Was ist eigentlich der Zusatzbeitrag?

Während Versicherte in der PKV einen individuellen Beitrag zahlen, sind die Beitragssätze in allen Krankenkassen gleich. Einziger Unterschied: der Zusatzbeitrag. 2023 wird er von 1,3 Prozent auf 1,6 Prozent steigen. Wir zeigen dir, warum es ihn gibt und wie er sich entwickelt hat.

Gesetzliche Krankenkassen sind seit einigen Jahren dazu berechtigt einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern zu verlangen. Dieser dient einerseits dazu den Wettbewerb zwischen den Versicherern zu fördern, und hat andererseits auch die Funktion mögliche finanzielle Engpässe auszugleichen.

Zusatzbeitrag

Höhe des Zusatzbeitrags 2022

Die Höhe des Zusatzbeitrags hängt davon ab, wie deine Krankenkasse finanziell aufgestellt ist. Entstehen ihr Defizite, weil die finanziellen Mittel aus dem Gesundheitsfonds nicht mehr ausreichen, muss sie ihren Zusatzbeitrag anheben.

Mit der Einführung des Zusatzbeitrags hat der Gesetzgeber den allgemeinen Beitragssatz auf 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens festgelegt. Verzichtet eine Krankenkasse darauf, den Zusatzbeitrag zu erheben, zahlst du theoretisch 14,6 Prozent. Praktisch erheben aber nahezu alle gesetzlichen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag. Dieser liegt 2022 im Schnitt bei 1,3 %. Gesetzlich Versicherte zahlen in Deutschland also einen GKV-Beitrag von 15,9 Prozent (inklusive Zusatzbeitrag).

Der Zusatzbeitrag ist nach oben nicht begrenzt. Allerdings müssen sich die Krankenkassen die Höhe des Zusatzbeitrags vom Bundesversicherungsamt genehmigen lassen.

Wie entwickelt sich der Zusatzbeitrag? 

Die Höhe des Zusatzbeitrags bei den einzelnen Krankenkassen ändert sich regelmäßig. 2018 lag er bei durchschnittlich 1,0 Prozent, ein Jahr später bei 0,9 Prozent und 2020 lag er bei 1,1 Prozent. 2021 stieg der Zusatzbeitrag wieder und lag bei 1,3 Prozent, genau wie im Jahr 2022.

2023 drohen Kostensteigerungen für alle gesetzlich Versicherten

Ab 2023 wird der Zusatzbeitrag um 0,3 Prozent steigen und bei 1,6 liegen. Das hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach am 28. Juni 2022 verkündet. 

Damit zahlen gesetzlich Versicherte im Durchschnitt 16,2 Prozent ihres Gehalts and die gesetzlichen Krankenkassen. So viel wie noch nie zuvor.

Allerdings ist das nur ein Durchschnittswert – der Zusatzbeitrag kann bei einigen Krankenkassen höher oder niedriger ausfallen. 

Aufgrund des hohen finanziellen Defizits der gesetzlichen Krankenkassen ist zu erwarten, dass der Zusatzbeitrag auch in den nächsten Jahren weiter ansteigen wird.

Zusatzbeitrag GKV: Beispiele aus der Praxis

Du willst wissen, welchen Zusatzbeitrag die Krankenkassen erheben, wer den niedrigsten und wer den höchsten Zusatzbeitrag hat? Hier ein Auszug der bekanntesten Krankenkassen:

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Wer muss den Zusatzbeitrag zahlen?

Als Angestellter oder Angestellte teilst du dir deinen allgemeinen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung mit deinem Arbeitgeber. Das gilt auch für den Zusatzbeitrag. Das ist allerdings erst seit 2019 so. Davor mussten Angestellte den Zusatzbeitrag alleine tragen. Rentner und Rentnerinnen teilen ihn sich mit der Krankenversicherung der Rentner. Selbstständige zahlen den kompletten Zusatzbeitrag selbst.

Ausnahmen bestehen unter anderem für:

Das kannst du tun, wenn der Beitrag steigt

Erhöht deine GKV den Zusatzbeitrag, ist sie verpflichtet, dich einen Monat bevor der neue Zusatzbeitrag fällig wird darüber zu informieren. 

Sobald du weißt, was finanziell auf dich zukommt, darfst du dein Sonderkündigungsrecht nutzen. Dies musst du spätestens bis zum Ende des Monats tun, in dem der neue Zusatzbeitrag fällig wird.


Dir ist der Zusatzbeitrag zu hoch?

So nutzt du dein Sonderkündigungsrecht!


Vielleicht ist es bei immer weiter steigenden GKV-Beiträgen an der Zeit für dich zu überlegen, ob ein Wechsel in die private Krankenversicherung das Richtige für dich wäre.

ottonova Magazin Autor
HIER SCHREIBT Serkan Sahanoglu

Serkan ist seit 13 Jahren PKV-Experte und hat als Versicherungsfachmann mehr als 100 Verträge vermittelt. Bei ottonova ist er Sales Agent und hat die richtigen Antworten auf Fragen von Kunden und alle, die es werden wollen, parat.

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