Zahnfleischentzündung behandeln: 5 Tipps

Bei der Mundhygiene können schon kleine Warnsignale auf große Probleme hindeuten. Wie du die Symptome einer Gingivitis erkennst, mit Hausmitteln eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) behandeln kannst – und wann der Gang zum Zahnarzt unerlässlich ist.

Morgens aufstehen, das Bett machen, Zähne putzen... Und schon wieder Blut im Waschbecken! Wenn dein Zahnfleisch öfters blutet, dann sollte das auf jeden Fall ein Warnsignal für dich darstellen, denn frisches Blut im Mund kann ein Symptom einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) sein. Ob du wirklich an einer solchen leidest, kann dir am besten dein Zahnarzt sagen. Damit du jedoch weißt, auf welche Symptome du achten musst und wie du eine leichte Entzündung vielleicht sogar selbst behandeln kannst, möchten wir dir einen Überblick über das Krankheitsbild geben.

Gingivitis: Ursache und Symptome

Jeden Tag zweimal gründlich die Zähne putzen: Dazu rät der Zahnarzt nicht ohne Grund, denn wenn du deine Mundhygiene vernachlässigst, dann kann das nicht nur ästhetische Auswirkungen, sondern auch weitreichende Folgen für deine Gesundheit haben. Und das nicht nur für die Zähne, denn auch das Zahnfleisch leidet unter der Vermehrung von schlechten Bakterien im Mundraum. Eine Folge des unregelmäßigen oder nachlässigen Putzens kann die Gingivitis sein. Da nur in schweren Fällen von der Zahnfleischentzündung Schmerzen verursacht werden, merkst du daran leider meist nicht, wenn sich bei dir etwas entzündet hat.

Dennoch gibt es andere Gingivitis-Symptome, auf die du achten solltest:

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Kommt dir etwas verdächtig vor, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass du tatsächlich an einer Entzündung leidest. Das ist statistisch gesehen nämlich gar nicht so selten, schließlich lassen sich bei rund 80% aller Erwachsenen in Deutschland erste Symptome einer Gingivitis feststellen. Nimmst du es mit der Zahnpflege nicht ganz so genau, dann ist es ziemlich offensichtlich, dass dies die Ursache der Zahnfleischentzündung ist. 

Nach dem Essen entsteht Plaque an den Zähnen, welche die ideale Ausgangsbasis für Bakterien ist. Diese ernähren sich von Speiseresten zwischen den Zähnen und greifen dann auf das Zahnfleisch über. Durch das Putzen verhinderst du die Plaquebildung, kümmerst du dich jedoch nicht darum, haben Bakterien leichtes Spiel. Während dies die Ursache für Gingivitis ist, die am häufigsten für die Entstehung der Krankheit verantwortlich ist, gibt es zusätzlich noch Risikofaktoren, die diese begünstigen. Dazu gehören unter anderem schlecht sitzender Zahnersatz, der eine mechanische Reizung verursacht. So kann auch ohne Bakterien eine Entzündung entstehen. 

Rauchen hingegen vermindert die Durchblutung im Mundraum und schwächt das Immunsystem, wodurch es Bakterien im Körper – und auch im Mund – leichter haben, sich auszubreiten. Weitere Risikofaktoren können sein:


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Medikamente und Hausmittel gegen Gingivitis: Was hilft wirklich?

Um eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) zu behandeln, musst du nicht gleich mit Medikamenten aus der Apotheke anrücken. In akuten Fällen können auch einfache Hausmittel ausreichen, um die Entzündung abschwellen zu lassen. Innerhalb einer Woche sollte das Ganze dann verheilt sein. Was gegen Gingivitis hilft, sind zum Beispiel folgende Mittel, die du in jedem Drogerie- oder Supermarkt findest oder vielleicht sogar schon zu Hause hast: 

  1. Putze dir jeden Tag mindestens zweimal besonders gründlich die Zähne mit einer weichen Zahnbürste und benutze Zahnseide.
  2. Das Gurgeln mit Kamille- oder Salbeitee oder einer Salzlösung wirkt entzündungshemmend.
  3. Auch Ingwertee kann helfen: Trinke ihn mehrmals am Tag und spüle damit deinen Mund aus.
  4. Mixe 2 Esslöffel Apfelessig mit einem Glas Wasser und gurgle die Mischung mindestens eine halbe Stunde vor dem Zähneputzen.
  5. Ein abgekühlter Teebeutel mit schwarzem Tee kann Linderung verschaffen, wenn er etwa 5 Minuten auf die betroffene Stelle gelegt wird.

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Zahnfleischentzündung (Gingivitis) behandeln: Das macht der Zahnarzt

Wenn du mit diesen Hausmitteln deine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) behandelst, sie aber immer wiederkommt, nicht abheilt oder noch schlimmer wird, dann ist es an der Zeit zum Arzt zu gehen. Denn aus einer „harmlosen“ Entzündung können sich ernste Erkrankungen des Zahnapparats entwickeln. Deshalb solltest du bei stärkeren Symptomen unbedingt schnellstmöglich zum Zahnarzt gehen. Wenn dieser dir in den Mund schaut, weiß er meist schon, was Sache ist und sagt dir, ob du dir Sorgen machen solltest oder ob noch alles im grünen Bereich ist.

Sieht er einen Anlass dazu, wird er hartnäckigen Zahnbelag entfernen, um die Ursache der Zahnfleischentzündung zu beseitigen, oder andere Ursachen dafür mit dir gemeinsam identifizieren. Ist die Entzündung bereits weit fortgeschritten, kann er eine Röntgenaufnahme deines Kiefers machen, um die Ursache der Gingivitis zu bestimmen – zum Beispiel Zahnfleischtaschen, die sich gebildet haben. In schweren Fällen bekommst du dann Antibiotika verschrieben, um die Zahnfleischentzündung (Gingivitis) zu behandeln oder es muss gar ein chirurgischer Eingriff durchgeführt werden.


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Keine Chance der Zahnfleischentzündung: Ursachen wirksam bekämpfen

Eine chronische Gingivitis zu behandeln, kann langwierig sein und birgt viele Risiken. Am besten ist es deshalb immer noch, es einfach nicht dazu kommen zu lassen. Auch wenn einer oder mehrere Risikofaktoren auf dich zutreffen, kannst du einiges tun, um die Entstehung der Krankheit vorzubeugen. Zu den wichtigsten Methoden gehören (natürlich neben dem viel erwähnten gründlichen Zähneputzen) folgende:


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Von der Gingivitis zur Parodontitis

Eine Gingivitis ist zu Beginn nicht besonders spektakulär. So sind bei einer leichten Zahnfleischentzündung Schmerzen eher selten und über die roten Stellen und das bisschen Blut beim Zähneputzen lässt sich leicht hinwegsehen. Ein großer Fehler, denn wird die Zahnfleischentzündung nicht behandelt, kann sich daraus zum Beispiel Parodontitis entwickeln – und diese Erkrankung lässt sich nicht mehr so leicht ignorieren. Während die Behandlung einer Gingivitis mit Hausmitteln oder Antibiotika relativ einfach möglich ist, sieht es mit der Parodontitis schon ganz anders aus. 

Dringen die Bakterien einmal weiter vor, können sie den ganzen Zahnapparat angreifen. Das kann im Gegensatz zur Gingivitis Schmerzen an den Zähnen verursachen, aber auch ganz schmerzlos ablaufen, was die Krankheit besonders tückisch macht. Die Symptome einer Parodontitis sind ähnlich der einer Gingivitis, sie hat aber viel schwerere Folgen, die bis zum Zahnverlust führen können. Bleibt sie zu lange unentdeckt, lässt sie sich nur sehr schwer behandeln, beziehungsweise kehrt sie immer wieder zurück und es gibt keine endgültige Heilung. Nimm also die Symptome einer Zahnfleischentzündung immer ernst, damit es nicht so weit kommen kann.

Ein kleines FAQ zur Gingivitis:

Da eine Zahnfleischentzündung durch Bakterien hervorgerufen wird, kann diese tatsächlich ansteckend sein. Auf Küssen oder die Verwendung gemeinsamen Bestecks solltest du deshalb lieber verzichten, wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest. Andererseits trägt fast jeder die Bakterien in sich, die eine Entzündung auslösen können. Ob die Krankheit bei der anderen Person dann ausbricht, hängt von ihrem Immunsystem, ihrer eigenen Mundhygiene und vielen anderen Faktoren ab.

Bei guter Pflege und Behandlung heilt eine akute Gingivitis innerhalb von 3 Tagen bis zu einer Woche wieder ab. Handelst du nicht oder nicht schnell genug, kann sie allerdings chronisch werden oder sich zu einer Parodontitis entwickeln. In letzterem Fall ist eine Heilung nicht mehr möglich, eine Parodontitis kann nur noch stabilisiert, aber nicht mehr vollständig geheilt werden.

Ja, es wird zwischen einer akuten Gingivitis unterschieden, bei der das Zahnfleisch nur oberflächlich betroffen ist und die in der Regel leicht behandelt werden kann. Und der chronischen Form, bei der die Entzündung bereits auf den Kiefer übergegangen ist, wodurch ein Risiko für eine Parodontitis entsteht.

Daneben besteht eine sogenannte „nekrotisierende und ulzerierende Zahnfleischentzündung“, bei der es zu schweren Schmerzen am Zahnfleisch kommen kann. Hier sind auch die Zahnzwischenräume betroffen und es treten Vereiterungen auf. Ursachen können ein ungesunder Lebensstil sowie Komplikationen beim Durchbruch der Weisheitszähne sein.

Wenn du schwanger bist, bedeutet das natürlich nicht automatisch, dass sich dein Zahnfleisch entzündet. Dennoch hast du ein höheres Risiko, eine Gingivitis zu entwickeln, da diese auch hormonell begingt sein kann. Dasselbe gilt übrigens auch für die Pubertät und für die Einnahme der Antibabypille. Achte also in diesen Fällen besonders auf Symptome einer Zahnfleischentzündung und lege ein besonderes Augenmerk auf deine Mundhygiene.

In der Regel sind für eine Zahnfleischentzündung Schmerzen eher untypisch. Leichte Schmerzen zum Beispiel beim Zähneputzen können natürlich vorkommen. Doch hast du starke Schmerzen am Zahnfleisch, handelt es sich dabei vermutlich entweder um die oben erwähnte nekrotisierende und ulzerierende Zahnfleischentzündung oder um eine seltene Form der Gingivitis, der desquamativen Gingivitis. Bei dieser wird die obere Zahnfleischschicht abgestoßen und es bilden sich Blasen – starkes Mundbrennen begleitet den Prozess. Ursache dafür sind Autoimmunerkrankungen oder hormonelle Störungen. Auf jeden Fall solltest du bei stärkeren Schmerzen im Mund schnell einen Arzt konsultieren.

Schöne Zähne bringen dich auch privat und beruflich weiter. Hier erfährst du alles zum Thema Zahnpflege:

Marie-Theres Rüttiger
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Marie-Theres Rüttiger

Marie-Theres ist Online Redakteurin für Gesundheits- und Versicherungsthemen bei ottonova. Sie konzipiert den Redaktionsplan, recherchiert und schreibt vor allem über (E-)Health und Innovation, die das Leben besser machen.

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