Beitragsanpassung (BAP)

Mit einer Beitragsanpassung reagieren private Krankenversicherungen auf Entwicklungen bei den Gesundheitskosten. So prüfen sie Jahr für Jahr, ob die Beiträge sinken oder steigen müssen.

In der GKV steigen die Beiträge für alle Versicherten seit Jahren, gleichzeitig werden Leistungen gestrichen. Deinen Leistungen und deinem Beitrag in der PKV können aber weder die voranschreitende Zeit noch auftretende Krankheiten etwas anhaben. Trotzdem kommt es vor, dass in der PKV die Beiträge angepasst werden.


Beitragsanpassung PKV: Das steckt dahinter

Die Berechnung von PKV-Beiträgen ist sehr komplex und an die individuellen Lebensumstände und Risiken des einzelnen Versicherten angepasst. Dieses Prinzip nennt sich Äquivalenzprinzip – die Beiträge werden äquivalent zu deinem persönlichen Risiko erhoben.

Wie viele Gesundheitskosten du im Laufe deines Lebens in Anspruch nehmen wirst, kann die PKV nur schätzen. Treten unerwartete Entwicklungen ein, muss geprüft werden, ob die ursprünglichen Annahmen noch zutreffen. Bei zu großen Abweichungen – sowohl nach oben als auch nach unten – kann die Versicherung die Beiträge anpassen. Eine Beitragsanpassung kann also auch bedeuten, dass dein Beitrag sinkt. 

Gründe für Beitragsanpassungen:

  • Medizinischer Fortschritt: Neue Diagnose- oder Behandlungsmethoden erhöhen die Kosten im Gesundheitssystem
  • Preise: Die Kosten im Gesundheitssystem steigen stärker als erwartet
  • Nutzung von Leistungen: Medizinische Leistungen werden öfter als erwartet in Anspruch genommen 
  • Lebenserwartung: Versicherte werden älter als statistisch zu erwarten war
  • Zinsen: Zinseinnahmen werden durch die Niedrigzins-Phase nicht erreicht


Wie läuft die Beitragsanpassung ab?

Ob eine Beitragsanpassung nötig ist, entscheiden in der PKV die Aktuare in Abstimmung mit unabhängigen mathematischen Treuhändern und der BaFin. Übersteigen die kalkulierten Kosten der PKV die kalkulierten Ausgaben um 10 % oder weicht die Sterbewahrscheinlichkeit um 5 % ab, wird die Rechnungsgrundlage überprüft. Die Versicherungen können individuell festlegen, dass eine Überprüfung bereits ab einer Abweichung von 5 % durchgeführt wird. 


Dein Krankenversicherungs-Beitrag steigt?

Das kannst du jetzt tun! 



Erst wenn der Treuhänder einer Beitragsanpassung zustimmt, kann diese vorgenommen werden. Aus diesem Grund bleibt dein Beitrag oft über Jahre stabil und steigt dann sprunghaft. 

Beitragserhöhung: PKV und GKV im Vergleich

Du fragst dich, wie stark die Beiträge in der PKV im Vergleich zur GKV steigen? Laut dem Wissenschaftlichen Institut der PKV sind die PKV-Beiträge von 2010 bis 2020 langsamer gestiegen als in der GKV.

Im Schnitt sind die PKV-Beiträge um 2,8 % jährlich gestiegen – im Gegensatz zur GKV, dort sind es 3,3 %

Beitragsanpassung


Corona: Droht Beitragsanpassung PKV 2020?

Aufgrund des Coronavirus ist abzusehen, dass die Gesundheitsausgaben vorübergehend steigen werden. Eine Beitragserhöhung für 2020 ist dadurch aber nicht zu befürchten. Solche vorübergehenden Abweichungen, zu denen auch Grippewellen gehören, sind in der Beitragskalkulation bereits berücksichtigt.

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