Zahnzusatzversicherung: Kieferorthopädie für Erwachsene

Patienten im Erwachsenenalter nehmen heutzutage immer regelmäßiger kieferorthopädische Leistungen in Anspruch. Doch die gesetzlichen Versicherungen tragen die Kosten für den Kieferorthopäden bei Erwachsenen nur in seltenen Fällen. Wann der Leistungsbaustein Kieferorthopädie (KFO) bei einer Zahnzusatzversicherung für Erwachsene wirklich sinnvoll ist und welche Leistungen die Zahnversicherung im Schadensfall erstattet, wird in folgendem Artikel konkret geklärt.

Was sind mögliche Ursachen für kieferorthopädischen Behandlungsbedarf bei Erwachsenen?

Während eine Zahnspange früher in aller Regel nur bei Kindern eingesetzt wurde, werden kieferorthopädische Behandlungen mittlerweile zunehmend auch von erwachsenen Patienten in Anspruch genommen. Die Gründe für die Notwendigkeit einer Zahnkorrektur im Erwachsenenalter können vielfältig sein. Teilweise kommt es bei Erwachsenen zu erneuten Zahnverschiebungen nach einer erfolgreich abgeschlossenen Behandlung beim Zahnarzt im Kindesalter. Dieser Rückfall nennt sich Rezidiv und kommt vor allem dann vor, wenn nach Abschluss der Behandlung kein Retainer zur Zahnstabilisation eingesetzt wurde. In anderen Fällen wurde eine notwendige kieferorthopädische Behandlung in der Kindheit gar nicht erst durchgeführt.

Folgende Ursachen begünstigen Fehlstellungen der Zähne bei Erwachsenen und machen eine Zahnkorrektur sinnvoll:

Das Korrigieren von Zähnen und Kiefer kann Zahnproblemen und Zahnersatz vorbeugen und ist deshalb eine langfristige Investition in die Zahngesundheit (1). Neben der Optimierung der Zahnästhetik, hat eine Korrektur der Zähne folgende positive Auswirkungen auf die Zahngesundheit:

Eine feste Zahnspange kann insbesondere vor dem Einsatz von hochwertigem Zahnersatz sinnvoll sein. (1)

Welche kieferorthopädischen Behandlungen können im Erwachsenenalter notwendig werden?

Eine Zahnspange für Erwachsene ist heutzutage nicht mehr ungewöhnlich. Nichtdestotrotz legen viele erwachsene Patienten in puncto Zahnspange Wert auf die Optik und wünschen sich eine möglichst dezente Behandlungsmethode mit einer geringen Sichtbarkeit.

Zur möglichst unauffälligen Korrektur der Fehlstellungen bei Erwachsenen bieten sich vor allem folgende Behandlungsmethoden an:

Welche Behandlungsmethode für die Behebung der individuellen Zahnfehlstellung optimal ist, hängt vom Grad der Fehlstellung ab. In Absprache mit einem Kieferorthopäden lässt sich nach einer ausführlichen Untersuchung der Zähne und des Kiefers die passende Therapie ausfindig machen.

Wie viel kosten kieferorthopädische Behandlungen für Erwachsene?

Die genauen Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung lassen sich nicht pauschalisieren und stehen individuell in Zusammenhang mit folgenden Aspekten:

Für ästhetisch ansprechende, wenig sichtbare und komfortablere Behandlungsverfahren (z.B. innenliegende Brackets, Alignerschienen) sind prinzipiell Mehrkosten einzuplanen. Reguläre feste Zahnspangen mit sichtbaren Brackets aus Edelstahl liegen hier im günstigeren Preissegment.

Folgende Tabelle gibt eine grobe Übersicht über den durchschnittlichen Kosten für die einzelnen Behandlungsmethoden (2):

ZAHNSPANGENART

KOSTEN

Invisalign-Technik (unsichtbare Zahnspange)

3.500 Euro - 6.500 Euro

Feste Zahnspange

2.500 Euro - 8.000 Euro

Innenliegende Zahnspange (Lingualbrackets)

6.000 Euro - 10.000 Euro

Herausnehmbare/ lose Zahnspange

600 Euro – 1.500 Euro

Retainer zur Nachbehandlung (lose oder fest)

ab 300 Euro

Wahlleistungen mit Mehrkosten werden von den gesetzlichen Versicherungen nicht getragen, können aber unter bestimmten Voraussetzungen durch unseren ottonova Zahnzusatzversicherungstarif Zahn 100 gedeckt werden.

Was leistet die gesetzliche Krankenversicherung?

Die gesetzliche Versicherung gewährt eine Kostenerstattung für eine kieferorthopädische Behandlung bei Erwachsenen nur in Ausnahmefällen. Grundsätzlich übernimmt sie lediglich die Erstattung für Behandlungen von Kindern und Jugendlichen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Zusätzlich muss mindestens eine KIG 3-Einstufung vorliegen. Für die Stufen KIG 1-2 ist keine Kostenübernahme vorgesehen, da eine Behandlung hier ausschließlich kosmetische Gründe und keine medizinische Notwendigkeit mit sich bringt.

Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG)

Die Leistungserstattung von kieferorthopädischen Behandlungsmaßnahmen durch die Krankenkasse richtet sich nach der sogenannten KIG-Einstufung. Die befundorientierten kieferorthopädischen Indikationsgruppen gelten seit Januar 2002 als Richtlinien für die Notwendigkeit einer Zahnspangen-Behandlung. Dazu muss der Grad der Zahnfehlstellung des Patienten vorab vom Kieferorthopäden einer KIG-Einstufung zwischen 1 und 5 zugeordnet werden. Die KIG-Einstufung 1 oder 2 steht für leichte bis geringe Zahnfehlstellungen, die eine Korrektur laut Krankenkasse nur aus optischen Gründen nötig machen. Erst bei einer kieferorthopädischen Indikationsgruppe (KIG) 3-5 übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten der Behandlung.

Für die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung bei Kieferorthopädie für Erwachsene gilt:

Für erwachsene Patienten kann eine Zahnzusatzversicherung für Kieferorthopädie daher von großem Wert sein. Denn die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung belaufen sich schnell auf mehrere Tausend Euro. Im Leistungsfall werden diese abhängig von der Tarifwahl prozentual von der Zahnzusatzversicherung mitgetragen.

In unserem ottonova-Tarif Zahn 100 übernehmen wir auch für erwachsene Patienten eine Kostenübernahme bis zu einem Maximalbetrag von 2.000 EUR um ganze 100 % der Behandlungskosten. Die Voraussetzung: Die gesetzliche Krankenkasse zahlt grundsätzlich im Rahmen ihrer Leistungen. Auch für unfallbedingte kieferorthopädischen Maßnahmen leistet die ottonova, sofern die gesetzliche Versicherung nicht leistungspflichtig ist.

Kieferorthopädie Erwachsene: Was deckt die Zahnzusatzversicherung ab?

Der Kieferorthopädie (KFO) kann durchaus auch im Erwachsenenalter noch Relevanz haben. Eine Zahnzusatzversicherung enthält aber in aller Regel eher selten einen leistungsstarken KFO-Baustein für Erwachsene.

Grundsätzlich deckt eine leistungsstarke Zahnzusatzversicherung bei Erwachsenen:

Ob eine Behandlung medizinisch notwendig ist, kann allein der Kieferorthopäde auf Grundlage der kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) beurteilen.

In Abhängigkeit vom gewählten Tarif deckt eine Zahnzusatzversicherung zumindest anteilig auch Spezialleistungen wie zum Beispiel Keramikbrackets, Mini-Brackets, innenliegende Zahnspangen oder Retainer zur anschließenden Zahnstabilisation ab. Die Höhe der Kostenübernahme lässt sich durch das Einreichen eines Kostenvorschlags vorab erfragen und bestätigen.

Bereits behandelte Zahnfehlstellungen

Eine Zahnzusatzversicherung mit dem Leistungsbaustein Kieferorthopädie kommt grundsätzlich nur für Behandlungen auf, die erstmalig nach Versicherungsabschluss auftreten. Zahnfehlstellungen, die bereits im Kindesalter erfolgreich behandelt wurden und später erneut aufkommen, gelten dabei laut Versicherungsbedingungen als neuer Leistungsfall.

Was ist beim Abschluss einer Zahnzusatzversicherung für Kieferorthopädie bei Erwachsenen zu beachten?

Reine Zahnzusatzversicherungen für Kieferorthopädie gibt es für Erwachsene nicht. Möchten sich volljährige Patienten für den Fall eines Unfalls oder sich ergebender Fehlstellungen auch im Bereich Kieferorthopädie absichern, gilt es bei der Tarifauswahl einen konkreten Blick auf starke KFO-Leistungen zu richten.

Unser Tarif ottonova Zahn 100 bietet auch Erwachsenen bei kieferorthopädischen Leistungen eine Kostenübernahme von 100%. Die Voraussetzung: Es besteht eine medizinische Notwendigkeit und die gesetzliche Krankenkasse ist ebenso leistungspflichtig oder die Behandlung ist unfallbedingt notwendig.

Unser Plus:
Für unfallbedingte Behandlungen zahlen wir auch ohne Beteiligung der gesetzlichen Versicherung bis zu 100% der Behandlungskosten, sofern eine Notwendigkeit für die Behandlung gegeben ist.

Neben dem Leistungsbaustein Kieferorthopädie für Erwachsene sollten Versicherungsnehmer bei der Wahl des passenden Zahnzusatztarifs vor allem auch folgende Kriterien beachten:


Bei Unsicherheit über den eigenen Zahnstatus gilt besser Vorsicht als Nachsicht! Vor Abschluss einer Zahnzusatzversicherung für Kieferorthopädie ist es sinnvoll, sich bei seinem Zahnarzt zu erkundigen, ob in der Vergangenheit eventuell eine Zahnfehlstellung diagnostiziert wurde. Aufschluss gibt hier im Zweifelsfall die Patientenakte. Denn für den Fall einer vor Vertragsabschluss bestehenden Diagnose übernimmt die private Zusatzversicherung nicht die Behandlungskosten.

FAQ – Kieferorthopädie für Erwachsene

Welche Leistungen eine Zahnzusatzversicherung innerhalb des Leistungsbausteins Kieferorthopädie (KFO) bei Erwachsenen übernimmt, ist abhängig von der jeweiligen Versicherung und gewählten Tarif. In der Regel übernimmt auch eine Zahnzusatzversicherung nur die Kosten für Leistungen, die medizinisch notwendig sind und von der gesetzlichen Krankenkasse bezuschusst werden. Wichtig für eine Kostenübernahme ist, dass der Behandlungsbedarf erst nach Versicherungsbeginn entstanden ist. Zudem trägt eine leistungsstarke Zusatzversicherung in aller Regel die Kosten für unfallbedingte Behandlungen. Unser Tarif Zahn 100 erstattet im Falle eines Unfalls sogar die Kosten, wenn die gesetzliche Krankenkasse nicht in Leistung tritt.

Zahnverschiebungen sind prinzipiell in jedem Alter möglich. Durch einen Zahnverlust, einen späten Durchbruch der Weisheitszähne, Zähneknirschen oder einen Unfall können Zahnfehlstellungen auch bei erwachsenen Patienten noch entstehen. Teilweise kommt es nach einer kieferorthopädischen Behandlung im Kindesalter auch zu erneuten Verschiebungen, die eine Korrektur nötig machen. Für Patienten, die ein sehr aktives Leben führen und/oder sich in jeder Lebenslage abgesichert fühlen möchten, macht eine Zahnzusatzversicherung mit dem Baustein Kieferorthopädie damit durchaus Sinn. Die Korrektur von Fehlstellungen der Zähne ist immer auch eine langfristige Investition in die Gesundheit (1).

Nicht alle Zahnzusatzversicherungen gewähren eine Kostenübernahme für kieferorthopädische Leistungen bei Erwachsenen. Der Schwerpunkt vieler Tarife von Zahnzusatzversicherungen für Erwachsene liegt stattdessen oftmals bei Zahnersatz sowie Zahnerhaltungsmaßnahmen wie Zahnbehandlungen und Prophylaxe der Zähne. Die ottonova bietet im Tarif Zahn 100 auch erwachsenen eine Kostenerstattung von 100% im Bereich Kieferorthopädie. Voraussetzung ist hier die medizinische Notwendigkeit und Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkasse. Bei Behandlungsbedarf, der aus einem Unfall resultierte, zahlt die ottonova-Zusatzversicherung auch ohne Beteiligung der Krankenversicherung.

Die Kosten für kieferorthopädische Behandlungen bei Erwachsenen können sich schnell auf mehrere Tausend Euro belaufen. Sie sind unter anderem individuell abhängig von der Behandlungsmethode, der Art und dem Grad der Fehlstellung und dem gewählten Material. Optisch dezentere Zahnspangenmodelle, die Erwachsene oftmals bevorzugen, sind prinzipiell mit höheren Kosten verbunden als gewöhnliche feste Zahnspangen aus Edelstahl. Für eine reguläre feste Spange belaufen sich die Kosten etwa auf 2.500 bis 8.000 Euro, während eine kaum sichtbare, innenliegende Lingualspange bereits zwischen 6.000 und 10.000 Euro kostet. Eine Kostenübernahme der Zusatzversicherung kann hier eine große Entlastung für Versicherte darstellen.

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Quellen:

(1) Brückmann, Barbara (2015): Kieferorthopädie – Zahnspange ja oder nein? Stiftung Warentest. URL: books.google.de/books?hl=de&lr=&id=ylZ3DwAAQBAJ&oi=fnd&pg=PT2&dq=zahnspange+&ots=n5SqIlPc3H&sig=JpckcYdqnVEhJMwu_jHgfGWOWuE#v=onepage&q=zahnspange&f=false (aufgerufen am 31.03.2022)

(2) Medizinio: Neue Zahnspange oder Clear Aligner – Ratgeber für Kinder und Erwachsene. URL: medizinio.de/blog/patienten/zahnspange-arten-kosten (aufgerufen am 31.03.2022)