Kinderwunsch: Erstattet die PKV künstliche Befruchtung?

Der medizinische Fortschritt schafft Leben, wo es unmöglich scheint: Reproduktionsmedizin erfüllt ungewollt Kinderlosen ihren größten Traum. Doch die medizinische Meisterleistung hat ihren Preis. Wann GKV und PKV künstliche Befruchtung zahlen.

Das erwartet dich in diesem Artikel:

Kinderwunsch PKV

Fast jedes zehnte Paar in Deutschland im Alter zwischen 25 und 59 Jahren ist ungewollt kinderlos. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann verschiedene Gründe haben und jeder Betroffene geht anders damit um. Viele nutzen heute die vielversprechenden Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin.

Privatpatienten erhalten dafür in der Regel Unterstützung durch ihre private Krankenversicherung. Wer die Kosten erstattet bekommt, welche Kosten die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen, welche Methoden es für die künstliche Befruchtung gibt und wer sie nutzen kann – all das beantwortet dieser Artikel.

Künstliche Befruchtung: Hoffnung bei unerfülltem Kinderwunsch

Unter künstlicher Befruchtung versteht man Kinderwunschbehandlungen, die Paaren ohne Geschlechtsverkehr zu Nachwuchs verhelfen. Unterschieden werden dabei Methoden, die innerhalb oder außerhalb des Körpers angewendet werden. Die wichtigsten stellen wir dir hier vor.

Methoden zur künstlichen Befruchtung

Welches Verfahren für ein kinderloses Paar in Frage kommt, ist sehr individuell und hängt unter anderem von der Ursache der Kinderlosigkeit ab. Bei 30 bis 40 Prozent der Paare verursachen biologische Gründe bei einem der Partner die Fruchtbarkeitsstörung. Neben hormonellen oder organischen Ursachen kann auch die Psyche ein Faktor sein – denn nicht nur Alkohol oder Nikotin sind Gift für die Fruchtbarkeit, sondern auch zu viel Stress.

Diese Verfahren werden häufig bei einer Kinderwunschbehandlung durchgeführt:

  1. Samenübertragung (intrauterine Insemination)
    Bei dieser für die Frau schonenden und risikoarmen Methode werden Samenzellen aufbereitet und direkt in die Gebärmutter übertragen. Die Befruchtung erfolgt innerhalb des Körpers. 
  2. IVF (In-vitro-Fertilisation)
    Bei der IVF-Behandlung werden Eizellen aus dem Eierstock der Frau entnommen und außerhalb des Körpers in einem Reagenzglas – also in vitro – mit den Spermien des Mannes vermischt. Bei erfolgreicher Befruchtung und Zellteilung werden bis zu drei Embryos in die Gebärmutter zurückübertragen. Das erhöht die Chancen auf eine Schwangerschaft, allerdings steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft.
  3. ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion)
    Für das ICSI-Verfahren wird das Sperma direkt in eine Eizelle gespritzt, die zuvor der Frau entnommen wurde. Diese Methode wird häufig angewendet, wenn die IVF-Behandlung erfolglos geblieben ist. Gelingen die Befruchtung und die Zellteilung, werden auch bei dieser Methode bis zu drei Embryos in die Gebärmutter übertragen.
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Schon gewusst?

In Deutschland gibt es überproportional viele Mehrlingsgeburten nach IVF- oder ICSI-Versuchen. Der Grund: Ein elective Single Embryo Transfer (eSET), bei dem nur ein Embryo mit guten Entwicklungschancen ausgewählt wird, ist hierzulande verboten.


Rechtliche Grundlage für die künstliche Befruchtung

Das deutsche Embryonenschutzgesetz regelt seit 1991 den Umgang mit der In-vitro-Fertilisation. Unter anderem untersagt es Experimente mit Embryos oder die Leihmutterschaft. In den Augen vieler Ärzte ist das Gesetz veraltet, denn es verbietet Methoden, die in vielen anderen Staaten Europas erlaubt sind, wie die Eizellspende.


Wem hilft die Reproduktionsmedizin?

Grundsätzlich können in Deutschland alle unfruchtbaren Paare reproduktionsmedizinische Leistungen in Anspruch nehmen – sofern sie verheiratet sind oder in fester Partnerschaft leben. Als steril gilt ein Paar in der Humanmedizin, wenn es seit über einem Jahr ohne Erfolg versucht, schwanger zu werden.

Du bist erklärte Singlefrau oder lebst in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung? Auch alleinstehende Frauen oder unverheiratete lesbische Paare dürfen in Deutschland eine künstliche Befruchtung durchführen lassen – allerdings nur, wenn das Kind einen rechtlichen Vater hat. Anonyme Samenspenden sind nicht erlaubt.

Künstliche Befruchtung kann außerdem Krebspatienten helfen, bei denen eine Chemo- oder Strahlentherapie die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Damit die Patienten im Fall eines Fertilitätsverlusts später trotzdem Kinder bekommen können, lassen sich beispielsweise Spermien oder Eizellen kryokonservieren. Bei diesem Verfahren werden Zellen bei minus 196 Grad Celsius in flüssigem Stickstoff eingefroren.


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Was kostet künstliche Befruchtung – und wer zahlt wie viel?

Die Kosten für die künstliche Befruchtung hängen von der Methode ab und davon, wie viele Versuche notwendig sind. Denn oft reicht eine einzelne Behandlung nicht aus, um den Wunsch nach einer Schwangerschaft zu erfüllen.

Mit diesen Kosten müssen Paare im Schnitt pro Behandlungszyklus rechnen:

GKV-Voraussetzungen für die Erstattung künstlicher Befruchtung 

Die GKV übernimmt nur 50 Prozent der Kosten für eine Kinderwunschbehandlung – und auch nur unter bestimmten Voraussetzungen:

Erstattet die PKV künstliche Befruchtung? 

Privatversicherte sind bei der Kostenfrage dagegen klar im Vorteil. Egal ob Insemination oder ICSI-Versuch – die PKV übernimmt die vollen Kosten für die Kinderwunschbehandlung. Selbst wenn ein Paar unverheiratet ist, zahlt die PKV künstliche Befruchtung.

Feste Altersgrenzen oder eine maximale Anzahl an Versuchen sieht die PKV nicht vor, es kann jedoch tarifabhängig abweichende Regelungen geben. Denn die PKV muss immer im Interesse ihrer Versicherungsgemeinschaft handeln. Sie kann deshalb nicht beliebig viele Versuche erstatten.

Wichtiger als das Alter der Frau ist in der PKV übrigens die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft, die bei mindestens 15 Prozent liegen muss.

Gibt es für künstliche Befruchtung Beihilfe?

Auch Beamte, die als Beihilfeberechtigte in der PKV versichert sind, können sich die Kosten für die Kinderwunschbehandlung erstatten lassen. Diese sind zwar beihilfefähig, allerdings gelten die oben genannten GKV-Regelungen.

Künstliche Befruchtung für gemischt Versicherte

Eine Kinderwunschbehandlung betrifft in der Regel zwei Partner, die jedoch nicht immer im gleichen System versichert sind. Ist einer der beiden gesetzlich und der andere privat versichert, gilt folgendes:


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Welche ist die beste Versicherung bei Kinderwunschbehandlung?

Sind beide Partner privat versichert, steht dem Kinderwunsch auch bei biologischen Hürden kaum noch etwas im Weg. Kassenpatienten erhalten nur die Hälfte der Kosten von ihrer GKV.

Um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken, bietet die Bundesregierung zwar finanzielle Unterstützung für die Kinderwunschbehandlung. Allerdings unterscheiden sich die Regelungen in den Bundesländern zum Teil erheblich und auch die Zuschüsse reichen oft nicht aus, um die Kosten zu decken. 

Zusatzversicherung bei Kinderwunsch – gibt es so etwas?

In der Schweiz bietet seit diesem Jahr ein Versicherer eine „Zusatzversicherung Kinderwunsch“, die Kinderwunschbehandlungen umfassend versichert. In Deutschland gibt es solche Angebote nicht. Die beste Möglichkeit, deinen Kinderwunsch finanziell tragbar zu erfüllen, ist deshalb der Abschluss einer privaten Krankenversicherung.

Kommt die PKV für dich in Frage? Finde es heraus! Mit ottonova an deiner Seite sicherst du im Business Class und First Class Tarif nicht nur die Kosten für eine Kinderwunschbehandlung ab, sondern profitierst außerdem von erstklassigen digitalen Services.

ottonova Magazin Autor
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Sabrina Quente

Sabrina ist freie Autorin für Versicherungs- und Digitalisierungsthemen. Sie war Redakteurin bei Fachzeitschriften und lernte als Content Editor bei ottonova die vielen Facetten der Versicherungswelt kennen.

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