11. November 2019

Zahnverfärbung: so wirst du sie los

Jeder Mensch hat eine ganz individuelle Zahnfarbe. Wer mit seiner unzufrieden ist, denkt oft an Bleaching. Warum das nur begrenzt Sinn macht, wie Zahnverfärbungen entstehen und ab wann du den Zahnarzt besuchen solltest:

5 min.

Wenn du morgens durch dein Smartphone scrollst, begegnen dir auf Instagram und Co. Menschen, deren Zähne so weiß und gerade sind, dass bei dir schnell mal der Wunsch aufkommen kann, auch solche Zähne zu haben und damit selbstbewusster lachen zu können. Die Menschen, die du dort siehst, sind oft bekannte Hollywood-Stars, die ja schließlich bereits einiges erreicht haben in ihrem Leben.

Warum deine Zahnfarbe so ist, wie sie ist

Für deine Zahnfarbe ist vor allem das Dentin, auch Zahnbein genannt, verantwortlich. Darüber, quasi wie eine Schutzschicht, liegt der Zahnschmelz, der eher farblos beziehungsweise transparent ist. Mit dem Alter und der Zeit und durch hohe Beanspruchung wie dem Knirschen, wird diese Schicht dünner. Die Folge: Das Zahnbein, das von Natur aus eine eher gelbliche Farbe hat, scheint durch.

Verschiedene Arten von Zahnverfärbung

Grundsätzlich wird zwischen intrinsischen und extrinsischen Zahnverfärbungen unterschieden. Von einer äußeren, also extrinsischen Verfärbung spricht man, wenn sich deine Zähne und ihre Oberflächen durch Auflagerungen verfärbt haben. Hat sich deine Zahnsubstanz allerdings durch Einlagerungen verändert, handelt es sich um eine intrinsische, also innere Verfärbung.

Zahnverfaerbung Kaffee Tee B
Zigaretten Zahnverfaerbung B
Zahnverfaerbung Gewuerze B
Zahnverfaerbung Wein B
Zahnverfaerbung Medikamente B

Das führt zu äußeren Zahnverfärbungen

Bestimmte Lebensmittel und Medikamente können die Zähne von außen verfärben:

  • Kaffee
  • Tee
  • Zigaretten
  • Gewürze
  • Wein
  • Medikamente

In dem Fall einer äußeren und hartnäckigen Zahnverfärbung hilft die professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis. Ein Bleaching macht hier nicht unbedingt Sinn, zumindest solltest du es zunächst mit der sogenannten PZR versuchen.


Die Kosten einer professionellen Zahnreinigung sind dir zu hoch?

Informiere dich, welche Leistungen eine Zahnzusatzversicherung hier für dich übernimmt


Das führt zu inneren Zahnverfärbungen

Diese Art von Zahnverfärbung wird direkt im Dentin oder Zahnschmelz verursacht. Gründe dafür können sein:

  • Karies
  • Wurzelkanalbehandlung
  • Zahnunfall
  • Störungen während der Zahnentwicklung
  • Mineralisationsstörungen
  • Eingelagerte Substanzen wie Medikamente

Eine PZR kann hier leider nicht viel ausrichten, da die Verfärbung im Inneren liegt und nicht nur oberflächlich aufliegt. In einigen Fällen kann ein Bleaching hier helfen.

Häufige Gründe für verfärbte Zähne

Hier spielt unter anderem die Veranlagung eine Rolle, aber auch das Alter. Scheint durch den dünner werdenden Zahnschmelz das Dentin stärker durch, wirken die Zähne gelblich. Ein Bleaching macht auch hier keinen Sinn. Es müssen auch nicht immer Lebens- oder Genussmittel die Ursache für bräunliche oder gelbe Zähne sein. Vor allem eine mangelnde Mundhygiene verhindert weiße Zähne. Es bilden sich Zahnbeläge und Zahnstein, auf denen Verfärbungen noch besser haften können.

Ist eine Zahnverfärbung schlimm?

In der Regel stellen verfärbte Zähne kein gesundheitliches beziehungsweise medizinisches Problem dar, es handelt sich vielmehr um ein ästhetisches. Fühlst du dich dadurch aber sehr eingeschränkt und vermeidest ein Lachen es so gut wie möglich ein Lachen zu vermeiden, kommen zu den kosmetischen Auswirkungen manchmal auch psychische dazu. Schließlich prägen die Zähne maßgeblich das äußere Erscheinungsbild.

Zahnverfärbungen vermeiden

Eine gründliche Zahnhygiene und der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, die Verfärbungen auslösen, ist die logische Konsequenz, wenn es um Maßnahmen zur Vorbeugung von extrinsischen Zahnverfärbungen geht. Allerdings ist das auch nicht immer so einfach. Zu beachten ist, dass bei den Genussmitteln gerade das Maß entscheidend ist.

Zur Mundhygiene:

Wie schon erwähnt, führen Zahnbelag und Zahnstein dazu, dass die Oberfläche rau erscheint. Auf rauen Flächen lagern sich Farbpartikel schneller an und auch ein. Versuche deine Zähne also durch gründliche Reinigung möglichst sauber und glatt zu halten und lasse dir Zahnstein regelmäßig beim Zahnarzt entfernen. Versuche Genussmittel wie Süßes immer nach den Mahlzeiten und nicht zwischendurch zu verzehren. Ein Glas Wasser nach jedem Essen und zuckerfreies Kaugummikauen spülen deinen Mund aus, reinigen die Zähne und letzteres fördert außerdem den Speichelfluss, was sich wiederum positiv auf das Reduzieren von Belägen auswirkt.

​Schon gewusst?

Auch das Verzehren von Hartkäse und Sellerie sind für die Zahnreinigung hilfreich.

Hausmittel gegen gelbe Zähne

Mit Hausmitteln kannst du bei Zähnen eher vorbeugen, als sie damit erfolgreich zu behandeln.

Die Finger weglassen solltest du aber auf jeden Fall von Backpulver, Zitronen und ähnlichen Experimenten.

Jetzt twittern

Entweder es bringt rein gar nichts oder es zerstört deinen wertvollen Zahnschmelz und ist damit kontraproduktiv. Trend-Produkte wie Aktivkohle und Kokosöl sind ebenso mit Vorsicht zu genießen. Für beide gibt es keine aussagekräftigen Studien, die eine Wirkung belegen würden. Während die Aktivkohle auch Schaden an deinen Zähnen anrichten kann, ist Kokosöl immerhin ungefährlich – die antibakterielle Wirkung kann sich positiv auf das Zahnfleisch auswirken. Die Betonung liegt dabei auf „kann“. In jedem Fall ersetzt es niemals die herkömmliche Zahnreinigung mit Zahnbürste, fluoridhaltiger Zahnpasta und Zahnseide. Achtung bei Mundspülungen! Auch sie können zu Zahnverfärbungen führen. Zum Beispiel dann, wenn du deinen Mund und Zähne über einen längeren Zeitraum mit Chlorhexidin spülst.

Das macht der Zahnarzt bei Zahnverfärbungen

Im Gespräch zwischen Patient und Zahnarzt findet der Behandler durch gezielte Fragen und kleine Untersuchungen relativ schnell heraus, ob es sich um eine intrinsische oder extrinsische Zahnverfärbung handelt. Der Zahnarzt stellt dabei Fragen zum Kaffeekonsum, zum Rauchverhalten, Medikamenten und regelmäßiger Zahnhygiene. Vermutet dein Zahnarzt, dass Karies oder vorangegangene Zahnunfälle schuld sind, werden diese selbstverständlich zunächst behandelt. Gegebenenfalls müssen auch Röntgenbilder angefertigt werden, um gewisse Dinge ausschließen zu können. Denn ja, ein abgestorbener Zahn wirkt oft dunkler oder auch gräulich. Eine Zahnverfärbung kann also auch ein Hinweis auf ein „ernsteres“ Problem sein.

Äußere Zahnverfärbungen

Äußere Verfärbungen kannst du manchmal sogar selbst entfernen, wenn es sich dabei um weiche Beläge handelt. Hier genügt eine gründliche Reinigung mit Zahnbürste, Interdentalbürsten und Co. Harte und feste Beläge, wie beispielsweise Zahnstein, müssen allerdings in der Praxis entfernt werden. Hilft auch das nichts, kannst du es mit einem Bleaching probieren.

Zahnpflege Double B

Deine Zähne sind dir wichtig und du möchtest aufwendige und kostspielige Behandlungen vermeiden?

Mit diesen Tipps wirst du zum Prophylaxe-Profi!


Innere Zahnverfärbungen

Schwieriger wird es bei den inneren Zahnverfärbungen – in manchen Fällen lässt sich die Verfärbung nicht mehr rückgängig machen. Hier ist immer ein zahnärztlicher Eingriff notwendig. Eine gute Mundhygiene ist zwar essenziell, jedoch hilft selbst das beste Putzen bei intrinsischen Verfärbungen nicht. Es besteht allerdings die Möglichkeit, die Zähne mit sogenannten Veneers zu überdecken , womit wir beim Thema oben wären: den Stars mit dem strahlend weißen Lächeln. Oft stecken nämlich genau diese Verblendschalen dahinter – auch wenn sie gerne von Kokosöl und weiteren Geheimtipps sprechen.

Veneers werden auf die Zähne geklebt und können in Form und Farbe individuell angepasst werden, weswegen sie nicht nur bei inneren Verfärbungen, sondern auch für weitere Form- und Farbanpassungen sowie bei Zahnlücken ein beliebtes Mittel sind. Viele Hollywood-Stars lassen sich nicht nur einen einzelnen verfärbten Zahn, sondern mitunter auch das ganze Gebiss erneuern.

Bleaching

Ein Bleaching macht deine Zähne mithilfe bestimmter Bleichmittel um ein paar Stufen heller. Das Prinzip des Bleachings beruht darauf, dass die dunklen Farbpigmente mit speziellen carbamid- oder wasserstoffperoxidhaltigen Substanzen aufgehellt werden. Das kannst du dir vorstellen wie beim Haarebleichen bzw. Blondieren beim Friseur. Techniken gibt es hierbei ganz unterschiedliche. Auch für zuhause gibt es einige Aufhell-Produkte in der Drogerie zu erwerben. Was du hierbei nicht vergessen darfst: es besteht immer die Gefahr der falschen Anwendung.

Das Bleichen der Zähne ist immer eine zahnärztliche Tätigkeit und sollte das auch bleiben. Es handelt sich beim Bleaching um ein invasives Verfahren, da es in das Wirkungsprinzip der Zahnhartsubstanz eingreift, was auch langfristige Konsequenzen haben kann. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen empfindliche Zähne, die in den ersten Tagen nach der Behandlung stark auf Hitze oder Kälte reagieren, auch eine Reizung des Zahnfleischs ist möglich.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen diesen drei Techniken:

  • Walking-Bleach-Technik: Interne Aufhellungstherapie für wurzelgefüllte Zähne, das Bleichmittel kommt direkt in den eröffneten Zahn und verbleibt darin ein paar Tage
  • Office-Bleaching: Für Verfärbungen, die von außen in den Zahn gedrungen sind. Dieses Bleaching wird vollständig in der Praxis durchgeführt, das Zahnfleisch wird mit einem Spanngummi abgedeckt, das Bleichmittel von außen auf die Zähne aufgetragen, die Wirkung wird mit einem speziellen Licht intensiviert, eventuell sind mehrere Durchgänge erforderlich
  • Home-Bleaching: Äußerliche Anwendung. Der Zahnarzt fertigt eine passende Zahnschiene an, den Bleichvorgang führst du dann von zuhause aus durch. Die Schiene wird mit dem Bleichmittel befüllt und einige Stunden getragen, je nach Helligkeitsgrad dauert die Anwendung zwei bis sechs Wochen

Voraussetzungen für das Bleaching

Deine Zähne müssen gesund sein! Karies oder eine undichte Füllung können dazu führen, dass das Mittel unkontrolliert in den Zahn gelangt und Schäden verursacht, Zahnersatz im Allgemeinen muss vorher kontrolliert werden. Denn dieser lässt sich nicht aufhellen und so können unterschiedliche Nuancen zwischen natürlichen Zähnen und Zahnersatz entstehen. Vor dem Bleichen muss außerdem eine professionelle Zahnreinigung stattgefunden haben.


Du fragst dich, wie eine Zahnreinigung abläuft?

Ein detaillierter Ablaufplan für deinen nächsten Zahnarztbesuch


Zähne bleichen: Kosten

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Zahnbleaching-Kosten nicht, da es sich um eine rein kosmetische Leistung handelt. Genauso sieht es bei den privaten Krankenversicherungen aus. Jeder Zahnarzt legt die Bleaching-Kosten in seiner Praxis selbst fest.

  • Walking-Bleach-Technik: zwischen 70 und 150 Euro
  • Office-Bleaching: zwischen 300 und 800 Euro
  • Home-Bleaching: zwischen 200 und 600 Euro
  • Selbstbehandlung: zwischen 5 und 90 Euro

​Nützliches Wissen:

Zahnaufheller bzw. Zahnbleichmittel fallen nach einer europäischen Verordnung unter die Definition von Mundmitteln und sind als solche frei verkäuflich, wenn sie bis maximal 0,1% Wasserstoffperoxid enthalten oder freisetzen. Sie können ohne Mitwirkung eines Zahnarztes angewandt werden. Darunter fallen auch Zahnaufheller bzw. Zahnbleichmittel auf der Basis von Wasserstoffperoxid und von Wasserstoffperoxid freisetzenden Verbindungen wie Carbamidperoxid und Zinkperoxid.

Zu Zahnbleichmitteln mit einer Konzentration von mehr als 0,1% Wasserstoffperoxid trifft weder diese EU-Verordnung noch die Deutsche Kosmetik-Verordnung von 2014 eine Aussage. Es ist davon auszugehen, dass diese Mittel keine kosmetische, sondern eine medizinische Zweckbestimmung erfüllen und dem Zahnarztvorbehalt unterliegen. Diese Produkte sind zum Teil in Deutschland seit Jahren als Medizinprodukte zugelassen. In jedem Anwendungszyklus muss die erste Anwendung stets einem Zahnarzt vorbehalten sein oder unter dessen direkter Aufsicht erfolgen, dann kann das Produkt zuhause angewandt werden.

Aus einer Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer

Bei Produkten mit maximal 0,1 % Wasserstoffperoxid ist davon auszugehen, dass sie auch keinerlei Wirkung haben. Darüber hinaus können sie das Weichgewebe reizen und zu Entzündungen führen. Ähnlich verhält es sich mit Whitening-Zahncremes. Funktionieren sie nicht über Peroxid als Aufheller, dann meistens über gröbere Partikel, die abrasiv wirken und deinen Zahnschmelz auf Dauer schädigen können.

Wie du siehst, gibt es eine Menge guter Lösungen für dich und deine Zahnverfärbung. Aber auch mindestens genauso viele schlechte. Sprich dich deswegen gut mit deinem Zahnarzt ab und schaut gemeinsam, was für dich ganz individuell am meisten Sinn macht.

Share
Du nutzt einen älteren Browser, der nicht unterstützt wird.

Für eine fehlerfreie Darstellung und mehr Sicherheit empfehlen wir dir auf einen modernen Browser umzusteigen.

Unsere Empfehlungen