Der Selbstbehalt in der PKV

Eigenbeteiligung, Selbstbeteiligung, Zuzahlung – der Selbstbehalt in der Krankenversicherung hat viele Namen. Viel wichtiger für dich ist jedoch: Was verbirgt sich dahinter und was bringt dir das Ganze?

Weil sie so wertvoll ist, investieren der Staat, Arbeitgeber, Versicherungsunternehmen und jeder einzelne von uns viel Geld in die Gesundheit. Jeder Deutsche ist verpflichtet, eine Krankenversicherung zu haben, um sich gegen Gesundheitsrisiken abzusichern. Die private Krankenversicherung ermöglicht es dir, einen kleinen Teil deines Risikos selbst zu übernehmen – in Form des Selbstbehalts.


Was ist der Selbstbehalt?

Selbstbehalt ist ein Begriff aus dem Versicherungswesen. Er bezeichnet den Anteil, den du als Versicherungsnehmer selbst trägst, wenn dir ein Schaden entsteht und dadurch ein Versicherungsfall eintritt.

Neben Anbietern von Haftpflicht- oder Kfz-Versicherungen sieht auch die PKV für ihre Versicherten Verträge mit einer Selbstbeteiligung vor. Wählst du einen PKV-Tarif mit Zuzahlung, erklärst du dich dazu bereit, einen Teil deines Risikos selbst zu tragen und dich an deinen Versicherungskosten zu beteiligen.


Weitere Bezeichnungen für den Selbstbehalt:

  • Selbstbeteiligung
  • Eigenanteil
  • Kostenbeteiligung 
  • Zuzahlung
  • Franchise (vor allem in der Schweiz)


Welche Arten von Selbstbeteiligung gibt es?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für PKV-Unternehmen, den Selbstbehalt zu gestalten. Häufig anzutreffen sind bei der Krankenversicherung die folgenden drei Modelle:

  • absolute Selbstbeteiligung
  • modulare Selbstbeteiligung
  • prozentuale Selbstbeteiligung


Der absolute Selbstbehalt

Bei dieser weit verbreiteten Variante vereinbarst du mit deiner Versicherung eine generelle Selbstbeteiligung für jedes Kalenderjahr, unabhängig davon, welche Leistungen du in Anspruch nimmst. In der Regel wird ein Fixbetrag festgelegt.

Beispiel: Sind 500 Euro Selbstbehalt im Kalenderjahr vereinbart, zahlt die PKV erst, wenn deine Arztrechnungen in Summe 500 Euro übersteigen. Bei Gesundheitskosten in Höhe von 1.500 Euro zahlst du also 500 Euro und die PKV 1.000 Euro.


Der modulare Selbstbehalt

Der Vorteil einer privaten Krankenversicherung ist, dass du deinen Versicherungsschutz in Teilen flexibel anpassen kannst. Da gilt auch für deine Selbstbeteiligung: Bei einigen Versicherern kann sich diese nur auf bestimmte Module erstrecken. Häufig wird dabei auch ein Fixbetrag vereinbart.

Beispiel: Du vereinbarst, dass du dich nur an Gesundheitskosten beteiligst, die bei stationären Behandlungen im Krankenhaus entstehen.


Der prozentuale Selbstbehalt

Die prozentuale Variante sieht im Gegensatz zu einem Fixbetrag vor, dass du einen bestimmten prozentualen Anteil deiner Gesundheitskosten übernimmst. Du zahlst dann einen festen Anteil deiner Rechnungen selbst – allerdings sind deine Kosten gedeckelt: Ist eine bestimmte Summe erreicht, übernimmt die PKV alle weiteren Kosten. Auch diese Art der Selbstbeteiligung kann sich auf alle Leistungen erstrecken oder auf ausgewählte Bereiche beschränkt werden.

Beispiel: Vereinbart ist, dass du zehn Prozent deiner Rechnungen zahlst, der Selbstbehalt ist auf 500 Euro gedeckelt. Sind für dich im Kalenderjahr mehr als 500 Euro angefallen, übernimmt die PKV 100 Prozent der Kosten, bis dahin erstattet sie 90 Prozent jeder Rechnung.


Welches Modell bietet dir ottonova?

Wir haben uns dazu entschieden, dir den prozentualen Selbstbehalt anzubieten. Wir sind überzeugt, dir damit die meisten Vorteile bieten und dich bestmöglich absichern zu können.



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Hier findest du deine Optionen: Auf den einzelnen Tarifseiten unseres Angebots findest du den Reiter „Tarifoptionen“. Hier haben wir transparent aufgeführt, welchen Selbstbehalt du bei welchem Tarif wählen kannst.

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Vorteile des Selbstbehalts

Wählst du einen Selbstbehalt, trägst du einen Teil deiner Gesundheitskosten selbst. Im Gegenzug zahlst du dafür geringere Beiträge an deinen Versicherer. Vor allem gesundheitsbewusste Versicherte, die selten zum Arzt gehen, können davon profitieren. Je nach Tarif und Gesundheitszustand kannst du monatlich viel sparen und hast damit mehr Geld, das du zum Beispiel in die Altersvorsorge investieren kannst. Außerdem fördert die Eigenbeteiligung das Bewusstsein dafür, was Gesundheit wert ist.

Wichtig für dich: Du musst nicht befürchten, dass die Kosten aus dem Ruder laufen. Private Versicherer in Deutschland sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Höhe der Selbstbeteiligung auf 5.000 Euro jährlich zu begrenzen. 


Was hat deine PKV von dem Zuzahlungsmodell?

Wenn vor allem kleinere Rechnungen von den Versicherten selbst übernommen werden, reduziert das für die PKV-Unternehmen Verwaltungsaufwand und sie haben mehr Geld zur Verfügung, um die Beiträge länger stabil zu halten.


Für wen lohnt sich ein Tarif mit Selbstbehalt?

  • Selbstständige: Am meisten profitierst du, wenn du selbstständig bist. Als dein eigener Chef zahlst du deinen Beitrag komplett selbst – und profitierst damit auch in vollem Umfang von deinen Beitragsersparnissen. 
  • Angestellte: Bist du angestellt, gibst du die Beitragsersparnis an deinen Arbeitgeber weiter – denn er beteiligt sich an deinem Beitrag. Den Selbstbehalt bezuschusst er jedoch nicht. Welche Höhe bei der Selbstbeteiligung für dich Sinn macht, solltest du für dich also genau durchrechnen.

Wichtig: Wähle einen nicht zu hohen Selbstbehalt. Ihn zu erhöhen ist in der Regel problemlos möglich, eine Reduzierung ist dagegen oft nur mit erneuter Gesundheitsprüfung möglich. Deine Beitragsersparnis könnte dann durch einen Risikozuschlag hinfällig werden.


Steuerliche Effekte

Ein PKV-Vertrag mit Eigenbeteiligung wirkt sich auch steuerlich aus, denn dein PKV-Beitrag gilt als Sonderausgabe in der Einkommensteuererklärung. Reduziert er sich durch den Selbstbehalt, sinkt auch die Steuerersparnis. Der Vorteil deiner Beitragsreduzierung wird dadurch in der Regel jedoch nicht aufgehoben.



PKV und Selbstbehalt in der Steuererklärung

Alles, was du wissen musst



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Gibt es den Selbstbehalt auch in der GKV?

Als gesetzlich Versicherter kannst du je nach Krankenkasse Wahltarife mit einem freiwilligen Selbstbehalt abschließen. Du trägst dann wie in der PKV einen Teil deiner Gesundheitskosten selbst.

Wichtig: Entscheidest du dich für einen solchen Wahltarif mit Selbstbehalt, bist du für die nächsten drei Jahre daran gebunden.

FAQ

Was versteht man unter dem Selbstbehalt in der Krankenversicherung?

Der Selbstbehalt bezeichnet den Anteil an deinen Gesundheitskosten, den du als Versicherungsnehmer selbst trägst, wenn ein Versicherungsfall eintritt. Wählst du einen PKV-Tarif mit Zuzahlung, erklärst du dich dazu bereit, dein Risiko teilweise selbst zu tragen.

Welche Arten von Selbstbehalt gibt es?

Die drei häufigsten Modelle bei der Krankenversicherung sind die

  • absolute,
  • modulare und
  • prozentuale 

Selbstbeteiligung. Du zahlst dann entweder einen Fixbetrag pro Jahr auf alle Leistungen, auf bestimmte Leistungen oder einen prozentualen Anteil aller Rechnung bis zu einem Maximalbetrag.

Welchen Selbstbehalt bietet ottonova?

Wir sind davon überzeugt, dass der prozentuale Selbstbehalt die meisten Vorteile für dich bietet. Du willst genau wissen, was dir das bringt? Das zeigen wir dir anhand von konkreten Beispielen

Lohnt sich eine Selbstbeteiligung für mich?

Eine Eigenbeteiligung bei der PKV lohnt sich vor allem für Selbstständige, die ihren Beitrag komplett selbst zahlen. Du kannst auch als Angestellter von einem Tarif mit Selbstbehalt profitieren, solltest jedoch genau abwägen, welche Höhe angemessen ist.

Gibt es die Eigenbeteiligung auch für gesetzlich Versicherte?

Die gesetzlichen Krankenversicherungen können ihren Mitgliedern Wahltarife mit Selbstbehalt anbieten. Die Entscheidung dafür ist jedoch drei Jahre lang bindend.

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