Private Krankenversicherung: Aktuelle Einkommensgrenze

Als Angestellter muss dein Einkommen eine bestimmte Grenze überschreiten, um der privaten Krankenversicherung beitreten zu können. Ab welchem Gehalt kannst du in die Privatversicherung? Was passiert, wenn dein Einkommen im Lauf der Zeit unter die PKV-Pflichtversicherungsgrenze fällt?

Versicherungspflichtgrenze PKV

Private Krankenversicherung: Was ist die Versicherungspflichtgrenze?

Eigentlich ist es ganz einfach: Jeder deutsche Arbeitnehmer muss sich gesetzlich krankenversichern. Ab einem bestimmten Einkommen wird die sogenannte Versicherungspflicht allerdings aufgehoben. Im Jahr 2021 liegt die Grenze für den Beitritt zur privaten Krankenversicherung bei 64.350 Euro. Die Pflichtversicherungsgrenze wird jedes Jahr neu festgelegt und auch „Jahresarbeitsentgeltgrenze“ genannt.

Es gibt allerdings auch die „besondere Versicherungspflichtgrenze“. Sie ist nur für diejenigen relevant, die bereits vor 2003 in der PKV waren. Denn Anfang 2003 wurde die Grenze für den Beitritt zur privaten Krankenversicherung deutlich angehoben, so dass einige Versicherte in die GKV hätten wechseln müssen. Damit das nicht passiert, gelten bei diesen Versicherten andere Grenzen. Sie können auch dann noch in der privaten Krankenversicherung bleiben, wenn sie lediglich über der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze liegen. Diese beträgt 2021 genau 58.050 Euro.


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Warum wurde die Versicherungspflichtgrenze eingeführt?

Bis Ende 2002 war die Versicherungspflichtgrenze mit der Beitragsbemessungsgrenze identisch. Danach wurde beides entkoppelt – die Grenze für den Beitritt zur privaten Krankenversicherung ist seitdem deutlich höher. Mit der Intention, dass mehr Menschen gesetzlich versichert bleiben.

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Für wen gilt die Versicherungspflichtgrenze nicht?

Für Selbstständige und Beamte gibt es eine keine Grenze, die den Beitritt zur privaten Krankenversicherung regeln würde. Sie kommen unabhängig von ihrem Einkommen in den Genuss der PKV.

Was ist der Unterschied zwischen der Beitragsbemessungsgrenze und der Versicherungspflichtgrenze?

Die Beitragsbemessungsgrenze ist eher für gesetzlich Versicherte interessant, denn sie wird zur Berechnung der Beitragshöhe herangezogen. Normalerweise steigen die Beiträge, wenn die gesetzlich Versicherten mehr verdienen. Damit die Kosten nicht explodieren, gibt es hier allerdings eine Deckelung. Wenn dein Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze von 58.050 Euro liegt, werden trotzdem nur 58.050 Euro zur Beitragsberechnung herangezogen.

Die Versicherungspflichtgrenze gibt hingegen an, ab welchem Gehalt Angestellte in die private Krankenversicherung wechseln können.

Grenzen des Einkommens: Ab welchem Gehalt kann ich in die private Krankenversicherung?

Das Mindestgehalt, das für einen Beitritt zur privaten Krankenversicherung erforderlich ist, wird Jahr für Jahr angehoben. Liegt die PKV-Gehaltsgrenze im Jahr 2021 bei 64.350 Euro jährlich (oder 5.362,50 Euro pro Monat), war sie noch im Vorjahr mit 62.550 Euro deutlich niedriger. 2013 musste das Gehalt nur 52.200 Euro überschreiten, um der Privatversicherung beitreten zu können.

Jetzt fragst du dich vielleicht, warum das Mindesteinkommen ständig angehoben wird und die privaten Krankenversicherungen scheinbar für immer weniger Menschen zugänglich sind. Nicht zu vergessen ist hier jedoch, dass auch die Löhne Jahr für Jahr steigen. Genauso nimmt die Inflation stetig zu, so dass das Geld immer weniger wert ist.

Übersicht: Entwicklung der Versicherungspflichtgrenze seit 2013:

JAHR

JAEG

2021

64.350 Euro

2020

62.550 Euro

2019

60.750 Euro

2018

59.400 Euro

2017

57.600 Euro

2016

56.250 Euro

2015

54.900 Euro

2014

53.550 Euro

2013

52.200 Euro

Seit Jahren steigt die Versicherungspflichtgrenze für Arbeitnehmer – und damit auch die Beitragsbemessungsgrenze. Deshalb steigt auch der Höchstbeitrag in der GKV.


Höchstbeitrag GKV 2020

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Private Krankenversicherung: Was zählt als Gehalt?

Grundlage ist das Bruttojahresgehalt, das in deinem Arbeitsvertrag steht und das du regelmäßig erhältst. Wenn du bei mehreren Betrieben angestellt bist, kannst du die Gehälter zusammenrechnen. Ein Minijob zählt allerdings nicht.

Zu deinem Bruttojahresgeld kannst du hinzuaddieren:

Manche dieser Punkte sind natürlich nicht in Stein gemeißelt. Wenn du jetzt fieberhaft am Rechnen bist und dich fragst, ob du die PKV-Verdienstgrenze überschreitest, hast du durchaus Spielraum. Vielleicht bist du es gewohnt, dass jede Überstunde einzeln abgegolten wird. Aber es kann durchaus sein, dass dein Arbeitgeber zu einer pauschalen Abrechnung bereit ist.

Du könntest deine Überlegungen auch zum Anlass nehmen, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Vielleicht ist dein Arbeitgeber auch bereit, Urlaubsgeld zu zahlen, wenn du bislang keines erhalten hast?

Was nicht als PKV-relevantes Einkommen zählt:

Künftige Mamas und Papas wundern sich vielleicht, warum Elterngeld nicht als Verdienst zählt. Könnte man dann nicht ganz schnell unter die Verdienstgrenze rutschen, die für die private Krankenversicherung so wichtig ist? Schauen wir uns ein Beispiel an.

Was passiert, wenn das Einkommen unter die PKV-Grenze sinkt?

Heute sind die wenigsten Lebensläufe linear. Zwei Monate Elternzeit hier, drei Monate Arbeitslosigkeit da – und ein Sabbatical ist vielleicht auch noch mit dabei. Wenn das Einkommen kurzfristig unter die Grenze der KV sinkt, musst du die private Krankenversicherung nicht unbedingt sofort verlassen. Wenn du weißt, wie du bleiben kannst!

PKV-Einkommen & Elternzeit

Sagen wir, deine Freundin ist schwanger und du möchtest auch gerne zwei Monate Elternzeit in Anspruch nehmen. In diesen zwei Monaten erhältst du zwar Elterngeld, aber das zählt nicht als Einkommen. Rutscht du aufgrund der Elternzeit unter die PKV-Gehaltsgrenze, die aktuell im Jahr 2021 gilt, müsstest du dich in dieser Zeit eigentlich gesetzlich versichern. Da ein so kurzfristiger Wechsel keinen Sinn macht, kannst du der Versicherungspflicht durch einen Antrag bei der GKV entgehen. Wende dich dafür an die gesetzliche Kasse, bei der du als letztes versichert warst.

Unterhalb der Pflichtversicherungsgrenze wegen Arbeitslosigkeit

Auch die Arbeitslosigkeit ist in der Regel nur eine kurze Unterbrechung des Joballtags. Du kannst trotz Arbeitslosigkeit privat versichert bleiben, wenn du seit fünf Jahren in der PKV bist. Ansonsten musst du dich gesetzlich versichern. Eine Ausnahme gibt es für 55-Jährige: Sie müssen meist privat versichert bleiben.


Privat versichert und arbeitslos

Was du wissen musst


Unter der Einkommensgrenze wegen Sabbatical: Privatversicherung behalten?

Rutscht dein Einkommen während eines Sabbaticals unter die Grenze, die für private Versicherungen aktuell gilt, musst du dich in dieser Zeit gesetzlich versichern. Allerdings kannst du deinen PKV-Vertrag einfach beitrags- und leistungsfrei stellen und auf eine sogenannte kleine Anwartschaft ausweichen. So kannst du nach deiner Rückkehr in den Job auch problemlos in deine PKV zurück - ohne erneute Gesundheitsprüfung!


Mit der Anwartschaftsversicherung zurück in die PKV

So viel kostet sie


Fazit:

Der Eintritt in die private Krankenversicherung ist eine Lebensentscheidung. Einmal dabei, bleibst du wahrscheinlich dein Leben lang Privatpatient. Auch kurze Unterbrechungen wie Elternzeit oder Arbeitslosigkeit können daran kaum rütteln. Dazu kommt, dass gut situierte Angestellte die Gehaltsgrenzen der privaten Krankenversicherung wohl auch in Zukunft leichtnehmen. Umso wichtiger, deine neue PKV auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor du diese wichtige Entscheidung triffst.

FAQs zur Versicherungspflichtgrenze

Sie legt fest, wie hoch dein Gehalt sein muss, damit du dich privat versichern kannst.

Die Versicherungspflichtgrenze gilt nur für Arbeitnehmer.

2021 liegt die Versicherungspflichtgrenze bei 64.350 € brutto Jahresgehalt (5.362,50 € brutto Monatsgehalt).

Die Bundesregierung bestimmt die Versicherungspflichtgrenze Jahr für Jahr neu.

Sobald dein Gehalt unter die Versicherungspflichtgrenze fällt, besteht wieder Versicherungspflicht in der GKV. Verdienst du nur vorübergehend weniger, etwa aufgrund von Kurzarbeit, kannst du in der PKV bleiben.

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Jeannette Stowasser
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Jeannette Stowasser

Jeannette ist Online-Redakteurin für Gesundheit und schreibt seit 2011 Artikel, E-Books und Whitepaper zu den verschiedensten medizinischen Themen.

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