Bedarfsdeckungsprinzip

Der Begriff Bedarfsdeckungsprinzip stammt aus der Wirtschaft und bedeutet, dass ökonomisches Handeln darauf ausgerichtet sein muss, tatsächlich gegebene Bedarfe zu decken. Das Bedarfsdeckungsprinzip ist aber auch ein Grundpfeiler des deutschen Gesundheitssystems.

In Deutschland gilt die Versicherungspflicht. Egal ob privat oder gesetzlich, die Versicherungspflicht sichert dir zunächst einmal im Krankheitsfall den Zugang zu medizinischen Behandlungen.

PKV & GKV – Bedarfsdeckungsprinzip macht den Unterschied

Darüber hinaus gibt es jedoch bedeutende Unterschiede zwischen GKV und PKV:

→ Im Gegensatz zur PKV ist der Leistungsumfang in der GKV begrenzt. Grund dafür ist das Bedarfsdeckungsprinzip.

Falls du BWL studiert hast, ist dir das Bedarfsdeckungsprinzip garantiert schon begegnet. Auch wenn du den Begriff eigentlich nur aus dem Wirtschaftslexikon kennst, beschreibt er außerdem ein wichtiges Prinzip der GKV.

Die Gegenüberstellung verdeutlicht den Unterschied:

Bedarfs­­deckungs­prinzip in der Wirtschaft
Bedarfs­­deckungs­prinzip im Gesund­heits­­wesen
Prinzip des wirtschaftlichen Handelns, das auf die Deckung eines bestehenden Bedarfs abzielt. In Deutschland orientieren sich öffentliche Haushalte daran. Das Gegenteil ist das erwerbswirtschaftliche Prinzip: Unternehmen, die danach handeln, sind bestrebt, Gewinne zu maximieren.
Eines der Grundprinzipien der gesetzlichen Krankenkassen. Die GKV gewährt ihren Versicherten medizinisch notwendige Leistungen nur in dem Umfang, der den tatsächlichen Bedarf an medizinischer Versorgung deckt.

Was bedeutet Bedarfsdeckungsprinzip in der GKV?

Wie öffentlichen Haushalten geht es auch der Krankenkasse darum, sich am Bedarf an medizinischer Versorgung zu orientieren und dessen Deckung zu gewährleisten. Deshalb kann die GKV auch nur medizinisch notwendige Leistungen gewähren, die dem allgemein anerkannten medizinischen Stand entsprechen. Dabei muss sie wirtschaftlich handeln – das heißt, sie darf für eine Leistung nicht mehr Geld ausgeben als unbedingt notwendig.


Medizinisch notwendig oder nicht?

Die Unterschiede verständlich erklärt


Die GKV-Leistungen decken nur deinen tatsächlichen medizinischen Bedarf. Deshalb musst du alles, was darüber hinausgeht, aus eigener Tasche bezahlen. Die PKV bietet dir dagegen umfangreichere Leistungen.

Welches Prinzip gilt in der privaten Krankenversicherung?

Auch die PKV verfolgt Prinzipien, nach denen sie handelt und wirtschaftet. Allerdings steht dabei nicht die Bedarfsdeckung im Fokus. In der PKV gilt das Äquivalenzprinzip. Es ist die Basis für die Kalkulation deiner Versicherungsbeiträge. 

Diese & weitere Vorteile bringt das Prinzip dir als Privatversicherter:

  • mehr Freiräume und bessere Leistungen für deine Gesundheit
  • das Leistungsspektrum kannst du selbst wählen
  • deine Beiträge sind deinem individuellen Risiko angepasst

Unterschiedliche Leistungen in PKV & GKV – Das Bedarfsdeckungsprinzip in der Praxis

Wie sich das Bedarfsdeckungsprinzip für dich als Versicherten konkret im Alltag ausdrückt, siehst du hier beispielhaft:

  • Freie Arztwahl
  • Arzneimittel
  • Wahl des Kranken­hauses
  • Behandlung in der Klinik
  • Unterbringung in der Klinik
  • Zahnleistung
  • Sehhilfen
  • Heilpraktiker
GKV
  • nur verschreibungs­pflichtige Medikamente mit Zuzahlung
  • Facharzt
  • Mehrbettzimmer
  • nur Regel­leistungen Erstattung Zahnersatz 10-65%
PKV
  • Chefarzt
  • je nach Tarif Ein- oder Zweibettzimmer
  • umfangreiche Erstattung Zahn­ersatz je nach Tarif bis zu 100%

Du legst Wert auf erstklassige Leistungen, kannst dich aber nicht privat versichern? Mit privaten Zusatzversicherungen schließt du auch als GKV-Patient deine Leistungslücken. So sicherst du dir beim Zahnarzt und im Krankenhaus bessere Leistungen und mehr Komfort ohne Zuzahlung.

FAQ

Was ist das Bedarfsdeckungsprinzip in der gesetzlichen Krankenversicherung?

Die Krankenkasse gewährt medizinisch notwendige Leistungen, die dem allgemein anerkannten medizinischen Stand entsprechen, und muss dabei wirtschaftlich handeln. Dahinter steckt das Bedarfsdeckungsprinzip. Die Leistungen decken nur deinen tatsächlichen Bedarf an medizinischer Versorgung.

Gibt es das Bedarfsdeckungsprinzip auch in der privaten Krankenversicherung?

Die PKV bietet ihren Versicherten im Gegensatz zur GKV mehr Leistungen, weil sie sich nicht an der Bedarfsdeckung orientiert. Sie handelt stattdessen nach dem Äquivalenzprinzip – du bekommst also, was du mit deinem Beitrag zahlst und wählst deinen Leistungsumfang selbst aus.

Du nutzt einen älteren Browser, der nicht unterstützt wird.

Für eine fehlerfreie Darstellung und mehr Sicherheit empfehlen wir dir auf einen modernen Browser umzusteigen.

Unsere Empfehlungen