26. Februar 2020

Zahnfleischbluten: Ursachen, Symptome und Behandlung

Zahnfleischbluten ist meist ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung deines Zahnhalteapparates. Was zunächst nicht besonders dramatisch scheint, kann im schlimmsten Fall sogar zu Zahnverlust führen. Wie es zu Zahnfleischentzündungen kommt und was du dagegen tun kannst.

5 Min.

Das Zahnfleisch wird in der Fachsprache Gingiva genannt und gehört zum Zahnhalteapparat, weswegen eine Erkrankung in diesem Bereich auch zu Zahnverlust führen kann. Das Zahnfleisch liegt dem Kieferknochen auf und schützt deine Zähne im Bereich des empfindlichen Zahnhalses, hier versiegelt es den Übergang zwischen Zahn, Knochen und Mundhöhle. In der Regel ist Zahnfleischbluten das häufigste Symptom einer Entzündung, die wiederum selbst viele Ursachen haben kann.

Wie erkennst du Zahnfleischbluten? 

Sicher ist es auch dir schon einmal passiert: Du putzt abends deine Zähne und siehst beim Ausspucken im Waschbecken kleine Blutspuren – oder du beißt in ein hartes, trockenes Brot und schmeckst danach einen leichten metallischen Geschmack im Mund. Auch das Bluten deines Zahnfleisches nach der Verwendung von Zahnseide ist nicht die Regel. Dein Zahnfleisch blutet und das nicht einfach so, sondern weil dein Körper dir helfen will.

Ursachen und Erkrankungen bei Zahnfleischbluten

Wie auch beim Rest deines Körpers führt eine mechanische Verletzung zu Bluten. Ebenso ist es bei deinem Zahnfleisch: Beißt du in etwas Spitzes oder Scharfes, kann dies schnell unangenehm werden. Jedoch handelt es sich hierbei meist um eine einzelne Stelle in deinem Mund, die sich schnell wieder regeneriert. In der Regel ist es der Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch, der betroffen ist und für Beschwerden sorgt – nämlich dann, wenn Bakterien in diesen gelangen und hier eine fiese Entzündung hervorrufen.

Das Bluten ist eine Reaktion des Körpers, um die Bakterien „auszuschwemmen“ und aus deinem Körper zu entfernen. 

Jetzt twittern

Das sind die häufigsten Ursachen und Erkrankungen bei Zahnfleischbluten:

  • mangelnde Mundhygiene
  • hormonelle Einflüsse
  • Alkohol und Rauchen
  • Schwächung des Immunsystems: Erkrankungen, Mangelernährung, psychischer Stress


Krankheitsbilder:

  • Gingivitis
  • Chronische Parodontitis
  • Aggressive Parodontitis


Schwere, schlagartig auftauchende Sonderformen:

  • Nekrotisierende ulzerierende Gingivitis:
    Infektion des Zahnfleisches mit fauligem Atem
  • Nekrotisierende ulzerierende Parodontitis:
    der Zahnhalteapparat ist zusätzlich betroffen

So wirst du zum Zahnvorsorge-Profi!

Wie dir Prophylaxe deine Mundhygiene erhält


Zahnpflege Zahnfleischbluten B@2X

Mangelnde Mundhygiene

Beim ganz normalen Zähneputzen werden schwer zugängliche Stellen oft vernachlässigt. Dazu gehören besonders die Zahnzwischenräume und die Bereiche hinter den „letzten“ Zähnen. Hier können sich Bakterien in aller Ruhe ausbreiten, in die Tiefe vordringen und sich in dem Spalt zwischen Zahn und Zahn festsetzen.

Gingivitis (Zahnfleischentzündung)

In diesem Spalt sorgen die Bakterien dann für eine Entzündung – die Gingivitis. Das Gute: Sie ist durch gründliche Reinigung und Mundhygiene wieder heilbar. Eine Gingivitis-Behandlung ist also relativ unkompliziert.

​ Anzeichen einer Zahnfleischentzündung

  1. Zahnfleischbluten
  2. Zahnfleischrückgang
  3. Stark gerötetes Zahnfleisch
  4. Geschwollenes Zahnfleisch
  5. Schmerzhaftes, empfindliches Zahnfleisch
  6. Wundes Zahnfleisch

Parodontitis

Wird die Zahnfleischentzündung allerdings nicht beseitigt, geht sie in einen chronischen Zustand über: die Parodontitis. Bei der chronischen Zahnfleischentzündung ist nicht mehr länger nur das Zahnfleisch, sondern der gesamte Zahnhalteapparat betroffen, zu dem auch der Kieferknochen gehört. Es kommt zum Abbau des Knochens und in Folge zur Lockerung der Zähne, im schlimmsten Fall zum Zahnverlust.

Chronische Parodontitis

Eine chronische Parodontitis ist meist gut zu behandeln, wenn der Patient mitarbeitet. Der Zahnarzt führt Gespräche mit dem Patienten, macht Notizen zu der Ausgangssituation, startet das PA-Programm und führt eine professionelle Zahnreinigung durch. Am Ende des Programms werden die neuen Werte mit den Ausgangswerten verglichen. Der Verlust von Knochen und Zahnfleisch ist zwar nicht rückgängig zu machen, aber aufzuhalten.


Wissenswertes über die professionelle Zahnreinigung

Darum solltest du sie nicht unterschätzen!


Aggressive Parodontitis

Hierbei handelt es sich um eine Form der Parodontitis, die vor dem 35. Lebensjahr auftritt und dabei besonders schnell und heftig verläuft. Die genaue Ursache für die Vermehrung der verantwortlichen, aggressiven Bakterien ist noch nicht geklärt. Oft sind bereits Familienmitglieder betroffen.

Schwächung des Immunsystems

Es gibt Erkrankungen, die Zahnfleischbluten aufgrund einer Schwächung des Immunsystems fördern. Hierzu zählen unter anderem HIV, Diabetes und Tumorerkrankungen. Auch Magersucht, Mangelernährung, starker Alkoholkonsum, Vitamin-C-Mangel, Allergien und Blutgerinnungsstörungen können das Immunsystem schwächen und so zu Problemen mit dem Zahnfleisch führen.

Hormonelle Einflüsse

Zahnfleischbluten kann auch hormonell bedingt sein. Auslöser sind Schwankungen im Hormonhaushalt. Man unterscheidet hier zwischen:

  • Schwangerschaftsgingivitis
  • Zahnfleischbluten während der Menstruation oder bei Einnahme der Pille
  • Pubertätsgingivitis

Wann wegen Zahnfleischbluten zum Arzt gehen?

Gesundes Zahnfleisch blutet nicht! Deshalb sind eine gründliche Reinigung sowie der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt wichtig.

Mach deinen Zahnarzt beim nächsten Kontrolltermin darauf aufmerksam, solltest du etwas an deinem Zahnfleisch bemerkt haben. Manchmal genügt es, wenn er dir die richtige Putztechnik zeigt. In diesen Fällen solltest du sofort zum Zahnarzt gehen:

  • Dein Zahnfleisch blutet besonders lange und stark
  • Das Zahnfleisch ist sichtbar verändert: geschwollen, stark gerötet
  • Du weist allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber, Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Gewichtsschwankungen auf
  • Du hast starke Zahnfleischschmerzen
  • Schmerzen, Fieber, Mundgeruch, gelber Belag am Zahnfleisch
Stiftung Warentest - Testsieger ottonova Zahn 100
Testimonial

Der Zahnarztbesuch ist dir zu teuer, aber deine Zahngesundheit ist dir wichtig?
Mit der Zahnzusatzversicherung von ottonova bist du rundum abgesichert. Über die App kannst du direkt den Termin zur Zahnreinigung ausmachen - ganz ohne Wartezeit.

Was hilft? 4 Wege, um Zahnfleischbluten zu stoppen

1. Regelmäßig putzen

Putze zweimal täglich für mindestens zwei Minuten die Zähne und achte beim Putzen darauf, nicht zu fest mit der Bürste aufzudrücken. Viele elektrische Zahnbürsten ermitteln den Anpressruck und geben ein Zeichen, sollte dieser zu hoch sein. Patienten haben oft das Gefühl, sie würden gründlicher putzen, wenn sie stärker anpressen. Grundsätzlich wurde in diesem Zusammenhang beobachtet, dass sich in solchen Fällen und bei denjenigen, die empfindliches Zahnfleisch haben, eine elektrische Zahnbürste besonders eignet. Sollten sich die Borsten deiner Handzahnbürste bereits spreizen, ist dies ein Anzeichen dafür, dass du zu stark aufpresst.


2. Verwende Zahnseide & Co.

Füge deiner Mundhygiene-Routine täglich das Verwenden von Zahnseide, und bei größeren Zahnzwischenräumen und Brücken, Interdentalbürstchen hinzu. Sie helfen dir, an schwer erreichbare Stellen zu gelangen, Speisereste und Plaquebakterien zu entfernen. Wem das unangenehm ist oder wer Probleme bei der manuellen Anwendung hat, ist mit einer Munddusche gut beraten. Das Gerät reinigt Zahnzwischenräume mit einem Wasserstrahl und ist besonders angenehm für das Zahnfleisch.


3. Ernähre dich gesund

Mache dir bewusst, dass ein ungesunder Lebensstil Zahnfleischbluten fördern kann. Verzichte also so gut es geht aufs Rauchen – da dein Zahnfleisch dadurch anfälliger für Infektionen ist – und ernähre dich nährstoffreich. Achte also auf Lebensmittel, die nicht nur Kohlenhydrate, Fette und Proteine enthalten, sondern auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Obst, Blattgemüse, Eier und Nüsse.


4. Benutze die richtige Zahnpasta

Verwende eine fluoridhaltige Zahnpasta, die Ablagerungen von Plaquebakterien reduziert, die ansonsten dein Zahnfleisch irritieren und zu einer Erkrankung führen können.

Du siehst, „normalem“ Zahnfleischbluten vorzubeugen, ist nicht schwierig. Wende die Tipps an und schon bald merkst du eine Verbesserung deiner Zahnfleischgesundheit. Sollte dein Zahnfleisch länger oder stark bluten und sogar schmerzen, ist der Weg zum Zahnarzt wichtig und sollte nicht aufgeschoben werden. 

Share
Du nutzt einen älteren Browser, der nicht unterstützt wird.

Für eine fehlerfreie Darstellung und mehr Sicherheit empfehlen wir dir auf einen modernen Browser umzusteigen.

Unsere Empfehlungen