Wie die PKV zur Corona-Eindämmung beiträgt

Corona ist noch nicht überstanden. Laut WHO wird das Infektionsrisiko im Herbst ansteigen, wenn sich die Menschen wieder mehr in geschlossenen Räumen aufhalten. Gut zu wissen, dass sich Deutschland wappnet. Auch die PKV trägt ihren Teil zur Pandemie-Bekämpfung bei. Was das für dich bedeutet.

Corona geht alle etwas an. Die Bewältigung der Pandemie ist eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der auch die privaten Krankenversicherungen ihren Teil leisten, um die Coronapandemie in den Griff zu kriegen und entstandene Gesundheitsausgaben aufzufangen.

PKV Corona Maßnahmen

Diese Leistungen übernehmen private Krankenversicherungen


Du bist mit deiner PKV meist nur in Kontakt, wenn sie deine Arzt-Rechnungen begleicht. Im Hintergrund leisten private Krankenversicherungen allerdings noch viel mehr: Sie übernehmen aktuell auch Kosten für Schutzmaßnahmen medizinischer Leistungserbringer und treiben die Digitalisierung voran.

Während des Lockdowns waren manche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sogar ehrenamtlich aktiv: Der Pflegeprüfdienst der privaten Krankenversicherung, der während des Lockdowns nicht seiner Arbeit nachgehen konnte, unterstütze Pflegeeinrichtungen, Kliniken und Gesundheitsämter. Insgesamt leisteten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen 11.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit.

Daneben tragen die privaten Krankenversicherungen gemeinsam mit anderen Institutionen dafür Sorge, dass du im Krankheitsfall sowohl ambulant als auch stationär gut betreut wirst.


Die PKV beteiligt sich zum Beispiel an Kosten für:

Die Finanzierung von Corona-Tests hat in letzter Zeit für Verwirrung gesorgt. Wann tragen Versicherte selbst die Kosten, wann kommt die PKV auf?

Coronabeitrag PKV

Wer die Corona-Tests zahlt

Wenn dein Arzt oder deine Ärztin einen Corona-Test anordnet, weil du mit Fieber, trockenem Husten und Abgeschlagenheit in der Praxis erscheinst, kommt die PKV für die Kosten auf. Bei Abrechnung nach Regelsatz zahlst du zunächst 174 Euro, die dir dann erstattet werden.

Wenn du das Gesundheitsamt kontaktierst, werden die Testkosten aus dem Gesundheitsfonds bezahlt. Gehst du zu deinem Hausarzt, kommt die PKV dafür auf.

Generell gilt: In den meisten Bundesländern zahlt die PKV den Corona-Test, wenn ein begründeter Verdacht besteht oder du auf Reisen warst.

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PKV oder GKV? Was passt zu dir?

Welches System ist das richtige für dich? Alles was du zum Thema Krankenversicherung wissen musst.

Wer zahlt für die Behandlung, wenn der Test positiv ist?


Bist du tatsächlich an COVID-19 erkrankt, wirst du selbstverständlich auf Kosten der privaten Krankenversicherung behandelt. Bei leichten Symptomen wirst du laut RKI ambulant versorgt, das heißt dein Arzt berät dich, worauf du jetzt achten musst. Beispielsweise solltest du 14 Tage zu Hause bleiben, auf eine gründliche Hygiene und die übliche Niesetikette achten. Du kannst auch an einer Online-Sprechstunde teilnehmen, um dich zu informieren.


Sprechstunde ohne Wartezimmer

So funktioniert die Online-Ferndiagnose


Gut zu wissen:

Wenn du Arbeitnehmer bist und weder im Büro noch im Homeoffice arbeiten kannst, erhältst du wie bei anderen Krankheiten auch eine Lohnfortzahlung. Als Selbstständiger bekommst du eine äquivalente Unterstützung nur, wenn du eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen hast. Dann erhältst du den pro Tag vereinbarten Betrag, wenn du wegen Corona nicht arbeiten kannst.

Solltest du stationär behandelt werden müssen, trägt deine Krankenversicherung alle Kosten. Das gilt häufig auch, wenn du im Ausland behandelt werden musst. Enthält dein Tarif einen Auslandskrankenschutz, übernimmt die PKV die Behandlung fernab der Heimat. Ein Blick in deine Unterlagen zeigt, ob der Auslandskrankenschutz auf bestimmte Länder beschränkt ist. Hier erfährst du auch, ob ein kostenfreier Rücktransport mit dabei ist. Häufig kommen private Krankenversicherungen bei medizinischer Notwendigkeit für den Rücktransport auf. Das gilt nicht nur in Corona-Zeiten, sondern immer.

Zusätzliche Finanzierung durch Privatversicherte


Die Kosten für den medizinischen Mehraufwand und die Rettungsschirme für die Wirtschaft werden zu einem großen Teil durch Steuern und neue Schulden finanziert. Insofern tragen unter anderem sowohl Privatversicherte wie du als auch private Krankenversicherungen indirekt die Kosten der Corona-Krise. Denn die Steuerzahlungen kommen dem Staat bei der Bewältigung der Kosten zugute. 

Aber auch unabhängig von der Coronapandemie leistet die private Krankenversicherung einen großen Teil bei der Finanzierung des Gesundheitssystems. 

Kliniken erhalten beispielsweise für Wahlleistungen der PKV jährlich 2,99 Milliarden Euro extra zu den allgemeinen Krankenhausleistungen.

Auch im ambulanten Sektor trägt die PKV zu einem Mehrumsatz von 6,43 Milliarden Euro bei und können so zusätzliches Personal und medizinische Ausstattung finanzieren. Das bedeutet 55.000 Euro mehr pro Arztpraxis pro Jahr, als wenn die Praxen nur nach den Regeln der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen würden.

Die gute ambulante Versorgung in Deutschland hat sich auch während der Coronakrise bewährt und macht in der Krisenbewältigung einen entscheidenden Unterschied zu anderen europäischen Staaten. Denn viele Patientinnen und Patienten konnten auch außerhalb des Krankenhauses behandelt werden.

Private Krankenversicherungen treiben die Entwicklung des Gesundheitswesens voran


Wird die Welt nach Corona eine andere sein? Wir werden sehen. Eines zeichnet sich jedoch bereits ab: Der lang ersehnte Digitalisierungsschub kommt nun mit geballter Kraft und verändert das Gesundheitswesen bereits heute.

Ausbau der Telemedizin durch Corona


Die PKV vergütet Videosprechstunden seit jeher ohne Deckelung. Das bedeutet für dich: Du als Privatpatient kannst Online-Sprechstunden in Anspruch nehmen, ohne dafür zahlen zu müssen. Die gesetzlichen Kassen zogen aufgrund der Corona-Pandemie nach. Sie ermöglichten Ärzten erst ab April, Online-Sprechstunden unbegrenzt abzurechnen. 
Prof. Gerlach, Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, sieht die fortschreitende Digitalisierung als positive Folge von Corona. Jahrelang wurde beispielsweise über die Digitalisierung der öffentlichen Gesundheitsämter diskutiert, die jetzt ohne mit der Wimper zu zucken umgesetzt wird.


Digitalisierung der Medizin

Von wem wir lernen können


PKV treibt Digitalisierung voran


Die privaten Krankenversicherungen sind nicht nur gegenüber Online-Sprechstunden aufgeschlossen, sondern für viele weitere Digitalisierungsprozesse. So hat der PKV-Verband beispielsweise den Venture-Capital-Fonds „Heal Capital“ initiiert, der weltweit einer der ersten Fonds für den digitalen Gesundheitsmarkt ist. So sollen digitale Lösungen vorangetrieben werden. Aktuell unterstützt der Fonds beispielsweise ein Medical-Messaging-Start-up. Die Firma entwickelt eine App, die Datenaustausch von Ärzten, Pflegefachkräften und anderen Behandlern vereinfachen soll.

Fazit:

Corona hat gezeigt, wie wichtig Vernetzung und digitale Medizin sind. Passend dazu wird Anfang 2021 die elektronische Patientenakte kommen, die alle deine Gesundheitsdaten online bündeln wird. Du wirst Medikamente auf E-Rezept bekommen, Medikationspläne online verwalten und immer mehr Health-Apps nutzen können. Man darf also gespannt sein!

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Jeannette Stowasser
HIER SCHREIBT Jeannette Stowasser

Jeannette ist Online-Redakteurin für Gesundheit und schreibt seit 2011 Artikel, E-Books und Whitepaper zu den verschiedensten medizinischen Themen.

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