Weisheitszahn-OP: Kosten, Ablauf, Schmerzen & Tipps

Die Entfernung der Weisheitszähne wird oftmals als Routineeingriff bezeichnet. In den meisten Fällen ist die Entfernung sinnvoll, nicht immer müssen jedoch die Weisheitszähne gezogen werden. Wann die Operation notwendig ist, wie der Eingriff abläuft und welche Risiken das Entfernen der Molaren mit sich bringt, soll im Folgenden erklärt werden.

Inhaltsverzeichnis:

Definition & Erklärung Weisheitszähne

Die Entfernung der vier Weisheitszähne ist so verbreitet, dass oftmals die Frage aufkommt, warum diese Zähne überhaupt Teil des Gebisses sind. Die Antwort darauf gibt ein Blick in die Vergangenheit. Unsere Vorfahren mussten mit ihren Zähnen noch härtere Lebensmittel kauen, weshalb sie ein stärkeres Gebiss benötigten. Im Laufe der Zeit wurden die sogenannten "Achter" (also die achten Zähne im Kieferquartal, ganz hinten in der Zahnreihe) bei der Nahrungsaufnahme dann überflüssig, da die Lebensmittel verarbeitet und somit weicher wurden.

Weil die Evolution sich auf diese Veränderung nicht so schnell einstellen konnte, sind die Zähne noch heute im Kiefer angelegt und brechen in der Regel zwischen dem 16. und dem 25. Lebensjahr durch. Das hat laut einer Studie den Grund, dass der Kiefer vergleichsweise langsam wächst und die Zähne erst durchbrechen können, wenn ausreichend Platz vorhanden ist (1). Da sie später durchbrechen als die anderen Zähne und somit in einem Alter, in welchem auch die Weisheit langsam ins Leben tritt, werden sie als Weisheitszähne bezeichnet.

Nicht bei jedem sind heutzutage alle Weisheitszähne angelegt. Oftmals brechen diese auch nicht durch. Bei rund 80% der jungen Erwachsenen in Europa bleibt mindestens ein Zahn im Zahnfleisch. Dies ist häufiger im Unterkiefer der Fall.

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Zahnarzt Dr. Jens Gottschalk erklärt: Warum haben wir überhaupt Weisheitszähne?

Unsere Weisheitszähne bekommen wir in einem Alter, das früher schon als recht alt galt – also in einer Zeit, in dem wir langsam „weise“ wurden. Gebraucht werden die Zähne heute allerdings nicht mehr wirklich – im Gegenteil: Sie verursachen meist mehr Schaden als Nutzen und sind im besten Fall einfach unbrauchbar.

Früher war das jedoch einmal anders: Die Ernährung der Menschen war schwerer zu kauen (nicht wie heute, da alles gekocht und weich ist) und der Kiefer deutlich größer. Es gab also ausreichend Platz für die zusätzlichen Zähne. Während sich der Kiefer langsam zurückgebildet hat, sind die Zähne sozusagen als Relikt vergangener Zeiten geblieben.

Der andere wichtige Faktor war die evolutionäre Entwicklung des menschlichen Gehirns. Durch das stetige Wachstum unseres Gehirns veränderte sich die Form des knöchernen Schädels. Der Hinterkopf musste wachsen und das ging nur, wenn sich der Kiefer zurückbildete. Die Größe der Zähne veränderte sich dabei allerdings nicht. Daher ist bei den meisten Menschen heutzutage nur noch Platz für 28 Zähne, weshalb die 4 Weisheitszähne oft nur unvollständig herauswachsen können und zu Problemen führen."

Gründe für die Weisheitszahn-OP

Da sich im Laufe der Zeit nicht nur die Nahrung veränderte, sondern sich auch der Kiefer zurückbildete, finden die Weisheitszähne heute oftmals keinen Platz mehr im Mund. Infolgedessen treten bei bis zu 50% der Patientinnen und Patienten mit Weisheitszähnen Probleme auf (2). Diese Komplikationen sind verbreitet:

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Wann ist die OP sinnvoll?

Die Weisheitszahn-OP ist sinnvoll, wenn die oben genannten Komplikationen auftreten: Also wenn Schmerzen oder eine Entzündung entstehen, andere Zähne oder Knochen beschädigt werden oder wenn in der Zukunft Komplikationen zu erwarten sind. Da die Weisheitszähne im Gebiss keine Funktion mehr haben, wird vom Zahnarzt oder der Zahnärztin bei diesen Indikationen praktisch immer eine Operation empfohlen.

Nicht immer jedoch ist eine Entfernung der Weisheitszähne notwendig. Denn mit deren Durchbruch oder dem Verbleiben unter dem Zahnfleisch müssen nicht zwangsläufig Probleme entstehen. Dennoch raten einige Zahnärzte und -ärztinnen ihren Patientinnen und Patienten vorsorglich zu dem Eingriff, um mögliche spätere Komplikationen auszuschließen - obwohl diese sich noch gar nicht abzeichnen. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, eine unabhängige Zweitmeinung zur Weisheitszahnentfernung einzuholen.

Expertinnen und Experten sind sich nicht einig darüber, ob die Zahnextraktion von unproblematischen Weisheitszähnen sinnvoll ist - die Studienlage ist zu diesem Thema nicht ausreichend (3).


Bester Zeitpunkt für die Entfernung der Weisheitszähne

Da junge Patientinnen und Patienten eine Weisheitszahn-Operation meist besser verkraften und sich die Wurzeln im Kiefer noch nicht so stark gefestigt haben, wird die Weisheitszähne-OP meist im Alter zwischen 14 und 20 Jahren durchgeführt.

Doch auch bei älteren Patientinnen und Patienten ist die Entfernung sinnvoll, sobald Komplikationen auftreten und von Ärztinnen und Ärzten zu der OP geraten wird, um die Gesundheit nicht zu gefährden.

In der Regel empfiehlt die Zahnärztin oder der Zahnarzt, die Weisheitszähne dann zu entfernen, wenn diese Probleme machen oder wenn sich zukünftige Komplikationen (etwa durch einen schiefen Wuchs im Kiefer) abzeichnen. Ob man auch gesunde Zähne entfernen sollte, ist umstritten.


Welche Ärzte sind spezialisiert auf Weisheitszahn-OPs?

Bei einer Weisheitszahn-OP ist der Zahnarzt oder die Zahnärztin der erste Ansprechpartner. Verfügen diese über fundierte chirurgische Erfahrung, können sie die OP am Weisheitszahn selbst durchführen. Expertin oder Experte für die Weisheitszahnentfernung ist der Mund-Kiefer-Gesichtschirurg oder -chirurgin.

Wichtig ist, dass der Eingriff von erfahrenen Ärztinnen oder Ärzten durchgeführt wird. Es ist also durchaus sinnvoll, vor der Planung einer Weisheitszahn-Operation deren Erfahrungen in diesem Bereich zu erfragen.


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Ablauf der Weisheitszahn-OP

Eine Weisheitszahn-OP wird von einem Oralchirurg oder einer Oralchirurgin unter Lokalanästhesie durchgeführt, um Schmerzen zu vermeiden. Besonders bei Angstpatienten und -patientinnen kann jedoch auch eine Vollnarkose durchgeführt werden. Durch die Sedierung bekommen diese von der Weisheitszahn-OP dann nichts mehr mit.

Ob alle vier Weisheitszähne auf einmal gezogen werden oder die Entfernung in zwei Behandlungen aufgeteilt wird, in welchen jeweils zwei Zähne auf derselben Kieferseite gezogen werden, ist meist dem Patienten oder der Patientin überlassen.

Vor dem eigentlichen Eingriff wird in der Regel ein Röntgenbild erstellt, an welchem sich die Kieferchirurgen oder -chirurginnen beim OP-Ablauf orientieren. Ist der Weisheitszahn bereits durchgebrochen, kann dieser in der Regel einfach mit einer Zange entfernt werden. Ist der Zahn jedoch noch nicht durchgebrochen, läuft die Weisheitszahn-OP standardmäßig folgendermaßen ab:

  1. Zunächst erfolgt eine Lokalanästhesie beziehungsweise auf Wunsch eine Vollnarkose oder Sedierung, zum Beispiel mit einer Lachgas-Behandlung.
  2. Sobald die Betäubung eingesetzt hat, öffnet der Arzt oder die Ärztin das Zahnfleisch mit dem Skalpell und klappt es zur Seite, um den Weisheitszahn besser zu erreichen.
  3. Die Chirurgin oder der Chirurg bohrt unter Kühlung des umliegenden Gewebes mit einer oralchirurgischen Fräse einen Zugang zum Zahn.
  4. Anschließend wird die Zahnkrone freigelegt und der Weisheitszahn im Ganzen entfernt. Ist eine Entfernung an einem Stück nicht möglich, teil der Mund-Kiefer-Gesichtschirurg oder die -chirurgin den Zahn und trägt ihn schichtweise von oben bis unten ab.
  5. Die Wunde wird sterilisiert und das Zahnfleisch für den Wundverschluss wieder zugeklappt.
  6. Der Chirurg oder die Chirurgin näht die Wunde zu.
  7. Nach sieben bis zehn Tagen werden vom Zahnarzt oder der Zahnärztin die Fäden gezogen. Hierfür muss der Patient oder die Patientin die Praxis noch einmal aufsuchen.


Dauer einer Weisheitszahn-Operation

Die Dauer der Weisheitszahn-OP beträgt in der Regel 20 bis 60 Minuten, abhängig davon, wie viele Zähne auf einmal von Zahnarzt oder der Zahnärztin entfernt werden. Entscheiden sich die Patienten oder die Patientinnen dafür, nur zwei Zähne pro Sitzung ziehen zu lassen, dann liegen meist mehrere Wochen zwischen den beiden Operationen.

Alle Weisheitszähne auf einmal ziehen lassen: Gut oder schlecht?

Viele Patientinnen und Patienten sind sich unschlüssig darüber, ob sie ihre Weisheitszahn-OP auf einmal durchführen lassen, oder die Entfernung der Weisheitszähne lieber auf zwei Termine aufteilen sollen. Die Frage danach, welche Variante die bessere ist, kann nicht eindeutig beantwortet werden, da beide ihre Vor- und Nachteile mit sich bringen. Worauf die Wahl fällt, hängt also von dem persönlichen Abwägen der Patientinnen und Patienten ab.

Das spricht dafür und dagegen, alle Weisheitszähne auf einmal entfernen zu lassen:

Pro

Wer nur eine Weisheitszahn-OP durchführen lässt, hat den Eingriff schneller hinter sich. Das bedeutet auch, dass eine kürzere Wundheilungszeit besteht, die Schmerzen also über einen kürzeren Zeitraum verteilt sind. Wird aufgrund von Angst vor der Behandlung eine Vollnarkose für die Entfernung der Weisheitszähne benötigt, muss die Anästhesie in diesem Fall nur einmal durchgeführt werden. Dies kann unter Umständen Kosten sparen und Risiken vermindern, auch wenn eine Vollnarkose als sehr sicher gilt.


Contra

Werden bei der Operation alle vier Zähne auf einmal gezogen, ist die Wunde im Mund und dadurch auch die Schmerzen größer. Werden nur zwei Zähne entfernt, dann kann die Patientin oder der Patient meist auf einer Seite schmerzfrei kauen und die Beschwerden werden oft als weniger stark eingeschätzt. Das ist bei einer gleichzeitigen Entfernung aller Weisheitszähne nicht der Fall.

Kosten für die Weisheitszahn-OP

Wird die Entfernung der Weisheitszähne vom Zahnarzt oder der Zahnärztin empfohlen, dann werden die Kosten für die Operation vollständig sowohl von den gesetzlichen Krankenkassen als auch von der privaten Krankenversicherung getragen. Unter Umständen fallen jedoch zusätzliche Kosten an. So zum Beispiel für die Anfertigung von einem 3D-Röntgenbild zur Diagnostik, welches in komplizierten Fällen sinnvoll sein kann. Dieses kostet rund 150 bis 250 €. Bei privaten Krankenversicherungen oder einer privaten Zahnzusatzversicherung kann eine Übernahme der Kosten im Tarif enthalten sein. Dies sollte im Voraus abgeklärt werden.

Zusätzliche Kosten müssen Versicherte ebenfalls für die Vollnarkose oder Lachgas-Behandlung einplanen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 100 bis 200 €. Bei nachgewiesenen Angststörungen können die Kosten jedoch von der Versicherung übernommen werden. Mit einer Zahnzusatzversicherung werden die Kosten je nach Tarif auch ohne medizinische Notwendigkeit erstattet.

Vor der OP: Tipps zur Vorbereitung

Die Weisheitszahn-OP ist - vor allem, wenn alle vier Weisheitszähne auf einmal entfernt werden - eine größere Operation, von welcher der Patient oder die Patientin einige Tage Erholung benötigt und im Alltag eingeschränkt sein kann. Vor der Entfernung der Weisheitszähne durch den Zahnarzt oder die Zahnärztin sollten also Vorkehrungen getroffen werden.

Arbeitgeber informieren

Weil nach dem Eingriff je nach Schwierigkeitsgrad der Operation meist eine Arbeitsunfähigkeit von einem Tag bis zu einer Woche eintritt, sollte vor der Weisheitszahn-OP der Arbeitgeber informiert werden. Besonders körperliche Tätigkeiten sollten unter Umständen auch noch länger nicht ausgeführt werden. Der behandelnde Zahnarzt oder die Zahnärztin stellt entsprechend eine Krankschreibung aus.


Fahrer suchen

Es sollte beachtet werden, dass die Fahrtüchtigkeit nach einer Betäubung abnimmt. Nach einer Vollnarkose darf auf keinen Fall selbst gefahren werden. Die Patientin oder der Patient sollte also 24 Stunden nach der Weisheitszahn-OP entweder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen oder jemanden bitten, sie oder ihn nach der Operation nach Hause zu fahren.


Essen und trinken

Bei einer örtlichen Betäubung darf vor der Entfernung von Weisheitszähnen normal gegessen und getrunken werden. Eine größere Mahlzeit ist sogar empfehlenswert, da nach dem Eingriff das Essen und Kauen schwerfällt. Ist eine Vollnarkose oder Sedierung geplant, darf sechs Stunden vor dem Eingriff nicht mehr gegessen oder getrunken werden. Bis zu drei Stunden vor dem Eingriff darf ein Glas Wasser getrunken werden.


Schmerzmittel kaufen

Nach der Weisheitszahn-OP werden Schmerzmedikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol benötigt. Meist werden diese vom Zahnarzt oder der Zahnärztin direkt nach der Operation ausgehändigt. Dennoch kann es nichts schaden, zusätzliche Schmerzmittel zu Hause zu haben. Auch Mundspülung sollte im Haus sein. Vor der Operation dürfen keine Schmerzmittel eingenommen werden!


Den Kühlschrank auffüllen

Für die Zubereitung von Speisen, welche nach einer Weisheitszahn-OP verzehrt werden können, sollte bereits vor der Operation eingekauft werden.

Nach der operativen Weisheitszahn-Entfernung: Tipps

Nach der Weisheitszahn-OP sollten Patientinnen und Patienten einige Dinge beachten, um die Wundheilung zu unterstützen und unnötige Schmerzen zu vermeiden. Diese Maßnahmen helfen bei der Nachsorge:

Schmerzen

Leichter bis mittelschwerer Schmerz ist nach einer Weisheitszahn-OP nicht ungewöhnlich, da sich eine Wunde im Mund befindet, deren Heilung noch nicht abgeschlossen ist. Die Schmerzen können jedoch mit Medikamenten gelindert werden, welche in der Regel auch gleich nach der Operation von dem Zahnarzt oder der Zahnärztin verschrieben werden. Dabei handelt es sich um Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol.

Zudem sollte eine Kühlung der schmerzenden Stelle erfolgen, um Schwellungen zu mindern - sowohl von außen auf der geschwollenen Wange mithilfe von Kühlpads oder direkt in der Mundhöhle durch das Lutschen von Eiswürfeln.


Wundheilung

Um die Wundheilung zu unterstützen, sollte während der Heilungsphase verstärkt auf eine gute Mundhygiene geachtet werden. So können sich Bakterien weniger schnell vermehren und Entzündungen vorgebeugt werden. Dazu sollte der Patient oder die Patientin regelmäßig die Zähne putzen und auch vorsichtig den Schaum der Zahnpasta auf der Wunde verteilen, ohne Druck auszuüben. Zum Zähneputzen empfiehlt sich eine weiche Zahnbürste.

Der tägliche Gebrauch von Mundspülung ist zu empfehlen, um die Entzündungsgefahr zu reduzieren. Jedoch sollte während der ersten 48 Stunden darauf geachtet werden, dass diese keinen Alkohol enthält.

Um die Gefahr von Nachblutungen und Entzündungen zu vermindern, sollte außerdem während der Heilungsphase auf Nikotin verzichtet werden, da dieses die Wundheilung verlangsamt.


Medikamente

Die Einnahme von Schmerzmittel ist nach der Weisheitszahn-OP sinnvoll, jedoch sollte dabei auf Aspirin verzichtet werden, da dieses blutverdünnend wirkt und somit die Blutungsneigung erhöht. Ibuprofen oder alternativ Paracetamol sind zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen am besten geeignet.


Essen

Besonders wichtig ist es, nach dem Eingriff auf die richtige Nahrung zurückzugreifen. So sollten mindestens drei Tage nach der Weisheitszahn-OP nur weiche Lebensmittel wie mild gewürzte Suppen, Kartoffelpüree (ohne Milch), weiche Nudeln und Reis, Apfelmus und ähnliche Speisen gegessen werden. Scharfe Gewürze sowie heiße Gerichte sollten nicht auf dem Speiseplan stehen, da diese die Wunde reizen.

Verzichtet werden sollte auf harte Lebensmittel wie Nüsse, Brotrinde oder Müsli, weil diese die Wunde beim Kauen reizen und im schlimmsten Fall aufreißen können. Um eine Entzündung zu vermeiden, sollten nach der Weisheitszahn-OP auch keine Milchprodukte verzehrt werden, da Milchsäurebakterien die Wunde infizieren können. Zum Kühlen kann Fruchteis ohne Milch verzehrt werden.

Vollkommen verzichten sollten Patientinnen und Patienten nach der Entfernung von Weisheitszähnen auf Alkohol, schwarzen Tee und Kaffee. Diese erhöhen alle den Blutdruck und können so Nachblutungen begünstigen.


Schlafen

Das Wichtigste nach der Operation ist Ruhe. So kann der Heilungsprozess der Weisheitszähne beschleunigt und das Risiko für Beschwerden wie Nachblutungen oder Entzündungen vermindert werden.

Beim Schlafen sollte zusätzlich auf die Lage geachtet werden. So sollten der Kopf und Oberkörper mit Kissen höher gelagert werden. Dadurch werden ein erhöhter Blutfluss in den Kopf und damit auch Schwellungen vermieden.

Risiken: Was kann passieren?

Die Weisheitszahn-OP gilt als Routineeingriff und wird vom Fachzahnarzt oder der Fachzahnärztin regelmäßig durchgeführt. Dennoch existieren einige Risiken, welche auch bei der Entscheidung für oder gegen den Eingriff berücksichtigt werden sollten (4).


Angst vor Weisheitszahn-OP - Was tun?

Vor einer Weisheitszahn-OP gibt es nichts zu befürchten. Durch die Betäubung spüren Patientinnen und Patienten fast nichts von dem Eingriff. Die Gedanken von Angstpatientinnen und -patienten sind jedoch nicht immer rational, weshalb diese sich dennoch vor dem Eingriff fürchten. Zahnärzte und Zahnärztinnen sind auf solche Fälle gut eingestellt, weil diese zu deren Berufsalltag gehören. Einige Praxen haben sich sogar auf die Behandlung von Angstpatienten und -patientinnen spezialisiert. Sie sind Expertinnen und Experten im Umgang mit Ängsten und gestalten die Beratung, die Behandlung und die Nachsorge so angenehm wie möglich.

Bei starken Sorgen oder Beunruhigung vor der Weisheitszahn-OP sollte vorher mit der behandelnden Zahnärztin oder dem Zahnarzt gesprochen und die Ängste geschildert werden. Meist wird dann eine Vollnarkose oder eine Lachgas-Behandlung für die Entfernung der Weisheitszähne empfohlen.

Hilfreich ist es in jedem Fall, mit einer vertrauenswürdigen Person in die Praxis zu kommen, welche auch während der Behandlung im Raum bleiben darf. Auf keinen Fall sollten ohne vorherige Absprache angstlösende Medikamente vor der Weisheitszahn-OP eingenommen werden.

Je nachdem, wie stark ausgeprägt die Angst vor der Operation ist, können auch schon einfache Maßnahmen wie das Hören von Musik über Kopfhörer oder ein Stressball helfen, während die Weisheitszähne entfernt werden.

FAQ zur Weisheitszahnentfernung

Nach der Weisheitszahn-OP sollte erst nach Ablauf von einer Woche wieder Sport getrieben werden, da bei der Bewegung der Blutdruck erhöht wird und so Nachblutungen verursacht werden können. Auch sonstige Anstrengungen wie das Heben schwerer Gegenstände sollte in der ersten Wochen vermieden werden.

Leistungssportler und -sportlerinnen sollten in Absprache mit dem Zahnarzt oder der Zahnärztin nach der Weisheitszahn-OP noch länger warten, bis sie wieder voll trainieren. Leistungssport ist erst vier bis sechs Wochen nach dem Eingriff wieder empfehlenswert.

Sowohl die private Krankenversicherung als auch die gesetzlichen Krankenkassen kommen für die Kosten der Weisheitszahn-OP durch den Zahnarzt oder die Zahnärztin auf. Die lokale Betäubung ist dabei mit inbegriffen.

Besteht eine nachgewiesene Angststörung oder sonstige psychische Vorerkrankungen, welche den Eingriff behindern können, ist auch die Kostenübernahme für eine Vollnarkose möglich.

Wird von der Patientin oder dem Patienten eine solche Betäubung gewünscht, ohne dass eine Notwendigkeit besteht, kann sich eine Zahnzusatzversicherung lohnen. Hier werden die Kosten je nach Tarif erstattet.

Laut Expertinnen und Experten ist eine Weisheitszahnentfernung nicht zwingend notwendig. Diese sollte nach heutigen Standards nur durchgeführt werden, wenn aufgrund der Weisheitszähne Probleme wie Schmerzen, Schädigung der Nachbarzähne, Karies, Entzündungen im Mund-Kiefer-Bereich oder andere medizinische Probleme entstehen, die mit dem Weisheitszahn in Verbindung gebracht werden.

Stellen die Weisheitszähne keine Gefahr für die Gesundheit dar, sehen Zahnärzte und Zahnärztinnen heutzutage eher von einer OP ab.

Auf Rauchen und Alkohol sollten Patientinnen und Patienten 24 Stunden nach der Weisheitszahn-OP laut Expertinnen und Experten dringend verzichten, besser sind jedoch drei Tage. Nikotin und Alkohol haben beide negative Effekte auf die Heilung der Wunde.

Rauchen zieht die Blutgefäße zusammen, wodurch die Durchblutung vermindert und damit auch die Wundheilung verlangsamt wird. Außerdem erhöht das Rauchen das Risiko dafür, dass sich die Wunde infiziert (6).

Alkohol hingegen erhöht den Blutdruck und erhöht so das Risiko für eine Blutung. Auch Mundspülung mit Alkohol sollte 24 Stunden nach der Weisheitszahn-OP nicht benutzt werden.

Tritt nach der Entfernung der Weisheitszähne eine Blutung auf, dann sollte zunächst einmal Ruhe bewahrt werden. Leichte Blutungen, bei welchen der Speichel rot gefärbt ist, sind normal und kommen öfters vor.

Ist die Blutung stärker, sollte auf ein frisch gewaschenes Taschentuch oder Geschirrtuch gebissen werden, um die Blutung zu stoppen. Blutet die Wunde nach etwa einer Stunde immer noch, sollte schnell der behandelte Zahnarzt oder die Zahnärztin aufgesucht werden.

Einen Weisheitszahn ziehen zu lassen, ist nicht schmerzhaft. Beim Entfernen der Weisheitszähne wenden Zahnärztinnen und Zahnärzte eine lokale Betäubung sowie in Ausnahmefällen eine Vollnarkose oder Sedierung an. Bei letzteren spüren die Patientinnen und Patienten nichts mehr und sind während der Operation nicht bei Bewusstsein.

Dennoch muss erwähnt werden, dass nach der Operation mehrere Tage lang leichte bis moderate Schmerzen auftreten, welche mithilfe von Schmerzmitteln und Kühlung der betreffenden Stelle jedoch gut unter Kontrolle gehalten werden können.

Quellen:

(1) Glowacka, Halszka / Schwarzt, Gary T.: A biomechanical perspective on molar emergence and primate life history, in: Science Advances, Bd. 7, Nr. 41, 2021, science.org/doi/10.1126/sciadv.abj0335 (abgerufen am 07.11.2021).

(2) Neuner, Hemma: Weisheitszähne in der Kieferorthopädie, in: Informationen aus Orthodontie & Kieferorthopädie, Bd. 50, Nr. 1, 2018, thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0044-101105 (abgerufen am 07.11.2021), S. 29-32.

(3) Ghaeminia, H. / Nienhuijs, M.E.L. / Toedtling, V., et al.: Surgical removal versus retention for the management of asymptomatic disease-free impacted wisdom teeth, cochranelibrary.com, 2020, www.cochrane.org/CD003879/surgical-removal-versus-retention-management-asymptomatic-disease-free-impacted-wisdom-teeth

(4) Kunkel, M., et al.: Operative Entfernung von Weisheitszähnen, in: www.awmf.org, 2006, awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/007-003l_S2k_Weisheitszahnentfernung_2019-08.pdf (abgerufen am 07.11.2021)

(5) Wolf, Daniel / Renton, Tara: Die Koronektomie, in: Swiss Dental Journal SSO, Bd. 126, Nr, 12, 2016, swissdentaljournal.org/fileadmin/upload_sso/2_Zahnaerzte/2_SDJ/SDJ_2016 /SDJ_12_2016/SDJ_2016-12_praxis_D.pdf (abgerufen am 07.11.2021), S. 1147 -1153.

(6) Arrigoni, Jeannine / Lambrecht, J. Thomas: Komplikationen bei und nach operativer Weisheitszahnentfernung, in: Schweizer Monatsschrift für Zahnmedizin, Bd 112, Nr.12, 2004, swissdentaljournal.org/fileadmin/upload_sso/2_Zahnaerzte/2_SDJ/SMfZ_ 2004/SMfZ_12_2004/smfz-04-12-praxis-2.pdf (abgerufen am 07.11.2021), S. 1271 - 1279.

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Dr. Jens Gottschalk ist seit 1997 Zahnarzt und praktiziert seit 2003 in seiner eigenen Praxis im Herzen Münchens. Er betreut seine Patienten in allen Belangen der Zahnheilkunde und ist spezialisiert auf die ästhetische und funktionelle Versorgung komplexer Zahnsituationen.

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