PKV im Alter: Höhe deines Krankenversicherungsbeitrags in der Rente?

Die Entscheidung „PKV oder GKV?“ sollte nicht von den Kosten allein abhängen – sondern davon, welche medizinischen Leistungen dir wichtig sind. In der Rente spielen Ausgaben dagegen eine große Rolle. Wir zeigen dir, wie das mit deinem PKV-Beitrag zusammenhängt.

Dein Ruhestand ist noch weit entfernt. Trotzdem hörst du von Freunden, Kollegen, Maklern oder deinem Finanzberater immer wieder, dass du jetzt schon ans Alter denken und vorsorgen solltest. Dieser wirklich gute Rat gilt nicht nur für deine Rente, sondern auch für deine private oder gesetzliche Krankenversicherung.

Basics zur PKV im Alter:

  1. Mit Renteneintritt entfällt der Ar­beit­ge­ber­zu­schuss zu deinem Kran­ken­ver­si­che­rungsbeitrag. Du kannst aber einen Zuschuss von der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung beantragen.
  2. Allerdings fallen das Krankentagegeld und dessen Beitrag für dich weg.

Ist die private Krankenversicherung im Alter wirklich unbezahlbar?

Sie ist dir sicher schon oft begegnet, die Aussage, dass die PKV-Beiträge im Alter explodieren und unbezahlbar werden. Diese Behauptung ist aber viel zu pauschal. Der Punkt ist: Es gibt Privatversicherte, die in der Rente hohe PKV-Beiträge zahlen – weil sie der Wahl ihrer PKV vielleicht auf Billigtarife gesetzt haben, oder sich nicht mit den verschiedenen Mechanismen beschäftigt haben, die den Beitrag im Alter entlasten.


Wie entwickelt sich dein Beitrag in der privaten Krankenversicherung?

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Damit du weißt, wie du hohen PKV-Beiträgen im Alter vorbeugen kannst, erfährst du hier, wie sich die Kosten für deine Gesundheit spätestens in der Rente verändern.

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Krankenversicherungsbeiträge für Rentner: Das ändert sich im Alter

Am Ende deines Berufslebens steht der Ruhestand. Ruhe, die hast du dir nach einem ereignisreichen Berufsleben garantiert verdient und möchtest sie sicher voll auskosten. Einem 9-to-5-Job gehst du deshalb nicht mehr nach und hast in der Regel keine Einnahmen mehr – und dafür viel Zeit für dich.

Was es für deinen Beitrag bedeutet, wenn du als Versicherter in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) oder in der PKV in Rente gehst, zeigt die folgende Tabelle:

PKV-im-Alter

GKV

PKV

GKV

  • Beitrag Krankenkasse:
    Pflichtversicherte teilen sich ihren Beitrag jetzt mit der Rentenversicherung
  • Zusatzbeitrag Krankenkasse: Rentner zahlen 50 % des Zusatzbeitrags auf die gesetzliche Rente und Versorgungsbezüge (Pensionen, Betriebsrente, etc.)
  • Freiwillig Versicherte zahlen zusätzlich 14 % auf alle anderen Einkünfte (etwa aus privaten Rentenversicherungen, Lebensversicherungen, Vermietungen und Verpachtungen, Kapitalerträge, Zinsen und Dividenden, etc.)
  • Beitrag Pflegeversicherung: wird in voller Höhe fällig

PKV

  • Beitrag Krankenversicherung: Ab 65 fällt der gesetzliche Zuschlag weg und ab Rentenbeginn das Krankentagegeld
  • Die Beitragsentlastungskomponente reduziert ab jetzt den Beitrag Monat für Monat
  • Zuschuss Krankenversicherung: Rentner bekommen von der Rentenversicherung einen Zuschuss in Höhe von 7,95 % auf die bezogene Altersrente

Private Krankenversicherung: Rentenalter von Anfang an einkalkuliert

Als Angestellter zahlst du während deiner Karriere sowohl in der GKV als auch in der PKV einen bestimmten Beitrag, an dem dein Arbeitgeber zum Teil beteiligt ist. Der Unterschied: In der PKV ist bereits eine Altersvorsorge einkalkuliert. Denn Monat für Monat baut deine private Krankenversicherung Altersrückstellungen auf, indem sie einen Teil deines Beitrags anlegt.


Was kostet die private Krankenversicherung in der Rente?

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Weitere Sicherheitsmechanismen

Zusätzlich kannst du mit einem Beitragsentlastungstarif heute freiwillig mehr zahlen und damit deinen Beitrag in der Rente entlasten. Außerdem zahlst du bis zu deinem 60. Geburtstag einen gesetzlichen Zuschlag in Höhe von 10 %. Mit diesen Zusatzersparnissen fängt deine PKV ab deinem 65. Geburtstag Beitragssteigerungen auf.

Aus diesen Gründen steigen GKV- und PKV-Beiträge

In der GKV bestimmt dein Gehalt deinen Beitrag. In der PKV zählen dein Eintrittsalter, dein Gesundheitszustand und dein gewünschter Tarif.

Fakt ist:

Weder in der GKV noch in der PKV steigen die Beiträge, weil du älter wirst. Sie steigen aufgrund der allgemeinen Inflation und des medizinischen Fortschritts.

Die gesetzliche Krankenversicherung muss zusätzlich den demografischen Wandel ausgleichen – und die Last einer alternden Gesellschaft auf immer weniger Schultern verteilen. Die private Krankenversicherung muss sich auf der anderen Seite mit dem niedrigen Zinsniveau auseinandersetzen.

Du hast also viele Möglichkeiten, in der PKV vorzusorgen und deinen Beitrag im Alter zu entlasten. Außerdem gibt es einen Zuschuss zur Krankenversicherung, den Rentner erhalten können – wenn sie ihn aktiv beantragen. Damit bekommst du den gleichen Zuschuss wie ein freiwillig gesetzlich Versicherter (2021: 7,95 %). Dieser Zuschuss ist völlig unabhängig von der Höhe deiner Rente, deinem privaten Vermögen und deinem PKV-Tarif.

Voraussetzungen für den PKV-Zuschuss in der Rente

Die Zwei-Drittel-Regel

Nicht nur die Rente, auch die Gesundheitsversorgung im Alter will gut geplant sein. Aber wie viel solltest du sparen, um später ein gutes Polster zu haben? Die Stiftung Warentest empfiehlt dafür die Zwei-Drittel-Regel: Zwei Drittel des PKV-Beitrags, den du in den Jahren nach Renteneintritt zahlen wirst, solltest du aus Ersparnissen finanzieren können. Um herauszufinden, wie viel du heute monatlich sparen solltest, nutze unseren Spar-Rechner (siehe unten) und sieh dir die Entwicklung deines Beitrags nach der Rente an.

Wechsel PKV zur GKV als Rentner: Geht das überhaupt?

Wenn du dich früh für die private Krankenversicherung entscheidest und bewusst fürs Alter vorsorgst, musst du keine hohen Beiträge im Alter befürchten. Wer aber erst spät in die PKV einsteigt, nicht lange genug PKV-Altersrückstellung aufbaut und auch privat nicht viel fürs Alter tut, fragt sich vielleicht, ob nicht in der Rente ein Wechsel zurück in die GKV sinnvoll ist – und wird feststellen, dass ein Wechsel ab 55 Jahren fast ausgeschlossen ist. Gut zu wissen: Selbst, wenn ein Wechsel in die GKV gelingt, bist du in der Rente meist nicht in der Krankenversicherung der Rentner, sondern freiwillig gesetzlich versichert.

Grundsätzlich sollten nicht die Kosten das Argument für oder gegen die PKV sein – sondern die umfangreichen medizinischen Leistungen für deine Gesundheit, die unbezahlbar sind. Die Frage ist also eher: Willst du das im Alter aufgeben, wenn du vermutlich öfter zum Arzt gehst, als in jungen Jahren?

Anstatt über einen Wechsel in die GKV nachzudenken, um deinen Beitrag zu entlasten, kannst du auch die Möglichkeiten bei deiner PKV prüfen. Du kannst auf Leistungen verzichten und zum Beispiel im Krankenhaus die Facharzt- anstatt der Chefarztbehandlung in Anspruch nehmen. Oder in einen anderen Tarif oder den Basistarif wechseln. Der Vorteil dabei: Deine angesammelten Altersrückstellungen gehen nicht verloren, sondern mindern deinen Beitrag.

Nichts ist unmöglich, auch nicht der Wechsel in die GKV im Alter. Aber die Möglichkeiten sind stark begrenzt und der Weg führt nur über große Hürden und Voraussetzungen, die schwer zu erfüllen sind. Deshalb ist die Entscheidung zwischen der PKV und der GKV eine der wichtigsten Entscheidungen, die stark von deinen persönlichen Wünschen und Plänen abhängt.

Du willst auf einen Blick sehen, wie deine Lebensplanung deinen Beitrag beeinflusst? Starte gleich hier mit unserem Spar-Rechner:

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Überblick: So bleibt dein PKV-Beitrag in der Rente bezahlbar

FAQ´s zur PKV im Alter

Weder in der GKV noch in der PKV steigen die Beiträge, weil du älter wirst. Sie steigen aufgrund der allgemeinen Inflation und des medizinischen Fortschritts.

Mit Renteneintritt gibt es keinen Ar­beit­ge­ber­zu­schuss mehr zur Kran­ken­ver­si­che­rung. Du kannst allerdings einen Zuschuss von der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung beantragen. Außerdem fällt das Krankentagegeld und dessen Beitrag für dich weg.

Hier gibt es mehrere Komponenten: Unter anderem zahlst du bis 65 10 % mehr und federst damit später Beitragssteigerungen ab. Außerdem kalkuliert deine PKV deinen Beitrag so, dass sie einen Teil davon anlegen und somit Kostensteigerungen abfangen kann.

Du fühlst dich nun bestens informiert und würdest gerne konkret deinen PKV Beitrag berechnen?

Sabrina Quente
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Sabrina Quente

Sabrina ist freie Autorin für Versicherungs- und Digitalisierungsthemen. Sie war Redakteurin bei Fachzeitschriften und lernte als Content Editor bei ottonova die vielen Facetten der Versicherungswelt kennen.

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