Private Krankenversicherung im Referendariat: Q&A

Du stehst kurz vor dem Referendariat? Dann gilt es jetzt zu überlegen, wie du dich weiter versichern möchtest. Können oder müssen sich Beamtenanwärter im Referendariat eine private Krankenversicherung zulegen? Gibt es Unterschiede zwischen Lehrern und Juristen? Wir klären dich auf!

Pkv Referendariat B

Bist du als Lehrer immer privat versichert?

Lehramtsanwärter haben grundsätzlich die Wahl: Du kannst dich gesetzlich oder privat versichern, ganz wie du möchtest. In der Praxis ist es allerdings so, dass sich fast nur die PKV für Lehramtsanwärter lohnt. Warum das so ist, erklären wir dir im Folgenden.

Welche Krankenkasse ist im Lehramtsreferendariat sinnvoll?

Wenn du dich gesetzlich versicherst, musst du anders als ein Angestellter die volle Beitragshöhe bezahlen. Denn dein Dienstherr, der Staat, übernimmt nicht die Hälfte der Beitragskosten wie andere Arbeitgeber. Anders sieht es aus, wenn du dich privat versichert. In diesem Fall trägt die Beihilfe mindestens 50 Prozent deiner Krankheitskosten. Nur die restlichen 50 Prozent musst du über eine PKV absichern.

Du sparst dir also Kosten, wenn du dich im Referendariat für eine private Krankenversicherung entscheidest. Schauen wir uns einmal an, welche Kosten in der PKV für Lehramtsanwärter auf dich zukommen.

Was kostet eine PKV für Lehramtsanwärter?

Nehmen wir an, du bist 25 Jahre alt, lebst in Bayern und die Beihilfe trägt 50 % deiner Krankheitskosten. Das ist dann der Fall, wenn du ledig bist und keine Kinder hast. Dann würde die PKV für Lehramtsanwärter bei ottonova rund 80€ kosten. Das liegt zum einen daran, dass du beihilfeberechtigt bist, zum anderen bildet die private Krankenversicherung während deines Referendariats noch keine Altersrückstellungen.

Doch wie sieht es aus, wenn du dich gesetzlich versichern wolltest? Gehen wir davon aus, dass du 1.300 Euro brutto im Monat bekommst.

Dann ergibt sich folgende Rechnung:

Gesetzlich festgeschriebener Beitragssatz: 14,6 %
Zusatzbetrag: 0,7 %
Beitragssatz zur Pflegeversicherung: 3,3 %
Insgesamt: 18,6 %
Kosten der gesetzlichen Krankenkasse: 241,80 Euro

Du zahlt also deutlich mehr, bekommst allerdings trotzdem nur die Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkasse.


Was ist die Beihilfe genau? 

So blickst du endlich durch!


Welche Leistungen übernimmt die private Krankenversicherung bei Anwärtern?

Welche Leistungen genau übernommen werden, hängt natürlich davon ab, welchen Tarif du wählst. Die meisten Tarife in der PKV kommen, anders als die gesetzliche Krankenversicherung, für hochwertigen Zahnersatz auf. Das ist wichtig, denn früher oder später wirst du vermutlich ein Implantat oder eine Brücke brauchen.

Entsprechende Versorgungen sind teuer, wenn du selbst dafür aufkommen musst. Sie kosten gerne mehrere tausend Euro. Viele gesetzlich Versicherte schließen daher eine Zahnzusatzversicherung ab. Mit der ottonova Zahnzusatzversicherung bist du beim Testsieger versichert.

Ein weiterer Vorteil der PKV

Wenn du dich im Referendariat für eine private Krankenversicherung entscheidest, bekommst du häufig schneller einen Arzttermin. Da Ärzte mit einer privaten Krankenversicherung einen höheren Satz  abrechnen können, werden PKV Versicherte meist auch bevorzugt behandelt. Sie kommen auch eher in den Genuss neuer und teurer Behandlungsmethoden.

Gesetzlich Versicherte haben dagegen teilweise mit der unbeliebten Budgetierung zu kämpfen. Der Arzt bekommt pro Patient ein bestimmtes Budget, mit dem er haushalten muss. Ist es ausgeschöpft, müsste der Arzt seine Behandlung aus der eigenen Tasche bezahlen. Häufige Folgen: Der Termin wird ins nächste Jahr verschoben oder du erhältst bestimmte Medikamente einfach nicht.


Es gibt noch mehr Unterschiede zwischen GKV und PKV!

So funktionieren beide Systeme


Zahlen private Krankenversicherungen für die Familien der Referendare?


Ob deine Familie mitversichert ist, hängt davon ab, ob du eine entsprechende Police wählst. Tatsächlich ist es häufig sinnvoll, die ganze Familie privat zu versichern.
Anwärter und Lehrer sind hier besser gestellt als zum Beispiel Selbstständige. Denn wenn du zwei Kinder hast, trägt die Beihilfe 70 bis 80 Prozent der Behandlungskosten. In Bayern etwa fließen entsprechende Zuschüsse auch schon bei einem Kind. Und wenn die Frau klassisch zu Hause bleibt und kein Einkommen hat, übernimmt die Beihilfe ebenfalls 70 Prozent für sie.

Die private Krankenversicherung ist für Beamtenanwärter also nur eine Restkostenversicherung. Deshalb ist sie so günstig. Es lohnt sich daher häufig, die ganze Familie gleich mitzuversichern. Das Thema Steuererklärung wird bei der privaten Krankenversicherung auch interessant. Du kannst deine Beiträge steuerlich absetzen sowie die Basisabsicherung deiner Familie geltend machen. 

Was ist beim Tarifwechsel und bei der Tarifwahl zu beachten?

Referendare haben ein Sonderwechselrecht. Das heißt, du kannst ohne Wartezeiten direkt von der gesetzlichen in die PKV für Lehramtsanwärterwechseln. Das Sonderwechselrecht gilt ab dem Datum der Verbeamtung zwei Monate lang.

Beamtenanwärter sollten verschiedene PKV-Tarife vergleichen, bevor sie sich für eine private Krankenversicherung entscheiden. Die Unterbringung im Mehrbettzimmer ist natürlich günstiger als ein Einzelzimmer, solltest du ins Krankenhaus müssen. Auch die Chefarzt-Behandlung verursacht häufig einen Zuschlag. Überlege also, welche Leistungen dir wichtig sind.

Interessant sind auch die Vorsorgeleistungen. Schau, ob die PKV deiner Wahl alle wichtigen Vorsorgeleistungen übernimmt. Wie wirkt sich die Inanspruchnahme auf die Beitragsrückerstattung aus? Wenn du das ganze Jahr über nicht krank warst und nur zur professionellen Zahnreinigung gegangen bist, bekommst du dann trotzdem einen Teil deiner Beiträge zurück? Informiere dich umfassend, denn deine private Krankenversicherung wird dich lange begleiten.

Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung nach dem Referendariat – ist das möglich?

Nicht jeder Anwärter wird nach seinem Referendariat auch verbeamtet. Manche erhalten eine Vertretungsstelle und befinden sich dann in einem Angestelltenverhältnis. Das bedeutet in der Regel, dass du zurück in die gesetzliche Krankenkasse musst. Denn meist übersteigt das Gehalt angestellter Lehrer nicht die Versicherungsgrenze, ab der du als Angestellter in die PKV darfst. 
Wenn du damit rechnest, bald auf Lebenszeit verbeamtet zu werden, kannst du eine sogenannte Anwartschaftsversicherung abschließen. So stellst du sicher, dass dein Gesundheitszustand bei einem erneuten Wechsel nicht noch einmal geprüft wird. Praktisch, wenn du momentan rundum gesund bist!


Was passiert, wenn du nach dem Referendariat aufgrund der Ferienzeit arbeitslos bist?

So kannst du ganz einfach in der PKV bleiben!


Jura: Ist eine private Krankenversicherung für Rechtsreferendare möglich?

Bei angehenden Juristen ist das Referendariat etwas anders geregelt, was sich auch auf die Krankenversicherung auswirkt. Für sie ist es häufig nur eine Durchgangsstation auf dem Weg in ein Angestelltenverhältnis oder in die Selbstständigkeit. Nur die, die Richter oder Staatsanwalt werden wollen, streben eine Beamtenlaufbahn an.

Rechtsreferendare sind aber in der Regel angestellt. Meist auch dann, wenn sie im öffentlichen Dienst einsteigen. Das bedeutet: Du bist in der GKV pflichtversichert, da dein Einkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 62.550 Euro wahrscheinlich nicht übersteigt. Daher ist eine PKV für Rechtsreferendare eher nicht möglich.

Fazit:

Viele Lehramtsanwärter entscheiden sich kurz vor ihrem Referendariat für eine private Krankenversicherung. Sie gehören damit zu den rund neun Millionen Deutschen, die Leistungen der PKV beziehen. Die meisten sind im Zuge ihrer Verbeamtung das erste Mal Privatpatient. Jetzt stellen sich jede Menge Fragen. Zum Beispiel, was die PKV für die Steuererklärung bedeutet und was passiert, wenn du in Elternzeit gehst. Wir haben die Antworten!

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