Wie gut schützen Masken vor Corona?

Mundnasenbedeckungen sind längst Teil unseres Alltags geworden. Aber wie – und vor allem wen – schützen Masken eigentlich vor einer Ansteckung? Gibt es Masken mit einer besonders guten Schutzfunktion? Kann ich Masken wiederverwenden? Wir klären auf.

Auch wenn Corona-Impfstoffe bereits auf dem Markt sind und die Impfkampagne in Deutschland im Dezember 2020 gestartet ist, wird es eine Weile dauern, bis er der ganzen Bevölkerung zur Verfügung steht. Mundnasenbedeckungen werden uns also noch lange begleiten. Zur Zeit wird über eine FFP2-deutschlandweite Maskenpflicht diskutiert, wie sie in Bayern bereits im Einzelhandel und im ÖPNV herrscht. Grund genug zu wissen, wie gut Masken eigentlich schützen und welche häufigen Anwendungsfehler die Wirkung einschränken.

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Verhindert die Maske die Ansteckung des Trägers?

Im Sommer gab die WHO laut Ärzteblatt eine Meta-Analyse in Auftrag, um alle bereits bestehenden Studien zur Wirkung der Schutzmasken auszuwerten. 

Das Ergebnis:

Das klingt erst einmal gut. Problematisch ist allerdings, dass die Qualität der untersuchten Studien zu wünschen übrig lässt. Das sagen auch die Wissenschaftler selbst. Deshalb laufen aktuell weitere Studien, um die Zahlen zu prüfen. Erst dann wird man sagen können, ob und wieweit Masken die eigene Ansteckung verhindern können.

Diese Unsicherheit ist auch der Grund, warum die Abstandsregeln so wichtig sind. Den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, ist laut Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte aktuell der beste Schutz vor einer Infektion. Denn wenn du genügend Abstand hältst, verringerst du die Wahrscheinlichkeit, dass infizierte Aerosole zu dir durchdringen.

Höhe des Infektionsrisikos bei:


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Wie gut schützen die Masken das Umfeld?

Dass Masken andere schützen können, ist etwas besser belegt. Einer Studie zufolge haben Gesichtsmasken dazu beigetragen, die Verbreitung des Corona-Virus in Deutschland zu verhindern.

Der Mechanismus dahinter: Wenn du niesen musst, hält deine Maske die Tröpfchen davon ab, sich im Raum zu verteilen. So sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer diese Aerosole und damit potentiell Viren einatmet.

In einem Versuch testeten Wissenschaftler laut Bayerischem Rundfunk, wie weit sich Tröpfchen mit und ohne Maske verbreiten. Sie wollten dabei herausfinden, welche Masken am besten vor Corona schützen.

So weit fliegen die Tröpfchen bei:

• selbstgenähten doppellagigen Baumwollmasken: 6,3 cm
• kegelförmigen Masken aus dem Handel: 20,3 cm
• locker gefalteten Stofftaschentüchern: 39,6 cm
• Halstüchern: 1,1 m
• fehlender Maske: 2,4 m

Wie stark du dein Gegenüber schützen kannst, hängt also maßgeblich von der Maskenart ab. 

Schutzmasken

Maske richtig nutzen und Schutzfunktion steigern

Die Maske schützt nur vor Covid-19, wenn du sie richtig aufsetzt und abnimmst.

So geht’s:

  • Wasche deine Hände gründlich mit Wasser und Seife – am besten 20 bis 30 Sekunden. Oder nutze ein Desinfektionsmittel, wenn du unterwegs bist. 
  • Setze die Maske so auf, dass keine Lücke zwischen Stoff und Gesichtshaut entsteht. 
  • Wenn die Maske durch die Atemluft feucht geworden ist, wechsele sie.
  • Wenn du die Maske abnehmen möchtest, achte darauf, dass du genügend Abstand zu anderen hast. Berühre die Außenseite möglichst nicht, da sich dort Erreger befinden könnten.
  • Halte den Kopf schräg nach unten und entferne die Maske.
  • Wenn du deine Maske richtig aufbewahren möchtest, gib sie in einen geschlossenen Behälter. 
  • Wasche deine Hände oder desinfiziere sie. 
  • Idealerweise wäscht du deine Maske nach jeder Nutzung bei 95 Grad, mindestens bei 60 Grad. 

Wie gut schützen FFP-Masken?

Normalerweise tragen Ärzte während der Operation chirurgische Masken, um Patienten vor einer Ansteckung zu schützen. Sie verhindern, dass ausgeatmete Keime in die Operationswunde der Patienten gelangen. Um sich selbst vor einer Ansteckung mit Corona zu schützen, trägt das medizinische Personal im Krankenhaus jetzt jedoch vermehrt FFP2- und FFP3-Schutzmasken. 

Achtung! Masken mit Ventil zum Ausatmenverlängern zwar die Tragedauer, dienen allerdings nur dem Eigenschutz, denn sie filtern nur die eingeatmete Luft.

„FFP“ bedeutet „Filtering Face Piece“: Diese Masken haben einen Partikelfilter, der den Träger vor Viren und Mikroorganismen schützt. Die Nummerierung verweist darauf, wie viel die Masken abhalten. FFP1-Masken lassen bis zu 22 % durch, FFP3-Masken bis zu 2 %.

Aktuell gibt es keinen Versorgungsengpass mehr, du kannst dir bei Bedarf also eine FFP-Maske kaufen. Im Internet werden allerdings immer wieder FFP-Masken aus China in schlechter Qualität angeboten. Das CE-Zeichen zeigt, dass die Maske alle Anforderungen entsprechend der gültigen EG-Richtlinien erfüllt.

Die sogenannten N95-Masken sind den FFP2-Masken sehr ähnlich. Dabei handelt es sich um eine teilchenfiltrierende Maske, die amerikanischen Standards erfüllt. Diese Masken sind relativ teuer und nicht besonders komfortabel, schützen womöglich jedoch besser vor Viren als DIY-Masken.

Schutzwirkung (Filterung von Aerosolen aus der Luft):

Allerdings scheint die Schutzwirkung wesentlich davon abzuhängen, wie die Maske getragen wird: Liegt die chirurgische Maske nur locker auf, hielt sie in einer Studie nur 70 % der Viren zurück. Gab es keine Lücken zwischen Haut und Maske, waren es 94,5 %.

Gut zu wissen: Bei Bartträgern ist eine lückenlose Anbringung der Maske nicht möglich. 

Können FFP2-Masken wiederverwendet werden?

Es gibt zwei Methoden, die ihr anwenden könnt, um eure FFP2-Masken wiederholt verwenden zu können:

1. Trocknen bei Raumluft:

Hänge deine getragene Maske an einen Haken und lass sie sieben Tage trocknen, dann kannst du sie wieder verwenden. Für jeden Wochentag gibt es dann eine Maske und einen Haken (Montagsmaske - Montagshaken usw.). Das Ganze kannst du mit jeder Maske fünf Mal wiederholen.

2. Trockene Hitze im Backofen: 

Du kannst deine getragene Maske auch bei 80°C (Unter- und Oberhitze) 60 Minuten backen. Dafür muss sie aber einen Tag lang an der Luft getrocknet werden. Die Temperatur muss dabei stabil bei 80 °C liegen, damit die Maske weiterhin sicher ist. Hier hilft ein Backofenthermometer. Außerdem muss der Abstand zwischen Maske und Unter- sowie Oberboden mindestens 10 cm betragen.

So geht's:

Auch diese Prozedur kannst du fünf Mal mit jeder Maske wiederholen, bevor du sie in den Müll werfen musst.

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Maske tragen: So wird’s angenehmer 

Der ein oder andere findet die Maske unbequem. Zum Beispiel weil das Atmen schwerfällt, wenn die Maske längere Zeit Mund und Nase bedeckt. Das kannst du verhindern, indem du darauf achtest, dass zwischen Maske und Nase etwas Platz frei ist. Wenn du beim Ausatmen die Lippen einziehst, kann außerdem mehr Luft entweichen.

Auch für Brillenträger gibt es Modifikationen, die helfen, wenn die Brille aufgrund der Maske immer wieder beschlägt. Schlage das obere Viertel der Maske ein, damit die Feuchtigkeit nicht nach oben steigt und sich an den Brillengläsern verfängt. Du kannst deine Brille auch über der Maske tragen, damit die Atemluft nach unten abzieht.


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Vielleicht seid ihr auch von "Maskne" (Maske + Akne) betroffen? Denn ja, die Maske kann Hautprobleme begünstigen: Wenn die Maske ständig an der Gesichtshaut reibt, können Rötungen, Juckreiz und Entzündungen entstehen. Trockene Haut wird noch trockener und ölige Haut entwickelt noch mehr Unreinheiten. Akute Reizungen kannst du mit Umschlägen aus schwarzem Tee behandeln. Lege den feuchten Teebeutel zehn Minuten auf die betroffene Partie. Für die tägliche Pflege empfiehlt sich für viele Hauttypen eine beruhigende fettende Creme mit geringem Feuchtigkeitsanteil. 

Übrigens: Masken sind bei fachgerechter Anwendung in der Regel nicht gesundheitsschädlich. Nachdem du ausgeamtet hast, bleibt kaum Luft unter der Maske zurück. Es kann sich also kein CO2 ansammeln, so PD Dr. Dellweg laut correctiv.

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Fazit:

Schutzmasken sind sehr nützlich, um Corona in Schach zu halten. Die Pandemie hält die Welt zwar nach wie vor in Atem, doch jeder kann etwas dazu beitragen, sie einzudämmen!

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Jeannette Stowasser
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Jeannette Stowasser

Jeannette ist Online-Redakteurin für Gesundheit und schreibt seit 2011 Artikel, E-Books und Whitepaper zu den verschiedensten medizinischen Themen. 

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