Gesetzliche oder private Krankenversicherung im öffentlichen Dienst?

Die private Krankenversicherung im öffentlichen Dienst bietet nicht nur Beamten Vorteile – auch viele Tarifbeschäftigte können sich für die PKV entscheiden. Welche Voraussetzungen gibt es und wie triffst du die beste Entscheidung?

PKV öffentlicher Dienst

Was meinst du: Wer ist der größte Arbeitgeber in Deutschland? Falls du jetzt einen der deutschen Autobauer im Verdacht hast, liegst du knapp daneben – größter Arbeitgeber und Ausbilder ist der Staat: Rund 4,9 Millionen Menschen waren 2020 im öffentlichen Dienst tätig.

Die Aufgaben sind vielfältig und wichtig: Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, sorgt dafür, dass unser Staat reibungslos funktioniert. Für die Gesundheit der Menschen, die in diesem spannenden Bereich arbeiten, ist der passende Versicherungsschutz wichtig. Doch wann reicht die gesetzliche und für wen lohnt sich die private Krankenversicherung im öffentlichen Dienst?

Die Antwort hängt unter anderem von der Entgeltgruppe und dem Beihilfeanspruch der Staatsdiener ab, aber auch von den persönlichen Bedürfnissen.

Wer ist im öffentlichen Dienst beschäftigt?

Beamte, Tarifbeschäftigte, Richter und Soldaten haben die wichtige Aufgabe, das öffentliche Leben in Deutschland aufrecht zu erhalten. Man findet sie in Ämtern, Gerichten, Schulen und Hochschulen, in Krankenhäusern oder in Betrieben der Wasserversorgung.

Auch bei der Deutschen Rentenversicherung, den Berufsgenossenschaften, der Bundesbank und sogar als kirchliche Beamte stellen diese Menschen ihre Arbeitskraft in den Dienst der Öffentlichkeit und tragen zum Wohl des Gemeinwesens bei.

Typische Berufsgruppen im Staatsdienst:

Arbeitgeber im öffentlichen Dienst sind der Bund, die Länder und die Kommunen. Daneben gibt es noch andere öffentliche Arbeitgeber, zum Beispiel Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts.

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PKV vs. GKV

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Unterschiede zwischen Beamten und Tarifbeschäftigten

Beamte sprechen allerdings nicht von ihrem Arbeitgeber, sondern vom Dienstherrn. Gegenüber den Beamten hat der Dienstherr eine besondere Fürsorgepflicht und übernimmt deshalb im Rahmen der Beihilfe einen Teil der Kosten, die im Krankheits-, Pflege- und Geburtsfall anfallen.

Wenn du zu den Menschen gehörst, die Anspruch auf Beihilfe haben, ist die private Krankenversicherung für Beamte die beste Wahl für dich. Die PKV-Tarife schließen dort an, wo deine Beihilfe endet, und decken die Restkosten zu günstigen Konditionen. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung bietet die PKV dir und deiner Familie außerdem Zugang zu modernen Behandlungsmethoden und Top-Leistungen für eure Gesundheit.


Wer bekommt wie viel Beihilfe?

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Sind Angestellte im öffentlichen Dienst beihilfeberechtigt?

Mehr als die Hälfte aller Menschen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, sind keine Beamten, sondern Angestellte – die Tarifbeschäftigten. Ihre Bezahlung regelt der Tarifvertrag im öffentlichen Dienst (TVöD). Er zeigt transparent, wie sich die Löhne der Tarifbeschäftigten entwickeln.

Das Prinzip ist einfach: Je länger du in einer Entgeltgruppe beschäftigt bist, desto höher ist dein Gehalt. Doch wie sieht es im TVöD mit der Beihilfe aus und wie können sich Tarifbeschäftigte versichern?

Anspruch auf Beihilfe im öffentlichen Dienst haben nicht nur Beamte, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch Tarifbeschäftigte. Sie erhalten allerdings nur dann finanzielle Unterstützung für ihre Gesundheit, wenn sie vor dem 31.07.1998 im öffentlichen Dienst eingestellt wurden und noch nicht in Rente sind.

Für jüngere Tarifbeschäftigte oder alle, die eine Karriere im Staatsdienst anstreben, besteht somit kein Beihilfeanspruch. Deshalb stellt sich für sie die Frage nach der bestmöglichen Absicherung für die Gesundheit.

Gesetzliche und private Krankenversicherung im öffentlichen Dienst

Während die PKV im öffentlichen Dienst für Beamte mit Beihilfeanspruch die bessere Wahl als die GKV ist, müssen Tarifbeschäftigte genau prüfen, welches System besser zu ihren Bedürfnissen passt.

Hast du im öffentlichen Dienst keinen Anspruch auf Beihilfe, gelten für dich die gleichen Regeln wie für alle anderen Angestellten:

Wahlfreiheit im öffentlichen Dienst: Freiwillige Versicherung oder PKV?

Wenn du zu den Tarifbeschäftigten mit Wahlfreiheit gehörst, gilt: Ob die gesetzliche oder die private Krankenversicherung im öffentlichen Dienst für dich besser geeignet ist, hängt maßgeblich von deinen persönlichen Ansprüchen und deiner Lebensplanung ab.

Argumente für die private Krankenversicherung im öffentlichen Dienst:

Argumente für die gesetzliche Krankenversicherung im öffentlichen Dienst:


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Was zählt, ist deine individuelle Lebensplanung

Zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung zu wählen, bedeutet, sich für eine solide Basisabsicherung oder für umfangreiche Gesundheitsleistungen zu entscheiden. Beide Versicherungssysteme haben Vor- und Nachteile – am Ende kommt es jedoch vor allem auf deine individuelle Lebensplanung an.

Wichtig: Mach dir dein eigenes Bild. Vorurteile, wie „die PKV ist im Alter unbezahlbar“ oder „die PKV ist für Familien ungeeignet“, sind viel zu pauschal und längst überholt.

Du willst genau wissen, wie sich deine Beiträge in beiden Systemen in Zukunft entwickeln und welchen Einfluss dein Kinderwunsch darauf hat? Mit dem ottonova Kostenrechner verschaffst du dir in wenigen Minuten den Überblick.

Sabrina Quente
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Sabrina Quente

Sabrina ist freie Autorin für Versicherungs- und Digitalisierungsthemen. Sie war Redakteurin bei Fachzeitschriften und lernte als Content Editor bei ottonova die vielen Facetten der Versicherungswelt kennen.

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