir vor, du stürzt beim Downhill-Fahren. Wenn du privat versichert bist, wirst du im Krankenhaus vom Chefarzt statt vom Facharzt behandelt. Du liegst in einem Einbett- statt in einem Mehrbettzimmer. Wenn du dir einen Zahn ausgeschlagen hast, bekommst du eine umfangreiche Sanierung umsonst. Ansonsten erhältst du nur die Standardversorgung und musst einiges zuzahlen.


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Wie kann die gesetzliche Krankenkasse gekündigt werden?

In der GKV unterscheidet man grundsätzlich zwischen 2 Arten der Kündigung:

Wechsler aufgepasst! Ab 2021 müssen GKV-Mitglieder ihre Versicherung nur noch dann kündigen, wenn sie in die PKV wechseln wollen oder ins Ausland ziehen. Wenn du deine GKV wechseln möchtest kannst du das ab dem 1. Januar 2021 sofort ohne Kündigung bei der bisherigen Krankenkasse und ohne Einhaltung der Bindungsfrist tun. Du stellst einfach einen Neuaufnahmeantrag bei der neuen Krankenkasse.

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Leitfaden: Kündigung der gesetzliche Krankenversicherung in 3 Schritten


1. Schritt: Die ordentliche Kündigung der gesetzliche Krankenversicherung

Wenn du in die PKV wechseln willst, musst du allerdings kündigen. Die Kündigung per E-Mail ist rechtlich noch umstritten. Wenn du ganz sicher gehen willst, versendest du den Brief per Einschreiben. Gib an, wann du deine alte Krankenkasse verlassen möchtest, und fordere eine Kündigungsbestätigung an. Du erhältst sie innerhalb der nächsten 14 Tage – das ist die laut Sozialgesetzbuch vorgesehen Frist.

2. Schritt: Antrag an die neue private Krankenversicherung senden

Um den Mitgliedsantrag auszufüllen, brauchst du deine Sozialversicherungsnummer und die Anschrift deines Arbeitgebers, solltest du angestellt sein. Dein unterschriebenes Antragsformular sendest du nun zusammen mit der Kündigungsbestätigung an deine neue private Krankenkasse. Das geht in der Regel auch online.

3. Schritt: Nachweis der neuen Versicherung dem Arbeitgeber oder der alten Krankenkasse übermitteln

Angestellte müssen ihrem Arbeitgeber mitteilen, dass sie ihre Krankenversicherung wechseln möchten. 

Wenn du der PKV beitreten willst, stellt dir die Versicherung einen „Nachweis über das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall“ aus. Dieses Schreiben muss dein Arbeitgeber an deine alte Kasse senden, damit die Kündigung wirksam wird. So ist gewährleistest, dass du durchgehend krankenversichert bist. Wenn du selbstständig bist, musst du den Nachweis selbst an deine alte Kasse schicken.

Wechselst du die GKV oder beginnst ein Arbeitsverhältnis meldet dich dein Arbeitgeber bei der angegebenen Krankenkasse per Arbeitgeber-Meldeverfahren an. Dann erhält er die Bestätigung der Mitgliedschaft elektronisch zurück. Eine Mitgliederbescheinigung auf Papier ist dann nicht mehr nötig.

Wird die alte Krankenkasse nicht rechtzeitig informiert, bleibst du vorerst bei ihr versichert. So soll der nahtlose Übergang sichergestellt sein, denn jeder Deutsche braucht einen Krankenversicherungsschutz. Selbst wenn beim Wechsel etwas schiefgehen sollte, kannst du in der Zwischenzeit trotzdem zum Arzt gehen. Denn dann kommt die alte Kasse für die Kosten auf.

Übrigens:

Es ist auch ganz einfach, die private Krankenversicherung zu kündigen und in eine andere PKV zu wechseln. Auch hier gibt es Sonderkündigungsrechte, wenn dich die private Krankenversicherung über eine Beitragserhöhung informiert. Am besten führst du zuvor einen Krankenkassenvergleich durch, damit sich der Wechsel auch lohnt. Da jede Krankenversicherung andere Richtlinien und Leistungen hat, gibt es einiges zu beachten. Die Unterschiede können manchmal immens sein und einen großen Vorteil für dich als privat Versicherten bedeuten.

Kündigungsfrist bei der gesetzlichen Krankenversicherung

Wenn du in die PKV wechseln willst, musst du bestimmte Fristen einhalten.

Die Kündigungsfrist der gesetzlichen Krankenkasse beträgt zwei Monate. Wenn du also zum 01.04. in die neue Versicherung starten willst, musst du spätestens zum 31.01. zum Monatsende schriftlich kündigen. 

Mindestbindungszeit & Bindungsfrist

Vor 2021 musstest du mindestens 18 Monate bei deiner alten Krankenkasse versichert gewesen sein, um kündigen zu können. Diese Frist wurde auf 12 Monate verkürzt. Sie greift aber bei einem Wechsel von der PKV in die GKV nicht. In Wahltarifen beträgt diese Frist bis zu drei Jahre. Diese greift beim Wechsel in die PKV allerdings schon.

Sonderkündigungsrecht GKV - Zusatzbeitrag!

Ein Spezialfall ist die außerordentliche Kündigung der gesetzlichen Krankenkasse. Wenn deine GKV einen Zusatzbeitrag erhebt oder erstmalig erhöht oder bereits versprochene Prämien reduziert oder streicht, steht dir eine Sonderkündigung zu. Das bedeutet: Die Kündigungsfrist beträgt zwar auch zwei Monate, aber es spielt keine Rolle, wie lang du bereits bei dieser Krankenkasse versichert bist. Allerdings musst du jetzt schnell handeln, um zu kündigen:

Wichtig:

Sobald du auf die Beitrags- oder Leistungsänderung hingewiesen wurdest, musst du innerhalb der nächsten zwei Monate kündigen. Der späteste Termin ist der Tag, an dem der Zusatzbeitrag das erste Mal fällig wird.

Was passiert, wenn ich einen Wahltarif habe?

Du hast einen Wahltarif bei deiner gesetzlichen Krankenversicherung abgeschlossen, zum Beispiel um Beitragsrückerstattungen einzuheimsen? Dann kann es laut Bundesministerium für Gesundheit sein, dass dieser Sondervertrag mindestens 1 bis 3 Jahre laufen muss, bevor du ihn kündigen kannst. Frag am besten bei deiner Krankenkasse nach, wie es sich in deinem Fall verhält.

Wann ist ein sofortiger Krankenkassenwechsel ohne Kündigung möglich?

Du möchtest deine freiwillige private Krankenversicherung möglichst schnell kündigen?
Wenn du deinen Arbeitgeber wechselst, kannst du sofort bei Beginn des neuen Jobs der neuen privaten Krankenversicherung beitreten. Du brauchst kein Kündigungsschreiben aufzusetzen, sondern kannst deinem neuen Arbeitgeber lediglich die Mitgliedsbescheinigung der neuen Versicherung vorlegen. Lass dir damit allerdings nicht zu viel Zeit, sondern erledige diese Aufgabe innerhalb der ersten 14 Tage in deinem neuen Job. Ähnlich läuft es auch ab, wenn du zwischen zwei Jobs bei deinem Partner mitversichert warst. Auch dann kannst du direkt in deine neue Wunschversicherung wechseln, ohne zwei Monate warten zu müssen oder irgendeine Bindungsfrist.

Wer kann die gesetzliche Krankenversicherung kündigen und in die PKV wechseln?

Wer sich privat krankenversichert, bekommt schneller einen Termin beim Facharzt und erhält eine Behandlung mit neuesten Technologien. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kannst du in der PKV aus verschiedenen Tarifen wählen. Damit bekommst als Mitglied die Leistungen, welche dir für deine Gesundheit wichtig sind.


Welche PKV Beiträge erwarten dich im Alter?

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In Deutschland gilt die Versicherungspflicht. Deswegen ist jeder in Deutschland wohnende Bürger zunächst gesetzlich versichert. Wer sich privat versichern darf, legt der Gesetzgeber fest. Folgende Berufsgruppen können sich privat versichern:

Selbstständige:

Unternehmer und Freelancer können wählen, ob sie sich privat oder gesetzlich versichern wollen. Wer allerdings einer künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit nachgeht, ist über die Künstlersozialkasse versichert und darf nur ab einer bestimmten Einkommensgrenze in die private Krankenversicherung wechseln.


Angestellte:

Wenn dein Bruttoeinkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt, steht dir die Tür zur privaten Krankenversicherung ebenfalls offen. Diese Grenze verschiebt sich immer wieder. Ab 2020 liegt sie bei 62.550 Euro pro Jahr (ab 2021: 64.350 Euro). Das bedeutet: Du musst mindestens 5.212,50 Euro brutto pro Monat (ab 2021: 5.362,5 Euro) verdienen, damit du die GKV kündigen kannst. Falls du Urlaubs- und Weihnachtsgeld bekommst, zählen die Beträge zum Gesamteinkommen dazu. Früher musste man nachweisen, dass der Verdienst drei Jahre lang oberhalb der geforderten Grenze lag. Diese Regelung gilt nicht mehr. Du kannst jetzt schneller wechseln, wenn dein Gehalt die Versicherungspflichtgrenze übersteigt und voraussichtlich auf diesem Niveau bleiben wird. Wenn du zum Beispiel im Sommer eine Gehaltserhöhung bekommst und in diesem Jahr erstmalig über der festgeschriebenen Grenze liegst, kannst du dich ab dem 1. Januar des nächsten Jahres privat versichern. Wann und wie du wechseln kannst, liest du unten. 


Beamte:

Die meisten Beamten schließen eine private Krankenversicherung ab, denn nur dann haben sie Anspruch auf Beihilfe – das bedeutet, das ihr Dienstherr mindestens 50 Prozent der Kosten im Krankheitsfall übernimmt. 


Studenten:

Du studierst noch? Bis 25 bist du in der Familienversicherung versichert. Du kannst dich aber auch privat versichern, solange du an der Uni eingeschrieben bist. Das lohnt sich vor allem, wenn deine Eltern Beamte sind, da die Beihilfe bis zu 80 Prozent zuschießt. Wenn du später ins Berufsleben startest, kannst du bei Bedarf in die gesetzliche Krankenkasse wechseln.


Berufsanfänger:

Wenn du gerade deinen ersten Job angetreten hast, kannst du dich in der PKV versichern, wenn dein Jahreseinkommen als Angestellter über der festgeschriebenen Grenze liegt. Auch wenn du direkt in die Selbstständigkeit startest und dich verbeamten lässt, steht dir der Weg in die private Krankenversicherung offen.

Du kannst übrigens trotz Krankheit in die PKV eintreten – dein Beitrag wird dann entsprechend des Risikos individualisiert. Je nach Diagnose hat die PKV jedoch auch das Recht, die Mitgliedschaft abzulehnen.

Die Kündigung der gesetzlichen Krankenkasse und der Wechsel in die private Krankenversicherung sind einfach. Du möchtest mehr erfahren? 

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Jeannette Stowasser
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Jeannette Stowasser

Jeannette ist Online-Redakteurin für Gesundheit und schreibt seit 2011 Artikel, E-Books und Whitepaper zu den verschiedensten medizinischen Themen.

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