Keramik Zahnfüllung: Kosten, Haltbarkeit, Vor- u. Nachteile

Eine Keramik Zahnfüllung ist die ästhetische und hochwertigere Alternative zur Amalgamfüllung. Sie wird individuell im Labor angefertigt, ist langlebig und stabil, was sie auch teurer macht. Alles über Kosten, Ablauf der Behandlung, Haltbarkeit und mehr wird in diesem Artikel erklärt.

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MEDIZINISCH GEPRÜFT von Zahnarzt Dr. Jens Gottschalk

Keramik als Zahnfüllung

Gold und Keramik gehören zu den harten Zahnfüllungen – allerdings wird Gold in Deutschland heute kaum noch eingesetzt. Keramikfüllungen sind nämlich nicht nur günstiger als Einlagefüllungen aus Gold, sie ermöglichen durch die individuelle Anpassung an die Zahnfarbe ein ästhetisches Behandlungsergebnis.

Vorzüge von Keramikfüllungen:

  1. Mit Keramik gefüllt werden in erster Linie mittlere und größere Zahnschäden, sofern es die Restzahnsubstanz des Patienten oder der Patientin zulässt. Für kleinere Defekte wird weiches Material wie Amalgam oder Komposit verwendet.
  2. Keramik ist stabil, langlebig und beständig. Zahnfüllungen aus diesem hochwertigen Material halten dem menschlichen Kaudruck über Jahre stand und verfärben sich kaum – selbst wenn der Patient gerne Kaffee trinkt oder raucht.
  3. In Sachen Temperaturleitfähigkeit ähnelt Keramik dem natürlichen Zahnschmelz, sodass die Zähne durch eine Keramikfüllung nicht empfindlicher gegenüber heißen oder kalten Speisen oder Getränken werden. Auch eine Geschmacksbeeinträchtigung ist nicht zu befürchten.


Kosten von Keramik Zahnfüllungen

Die Kosten belaufen sich meist auf 800 bis 1300 Euro pro Zahn. In der Gesamtsumme enthalten sind die Behandlung und Versorgung durch den Zahnarzt sowie die Material- und Laborkosten. Da eine Keramikfüllung nicht zur Regelversorgung zählen, übernimmt die Krankenkasse lediglich den Festzuschuss (etwa 20 bis 50 Euro pro Zahn).

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Unterschiede bei Zahnfüllungen

Bei Zahnfüllungen kommen verschiedene Materialien zum Einsatz. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen plastischen Füllungen und Einlagefüllungen.

Direkte Füllungen

Plastische Füllungen werden auch direkte Füllungen genannt: Der geschädigte Zahn wird direkt mit formbaren Materialien wie Kunststoff bzw. Komposit oder Amalgam gefüllt, welche dort aushärten.

Indirekte Füllungen

Einlagefüllungen bestehen zum Beispiel aus Keramik oder Gold. Sie heißen auch indirekte Füllungen, weil sie außerhalb der Mundhöhle angefertigt werden – in einem Dentallabor oder in der Zahnarztpraxis – und erst in einem zweiten Schritt eingesetzt werden.


Keramik Zahnfüllung beliebter als Amalgam

Lange Zeit nutzte die Zahnmedizin bevorzugt Amalgamfüllungen, um durch Karies geschädigte Zähne zu versorgen. Allerdings enthält Amalgam Quecksilber – einen Stoff, der in seiner Reinform ein hochgiftiges Schwermetall ist. Die kostengünstige Amalgamfüllung ist daher inzwischen in Verruf geraten. Viele Patient:innen setzen stattdessen auf gut verträgliche, optisch ansprechende Kunststoff- oder Keramikfüllungen (2).


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Behandlung und Herstellung von Keramik-Inlays

Keramikfüllungen zählen zu den sogenannten Einlagefüllungen. Sie werden individuell angefertigt und passen perfekt auf das zu füllende Loch. Kleinere Füllungen werden Inlays genannt. Ersetzt die Keramikfüllung größere Teile eines zerstörten Zahnes, spricht man von Onlays oder Overlays.

Um Inlays, Onlays und Overlays herzustellen, nimmt der Zahnarzt zunächst einen Abdruck der betroffenen Zahnpartie. Anschließend wird die Füllung in einem zahntechnischen Labor passgenau angefertigt. Dabei wird der Farbton des Keramik-Inlays an die natürliche Zahnfarbe der Zahnsubstanz angeglichen, wodurch die Füllung beim Sprechen und Lachen quasi komplett unsichtbar ist.

Diese Art der Inlays zählen daher zum bioästhetischen Zahnersatz. Wird eine Keramikfüllung gewünscht, muss der Patient oder die Patientin oftmals zu einer zweiten Behandlung in die Zahnarztpraxis kommen. Dann wird das Inlay mithilfe eines Spezialklebers bzw. mit Zement am geschädigten Zahn befestigt. (3)

Keramikfüllung mit nur einem Zahnarztbesuch dank CEREC-Verfahren

Dass die Versorgung mit Keramikfüllungen mindestens zwei Termine beim Zahnarzt erfordert, stellte lange einen der größten Nachteile dieses Materials dar. Mehrere Tage oder gar Wochen dauerte es, bis das Inlay fertig war, das Loch im Zahn wurde kurzfristig mit einer provisorischen Kunststofffüllung versorgt. Heute ist es möglich, Keramikfüllungen in einer einzigen Sitzung anzupassen und einzusetzen.

Hier kommt das sogenannte CEREC-Verfahren zum Einsatz, bei dem mittels Kamera ein digitales Modell der Zähne angefertigt wird. Das benötigte Inlay wird dann vor Ort in der Praxis aus einem Keramikblock herausgefräst und sofort eingesetzt. 

Die Wartezeit entfällt in diesem Fall, eine provisorische Zahnfüllung wird nicht benötigt.

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Keramik Zahnfüllung: Ja oder Nein?

Vorteile

Nachteile

✔️  gut verträglich 

✔️  lange haltbar

✔️  unauffällig und ästhetisch

✖️ keine Kassenleistung

✖️ ohne Zahnzusatzversicherung teuer

✖️ nicht für kleine Löcher geeignet

Vorteile

Es gibt gute Gründe, warum Keramikfüllungen den klassischen Amalgamfüllungen immer mehr den Rang ablaufen:

Nachteile

Keramikfüllungen bieten also einige Vorteile, haben aber auch Nachteile.

Zu den negativen Aspekten zählt, dass der Patient in der Regel mindestens zweimal in der Praxis erscheinen muss, damit der Zahn mit einer Keramikfüllung versorgt werden kann. Zudem werden Keramikfüllungen meist nur im Seitenzahnbereich eingesetzt (4).

Ein weiterer Nachteil sind die Kosten: Bis zu 1300 Euro werden normalerweise für eine Keramikfüllung fällig. Wie tief in die Tasche gegriffen werden muss, hängt allerdings nicht zuletzt davon ab, wie stark die Zahnsubstanz geschädigt ist und ob du eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen hast, die dich vor hohen Kosten beim Zahnarzt schützt.

Experten Tipp: Schließe eine Zahnzusatzversicherung schon frühzeitig ab, damit du deine Zahnarztrechnungen nicht aus eigener Tasche zahlen musst. ➜ Berechne jetzt deinen Beitrag bei ottonova - der Zahnzusatzversicherung mit Qualitätsurteil "SEHR GUT" von Stiftung Warentest.


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Ist eine Keramikfüllung die beste Zahnfüllung?

Wenn man nun die Vor- und Nachteile gegeneinander aufwiegt: Ist eine Keramikfüllung die beste Wahl für geschädigte Zähne? Diese Frage lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Grundsätzlich ist eine Füllung dazu da, Löcher in den Zähnen zu verschließen und dadurch ihre Funktionsfähigkeit zu bewahren.

Darüber hinaus wünschen sich die meisten Zahnarztpatienten eine ästhetische Lösung für ihr Gebiss. Welche Füllung die beste ist, hängt daher von mehreren Faktoren ab, etwa: In welchem Zustand sind der zu behandelnde Zahn und das gesamte Gebiss? Wie ist es ganz allgemein um die Gesundheit des Patienten oder der Patientin bestellt?

Natürlich spielen auch der gewünschte Zeit- und Kostenaufwand eine wichtige Rolle bei Entscheidung für die passende Zahnfüllung. Keramikfüllungen sind teurer als einfache Amalgamfüllungen, bieten aber ein optisch ansprechendes Ergebnis und halten jahrelang. Für viele Patient:innen sind sie daher die erste Wahl, wenn bei mittleren bis größeren Zahnschäden Füllungen notwendig werden.

Schon gewusst? Karies ist eine Volkskrankheit: Etwa 99 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben laut einer Studie der Universität Greifswald kariöse und/ oder gefüllte Zähne (1).

Karies als Volkskrankheit

Karies ist eine Volkskrankheit: Etwa 99 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben laut einer Studie der Universität Greifswald kariöse und/ oder gefüllte Zähne (1).

Kostenerstattung für Keramikfüllungen

In den letzten Jahren wurden die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen immer stärker eingekürzt. Viele gesetzlich Versicherte fragen sich deshalb, ob und wann die Krankenkasse die Kosten für Zahnfüllungen übernimmt. Eine Zahnzusatzversicherung schützt zudem vor hohen Kosten.


Welchen Anteil übernimmt die gesetzliche Krankenkasse bei Keramik-Inlays?

Die Antwort ist einfach: Die „Gesetzliche“ kommt lediglich für die medizinische Grundversorgung auf. Im Falle von geschädigten Zähnen bedeutet dies, dass die GKV nur die Kosten für die Behandlung mit einer einfache Amalgamfüllung im Bereich der Seitenzähne erstattet. Sind die sichtbaren Frontzähne betroffen, kann auch eine zahnfarbene Kompositfüllung erstattet werden.

Nur wenn medizinische Gründe gegen den Einsatz preisgünstiger Amalgam- oder Kompositfüllungen sprechen, kommt die GKV für eine Zahnfüllung aus anderen Material auf.

Hohe Selbstbeteiligung für Keramikfüllungen ohne Zahnzusatzversicherung

Wer sich eine hochwertige Keramikfüllung wünscht, muss den Differenzbetrag zur preiswerteren Alternative meist aus eigener Kasse bezahlen. Konkret bedeutet dies: Die Krankenkasse übernimmt etwa 20 bis 50 Euro pro Zahn, die restlichen 750 bis zu 1250 Euro muss der Patient oder die Patientin selbst bezahlen.

Eine Zahnzusatzversicherung kann vor hohen Zahnarzt-Rechnungen schützen. Je nach gewähltem Tarif übernehmen private Zahnzusatzversicherungen einen Teil der Kosten für das Keramik-Inlay oder erstatten den Betrag sogar komplett wie im Testsiegertarif von ottonova.


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FAQ zum Thema Keramikfüllungen

Der Zahnarzt mehrere Möglichkeiten um ein Loch im Zahn zu füllen – günstigere und preisintensivere. Für eine direkte Füllung mit Amalgam berechnet der Zahnmediziner meist 20 bis 50 Euro. Die Kosten werden komplett von der GKV übernommen.

Für eine Kompositfüllung im Seitenzahnbereich werden 100 bis 170 Euro pro Zahn fällig und ein Inlay aus Gold schlägt mit 450 bis 700 Euro zu Buche. Ähnlich sieht es mit der Keramikfüllung aus, die bis zu 800 Euro und mehr kosten können. Sie gehören daher zu den preisintensiveren Füllungen.

Neben Keramikfüllungen können sich Patient:innen auch für Kunststofffüllungen entscheiden. Im Vergleich zu hochwertigen Keramikfüllungen sind Kunststofffüllungen relativ preiswert. Sie können an die individuelle Zahnfarbe angepasst werden, was Kunststofffüllungen zu einer ästhetischen, kostengünstigen Alternative zu metallisch glänzenden Amalgamfüllungen macht.

Mehr zum Thema Zähne? Erfährst du im Podcast "Schöne Zähne, gutes Gefühl" von Dr. Jens Gottschalk.

Dr. Jens Gottschalk
HIER SCHREIBT Dr. Jens Gottschalk

Dr. Jens Gottschalk ist seit 1997 Zahnarzt und praktiziert seit 2003 in seiner eigenen Praxis im Herzen Münchens. Er betreut seine Patienten in allen Belangen der Zahnheilkunde und ist spezialisiert auf die ästhetische und funktionelle Versorgung komplexer Zahnsituationen.

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Quellen:

Was sind die vier wichtigsten Gründe für eine Zahnzusatzversicherung?

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