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13. Dezember 2019

Wurzelkanalbehandlung: Ablauf in 7 Schritten

Beim Thema Wurzelbehandlung hören die meisten lieber weg und gerne darüber sprechen mag auch niemand. Kein Wunder, dass dir gründliche Informationen dazu fehlen. Hier findest du alles Wichtige zur Wurzelkanalbehandlung zusammengestellt.

4 min.

Wenn die Zahnwurzel behandelt werden muss, ist meistens Karies schuld. In dem Fall haben sich die Bakterien bis in das Innere deines Zahns vorgearbeitet und den Zahnnerv angegriffen, was besonders schmerzhaft und vor allem nicht mehr rückgängig zu machen ist.

Wie kommt es zu einer Entzündung der Zahnwurzel?

Um das zu verstehen, ist es wichtig, den Aufbau deiner Zähne zu kennen.

Zahnaufbau und Zahnentzündung

Von außen erkennst du immer nur die Zahnkrone deiner Zähne, die aus Zahnschmelz und tiefer im Inneren aus Dentin besteht. Das, was sich unter deinem Zahnfleisch befindet, ist die Zahnwurzel. Jede Zahnwurzel hat mindestens einen Wurzelkanal. In diesem liegen Gewebe, Blutgefäße und der Zahnnerv. Da die Kanäle unten offen sind, haben sie eine Verbindung zu deinem Körper – der Stoffwechsel ist somit hergestellt.

Zurück zu der Entzündung: Finden Bakterien ihren Weg in das Gewebe, bildet sich eine Entzündung. Eben genau so, wie auch an allen anderen Stellen deines Körpers. In der Regel handelt es sich um die Bakterien, die für Karies und die Zerstörung der Zahnhartsubstanz verantwortlich sind. Eine kleine, oberflächliche Karies, die im äußeren Zahnschmelz liegt, macht sich oft gar nicht bemerkbar. Bleibt die Karies unerkannt und wandert über Jahre immer tiefer in den Zahn hinein, gelangt sie zum Dentin und später eben auch zu deinen Nerven.

Die dicke Backe

Wer kennt es nicht, hat es selbst leidig erfahren oder bei Freunden und Familienmitgliedern mitbekommen? Die sogenannte dicke Backe – von Zahnärzten Abszess genannt – entsteht, weil sich die Gefäße, die sich durch die Entzündung ausweiten, keinen Platz und keinen Raum finden, um sich auszuweiten. Sie drücken dann auf den Nerv und du bekommst heftige Schmerzen. Wartest du jetzt noch lange ab, in der Hoffnung, es könnte wieder besser werden, bleibt der Entzündung nichts anderes übrig, als sich ihren Weg zu suchen – über Kieferknochen und Weichgewebe. Was sich dann zeigt, ist die dicke Backe.


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Der Zahnunfall als Grund für eine Wurzelbehandlung

Neben Karies gibt es allerdings auch andere Situationen, in denen eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich sein kann. Zum Beispiel dann, wenn dir beim Sport (nach einem Zusammenprall) der Zahn abgebrochen ist. Manchmal liegt dann der Zahnnerv nämlich offen. Aber auch ein Schlag beziehungsweise eine starke Erschütterung können dazu führen, dass die Wurzel in Mitleidenschaft gezogen wurde, ohne dass etwas abgebrochen ist. Damit du nachfolgend keine weiteren Probleme bekommst, wird eine Wurzelbehandlung durchgeführt.

Ist die Wurzelbehandlung schmerzhaft?

Und worum geht es bei der Wurzelbehandlung eigentlich? Bei der Wurzelkanalbehandlung wird das lebende entzündete und manchmal auch schon abgestorbene Gewebe entfernt. Der dann „leere“ Wurzelkanal wird gründlich gereinigt und letztendlich wieder aufgefüllt. Wie du siehst, erfordert das automatisch mehrere Schritte und auch mehrere Behandlungen. Mit einem Mal ist es leider nicht getan. So wird unterbunden, dass sich Bakterien und eine Entzündung weiter in deinem Körper ausbreiten können. Natürlich ist das Ziel dabei auch, dass du wieder schmerzfrei bist.

Übrigens: Mit dem ersten Schritt hast du das Schlimmste überwunden. Ist der Zahnnerv entfernt und das Gewebe um den Zahn entzündungsfrei, solltest du bei der Behandlung selbst ohne Betäubung kaum Schmerzen verspüren. Schließlich ist es jetzt ein toter Zahn, der dann behandelt wird.

Wurzelbehandlung: Ablauf & Schritte

Deine Wurzelkanäle sind winzig klein, deswegen sind es auch spezielle Instrumente, die für die Behandlung benötigt werden. Alles beginnt jedoch mit einem Röntgenbild, ohne geht es nicht.

Roentgenbild Wurzelbehandlung B@2X

1. Schritt: Röntgenbild

Um die Situation richtig einschätzen zu können und, um zu erkennen, ob dein Zahnnerv überhaupt betroffen ist, wird ein Röntgenbild angefertigt, das deinen Zahn quasi seitlich abbildet. Hier erkennt der Zahnarzt die Form deiner Kanäle, wie sie gebogen sind, wie breit und wie tief die Karies liegt. Auch eine Entzündung im Kieferknochen beziehungsweise im Raum um deine Wurzel herum, wird hier sichtbar. Das Ausmaß wird so erkennbar.

2. Schritt: Der Weg zum Zahnnerv

Der Bereich über deinem Zahnnerv wird geöffnet: Nach der Betäubung wird sich mit dem Bohrer der Weg zu ihm gebahnt. Dort angelangt, kann das Gewebe entfernt werden.

3. Schritt: Entfernen des Gewebes

Um alle Gewebereste zu entfernen, nutzt der Behandler Feilen, die aussehen wie flexible Nadeln. Dabei werden auch die Kanäle abwechselnd immer wieder mit einer bestimmten Lösung gereinigt, die den Kanal feucht hält, Reste entfernt und desinfiziert. Danach bekommst du in den Zahn ein Medikament eingelegt. Der Zahn wird provisorisch verschlossen und der nächste Termin wird ausgemacht.

4. Schritt: Medikamentenwechsel und Aufbereiten der Kanäle

Bei deinem nächsten Besuch wird der Zahn wieder vom Füllmaterial befreit, alles durchgespült und mit den Feilen weiter aufbereitet. Mit immer größer werdenden Instrumenten wird die perfekte Hohlform für die Wurzelfüllung geschaffen. Der Kanal ist dann so erweitert, dass er in der Lage ist, eine Füllung aufzunehmen. Hast du noch Schmerzen, wird der Schritt gemeinsam mit der Medikamenteneinlage wiederholt.

Wie lange das Prozedere dauert, ist immer unterschiedlich und abhängig davon, wie deine Kanäle geformt sind. Nur selten sind sie ganz gerade – sind sie gebogen oder verkalkt, kann die Behandlung aufwendiger werden und länger dauern. Manchmal ist dann auch ein Spezialist mit einem Mikroskop notwendig.

5. Schritt: Schließen der Kanäle

Vor dem Schließen der Kanäle wird in diese ein dünnes Instrument gesteckt und damit ein Röntgenbild gemacht. Auf dem Bild ist dann zu erkennen, wie lang der Kanal ist und wie tief der Zahn gefüllt werden muss. Mit einem speziellen Füllmaterial wird das dann getan. Du brauchst dabei keine Angst haben, seit Schritt 3 solltest du nichts mehr spüren, da der Zahnnerv ja bereits entfernt worden ist. Abschließend wird zur Kontrolle noch ein Röntgenbild gemacht und gecheckt, ob alles dicht ist.

6. Schritt: Füllung

Nicht nur der Wurzelkanal, auch der geöffnete Zahn muss natürlich wieder verschlossen werden. Zunächst wird dafür eine Kunststofffüllung verwendet.

​Beachte!

Du solltest also unbedingt VOR der Wurzelkanalbehandlung mit deiner Praxis über die Kosten der Nachversorgung durch eine Krone sprechen.

7. Schritt: Wurzelbehandlung & Krone

Nach einiger Zeit (paar Monate) und meistens im Rahmen der nächsten Kontrolle, sollte die Füllung durch eine Krone ersetzt werden. Das passiert aber erst dann, wenn die Wurzelfüllung keinerlei Probleme macht und innen alles „dicht“ ist. Schließlich ist eine Krone kostspielig und um einiges schwieriger zu entfernen als eine Füllung. Dauerhaft, gerade im Backenzahnbereich, fehlt dem Zahn durch die Wurzelbehandlung so viel Hartsubstanz, dass er durch eine Krone geschützt werden muss, damit die Stabilität gewährleistet ist. Es soll ja schließlich nichts von dem Zahn abbrechen.

Wurzelbehandlung-Kosten: Das übernimmt die Krankenkasse

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für eine Wurzelbehandlung dann, wenn der betroffene Zahn als erhaltungswürdig eingestuft wird. Ist davon auszugehen, dass der Zahn ohnehin bald gezogen werden muss und auch eine Wurzelkanalbehandlung nicht mehr hilft, stehen die Chancen auf Kostenübernahme der Behandlung schlecht. Das gilt auch dann, wenn die Erfolgsaussichten unklar sind, was gerade bei Backenzähnen (die viele Kanäle haben) der Fall ist. Es gibt allerdings ein paar Bedingungen, die eine Kostenübernahme hier doch möglich machen. Genaueres müsstest du vorab allerdings individuell mit deiner Versicherung abklären. Mit einer Zahnzusatzversicherung bist du auf der sicheren Seite. Hier wird dir je nach Tarif ein Großteil der Kosten im Regelfall erstattet.


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Wurzelbehandlung: Backenzahn

Wie zum Beispiel, dass der Backenzahn in einer vollständigen Zahnreihe ohne Lücke steht.

Trägt die Krankenkasse die Kosten nicht, besteht die Möglichkeit, die Behandlung als private Leistung durchführen zu lassen. Ebenso muss die Anwendung spezieller Behandlungstechniken selbst getragen werden. Es lohnt sich also oft, in eine Zahnzusatzversicherung zu investieren – gerade im Hinblick der Nachversorgung durch eine Krone.


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