Dental-Bonding: Zähne verlängern & auffüllen als Zahnkorrektur

Dental Bonding erfreut sich, wie die meisten aus den USA kommenden Trends der ästhetischen Zahnmedizin, in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Dabei existieren unterschiedliche Methoden, die allesamt für ein schöneres Lächeln sorgen sollen, indem die Frontzähne aufgehellt und geformt werden.

Inhaltsverzeichnis

Zahn-Bonding ist hierzulande jedoch als Bestandteil der ästhetischen Zahnheilkunde noch wenig bekannt. Wie Tooth-Bonding das Lächeln verschönert und ob es eine gute Alternative zu Veneers darstellt, soll im Folgenden erklärt werden.

Definition Dental Bonding

Beim Bonding der Zähne handelt es sich um eine ästhetische Behandlung mit dem Ziel, Verfärbungen oder ungleichmäßige Füllungen auf den Zähnen zu kaschieren oder abgebrochene und unförmige Zähne zu reparieren. So können zum Beispiel abgeknirschte Zähne korrigiert werden.

Behandlung & Ablauf: So funktioniert Tooth-Bonding

Um Bondings am Zahn zu befestigen, gibt es zwei unterschiedliche Methoden. Zum einen können Unregelmäßigkeiten mit einer Kunststoffmischung aufgefüllt, zum anderen mit einer Folie kaschiert werden.

Methode mit Kompositmaterial

Bei diesem Contouring-Verfahren, das als Direct Veneering oder Composite Bonding bekannt ist, wird eine Mischung aus Kunststoff sowie kleinen Keramik, Glas- und Quarzpartikeln auf den Zahnschmelz aufgetragen.

Weil die Mischung nicht direkt auf dem Zahn hält, wird ein sogenanntes Adhäsiv benötigt, also eine Art Kleber, welcher eine Verbindung zwischen den beiden Materialien schafft. Um dies zu ermöglichen, muss der Zahn mithilfe von Phosphorsäure leicht angeraut werden, anschließend wird das Adhäsiv und schließlich das Füllmaterial aufgetragen.

Der fertige Zahn wird danach unter einem speziellen UV-Licht behandelt. Dieses Licht sorgt dafür, dass das Material schichtweise gehärtet wird. Zum Abschluss werden die Zähne geschliffen und dadurch in die gewünschte Form gebracht.

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Methode mit Folien

Zudem kann der Eingriff mithilfe einer Folie erfolgen. Zahnärztinnen und Zahnärzte tragen diese mittels Spezialkleber auf den Zahnschmelz auf, welcher zuvor gründlich gereinigt und getrocknet wurde.

Der Zahn muss im Gegensatz zum Direct Veneering dabei nicht aufgeraut werden. Die hauchdünne Folie legt sich über die Zahnoberfläche und kann so kleinere Unebenheiten und Lücken sowie Verfärbungen am Zahn abdecken.

In der Regel ist es notwendig, mehrere Folien übereinander anzubringen, damit das gewünschte Resultat erreicht wird (1).


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In diesen Fällen eignen sich Dental-Bondings

Nicht für alle Zahnfehlstellungen oder optischen Mängel ist das Bonding die Methode der Wahl. Dennoch können einige, weniger ausgeprägte Unregelmäßigkeiten mit dieser Herangehensweise deutlich verbessert werden.

Dental Bonding ist geeignet bei:

Pro und Contra von Dental-Bonding

Unter den Zahnkorrekturen sind die Bondings in der deutschen Zahnmedizin noch nicht besonders etabliert. Umso wichtiger ist es deshalb, die Vor- und Nachteile zu kennen.

Vorteile

Der wohl größte Vorteil des Bondings ist, dass es deutlich günstiger als andere Maßnahmen zur Verschönerung des Zahns ist.

Beim Bonding werden die Zähne des Patienten oder der Patientin zudem ohne Betäubung behandelt und der Zahnschmelz muss im Gegensatz zur Anbringung von klassischen Veneers von der Zahnärztin oder dem Zahnarzt nicht angeschliffen werden. So leidet die gesunde Zahnsubstanz nicht unter dem Eingriff. Jedoch sollte dabei nicht unerwähnt bleiben, dass es mittlerweile auch Veneerarten gibt, welche dank Spezialkleber eine Anbringung ohne vorheriges Abschleifen erlauben.

Nachteile

Tooth-Bondings überzeugen zwar mit einem vergleichsweise geringem Preis. Allerdings ist das Material in der Regel nicht so lange beständig wie etwa bei Veneers und muss daher (je nach Beanspruchung und Pflege der Zähne) öfters erneuert oder korrigiert werden.

Auch was die Farbe anbelangt, sind Dental-Bondings weniger hochwertig. So verfärben sich die Füllungen oder Folien schneller und es besteht eine geringere Auswahl an Farben, die vielleicht nicht zu hundert Prozent der eigentlichen Zahnfarbe des Patienten oder der Patientin entsprechen. Dental-Bonding kann im Ergebnis nach einiger Zeit im Vorher-nachher-Vergleich weniger natürlich aussehen und ist deshalb für mittelfristige ästhetische Korrekturen am Zahn geeignet, die etwa fünf bis zehn Jahre halten, bevor sie erneuert werden müssen (2).

Wie viel Euro pro Zahn kostet das Tooth-Bonding?

Bonding gilt als vergleichsweise günstig. In der Regel werden je nach Praxis etwa 200 Euro pro Zahn fällig. So sind diese ästhetischen Korrekturen der Zahnoberfläche im Gegensatz zu anderen kosmetischen Eingriffen deutlich günstiger. 

Je nach Anbieter und Aufwand können jedoch auch höhere oder niedrigere Preise möglich sein. Eine realistische Preisspanne bewegt sich zwischen 100 Euro und 500 Euro für einen Zahn.

Übernahme durch die Krankenversicherung

Bondings können in Ausnahmefällen eine medizinische Notwendigkeit aufweisen sein, zum Beispiel, wenn dadurch der Rückgang von Zahnsubstanz aufgehalten wird. In der Regel wird es jedoch als eine rein ästhetische Behandlung eingestuft, die von der Krankenkasse nicht übernommen wird. Für Patientinnen oder Patienten, die sich für den Eingriff interessieren, lohnt sich deshalb oft der Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung, bei welcher diese Leistung enthalten ist.

FAQ zum Thema Zahn-Bonding

Ob Folie oder Füllungen: Dental-Bonding kommt auch in der deutschen Zahnheilkunde an. Das sind die wichtigsten Fragen, welche Patientinnen und Patienten vor dem Besuch der Praxis beschäftigen.

Tooth-Bonding kann eine echte Alternative zu Keramik-Veneers sein. Die Bondings haben den Vorteil, dass sie vergleichsweise schonend und zudem günstiger als die klassischen Keramik-Veneers sind. Veneers gelten hingegen als haltbarer und qualitativ hochwertiger.

Die Krankenkasse bezahlt die Behandlung meist nicht, da es sich in der Regel um einen rein ästhetischen Eingriff handelt. In wenigen Fällen kann jedoch bei medizinischer Notwendigkeit auch eine Übernahme erfolgen. Hier ist es in jedem Fall sinnvoll, sich vorher zu informieren.

Die Bondings sind bei guter Pflege etwa fünf bis zehn Jahre haltbar. Häufig verkratzen oder verfärben die Folie oder die Füllungen oder brechen gar ab (3). Jedoch können bei kleineren Beeinträchtigungen auch leicht verschiedene Korrekturen an den Zähnen vorgenommen werden, damit die Bondings länger halten.

Die Anwendung dauert etwa zehn Minuten bis zu eineinhalb Stunden. Je nach Aufwand benötigt der Zahnarzt oder die Zahnärztin pro Zahn von der Anbringung bis hin zum Formen und Abhärten des Zahns unterschiedlich viel Zeit. Meist ist jedoch nur ein einziger Besuch in einer Praxis für Zahnheilkunde notwendig.

Quellen:

(1) DentNet: Dental Bonding – alternative Kosmetik für die Zähne, https://www.dentnet.de/ratgeber/dental-bonding. (abgerufen am 20.09.2021).

(2) Tezvergil-Mutluay, A./ Pashley, D./ Mutluay, M.: Long-Term Durability of Dental Adhesives, In: Current Oral Health Reports, Bd. 2, 2015, S. 174-181.

(3) Bruthenne, Mark: Bonded Teeth: Procedure, Cost, Pros/Cons, & Pictures, 2020, https://askthedentist.com/bonded-teeth/. (abgerufen am 20.09.2021).

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