Parodontose: Behandlung, Ursachen & Symptome

Wer unter Parodontose beziehungsweise Parodontitis leidet, der weiß zu Beginn oft nichts davon. Weil die Entzündung des Zahnhalteapparates langsam voranschreitet, ist eine regelmäßige Untersuchung beim Zahnarzt oder der Zahnärztin besonders wichtig, um die Diagnose früh genug zu stellen und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Im Folgenden geht es sowohl um Symptome und Diagnose einer Parodontitis als auch um die Parodontosebehandlung und Vorbeugung der Erkrankung.

Inhaltsverzeichnis:

Was versteht man unter einer Parodontitis?

Die Parodontitis ist eine chronische, entzündliche Erkrankung, welche vor allem das Zahnbett betrifft. Wird die Parodontitis nicht rechtzeitig erkannt, kann die Entzündung im fortgeschrittenen Stadium schwerwiegende Folgen haben. So können Patientinnen oder Patienten unter Schmerzen leiden oder gar ihre Zähne verlieren.

Dies hat seine Ursache in der Entstehung von Zahnfleischtaschen, also der Vergrößerung des Abstands zwischen dem Zahn und dem Zahnfleisch. Wächst die Tiefe der Zahnfleischtaschen, sammeln sich darin schädliche Bakterien und das Gewebe um den Zahn sowie die Kieferknochen bilden sich infolgedessen zurück. Auf diese Weise entstehen freiliegende Zahnhälse, die Zähne lockern sich und können schließlich ausfallen.


Parodontitis & Parodontose: Das ist der Unterschied

Sowohl der Begriff Parodontose als auch Parodontitis bezeichnen eine Erkrankung des Zahnhalteapparates. 

Während Parodontitis der fachliche Begriff für die Diagnose ist, wird umgangssprachlich auch oft von einer Parodontose gesprochen, obwohl dies nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht mehr korrekt ist. 

Die Endung "-itis" weist auf eine Entzündung hin, während "-ose" eine Zustandsveränderung beschreibt, welche nicht auf eine Entzündung zurückzuführen ist (2).

Der Begriff Parodontose wurde in der Vergangenheit verwendet, bevor die Parodontitis als entzündliche Erkrankung erkannt wurde, und hat sich bis heute im Sprachgebrauch gehalten.


Die Entstehung einer Parodontitis

Obwohl die Parodontose eine chronische Erkrankung ist, geht sie auf ein akut entzündetes Zahnfleisch zurück. So beginnt die Entstehung einer Parodontitis mit einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis), welche oftmals ihre Ursachen in einem schwächeren Immunsystem in Kombination mit einer mangelhaften Mundhygiene hat und nur Zähne und Zahnfleisch betrifft.

Diese entwickelt sich, wenn sie nicht entsprechend behandelt wird, zu einer Parodontitis weiter, welche auch den Zahnhalteapparat angreift und aufgrund der dauerhaften Schäden nicht mehr heilbar ist.


Die Diagnose: Parodontaler Screening Index (PSI)

Da eine Parodontitis zu Beginn meist keine Schmerzen verursacht, während sie das Zahnfleisch angreift, wird die Diagnose oft zu spät gestellt. Der Parodontale Screening Index (PSI) soll deshalb einerseits dabei helfen, die Erkrankung überhaupt erst zu identifizieren und andererseits bestimmen, wie weit sie bereits fortgeschritten ist.


Ablauf der Untersuchung

Bei der Untersuchung kommt eine Sonde zum Einsatz, mit deren Hilfe der Zahnarzt oder die Zahnärztin Auffälligkeiten am Zahn finden und anschließend dokumentieren kann. 

Hauptsächlich wird dabei die Tiefe der Zahnfleischtaschen gemessen, sowie die Zähne auf ihren Halt überprüft, doch auch die Rauigkeit der Zähne innerhalb der Zahntaschen wird berücksichtigt, da sich auf glatten Oberflächen Bakterien schlechter festsetzen können. Zuletzt wird die Blutungsneigung des Zahnfleisches überprüft.

Diese Früherkennung hilft dabei, eine Zahnfleischentzündung frühzeitig zu diagnostizieren, eine entsprechende Behandlung zu veranlassen und letztendlich im besten Fall eine Parodontose zu verhindern.

Wichtig ist dabei eine Untersuchung von Zähnen und Zahnfleisch in regelmäßigen Abständen. Für Patientinnen und Patienten der gesetzlichen Krankenkassen wird das Screening alle zwei Jahre erstattet.


Was bedeutet PSI?

Der PSI (Parodontale Screening Index) basiert auf einem Code, welcher anhand von Zahlen von 0 bis 4 die Schwere der Zahnfleischentzündung oder der bereits eingesetzten Parodontitis einordnet. 

Diese Bedeutung wird den einzelnen Zahlen zu geschrieben:


Das sind die Symptome einer Parodontitis

Die Anzeichen einer Parodontitis zeigen sich erst recht spät, lange Zeit haben Patientinnen oder Patienten überhaupt keine Symptome. Diese Tatsache macht die Krankheit besonders gefährlich, denn hat sie sich einmal von einer akuten in eine chronische Entzündung mit Zahnfleischtaschen verfestigt, ist zwar noch eine Behandlung, aber keine Heilung mehr möglich (3).


Symptome für eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis)

Meist erkennen die Betroffenen eine Zahnfleischentzündung zum ersten Mal, wenn beim Zähneputzen Zahnfleischbluten auftritt. Doch auch ein gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch gehört zu den häufigsten Symptomen, mit welchen die Patientinnen und Patienten schließlich den Zahnarzt oder die Zahnärztin aufsuchen.

Auch ein entzündetes Zahnfleisch mit Schmerzen sowie Mundgeruch können hin und wieder auftreten. In diesen Fällen muss es sich noch nicht zwingend um eine Parodontitis handeln, sondern es kann auch noch eine behandelbare Zahnfleischentzündung vorliegen.


Symptome für eine Parodontitis

Bei einer gefestigten Parodontitis lässt sich teilweise die Verlängerung der Zahnhälse durch den Rückgang des Zahnfleisches beobachten. Der Zahn erscheint dann länger, weil der Zahnhals langsam freigelegt wird.

Ein sicheres Zeichen dafür, dass sich Zahnfleischtaschen gebildet haben und die Parodontitis sich im fortgeschrittenen Stadium befindet, sind lockere Zähne. Diese weisen auf eine deutliche Rückbildung der Kieferknochen hin. In diesem Fall besteht dringender Handlungsbedarf.


Parodontitis: Ursachen für die Entzündung

Die Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung, wird also durch Bakterien verursacht. Zwar finden sich allerlei hilfreiche und harmlose Bakterien im Mund. Diejenigen, welche die Parodontose auslösen, befinden sich jedoch in der sogenannten Plaque (bakterielle Zahnbeläge), welche sich bei Vernachlässigung der Zahnpflege auf den Zähnen und in den Zahnzwischenräumen bildet.

Der Belag verhärtet sich mit der Zeit zu Zahnstein und wird dadurch zu einer Brutstätte für Bakterien. Diese setzen Stoffwechselprodukte frei, welche dann schließlich eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) und, wenn diese nicht behandelt wird, eine Entzündung des Zahnhalteapparates, also eine gefestigte Parodontitis verursachen.


Risikofaktoren für eine Parodontitis

Eine Parodontitis entsteht nicht aus dem Nichts - es gibt zahlreiche Maßnahmen, welche Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleisches vorbeugen können. Allerdings sind manche Patientinnen und Patienten anfälliger für diese Art von Entzündungen. Das lässt sich auf bestimmte Risikofaktoren zurückführen, welche eine Entstehung der Erkrankung wahrscheinlicher machen.

Das Risiko für eine Parodontose erhöht sich in der Regel bei einem geschwächten Immunsystem.

Diese Ursachen können die Wahrscheinlichkeit einer Entzündung noch erhöhen:


Erbliche Veranlagung

Wenn in der Familie vermehrt Entzündungen des Zahnfleisches vorkommen, dann steigt auch für den Patienten oder die Patientin das Risiko, an einer Parodontose zu erkranken. Die erbliche Veranlagung kommt vor allem bei jüngeren Betroffenen zum Tragen.


Rauchen

Ein erhöhtes Risiko zeigt sich auch bei Rauchern. Bis zu 15 Mal so wahrscheinlich erkrankt diese Gruppe an Parodontitis (4), da das Nikotin sowohl die Abwehrkräfte schwächt als auch zu einer geringeren Durchblutung im Mund führt. Daher können sich die bakteriellen Beläge schneller bilden und die Bakterien selbst sich schneller im ganzen Mund ausbreiten. 

Auch können so wichtige Symptome wie Zahnfleischbluten ausbleiben und die Erkrankung später erkannt werden. Nicht nur erhöht Rauchen das Risiko, dass sich eine Parodontitis entwickelt, es sorgt auch dafür, dass die Entzündung sich schneller entwickelt und schlechter behandelt werden kann.


Stress

Chronischer Stress macht den Körper anfälliger für Entzündungen und kann deshalb ebenfalls zu einem erhöhten Risiko für eine Parodontose führen.


Schwangerschaft

Aufgrund von hormonellen Veränderungen sind Schwangere anfälliger für Entzündungen im Mundraum.


Diabetes Mellitus

Patientinnen und Patienten, die unter zu hohen Blutzuckerwerten leiden, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Entzündungen des Zahnhalteapparates. Die Erkrankung an Parodontitis fördert im Umkehrschluss ebenfalls den Diabetes Mellitus, da die Entzündungen im Mund die Zellen weniger resistent gegen Insulin macht. Infolge dessen verschlechtern sich die Blutzuckerwerte.


Immunschwäche

Ist der Körper aufgrund einer Krankheit geschwächt, leidet darunter meist auch das Immunsystem und das Zahnfleisch wird anfälliger für Entzündungen wie eine Parodontose. Dazu gehören Erkrankungen wie AIDS, aber zum Beispiel auch Autoimmunerkrankungen, welche mit Immunsuppressiva behandelt werden.


Die richtige Vorbeugung: Zahn und Zahnfleisch schützen

Um einer Parodontitis vorzubeugen, sollten zunächst einmal alle vermeidbaren Risikofaktoren eliminiert werden. 

Eine besonders wichtige Maßnahme ist es, Zigaretten aufzugeben. Ein allgemein gesunder Lebensstil, welcher eine ausgewogene Ernährung sowie ein gutes Stressmanagement voraussetzt, hilft ebenfalls bei der Reduktion des Risikos. 

Im Vordergrund steht jedoch eine gute Mundhygiene und eine gründliche Pflege der Zähne, welche gleichzeitig auch das Zahnfleisch schützt. 

Dies gilt es dabei zu beachten:


Parodontosebehandlung


Kann der Zahnarzt oder die Zahnärztin Paradontose heilen?

Eine Parodontose kann nicht mehr geheilt werden. Stattdessen versucht der Zahnarzt oder die Zahnärztin, ein weiteres Fortschreiten zu verhindern und die Symptome zu lindern.

Die Parodontitis-Behandlung besteht dabei je nach Schwere der Entzündung aus mehreren Schritten, welche abgesehen von der professionellen Zahnreinigung bei nachgewiesenem Handlungsbedarf von der Krankenkasse übernommen werden:


Der Zahnarzt oder die Zahnärztin überprüft den Zustand des Zahnhalteapparats und der Zähne

Der Patient oder die Patientin wird über eine gute Mundhygiene aufgeklärt, damit er oder sie die Behandlung zu Hause durch die Pflege der Zähne und des Zahnfleischs unterstützen kann. Auch über Faktoren wie Rauchen und Diabetes, die ein Risiko im Verlauf der Parodontitis darstellen, muss der Patient oder die Patientin aufgeklärt werden. Umso mehr Kompetenz diese in Bezug auf die eigene Erkrankung erlangen, desto besser kann eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt oder der Zahnärztin erfolgen.

Die Parodontitis entsteht aus den Belägen beziehungsweise dem Zahnstein auf den Zähnen. Deshalb ist es ein wichtiger Bestandteil der Parodontosebehandlung, dass die Beläge von der Zahnärztin oder dem Zahnarzt entfernt werden.

Auch sonstige Störfaktoren wie Karies oder schlecht sitzender Zahnersatz werden entfernt oder ausgewechselt. Sollte ein Zahn schon zu locker sitzen, wird dieser entfernt.

Teil der Parodontitis-Behandlung ist auch die Entfernung von Belägen in den Zahnfleischtaschen, welche nur schwer erreichbar sind, mithilfe einer speziellen Sonde. 

Bei einer Tiefe der Taschen von etwa vier bis fünf Millimeter können auch Laser eingesetzt werden. Tiefere Zahnfleischtaschen sind jedoch mit dem Laser nur noch schwer zu erreichen. Daher muss in diesen Fällen im Rahmen der Behandlung unter örtlicher Betäubung das Zahnfleisch aufgeschnitten und nach der gründlichen Reinigung mit der Sonde das Gewebe wieder vernäht werden. So können bakterielle Zahnbeläge auch an den Stellen entfernt werden, die für die Patientinnen und Patienten unmöglich erreichbar sind. Dabei werden gegebenenfalls auch die Zahnwurzeln geglättet, sodass sich dort Beläge in Zukunft nur noch schwer bilden können.

In manchen Fällen kann bei der Behandlung einer Parodontitis auch Antibiotika zum Einsatz kommen.

Die Parodontosebehandlung umfasst nicht nur einen einmaligen Eingriff, sondern muss von der Zahnärztin oder dem Zahnarzt über längere Zeit begleitet werden. Um die Parodontitis im Griff zu halten, müssen Zahn und Zahnfleisch regelmäßig kontrolliert und bakterielle Beläge sowie Zahnstein durch eine professionelle Zahnreinigung entfernt werden. 

Ebenfalls wird im Rahmen der langfristigen Parodontosebehandlung die Entwicklung der Krankheit beobachtet und genau dokumentiert. Der Anspruch auf eine Nachversorgung wird innerhalb von zwei Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen gewährt und umfasst je nach Fall einen bis zu drei Besuche beim Zahnarzt oder der Zahnärztin.


Behandlung mit Knochenaufbau

Ist der Kieferknochen bereits weiter zurückgegangen und besteht ein Risiko zum Zahnverlust, besteht die Möglichkeit, die Knochen wieder aufzubauen und so das Gebiss zu stärken. Der Zahnarzt oder die Zahnärztin füllt dafür ein Ersatzmaterial an der betreffenden Stelle ein, welches das Wachstum anregt und das der Knochen anschließend als Gerüst nutzen kann, um sich wiederaufzubauen. 

In manchen Fällen können auch körpereigene Knochenersatzmaterialien genutzt werden. Dabei werden vom Zahnarzt oder der Zahnärztin Knochen aus Teilen des Kiefers transplantiert und an anderer Stelle wieder eingesetzt.


Unterstützung der Behandlung durch Patientinnen und Patienten

Die Parodontosebehandlung hängt maßgeblich von der Mitarbeit der Betroffenen ab. Eine Entzündung des Zahnhalteapparats kann nicht in nur einer Sitzung vom Zahnarzt oder der Zahnärztin beseitigt werden, sondern verläuft chronisch und benötigt deshalb tägliche Aufmerksamkeit. Im Prinzip gelten hier dieselben Vorkehrungen wie bei der Vorbeugung. So sollten die Betroffenen ein besonderes Augenmerk auf ihre Mundhygiene legen, indem sie ihre Zähne zweimal täglich putzen und Zahnzwischenräume gründlich mit Zahnseide oder Interdentalbürsten säubern.

Um die Parodontosebehandlung zu unterstützen, sollte zudem dringend auf das Rauchen verzichtet werden, um das Immunsystem gegen Bakterien zu stärken. Zudem sind regelmäßige Besuche bei der Zahnärztin oder dem Zahnarzt notwendig. Zusätzlich können Patientinnen und Patienten während ihrer Behandlung und darüber hinaus auf ihre Ernährung achten. Auch diese hat einen Einfluss auf den Verlauf der Parodontitis und kann die Symptome mindern.


Durch die Ernährung der Parodontitis vorbeugen

Das Gewebe im Mund sowie die Zähne und die Kieferknochen sind auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr angewiesen, um eine hohe Abwehrkraft gegenüber schädlichen Bakterien zu entwickeln. Aus diesem Grund ist eine ausgewogene Ernährung sowohl bezüglich der Vorbeugung als auch der Parodontitis-Behandlung von Bedeutung. Experten empfehlen bei chronisch entzündlichen Krankheiten wie der Parodontitis eine hohe Zufuhr an Antioxidantien, entzündungshemmenden Fettsäuren und Mineralien (5). Besonders achten sollten Patientinnen und Patienten mit Parodontitis bei ihrer Ernährung auf folgende Bestandteile:

Obst und Gemüse

Frisches Obst und Gemüse sind dank ihres hohen Gehalts an Vitaminen eine wichtige Grundlage einer gesunden Ernährung. Relevant sind in Hinsicht auf die Parodontitis besonders Vitamin C und Folsäure. Ersteres unterstützt das Immunsystem und die Regeneration des Zahnfleischs, während Folsäure eine wichtige Rolle in der Wiederherstellung der Schleimhaut spielt und bei Zahnfleischbluten oder einer Zahnfleischentzündung unterstützend wirkt.

Wichtige Vitamin-C-Lieferanten sind beispielsweise:

  • Paprika, Brokkoli, Grünkohl, Rosenkohl, Spinat
  • Sanddorn
  • Schwarze Johannisbeere, Zitrusfrüchte

Folsäure erhält der Körper zum Beispiel durch den Verzehr folgender Lebensmittel:

  • Grünes Blattgemüse wie Salate und Spinat, Tomaten
  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Bohnen oder Linsen
  • Nüsse
Obst und Gemüse unterstützt das Immunsystem und die Regeneration des Zahnfleischs und hilft somit gegen Parodontose

Gesunde Fette

Wer viele gesunde Fette, also ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu sich nimmt, der tut auch seinem Zahnfleisch und seinen Zähnen etwas Gutes. Besonders Omega-3-Fettsäuren spielen in Hinblick auf die Parodontitis eine große Rolle. Diese haben entzündungshemmende Eigenschaften und können so die Entstehung einer Parodontose verhindern oder deren Fortschreiten verlangsamen.

Omega-3-Fettsäuren finden sich beispielsweise in folgenden Lebensmitteln:

  • Fisch wie Lachs, Makrele, Thunfisch, Schellfisch oder Sardine
  • Speiseöle wie Hanföl, Leinöl, Rapsöl oder Walnussöl
  • Gemüse wie Spinat, Bohnen oder Rosenkohl
  • Samen und Nüsse wie Chiasamen, Walnüsse, Leinsamen oder Mandeln
  • Sojaprodukte
Omega 3 findet sich in Fischen und hilft gegen Parodontose

Kalzium

Kalzium ist ein wichtiger Bestandteil der Knochen und stärkt den Zahn. Eine ausreichende Zufuhr ist entscheidend für starke Kieferknochen und ein gutes Immunsystem. Mindestens 500 mg Kalzium sollten pro Tag dem Körper zugeführt werden, um das Risiko einer Parodontitis nicht zu erhöhen (5). Um das Kalzium aufnehmen und in die Knochen einbauen zu können, benötigt der Körper wiederum Vitamin D. Dieses wird über die Haut durch die Sonne aufgenommen und kann im Winter durch die Nahrung gedeckt werden.

Kalzium ist unter anderem in folgenden Nahrungsmitteln enthalten, die in die tägliche Ernährung integriert werden sollten:

  • Milchprodukte wie Kuhmilch, Kefir, Joghurt und Käse (zum Beispiel Emmentaler, Parmesan oder Edamer)
  • Sojamilch
  • Grünes Gemüse wie Grünkohl, Brokkoli oder Blattspinat
  • Müsli, Vollkornbrot und andere Vollkornprodukte
  • Mineralwasser
Kalzium in Käse stärkt die Knochen und schützt gegen Parodontose

Vitamin D

Vitamin D wird am besten über die Sonne aufgenommen, jedoch ist die Aufnahme nur in den Monaten von März bis Oktober möglich. Um genug von dem Vitamin aufzunehmen, wird empfohlen, sich zwei bis dreimal pro Woche mit unbedecktem Gesicht, die Arme und die Hände und ohne Sonnencreme an der Sonne aufzuhalten (6). Auch über Nahrungsergänzungsmittel kann Vitamin D zugeführt werden.

Obwohl nur ein geringer Teil des Bedarfs über die Nahrung aufgenommen werden kann, empfiehlt sich zusätzlich der Verzehr folgender Lebensmittel:

  • Lebertran
  • Fettige Fischsorten wie Hering, Makrele oder Lachs
  • Hühnereier, Leber
  • Avocado
  • Pilzsorten wie Steinpilze oder Pfifferlinge
Avocado unterstützt durch Vitamin D gegen Parodontose

Ist Parodontose ansteckend?

Parodontitis wird aufgelöst durch Bakterien, die sich im Mund vermehren. Genauso wie die meisten anderen bakteriellen Erkrankungen ist sie deshalb ansteckend. Betroffene können eine Parodontitis also weitergeben, zum Beispiel durch einen Kuss, aber auch durch gemeinsam genutztes Besteck oder Trinkgefäße.

Nur weil die Parodontitis ansteckend ist, bedeutet das aber nicht unbedingt, dass sie bei der anderen Person auch ausbricht. Ob die sich die Bakterien am Zahn ansiedeln und damit eine Zahnfleischentzündung auslösen können, hängt von den oben genannten Faktoren ab. 

So kann mit einer guten Zahnpflege, einem Verzicht auf das Rauchen, einer Stärkung des Immunsystems sowie regelmäßigen Besuchen bei der Zahnärztin oder dem Zahnarzt einer Ansteckung vorgebeugt werden.

Gemeinsame Behandlung aller Betroffenen

Dies bedeutet auch, dass Personen mit einer Parodontitis im Alltag darauf achten sollten, niemanden anzustecken. Besonders enge Familienmitglieder sind durch den engen Kontakt häufig von einer Übertragung der Parodontose betroffen.

Auch kann der eigene Behandlungserfolg durch eine ständige bakterielle Wiederansteckung durch Familienmitglieder oder die Partnerin beziehungsweise den Partner gefährdet werden. Es sollten also gewisse Vorkehrungen getroffen werden, um andere Personen zu schützen. Am besten sollten alle unter Parodontitis leidenden Haushaltsmitglieder zur selben Zeit eine Parodontosebehandlung erhalten. So kann die Zahl der auslösenden Bakterien und damit auch die Gefahr der gegenseitigen Ansteckung deutlich reduziert werden.

Folgekrankheiten der Parodontitis

Die Parodontitis ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates. Jedoch betrifft die chronische Entzündung nicht immer nur den Zahn, das Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat, sondern kann Auswirkungen auf den ganzen Körper haben. So können einige Krankheiten durch die Parodontitis entweder verstärkt oder begünstigt werden. Da die schädlichen Bakterien über das entzündete Zahnfleisch in das Blut gelangen können, breiten sie sich im ganzen Körper aus und beeinflussen deshalb die Allgemeingesundheit.


Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Besonders besorgniserregend ist die Begünstigung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gelangen die Bakterien in den Blutkreislauf, dann kann das eine Verkalkung der Arterien zur Folge haben. Diese wiederum erhöhen das Risiko für Schlaganfälle oder Herzinfarkte.


Entzündung der Herzklappen und Implantate

Von Entzündungen betroffen sein können ebenfalls die Herzklappen, vor allem bei Patientinnen und Patienten mit künstlichen Herzklappen. Implantate sind ebenfalls anfällig für die Ansiedlung von Bakterien, weshalb Personen mit beispielsweise Hüftimplantaten oder Knieimplantaten besonders vorsichtig sein sollten.


Diabetes Mellitus

Negativ wirkt sich die Parodontitis auch auf Diabetes aus. Sie kann die Insulinresistenz fördern, indem Insulinrezeptoren von den in den Körper gelangten Bakterien blockiert werden. Das erschwert die Einstellung der unter Diabetes leidenden Patientinnen und Patienten.

FAQ zur Paradontose

Die Ursache für eine Parodontitis ist die sogenannte Plaque, also der Belag, welcher sich bei mangelnder Mundhygiene auf dem Zahn bildet. Dieser verhärtet sich zu Zahnstein, wenn er nicht rechtzeitig entfernt wird, und beherbergt Bakterien, welche das Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat angreifen. Dadurch entstehen sogenannte Zahnfleischtaschen, also Vertiefungen um die Zähne. Die Zahnfleischtaschen sowie der Rückgang der Kieferknochen sind die Hauptsymptome einer Parodontitis.

Wird eine Parodontose nicht behandelt, dann resultiert die Entzündung des Zahnhalteapparates in einem Rückgang von Gewebe und Kieferknochen. Werden Symptome einer Parodontitis beobachtet, dann sollte schnellstmöglich ein Zahnarzt oder eine Zahnärztin aufgesucht werden. Bilden sich die Knochen und das Zahnfleisch zurück und werden die Zahnhälse sichtbar, verliert der Zahn an Halt und kann sich schließlich vom Knochen lösen und ausfallen. Bei einer über längere Zeit nicht behandelte Parodontitis stellen sich außerdem Zahnfleischbluten sowie teilweise auch Schmerzen am Zahnfleisch ein.

Eine fortgeschrittene Parodontitis ist nicht mehr heilbar, im Gegensatz zu der akuten Zahnfleischentzündung, aus welcher sie entsteht. Das liegt daran, dass das durch die Bakterien verlorene Gewebe nicht mehr wiederherstellbar ist. Ist die Krankheit also zu weit fortgeschritten, bestehen Schäden am Zahnfleisch, welche dem Patienten oder der Patientin im unbehandelten Zustand weiterhin Schwierigkeiten machen können. Um einen weiteren Rückgang der Knochen und des Gewebes zu verhindern und die Zahnhälse zu schützen, ist daher meist eine lebenslange Therapie beziehungsweise gründliche Pflege notwendig.

Die Behandlung der Parodontitis kostet größtenteils nichts. Sie ist eine Kassenleistung, das bedeutet, dass sie sowohl von der gesetzlichen als auch von der privaten Krankenversicherung erstattet wird. Dazu gehört zum Beispiel die Reinigung der Zahnfleischtaschen oder ein Aufbau der Knochen, um einen Verlust des Zahns zu vermeiden. Allerdings werden diese Maßnahmen nur übernommen, wenn eine medizinische Notwendigkeit nachweisbar ist. Auch die regelmäßige Früherkennung über den Parodontalen Screening Index wird übernommen. Lediglich die professionelle Zahnreinigung, welche vor der Behandlung durchgeführt werden sollte, muss von gesetzlich Versicherten selbst getragen werden.

Seit 2021 ist auch die Nachsorgebehandlung der Parodontitis eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Private Versicherer übernehmen diese Leistung schon länger.

In der Regel ist die Behandlung einer Parodontose nicht schmerzhaft. Sie wird unter Betäubung durchgeführt, wenn dabei die tiefliegenden Zahnfleischtaschen gereinigt und schwer zu erreichende Beläge von dort entfernt werden müssen. Aus diesem Grund müssen Patientinnen und Patienten keine Schmerzen bei der Behandlung befürchten. Auch nach der Behandlung einer Parodontitis sind Schmerzen eher selten, dennoch kann es sein, dass je nach persönlichem Empfinden Schmerztabletten eingenommen werden müssen.

Der Zahn ist nach der Behandlung oft ein wenig empfindlicher zum Beispiel gegenüber Kälte, was beim Essen berücksichtigt werden sollte.

Mit Parodontitis kann man einen Zahnersatz tragen. Dies ist sogar sinnvoll, um einem weiteren Rückgang der Kieferknochen vorzubeugen. Abhängig ist die Eignung von der Schwere der Parodontose.

So ist bei einer leichten bis mittelschweren Parodontitis ein festsitzender Zahnersatz durchaus möglich. Wichtig ist dabei, dass die Parodontitis vor dem Einsatz bestmöglich behandelt wird. Sind die Knochen im Kiefer noch stark genug, kann ein Implantat oder eine Brücke eingesetzt werden. Bei einer mittelschweren Parodontose sollte hingegen individuell abgewogen werden, welche Art des Zahnersatzes geeignet ist.

Ist die Erkrankung schon zu weit fortgeschritten und die Kieferknochen bereits zu weit zurückgegangen, dann kommen herausnehmbare Alternativen infrage.

Rauchen erhöht genauso wie Diabetes das Risiko an einer Parodontitis zu erkranken um ein Vielfaches. Laut Bundeszahnärztekammer erkranken Raucher bis zu 15 Mal so häufig an einer Parodontose wie Nichtraucher (4). Das hängt nicht nur daran, dass das Nikotin das Immunsystem schwächt, sondern auch daran, dass Symptome wie Zahnfleischbluten beim Zähneputzen bei Rauchern gar nicht oder erst deutlich später auftreten. Daher wird die Erkrankung oft später erkannt.

Auch der Verlauf ist bei Rauchern meist schwerer als bei Nichtrauchern. Ähnlich ist die Situation bei an Diabetes Erkrankten. Beide Erkrankungen begünstigen sich gegenseitig, weshalb auch bei Diabetes das Risiko und ein schwererer Verlauf der Krankheit wahrscheinlicher sind.

Auch bei einer genetischen Veranlagung ist die Vorsorge möglich und sogar besonders wichtig. Gibt es in der Familie häufiger Fälle von Parodontose, sollten entsprechende Vorkehrungen getroffen werden, um sowohl einer Entzündung vorzubeugen und als auch die Parodontose früh genug zu erkennen, sodass keine größeren Schäden entstehen. Das bedeutet einerseits natürlich, Risikofaktoren wie das Rauchen zu vermeiden. Andererseits sind besonders bei genetisch vorbelasteten Patientinnen und Patienten neben der gründlichen Mundhygiene gezielte und regelmäßige Besuche bei der Zahnärztin oder dem Zahnarzt notwendig, um typische Symptome und Veränderungen am Zahnfleisch oder am Zahn, welche auf eine Parodontitis hinweisen können, früh genug zu erkennen und schnell handeln zu können.

Quellen:

ottonova Magazin Autor
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