Rechnung als Privatpatient einreichen: So funktioniert’s

Ein Unterschied zwischen PKV und GKV ist das Thema Rechnung: Privatpatient zu sein bedeutet nämlich, direkt mit den Behandelnden abzurechnen. Wir zeigen dir, worauf du achten musst und wie du Arztrechnungen schnell und ohne Aufwand von deiner To-do-Liste streichen kannst.

Wenn du neu in der privaten Krankenversicherung bist, kannst du den nächsten Arztbesuch mit gutem Gefühl, antreten – denn von jetzt an genießt du die besten Leistungen. Neu ist allerdings auch die Rechnung, die jeder Privatpatient nach einer Behandlung erhält. Das musst du wissen:

Wie funktioniert die Abrechnung in der privaten Krankenversicherung?

Neben den erstklassigen Leistungen unterscheidet auch das Kostenerstattungsprinzip die private von der gesetzlichen Krankenversicherung: Zunächst musst du als Privatpatient Rechnungen selbst bezahlen und kannst dir im Anschluss die Behandlungskosten von deiner PKV erstatten lassen.

Der Grund:

In der GKV gilt ein fester Leistungskatalog, auf dessen Basis Ärztinnen und Ärzte direkt mit der Krankenkasse abrechnen können (Sachleistungsprinzip). Privat versicherte Personen erhalten dagegen maßgeschneiderte Leistungen. Dafür rechnen die Behandelnden individuell ab. Als Basis dient in diesem Fall die Gebührenordnung für Ärzte.

Zwar musst du mit dem Kostenerstattungsprinzip für jede PKV-Rechnung in Vorleistung gehen, dafür bekommst du volle Transparenz über deine Gesundheitskosten und kannst dich über eine erstklassige Behandlung freuen.

Rechnungserstattung Kostenerstattung PKV

Schritt für Schritt: So reichst du eine Rechnung als Privatpatient ein

Hast du medizinische Leistungen in Anspruch genommen, geht es so für dich weiter:

  • Deine Ärztin oder dein Arzt schickt dir eine Rechnung für die Behandlung.
  • Ist keine andere Frist angegeben, hast du ab Erhalt der Rechnung 30 Tage Zeit, sie zu begleichen.
  • In dieser Zeit solltest du die Arztrechnung auf Richtigkeit prüfen: Hast du alle aufgeführten Leistungen erhalten? Stimmt etwas nicht, sprich am besten deinen Leistungserbringer an.
  • Wenn alles stimmt, kannst du den Originalbeleg deiner Rechnung online, per App oder per Post bei der PKV einreichen.
  • Die PKV prüft jetzt die Rechnung ihrerseits. Die Rechnungserstattung erfolgt unter Berücksichtigung deines Tarifs und gegebenenfalls abzüglich des vereinbarten Selbstbehalts. Alle Details dazu findest du in der Leistungsabrechnung deiner PKV.

Ausnahme Krankenhausrechnung: Privatpatient kann Erstattung abtreten

Nach einem Krankenhausaufenthalt fallen die Rechnungen oft wesentlich höher aus als bei ambulanten Leistungen. Keine Sorge, du musst nach einer stationären Behandlung keinen Kredit aufnehmen. Privat versicherte Personen können stattdessen bei Aufnahme in die Klinik ihre PKV-Card vorlegen oder eine Abtretungserklärung unterzeichnen. Damit erlaubst du dem Krankenhaus, direkt mit deiner PKV abzurechnen. Du musst dir über die Krankenhaus-Kosten also keine Gedanken machen.


Noch mehr Vorteile im Krankenhaus:

Die Chefarztbehandlung in der PKV


Was zahlt die PKV?

Grundsätzlich erstattet die private Krankenversicherung Arztrechnungen immer dann, wenn eine Behandlung medizinisch notwendig ist. Bei einigen Leistungen wie Sehhilfen oder Zahnbehandlungen richtet sich die Höhe der Erstattung danach, in was für einem Tarif du versichert bist: In leistungsstarken Tarifen erstattet die PKV in der Regel mehr als in günstigen Tarifen.

So gehst du sicher, dass deine Kosten erstattet werden:

  1. Bei aufwendigen Behandlungen kannst du um einen Kostenvoranschlag bitten und mit deiner PKV klären, ob die Kosten übernommen werden.
  2. Damit Rechnungen von Privatpatienten von der PKV erstattet werden, müssen sie korrekt ausgestellt und die Leistungen nachvollziehbar sein. Ein kostenloses Online-Tool für die Rechnungsprüfung findest du zum Beispiel beim Verband der Privaten Krankenkassen.
  3. Du musst eine PKV-Rechnung nicht sofort einreichen – allerdings solltest du die Frist nicht verstreichen lassen. Wie lange du Zeit hast, erfährst du am Ende dieses Artikels.
  4. Bei bestimmten Behandlungen solltest du rechtzeitig prüfen, welche Erstattung dein Tarif vorsieht. Das gilt etwa für Zahnbehandlungen, Alternativmedizin oder psychotherapeutische Behandlungen.
  5. Beamte müssen ihre Rechnungen nicht nur bei ihrer PKV, sondern auch bei der Beihilfestelle einreichen, damit ihre Kosten übernommen werden.
Rechnung einreichen Privatpatient

Praxisbeispiele: Welche Rechnungen kannst du einreichen? Welche nicht?

Die PKV übernimmt wesentlich mehr Leistungen als die GKV. Mit deinem PKV-Tarif bist du deshalb rundum bestens versorgt. Für die meisten Behandlungen übernimmt die PKV deine Rechnungskosten – es gibt allerdings auch Ausnahmen.

Zahnarztrechnungen

Du willst dir bei deiner Zahnärztin ein Implantat einsetzen lassen? Die Kosten dafür liegen in der Regel zwischen 2.000 und 3.000 Euro – die Rechnung dafür kannst du bei deiner PKV einreichen und dir je nach Tarif bis zu 100 Prozent erstatten lassen. Auf der sicheren Seite bist du mit einem Kostenvoranschlag.

Rezepte für Arznei- und Hilfsmittel

Medikamente musst du in der Apotheke sofort zahlen. Erst danach kannst du dir die Kosten erstatten lassen. Dafür reichst du das Rezept ein.

Rechnungen für Schönheits-OPs

Ein Fettpölsterchen hier, ein Schlupflied da – mit chirurgischen Eingriffen lassen sich ungeliebte Stellen am Körper verschönern. Kosmetische Behandlungen zahlt die PKV in der Regel allerdings nicht, es sei denn, sie sind medizinisch notwendig.


Was ist medizinisch notwendig und was nicht?

So klappt’s mit der Rechnungserstattung


Wie lange dauert es, bis ich mein Geld erhalte?

Ist deine Rechnung eingereicht und geprüft, erledigt die private Krankenversicherung die Zahlung in der Regel innerhalb weniger Tage. Es kann also sein, dass die Erstattung bereits auf dem Konto ankommt, bevor du deine Arztrechnung bezahlen musst. Ottonova erstattet dir deine Rechnungen bis 500 Euro übrigen innerhalb von 48 Stunden (Mo-Fr). Trotzdem kann es sich lohnen, Rechnungen nicht sofort einzureichen.

Bis wann musst du bei der privaten Krankenversicherung Rechnungen einreichen?

Die Frist für das Einreichen einer PKV-Rechnung ist gesetzlich auf drei Jahre festgelegt und beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem du die Arztrechnung erhalten hast. Warum solltest du dir Zeit damit lassen? Wenn du einen Selbstbehalt mit deiner PKV vereinbart hast, ist es sinnvoll, Rechnungen gesammelt einzureichen.

Nehmen wir an, dein Selbstbehalt beträgt 500 Euro im Jahr und du hast in diesem Jahr nur eine Rechnung über 320 Euro bekommen. Reichst du sie ein, gibt es kein Geld. Musst du ein paar Monate später noch einmal 470 Euro zahlen, kannst du beide Rechnungen zusammen einreichen und erhältst 290 Euro (790 Euro Gesamtbetrag der eingereichten Rechnungen abzüglich 500 Euro Selbstbehalt).

Tipp für Eilige: Digitale Abrechnung bei ottonova

Bei vielen PKV-Anbietern ist das Einreichen von Rechnungen umständlich und zeitaufwendig – dabei sollte die PKV dein Leben einfacher machen. Wenn du einen wirklich schnellen, modernen und gutaussehenden Weg suchst, Rechnungen als Privatpatient einzureichen, sieh dir die App von ottonova an: Dort kannst du Dokumente blitzschnell digital einreichen und bekommst dein Geld in Rekordzeit. Damit erledigst du als Privatpatient Abrechnung und Dokumentation auf einen Schlag.

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Sabrina Quente
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Sabrina Quente

Sabrina ist freie Autorin für Versicherungs- und Digitalisierungsthemen. Sie war Redakteurin bei Fachzeitschriften und lernte als Content Editor bei ottonova die vielen Facetten der Versicherungswelt kennen.

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