Inlays & Onlays: Kosten, Haltbarkeit, Arten

Ein Inlay ist ein ästhetischer Zahnersatz, den sich häufig Patientinnen und Patienten wünschen, wenn Karies, Zähneknirschen oder ein Unfall das Gebiss und persönliche Lächeln geschadet hat. Gut verträglich soll er sein, lange haltbar und unsichtbar.

Inhaltsverzeichnis

Definition: Was ist ein Inlay?

Inlays werden auch Einlagefüllungen oder indirekte Füllungen genannt. Sie bestehen aus harten Materialien wie Gold oder Keramik. Zum Einsatz kommen sie, wenn Zähne durch Karies oder äußere Einflüsse in Mitleidenschaft gezogen wurden und ein Loch verschlossen werden muss.

Anders als plastische Zahnfüllungen aus Amalgam oder Kunststoff können Inlays nicht direkt in das Loch im Zahn gegeben werden und dort aushärten. Ein Inlay bzw. eine Einlagefüllung wird meist mithilfe eines Abdrucks individuell an das zu füllende Zahnloch des Patienten angepasst und in einem Labor bzw. in der Zahnarztpraxis hergestellt. Anschließend wird das Inlay mit einem Spezialkleber am verbliebenen Restzahn befestigt.


Amalgam, Kunststoff, Keramik:

Zahnfüllungen im Überblick


Was sind Onlays und Overlays?

Zahnärzte unterscheiden je nach Größe zwischen Inlay, Onlay und Overlay. Alle drei Arten der Zahnfüllung finden im seitlichen Zahnbereich Anwendung und ersetzen die zerstörte Kaufläche des Zahns (1).

Müssen größere Teile des geschädigten Zahns mit einer Einlagefüllung versorgt werden, spricht man von Onlays bzw. von einer Kuppelfüllung. Diese bildet auch die Höcker und Spitzen der Backenzähne nach.

Muss die gesamte Kaufläche des Zahns ersetzt werden, nennt man diese Art der Zahnfüllung Overlay oder Teilkrone. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass genügend Zahnsubstanz erhalten geblieben ist. Ist der Zahn bereits zu stark zerstört, muss eine Zahnkrone oder ein Implantat eingesetzt werden.

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Behandlung von Inlay, Onlay und Overlays

Um Zahndefekte mit einem Inlay versorgen zu lassen, sind in der Regel zwei Behandlungstermine beim Zahnarzt nötig.

Zunächst wird die Karies entfernt und vom aufgebohrten Zahn ein Abdruck genommen. Das Loch wird dann mit einer provisorischen Füllung versorgt. Bis das passgenaue Inlay im Labor angefertigt wurde, vergehen meist mehrere Tage oder Wochen.

Beim zweiten Zahnarztbesuch wird das Inlay mit Zement oder einem speziellen Kunststoffkleber am Zahn befestigt.

Verschiedene Inlay-Arten im Vergleich

Für die Versorgung von Zahndefekten mit Inlays, Onlays und Overlays stehen dem Zahnarzt verschiedene Materialien zur Verfügung. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Optik, Kosten und Haltbarkeit.

Gold-Inlays

Inlays aus Gold sind gut verträglich, halten selbst hohem Kaudruck stand und überzeugen durch ihre lange Haltbarkeit. Verweildauern von 30 Jahren und mehr sind durchaus möglich.

Doch das Material hat auch Nachteile: Ein Goldinlay fällt durch seine metallisch glänzende Farbe stark auf und ist deshalb in der Regel nur dann das Mittel der Wahl, wenn das zu füllende Loch im Zahn im hinteren Teil des Mundes liegt.

Kurz nach der Behandlung kann am Gold-Inlay des Zahns eine gewisse Temperaturempfindlichkeit auftreten, vor allem bei kalten Speisen und Getränken.

Keramik-Inlays

Inlays aus Keramik sind hochwertige Zahnfüllungen. Sie bestehen aus gebrannter, stabiler Keramik, welche an die natürliche Farbe der Zähne angeglichen werden kann. Dadurch ermöglicht ein Keramikinlay eine optisch ansprechende Versorgung kranker Zähne. Das Ergebnis ist besonders ästhetisch – vor allem im Vergleich zu einer herkömmlichen Amalgam-Füllung.

Allerdings kann das harte Material bei zu starker Belastung oder zu geringer Füllmenge brechen. Ob Keramik-Inlays wirklich mit hundertprozentiger Passgenauigkeit hergestellt wurde, hängt von der Kunstfertigkeit der Expertinnen und Experten im zahntechnischen Labor ab.


Keramikfüllungen:

Vorteile, Nachteile, Kosten und Haltbarkeit


Galvano-Inlays

Bei Galvano-Inlays handelt es sich um eine Mischung aus Keramik- und Gold-Inlay: Es wird zunächst eine dünne Goldschicht als Unterlage für die Keramikfüllung aufgetragen, wodurch eine perfekte Abdichtung des geschädigten Zahns erzielt wird. Es bleibt jedoch ein Goldrand sichtbar, was je nach Lage des Inlays als störend empfunden werden kann.

Kosten für ein Inlay

Ein Inlay ist deutlich teurer als eine einfache Zahnfüllung mit Amalgam oder Komposit, da die Herstellung mit einem hohen Aufwand verbunden ist. Zu den Behandlungskosten kommen die Kosten für das Material und die Laborkosten hinzu.

Kosten Keramik-Inlays

Für ein Keramik-Inlay werden pro Zahn etwa 300 bis 550 Euro fällig.

Kosten Gold Inlay

Gold-Inlays können abhängig vom tagesaktuellen Goldpreis sogar 500 bis 700 Euro oder mehr kosten.

Inlay Kosten und Krankenkasse

Von den gesetzlichen Krankenkassen werden die Kosten für Inlays in der Regel nicht übernommen. Gesetzlich Versicherte erhalten lediglich einen kleinen Zuschuss und müssen den Restbetrag aus eigener Tasche bezahlen. Möchten Versicherte in der GKV die Kosten für Inlays nicht selbst tragen, sollten sie rechtzeitig eine private Zahnzusatzversicherung abschließen. Diese erstattet je nach gewähltem Tarif einen Teil oder die kompletten Inlay-Kosten.

Pro und Contra von Zahninlays

Vorteile

Verglichen mit Amalgamfüllungen und Kompositfüllungen haben Einlagefüllungen einige Vorteile:

Nachteile

Es gibt aber auch Nachteile bei einem Inlay:

Schnellere Inlay-Versorgung dank Cerec-Methode

Durch das Cerec-Verfahren ist es seit einiger Zeit möglich, Inlays direkt in der Zahnarztpraxis herzustellen (2). Und so funktioniert es: Zunächst erstellt eine Spezialkamera ein digitales Bild des vorbereiteten Zahns. Anschließend wird die Einlagefüllung aus einem Keramikblock millimetergenau herausgefräst. Die Füllungen können dann sofort vom Zahnarzt eingesetzt werden. Ein Abdruck für das Dentallabor und eine provisorische Füllung sind in diesem Fall nicht mehr nötig. Durch diese alternative Form der Behandlung kann der beschädigte Zahn an nur einem Termin mit einem Inlay versorgt werden.

FAQ zum Thema Inlay und Onlays

Inlays zählen zu den langlebigsten Zahnfüllungen. Bei guter Pflege können Inlays aus Gold 30 Jahre oder länger halten. Auch Keramik-Inlays verfügen über eine gute und lange Haltbarkeit: Laut einer Studie an der LMU München betrug die Überlebensrate nach zehn Jahren 82,3 %. Bei 31 untersuchten Patientinnen und Patienten mit insgesamt 62 Rekonstruktionen waren 51 Inlays noch intakt (3). Allgemein wird die mittlere Haltbarkeit von Keramik-Inlays mit zehn bis 15 Jahren angegeben.

Inlays zählen nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse (GKV), daher werden die Kosten auch nicht von ihr übernommen. Die GKV übernimmt im Seitenzahnbereich lediglich die Kosten für einfache Zahnfüllungen mit Amalgam. Wünscht sich der Patient ein hochwertiges, ästhetisches Keramik-Inlay, muss er die Kosten für ein Inlay selbst bezahlen (4). Von der Krankenkasse gibt es einen Zuschuss in Höhe von 20 bis 40 Euro.

Da hochwertige Inlays 700 Euro oder mehr kosten können, bleibt für den Patienten ein beträchtlicher Restbetrag übrig, den er aus eigener Tasche bezahlen muss. Eine Möglichkeit, hohen Zahnarztrechnungen aus dem Weg zu gehen, ist eine private Zahnzusatzversicherung. Diese übernimmt, abhängig vom gewählten Tarif, die Inlay-Kosten anteilig oder komplett.

Inlays kommen nur im Seitenzahnbereich zum Einsatz, um mittlere bis größere Löcher zu füllen. Allerdings muss noch ausreichend Zahnsubstanz vorhanden sein, damit die Einlagefüllung genügend Halt findet und der reparierte Zahn anschließend dem Kaudruck des Patienten standhält.

Für Schäden im Frontzahnbereich sowie für kleinere Löcher kommen andere Lösungen wie zum Beispiel Kompositfüllungen infrage. Ist der Zahn stark geschädigt, reicht eine Füllung nicht mehr aus. Der Zahn kann dann beispielsweise mit einer Krone ummantelt werden. Falls kaum oder keine Restzahnsubstanz übrig ist, wird der Zahnarzt einen Zahnersatz empfehlen, zum Beispiel eine Brücke oder ein Implantat.

Inlays werden mit Zement oder Kunststoffkleber am Zahn befestigt. Die Fuge zwischen Zahn und Einlagefüllung bietet einen Nährboden für Bakterien, weshalb eine gute Mund- und Zahnhygiene bei Inlays besonders wichtig ist. Durch regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt wird sichergestellt, dass das Inlay gut sitzt und intakt ist.

Quellen:

(1) DGÄZ e.V.: INLAYS UND VENEERS: MINIMAL INVASIVE RESTAURATIONEN AUS VOLLKERAMIK, https://www.dgaez.de/patienten/ratgeber/keramik-inlays-und-veneers/. (abgerufen am 13.09.2021).

(2) Reich, Sven: Cerec-Verfahren Update, in: Zahnmedizin up2date, Bd. 7, Nr. 5, 2013, https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0032-1325091. (abgerufen am 13.09.2021), 409-425.

(3) Forster, Beate: Klinische Untersuchung zum Langzeitverhalten keramischer Inlays nach 10 Jahren, 2011, https://edoc.ub.uni-muenchen.de/13462/. (abgerufen am 13.09.2021).

(4) Zahnärztliche Bundesvereinigung: Zahnfüllungen aus einem Stück: Einlagefüllungen, https://www.kzbv.de/einlagefullungen.190.de.html. (abgerufen am 13.09.2021).

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Natalie Decker
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Natalie Decker

Natalie arbeitet seit 15 Jahren als Redakteurin. Neben Lifestyle-Themen wie Kochen und Reisen gehören Medizin & Gesundheit zu ihren Schwerpunkten. Sie schreibt unter anderem für das Online-Portal gesund-vital.de und den Ratgeber-Verlag Gräfe und Unzer.

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