Zahnschmelz aufbauen & Zahnschmelzabbau stoppen

Zahnschmelz ist die äußerste Schutzschicht des Zahnes und die härteste Substanz des menschlichen Körpers. Abnutzung und falsche Lebensmittel fördern den Zahnschmelzabbau und erhöhen das Risiko von Karies und anderen Zahnkrankheiten. Alles über Möglichkeiten, den Zahnschmelzabbau zu stoppen und ob sich Zahnschmelz wieder aufbauen lässt.

Inhaltsverzeichnis

Definition: Was ist Zahnschmelz?

Der Zahnschmelz (Enamelum) umschließt das Zahnbein und bildet die äußere Schicht des Zahns. Seine Farbe ist milchig-weiß. Der Zahnschmelz reicht im Mund bis kurz unter den oberen Rand vom Zahnfleisch, sodass der äußere Teil des Zahns vollständig mit Zahnschmelz bedeckt ist. Der Zahnschmelz stellt eine Schutzhülle für die Zähne dar. (1)

Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Begriff Zahnerosion. Der Zahnarzt benennt damit den Verlust der sogenannten Zahnhartsubstanz. Zahnerosion kann also den Zahnschmelz, das Zahnbein (Dentin) oder den Wurzelzement betreffen. Letzterer ist eine Zahnsubstanz, die dem Dentin im Bereich der Zahnwurzel aufliegt. (2)

Funktion des Zahnschmelzes

Zahnschmelz ist die härteste Substanz im menschlichen Körper und macht die Zähne im Mund widerstandsfähig, damit sie sich im Zahnfleisch lange halten. Im Zahninneren liegen Zahnteile, die empfindlich gegen Umwelteinflüsse sind. 

Der Zahnschmelz schützt die Zähne davor, dass schädliche Einflüsse durch die Zahnoberfläche in das Zahninnere eindringen. Er ist also das Schutzschild der Zähne und macht sie robust. Ein Abbau von Zahnschmelz kann langfristig zu Schäden führen.

Ein intakter Zahnschmelz schützt vor Kalkverlusten durch Säuren, Schäden durch einen schlechten ph-Wert oder vor Abnutzung. Zahnschmelz aufbauen ist also wichtig für die Zahngesundheit. Tritt ein Abbau von Zahnschmelz ein, kann Karies entstehen. Die Zähne und die Zahnsubstanz sind bei Zahnschmelzabbau empfindlicher gegen Kälte. (3)

Aufbau und Struktur des Zahnschmelzes

Der Zahnschmelz als die härteste Substanz im menschlichen Körper setzt sich zu rund 95 bis 98 Prozent aus anorganischen Stoffen zusammen, vor allem aus Kristallen von Hydroxylapatit. 

Bevor ein Zahn beim Kind durchbricht, bildet sich der Zahnschmelz in den schmelzbildenden Zellen, die Ameloblasten heißen. Es entsteht eine Schmelzmatrix, die nicht mineralisiert ist. Diese beinhaltet unterschiedliche Proteine, also Eiweiße. Die wichtigsten sind Amelogenine, Enameline und Ameloblastin. Letzteres resorbiert den größten Teil der Schmelzmatrix.

Die Amelogenine steuern die Bildung der Kristalle aus Hydroxylapatit. Diese liegen im Schmelz nicht parallel, sondern in wechselnder Richtung. Diejenigen Kristalle, die in die gleiche Richtung liegen, fasst eine Schicht aus organischem Material zusammen. Solche Gebilde nennt man Schmelzprismen. Sie durchlaufen fast den gesamten Zahnschmelz.

Der Zahnschmelz im Mund besitzt keine Nerven und keine Blutgefäße, daher zeigt er Karies oder Schäden nicht mit Schmerzen an. Dringt Karies tiefer in den Zahn ein, sind Schmerzen aber häufig die lästige Folge. Dann empfiehlt sich der Gang zum Zahnarzt. 

Noch sinnvoller ist es, den Zahnarzt bereits dann zu konsultieren, wenn noch keine Schäden vorhanden sind. Vorsorge leistet einen wichtigen Beitrag zur Zahngesundheit. Eine regelmäßige Prophylaxe, ausreichend Zahnpflege und das Zähneputzen mit geeigneten Zahnpasten werden empfohlen. (4)

Lässt sich Zahnschmelz aufbauen?

Nein, Zahnschmelz aufbauen ist auf natürliche Weise nicht möglich. Der Zahnschmelz besitzt keine Nerven und keine Durchblutung. Daher kann der Körper des Menschen bei Zahnschmelzabbau keinen Zahnschmelz aufbauen. 

Tritt ein Zahnschmelzabbau ein, ist der bereits abgebaute Zahnschmelz unwiederbringlich verloren. Aber die Zahnmedizin kennt Maßnahmen wie den zahnfarbenen Kunststoff als Ersatz für Zahnschmelz. Zahnärzte können während der Behandlung Schäden entfernen und das Loch mit künstlichen Substanzen auffüllen.

Es gibt darüber hinaus wertvolle Tipps, wie man den Zahnschmelz möglichst gut und lange erhalten kann. Hilfreich ist z. B. die Vermeidung schädlicher Lebensmittel. 

Geeignete Maßnahmen wie Zahnpflege oder Zähneputzen mit Zahnpasta und Mundhygiene helfen dem Schmelz.

Was ist Zahnschmelzabbau?

Zahnschmelzabbau (dentale Erosion) ist ein Rückgang von Zahnschmelz und des Dentins durch Säuren. In Obst, Getränken und anderen Lebensmitteln sind Säuren enthalten, die den Zahnschmelz erweichen und abbauen können, wenn sie immer wieder auf den Zahn treffen. Der Schmelz wird dadurch dünner, brüchig und büßt seine Widerstandsfähigkeit und Robustheit ein. 

Dies kann zur Folge haben, dass sich an den Zähnen verstärkt Bakterien ansiedeln. Deren Stoffwechsel setzt Substanzen frei, die die Aushöhlung des Zahns weiter vorantreiben: Karies entsteht.

An den Stellen, die von Zahnschmelzabbau betroffen sind, sehen die Zähne matter oder durchsichtiger aus. Später scheint das Zahnbein (Dentin) hindurch, das die Zähne gelblich aussehen lässt. Das Dentin oder Zahnbein liegt unter dem Zahnschmelz.

Symptome von Zahnschmelzabbau

Die wesentlichen Symptome von Zahnschmelzabbau sind die zunehmende Empfindlichkeit der Zähne gegenüber Kälte und Luftzüge. Auch entsteht an Zähnen mit Zahnschmelzabbau häufig Karies, der äußerlich als schwarze Verfärbung wahrzunehmen ist. Bei Zahnschmelzabbau und Karies kommt es oft zu Schmerzen. Wenn das Zahnbein freiliegt, tritt ebenfalls häufig ein ziehender Schmerz an den Zähnen des Betroffenen ein.

Folgende Symptome sind bei Zahnschmelzabbau häufig anzutreffen:

Ursachen von Zahnschmelzabbau

Eine Ursache für Zahnschmelzabbau kann das sogenannte Knirschen sein. Damit meint der Zahnarzt, dass die Betroffenen nachts im Schlaf die Kauflächen der Zähne stark aneinander reiben. Dies nutzt den Zahn mechanisch ab. Meist tritt das Knirschen auf, wenn wir großem Stress ausgesetzt sind. Eher selten ist häufiges Erbrechen die Ursache für Zahnschmelzabbau, beispielsweise bei Bulimie oder einer Chemotherapie. Ist beispielsweise eine Zahnkrone vom Zahnarzt zu hoch angesetzt, kann der Kauvorgang den Zahnschmelz des gegenüberliegenden Zahns beschädigen. Daher ist es wichtig, jede Zahnkrone hin und wieder prüfen zu lassen. Wer seine Zähne zu oft oder zu heftig putzt, muss möglicherweise mit einem Abbau des Zahnschmelzes rechnen.

Der Grund für die meisten Fälle vom Abbau des Zahnschmelzes liegt in der Ernährung. Wer oft Lebensmittel und Getränke zu sich nimmt, die Säuren enthalten, riskiert einen Zahnschmelzabbau. Die Säure ist auch nach dem Schlucken noch im Speichel enthalten. Lebensmittel mit viel Säure sind Getränke mit hohem Anteil von Zucker, Obst und rohes Gemüse. Weitere Belastungen für die Zähne sind Gummibärchen, Limonaden und Chips. Jedes Menü und jede Zwischenmahlzeit, die Süßes, Saures und Klebriges enthält, kann den Zahnschmelz der Zähne gefährden.

Um den Säuregehalt einer Speise herauszufinden, sollte man sich an ihrem ph-Wert orientieren. Die Werte sollten zwischen 0 und 14 liegen. Ein ph-Wert von 7 ist neutral. Liegt der Wert unter 7 handelt es sich um eine saures Lebensmittel. Beträgt der ph-Wert mehr als 7, ist das Nahrungsmittel basisch (alkalisch), also nicht sauer.(7) Je saurer eine Speise ist, desto wahrscheinlicher wird ein Befall mit Bakterien durch Zahnschmelzabbau.

Behandlung von Zahnschmelzabbau

Der Organismus ist nicht in der Lage, bei Zahnschmelzabbau den Zahnschmelz nachzubilden. Daher gibt es noch keine Behandlung durch einen Zahnarzt, um den verlorenen Zahnschmelz auf natürliche Art zu ersetzen. 

Ratsam ist es aber, bei Zahnschmelzabbau ca. einmal in der Woche die Zähne mit Elmex Gelee einzureiben oder zu putzen. Elmex Gelee ist eine Fluoridpaste, die die Demineralisation der Zähne stoppen kann. Der hohe Fluoridanteil in diesem Gel kann dafür sorgen, dass der Zahnschmelz weniger empfindlich gegenüber Säure ist. Dann kann die Säure den Zahnschmelz nicht mehr beschädigen. 

Allerdings weiß der Zahnarzt, dass dieser Schutz nur an der Oberfläche des Zahnschmelzes greift. Wenn auch die tiefer liegenden Bereiche vom Zahnschmelz erreicht werden sollen, ist die Verwendung einer Paste ratsam, die mit Hydroxylapatit angereichert ist.

Manche Hersteller suggerieren, dass ihre Produkte die Bildung von Zahnschmelz hervorrufen können. Dies ist aber fachlich so nicht möglich. Sogar ein Zahnarzt kann nach heutigem Wissensstand keinen Zahnschmelz aufbauen. (8) 

Zahnschmelz lässt sich nicht künstlich aufputzen.

Fehlenden Zahnschmelz kann ein Zahnarzt mit Kunststoff in einer geeigneten Zahnfarbe auffüllen.

Tipps für die Zähne: Zahnschmelz reparieren und Abbau vorbeugen

Wer einem Abbau von Zahnschmelz vorbeugen will, sollte auf Lebensmittel mit hohem Anteil an Säure möglichst verzichten. Solche Nahrungsmittel sind rohes Gemüse, Obst, Limonaden, Chips, Gummibärchen, Süßes, Saures und Klebriges

Da ein solcher Verzicht nicht immer möglich ist, empfiehlt es sich, den Zahnschmelz mit Fluorid zu versorgen. Elmex Gelee ist eine solche Fluoridpaste, mit der man die Zähne einmal pro Woche putzen oder einreiben kann. Das Fluorid in diesem Gel macht den Zahnschmelz weniger angreifbar durch Säure.

Tipps für die Ernährung

Außerdem ist es bei drohendem Zahnschmelzabbau ratsam, auf bestimmte Lebensmittel mit viel Säuren zu verzichten. Dazu gehören Nahrungsmittel mit einem ph-Wert von unter 7. Beispiele hierfür sind unter anderem:

Es gibt allerdings auch Lebensmittel welche sich positiv auf die Zahngesundheit auswirken. Beispielsweise setzt Das Kauen von Vollkornprodukten setzt Stoffe frei, die für die Zähne wertvoll sind. Förderlich für gute Zähne sind demnach: 

Tipps zur Prophylaxe von Zahnschmelzabbau und Karies

Folgende Aspekte sind in diesem Zusammenhang relevant:

FAQ zum Thema Zahnschmelz aufbauen

Einen Zahnschmelzabbau bemerkt man an den Beschwerden, die er auslösen kann. Häufig sind Schmerzen durch kalte und heiße Speisen. Wenn das unter dem Zahnschmelz liegende Dentin (Zahnbein) sichtbar wird, wird der Zahn gelblich. Die Bissflächen der Vorderzähne sehen durchsichtig aus. Außerdem können Sprünge und Dellen an den Kauoberflächen einen Rückgang vom Zahnschmelz anzeigen. Ein Zahnschmelzabbau stellt ein Einfallstor für Bakterien dar. Diese Bakterien können Karies auslösen.

Leider ist es dem menschlichen Organismus nicht möglich, Zahnschmelz nachträglich zu bilden. Ein Zahnarzt kann aber die Stelle mit zahnfarbenem Kunststoff auffüllen. Um den übrigen Zahnschmelz gut zu erhalten, gibt es fluoridhaltige Zahnpasta oder Gels. Nahrungsmittel mit Kalzium, Fluor oder Phosphor sind gut für die Zähne. Kalzium, Fluor und Phosphor macht die Zähne härter. Zahnpflege ist wichtig.

Zahnschmelz ist im Grunde ein toter Stoff, der nicht durchblutet und nicht mit den Nerven verbunden ist. Es sind viele verschieden Substanzen enthalten, vor allem Hydroxylapatitkristalle. Diese sind in Schmelzprismen organisiert. Die Bezeichnung Prisma bezeichnet die Form der Kristalle eigentlich nicht ganz richtig. Sie entstammt der Tradition und wurzelt in ungenauen Annahmen der Vergangenheit.

Der Zahnschmelz lässt sich stärken durch eine gesunde Ernährung ohne Speisen mit viel Säure. Außerdem sind große Temperaturschwankungen und mechanische Schäden auszuschließen, denn sie sind von Nachteil für den Zahnschmelz. Eine ausreichende Zahnpflege (Zähneputzen) wirkt sich positiv aus, ebenso die Verwendung von Gels mit Fluorid. Magnesium und Natrium sind dem Zahnschmelz förderlich.

Der Zahnschmelz ist der härteste Stoff im Körper des Menschen, sogar härter als die Knochen.

Zahnschmelz kann nicht nachgebildet werden, weil er nicht an die Blutversorgung und das Nervensystem angeschlossen ist. Ohne diese Anbindung ist kein Wachstum möglich. Im Grunde ist der Zahnschmelz totes Gewebe.

Quellen:

(1)-(2) Steiniger, Birte/ Schwarzbach, Hans/ Stachniss, Vitus: Mikroskopische Anatomie der Zähne und des Parodonts, 1. Auflage, Stuttgart New York: Georg Thieme Verlag, 2010, S. 13-23.

(3) Hennessen, Gisbert/ Machotta, Thilo: Aufbau und Funktion der Zähne, in: Deutscher Apotheker Verlag. Krankheiten, 2018, www.apotheken.de/krankheiten/krankheiten-und-therapie/zaehne-und-kiefer/4176-aufbau-und-funktion-der-zaehne (Abgerufen am 23.09.2021)

(4) Steiniger, Birte/ Schwarzbach, Hans/ Stachniss, Vitus: Mikroskopische Anatomie der Zähne und des Parodonts, 1. Auflage, Stuttgart New York: Georg Thieme Verlag, 2010, S. 13-23.

(7)-(9) Gumpert, Nicolas: Zahnfleischabbau, in: Dr. Gumpert, 2021, www.dr gumpert.de/html/zahnschmelzabbau.html#c70774 (abgerufen am 23.09.2021)

(10) Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ): S2k-Leitlinie (Langversion). Kariesprophylaxe bei bleibenden Zähnen – grundlegende Empfehlungen, in: AWMF online. Das Portal der wissenschaftlichen Medizin, 2016, www.dgz-online.de/sites/default/files/meldung/dateien/ll-kariesprophylaxe_03-2017_0.pdf (Abgerufen am 23.09.2021)

(11) Gelencsér, Kálmán: Vitaminversorgung für schöne Zähne und gesundes Zahnfleisch, in: Gelencsér Dental. Zahnklinik und Dentallabor, 2021, zahnarzt-ungarn-heviz.de/dental-magazin/zahnfleischentzuendung-vitamin-c#vitamine-fur-zahne-und-zahnfleisch (Abgerufen am 23.09.2021)

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