Trotz Corona zur Vorsorge-Untersuchung?

Kontrolle beim Zahnarzt, Krebsvorsorge, Gesundheitscheck: Wann warst du das letzte Mal bei einer Vorsorge-Untersuchung? Hast du Bedenken wegen Covid-19? Warum du trotz Corona zum Arzt gehen solltest und wie hoch das Ansteckungsrisiko bei einer Vorsorge-Untersuchung ist, erfährst du in Folgenden.

Wie viele Deutsche ihre Vorsorge-Untersuchung in Corona-Zeiten aufschieben

Bei einer Befragung von 516 Privatpatienten gaben 21,5 Prozent an, ansonsten übliche Kontrolltermine im Jahr 2020 nicht wahrgenommen zu haben. Frauen waren etwas zurückhaltender als Männer: 27 Prozent der Frauen, aber nur 15 Prozent der Männer scheuten den Arztbesuch. Manche Termine mussten wegen Corona verschoben werden, aber viele Menschen blieben freiwillig zu Hause. Die Angst vor einer Ansteckung war einfach zu groß.

Da stellt sich natürlich die Frage: Sind die Bedenken gerechtfertigt? Oder überwiegt das Gesundheitsrisiko, unbemerkt Karies, Bluthochdruck oder Diabetes zu entwickeln? 

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Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen

Lade dir hier unsere praktische Übersicht herunter um auf einen Blick zu sehen ab wann welche Untersuchungen für dich wichtig sind.

Wie groß ist die Corona-Ansteckungsgefahr beim Arzt-Besuch?

Kliniken und Praxen müssen sich an strikte Hygieneregeln halten, um ihre Patienten vor einer Ansteckung zu schützen. So sollen beispielsweise Wartezeiten vermieden, Masken und Handschuhe getragen und häufig berührte Flächen mindestens einmal pro Tag desinfiziert werden. Darüber hinaus nennt die Kassenärztlicher Vereinigung Berlin viele weitere Maßnahmen, die es einzuhalten gilt.

Deshalb betont der Chefredakteur der Herzstiftung, Prof. Dr. Meinertz, dass kein erhöhtes Risiko für Patienten bestehe. In Kliniken, die auch Covid-19-Patienten behandeln, herrsche eine strikte räumliche und personelle Trennung. Corona-Patienten sind demnach in separaten Bereichen untergebracht. Sie werden von Krankenschwestern betreut, die sich ausschließlich um diese Patientengruppe kümmern.

Natürlich kann jeder Patient auch selbst dazu beitragen, die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen. Maske tragen und Abstand halten ist zwar Pflicht, aber du kannst noch mehr tun. 

Wie du dich zusätzlich vor Corona schützt:

  • Viele Praxen haben Desinfektionsmittel am Eingang aufgestellt. Nutze es!
  • Achte darauf, dass deine Maske richtig sitzt. Die Ränder sollten möglichst lückenlos auf der Haut aufliegen. Du trägst die Maske richtig herum, wenn der Nasenbügel tatsächlich über der Nase liegt und nicht über dem Kinn. Wiederverwendbare Masken gehören nach einmaligen Tragen 7 Tage ausgelüftet oder in die Waschmaschine. 
  • Wenn du Husten, Schnupfen oder andere mögliche Corona-Symptome hast, solltest du deinen Kontrolltermin absagen.

Trotz Corona zum Arzt: Verpasse keine Vorsorge-Untersuchung!

Vorsorge-Untersuchungen sind wichtig, denn sie tragen wesentlich zur Erhaltung deiner Gesundheit bei.

Häufig gilt: Je früher eine Krankheit entdeckt wird, desto besser ist sie behandelbar. Hautkrebs zum Beispiel ist mit dem bloßen Auge für den Laien oft nicht zu erkennen. Bleibt der Tumor jedoch unbehandelt, kann er Tochtergeschwülste im ganzen Körper bilden. Früh diagnostiziert, kann das befallene Gewebe jedoch während einer Mini-Operation entfernt werden.

Diese Vorsorge-Untersuchungen stehen dir zu:

Denk auch daran: Zur Vorsorge gehört ebenfalls, Impfungen regelmäßig aufzufrischen. Nur so bist du wirklich vor Tetanus, Keuchhusten und Co. geschützt. 


Wann ist deine nächste Impfung fällig?

Schau es im Impfkalender nach! 


Zur Zahnarztvorsorge-Untersuchung trotz Corona

Auf dem Zahnarztstuhl ist der Kontakt zwischen Arzt oder Dentalhygienikerin und Patient besonders eng. Natürlich kannst du hier auch keine Maske tragen. Deshalb haben viele Menschen ihren jährlichen Zahnarztarztbesuch im letzten Jahr ausfallen lassen. Die Bundeszahnärztekammer rät jedoch, sowohl Behandlungen als auch Kontrolluntersuchungen trotz Corona wahrzunehmen.

Unser Zahnexperte Dr. Gottschalk hat ebenfalls eine klare Meinung zum Thema Zahnvorsorge während der Pandemie.

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Auch Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Engel, sagt dazu: „Weder für Zahnärzte noch für Praxisteams und Patienten besteht ein besonderes Infektionsrisiko, wenn die bekannten Hygieneregeln bei der zahnmedizinischen Behandlung beachtet werden - das zeigen Studien weltweit. Es gibt keine nennenswerten Infektionszahlen im Umfeld zahnärztlicher Praxen und Kliniken. Die hohen und in der Pandemie noch einmal erhöhten Hygienemaßnahmen haben sich vollumfänglich bewährt.“

Karies und Parodontitis gehören zu den Volkskrankheiten. Während noch 80 Prozent der 12-Jährigen kariesfrei sind, sind laut aktueller Mundgesundheitsstudie bereits rund 5 Zähne der 35- bis 44-Jährigen von Karies befallen. In dieser Altersgruppe hat rund jeder außerdem zweite eine leichte oder moderate Parodontitis. Es lohnt sich also, diese weit verbreiteten Zahnerkrankungen frühzeitig zu erkennen. So sparst du dir unangenehme und aufwendige Behandlungen. 

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Wann Vorsorge-Untersuchungen besonders wichtig sind

Die Vorsorge spielt vor allem dann eine Rolle, wenn du ein erhöhtes Risiko für eine bestimmte Erkrankung hast. Hattest du früher schon einmal eine Parodontitis-Behandlung, kann es gut sein, dass die Erkrankung erneut ausbricht. In diesem Fall ist die Vorsorge besonders wichtig.

Dasselbe gilt, wenn engere Angehörige an Krebs erkrankt sind. In diesem Fall ist das Risiko erhöht, ebenfalls einen Tumor zu entwickeln. Regelmäßige Kontrollen helfen, mögliche Veränderungen im Gewebe frühzeitig festzustellen.


Kennst du typische Krebs-Anzeichen?

Bei diesen Symptomen solltest du zum Arzt 


Trotz Corona zur Vorsorge-Untersuchung mit dem Kind? 

Im März 2020 fanden 22 Prozent weniger U-Untersuchungen statt als im Jahr davor. Kein Wunder, waren zu Beginn der Pandemie doch viele Menschen stark verunsichert. Gleichzeitig gibt es feste Zeitpunkte, an denen die Untersuchungen fällig sind. Außerdem halten sich natürlich auch Kinderärzte an alle gängigen Hygieneverordnungen. Sollte man also während der Corona-Pandemie mit dem Kind zum Arzt gehen oder besser nicht?

Der Spitzenverband der Krankenkassen überlässt die Entscheidung den Eltern, ob sie die Vorsorgetermine wahrnehmen möchten. Wer mit seinem Kind aktuell nicht zum Arzt möchte, kann die U6- bis U9-Untersuchungen in Absprache mit dem Kinderarzt aufschieben. Die Kassen kommen trotzdem dafür auf. Gleichzeitig raten viele Kinderärzte dazu, die U-Untersuchungen trotzdem in Anspruch zu nehmen. Sonst könnte es sein, dass Erkrankungen deutlich später erkannt und behandelt werden.

Wer unsicher ist, bespricht sich am besten mit seinem Kinderarzt. Viele haben Vorkehrungen getroffen, damit sich kranke und gesunde Kinder nicht begegnen. Idealerweise gibt es Sondertermine nur für U-Untersuchungen. 

Unser Fazit: Ärzte empfehlen, trotz Corona alle Vorsorge-Untersuchungen wahrzunehmen. Denn sie schätzen das gesundheitliche Risiko höher ein, wenn wichtige Kontrollen ausbleiben. Diesen Rat nehmen wir auf und ermuntern dich, auch während der Pandemie, auf deine Gesundheitsvorsorge zu achten. Dank strenger Hygiene-Vorschriften ist das Ansteckungsrisiko beim Arzt gering. 

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Jeannette Stowasser
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Jeannette Stowasser

Jeannette ist Online-Redakteurin für Gesundheit und schreibt seit 2011 Artikel, E-Books und Whitepaper zu den verschiedensten medizinischen Themen.

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