Richtig lüften für den Körper und Geist – Unsere Tipps!

Lüften gegen Corona: So wichtig ist es, die Fenster zu öffnen, dass die AHA-Formel schon um ein L erweitert wurde. Doch richtig lüften hilft nicht nur gegen Viren, sondern hat auch viele andere gesundheitliche und finanzielle Vorteile. Mit unseren Tipps lüftest du richtig und effizient.

Inhalt des Ratgebers

Wenn wir ein anderes Land besuchen, dann gibt es viele Dinge, die uns überraschen. Genauso geht es auch Menschen, die zum ersten Mal in Deutschland sind. Die staunen zum Beispiel über – wer hätte das gedacht – Kippfenster! Kein Wunder, denn in Deutschland hat das Lüften einen besonderen Stellenwert. Wir haben sogar ein eigenes Wort dafür erfunden, welches das kurze, weite Öffnen aller Fenster im Raum bezeichnet: das Stoßlüften. So gerne wir auch die Fenster öffnen, so wissen viele nicht, dass richtig lüften mehr bedeutet, als ab und zu mal ein Fenster zu kippen. Denn wenn du dabei dem richtigen System folgst, bringt dir die frische Luft im Zimmer oder im Büro nicht nur einen klaren Kopf, sondern auch viele gesundheitliche Vorteile. Wie du in allen Situationen richtig lüftest und warum das Kippfenster vielleicht doch nicht so toll ist wie sein Ruf, haben wir uns angesehen.

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Richtig lüften: Die besten Techniken in jeder Situation

In jedem Büro gibt es zwei Gruppen: Diejenigen, die alle zehn Minuten das Fenster aufreißen und diejenigen, die am liebsten ganz weit weg von der kalten Luft sitzen. Gerade im Winter ist das Lüften ein beliebtes Streitthema. Richtiges Lüften ist aber unumgänglich, das zweifelt spätestens seit der Corona-Pandemie niemand mehr an, egal, zu welcher Gruppe er gehört. Aber warum ist das Lüften eigentlich so wichtig – und worauf musst du dabei unbedingt achten?

1. Lüften gegen Viren

In geschlossenen Räumen haben Krankheitserreger leichtes Spiel. Sie können sich dort über die sogenannte Tröpfcheninfektion verbreiten, die stattfindet, wenn wir sprechen, niesen oder husten – oder einfach nur atmen. Die Viren hängen dabei an Aerosolen, also winzigen Tröpfchen in der Luft, über die sie eingeatmet werden können. Diese Tröpfchen können sich sehr lange in der Luft halten und auch noch nachgewiesen werden, wenn sich niemand mehr im Raum aufhält. Dabei legen sie in Innenräumen Distanzen von über zehn Metern zurück. Lüften gegen Aerosole ist also besonders wichtig, um Corona und anderen Erkältungskrankheiten vorzubeugen.


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Wie geht Lüften gegen Corona?

Richtig lüften während der Pandemie ist überall dort ein wichtiges Thema, wo viele Menschen zusammenkommen – zum Beispiel in Büros, der Gastronomie, aber auch in Schulen. Am besten wäre es natürlich, dort immer die Fenster offenzuhalten, sodass durchgehend ein Luftaustausch möglich ist. Weil das aber vor allem in den kalten Wintermonaten nicht zumutbar ist, muss eine andere Lösung gefunden werden. Denn leider herrscht gerade in diesen Monaten eine trockene Heizungsluft in den Räumen, die auch die Schleimhäute austrocknet. Deswegen können sie sich weniger gut gegen Viren verteidigen.

Die Lösung: Richtig lüften gegen Aerosole. Dazu eignet sich am besten das berüchtigte Stoßlüften. Denn beim Kippen der Fenster werden die Räume zwar kühler, doch es findet viel weniger Luftaustausch statt. Die Folge: Viel mehr Aerosole bleiben im Raum.

Öffne also alle Fenster ganz weit und achte besonders darauf, gegenüberliegende Fenster zu öffnen, wenn diese sich im gleichen Raum befinden – sogenanntes Querlüften. So erzeugst du einen Durchzug. Vermeiden solltest du das jedoch, wenn zwischen den beiden Fenstern noch ein weiterer Raum liegt. So verteilst du dort die Aerosole, anstatt sie nach draußen zu befördern – schließe also beim Lüften besser die Türen. Wie lange du gegen Viren lüften musst, hängt ganz von der Jahreszeit und vor allem von der Außentemperatur ab.

Folgendes sind Richtwerte dazu, wie lange der Luftaustausch dauert:

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Tipp:

Lüften während der Pandemie ist wichtig. Doch dabei kannst du zusätzlich noch darauf achten, für eine hohe Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Dazu verwendest du am besten einen Raumluftbefeuchter. Auch viele Zimmerpflanzen helfen – sowie einfache Mittel wie eine Wasserschale auf der Heizung oder das Aufhängen von feuchten Handtüchern. Achte dabei aber unbedingt darauf, dass kein Schimmelpilz entsteht. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist leider ein zweischneidiges Schwert: Gut für die Schleimhäute und damit für das Abwehrsystem, aber genauso gut für Pilze.


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Diese Benefits hat richtiges Lüften 

Neben der Verringerung von Viren in der Luft und der Vermeidung von Schimmelbefall bringt richtiges Lüften auch zahlreiche weitere Vorteile mit sich. Es können zum Beispiel diese negativen Gesundheitsfolgen vermieden werden:

  • Atmen wir ein, verbrauchen wir Sauerstoff und atmen anschließend Luft mit einem höheren Kohlenstoffdioxid-Gehalt wieder aus. In geschlossenen Räumen steigt der CO2-Gehalt deshalb an, was sich negativ auf die Konzentrationsfähigkeit auswirkt.
  • Auch die Durchblutung des Gehirns sinkt mit zunehmendem CO2-Anteil in der Luft. Die Folge ist, dass wir müde werden.
  • Schon ab einem Kohlenstoffdioxid-Anteil in der Luft von 1 % (in Frischluft sind es ca. 0,04%) können bei empfindsamen Menschen Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit auftreten. Dafür müsstest du allerdings sehr lange nicht mehr lüften.
  • Zu trockene Luft (zum Beispiel durch Heizen) kann zu Atemwegserkrankungen führen.

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2. Lüften gegen Schimmel

Gerade während der Pandemie steht das Lüften gegen Corona so sehr im Mittelpunkt, dass viele vergessen, dass es auch noch andere wichtige Gründe gibt, regelmäßig Frischluft hereinzulassen. Einer davon ist das Lüften gegen Schimmel. Denn öffnest du nicht oft genug das Fenster, kann es vor allem in Räumen mit höherer Luftfeuchtigkeit wie dem Bad, der Küche oder auch dem Keller passieren, dass sich schädlicher Schimmel bildet. Damit dieser wachsen kann, braucht er nämlich feuchte, warme Luft. Die grünen Flecken im Bad und in den Ecken des Schlafzimmers sind nicht nur äußerst unappetitlich, sondern auch gefährlich. Sind sie erst einmal da, lassen sie sich nur sehr schwer wieder entfernen und stellen ein hohes Gesundheitsrisiko dar. 

Mögliche Folgen von Schimmelbefall in der Wohnung sind unter anderem:

Wie geht richtiges Lüften gegen Schimmel?

Aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen unterscheidet sich das richtige Lüften im Sommer und im Winter. Das hängt mit der Luftfeuchtigkeit zusammen, welche in den Sommermonaten deutlich höher ist als im Winter. Bist du dir unsicher, kann es lohnen, ein Hygrometer anzuschaffen. Mit diesem kannst du vergleichen, wie hoch die Luftfeuchtigkeit draußen und drinnen ist. Da richtiges Lüften gegen Schimmel darauf abzielt, für möglichst trockene Luft im Zimmer zu sorgen, solltest du nur dann lüften, wenn die Luftfeuchtigkeit draußen niedriger ist als drinnen. Im Sommer ist das meist in den frühen Morgen- und späten Abendstunden der Fall, sowie natürlich nachts, wenn es draußen abkühlt.

Öffne die Fenster weit und lasse sie etwa 20 Minuten lang offen, am besten noch länger. Danach solltest du sie wieder schließen und nicht kippen, damit die feuchte Luft von draußen nicht nach und nach eindringt. Nachts kannst du die Fenster im Schlafzimmer hingegen gerne kippen oder ganz öffnen, um die feuchte Atemluft hinauszubefördern.


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Im Winter hingegen sieht die Sache ganz anders aus: Hier herrscht draußen ständig trockene Luft, sodass Lüften den ganzen Tag über möglich und auch empfehlenswert ist. Denn durch die Heizungswärme und die feuchte Atemluft entstehen gute Bedingungen für Pilze. Richtiges Lüften sieht hier so aus, dass du mehrmals täglich (etwa 3-5 Mal) kurz alle Fenster öffnest, einschließlich nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen. Da sich die Luft aufgrund der Temperaturunterschiede viel schneller austauscht als im Sommer, reichen hier je nach Außentemperatur 5 – 10 Minuten pro Lüftungsvorgang vollkommen aus. Steigt die Luftfeuchtigkeit zum Beispiel beim Duschen, Kochen oder Wäschewaschen schnell an, solltest du sowohl im Sommer als auch im Winter sofort Stoßlüften – egal zu welcher Tageszeit.

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Lüften und Heizen: Wie spare ich Energie?

Fenster auf, Wärme raus? Lüften im Winter ist meist mit einem schlechten Gefühl verbunden – einerseits wegen der ungemütlichen kalten Luft, andererseits wegen der Befürchtung, dass diese die Energiekosten in die Höhe treiben könnte. Um den Geldbeutel und die Umwelt zu schonen, ist aus diesem Grund kurzes Stoßlüften bzw. Querlüften angesagt. Obwohl der Raum dadurch schnell abkühlt, kommt die Wärme nach dem Schließen der Fenster auch schnell wieder zurück. Achte unbedingt darauf, die Heizung runter zu drehen, wenn du das Fenster öffnest. Danach kannst du das Thermostat wieder auf die gewünschte Temperatur einstellen. Achtung: Jedes Grad mehr kostet dich auch 6% mehr Energiekosten!

Möchtest du Energie sparen, sollte das Lüften im Winter auf keinen Fall über gekippte Fenster erfolgen, vor allem nicht, während die Heizung läuft. Lüften und Heizen schließen sich zwar nicht aus, steht das Fenster aber dauerhaft offen, ist das kontraproduktiv und wird sehr teuer. Übrigens ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass du Energiekosten sparen kannst, wenn du bei Verlassen des Hauses die Heizung abdrehst. Den ganzen Tag über ein moderates Heizungsniveau beizubehalten, ist fast immer sparsamer, als abends einen abgekühlten Raum wieder aufzuheizen.


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3. Richtig Lüften im Büro

Was die Ansteckungsgefahr angeht, sind besonders geschlossene Räume kritisch, in denen sich viele Menschen über einen längeren Zeitraum aufhalten: Hier ist das Lüften gegen Aerosole besonders von Bedeutung. Im Büro solltest du deshalb noch öfter lüften als in deiner eigenen Wohnung, (vorausgesetzt natürlich, dass sich in dieser nur du selbst befindest). Mindestens einmal pro Stunde solltest du zehn Minuten lang stoßlüften, besser wäre jedoch jede halbe Stunde. Umso mehr Menschen sich im Raum befinden und umso mehr diese sprechen, desto öfters sollte auch gelüftet werden. Sofort für frischen Wind sorgen solltest du, wenn jemand niest oder hustet. Da während Konferenzen oder Meetings viel gesprochen wird und sich so Aerosole schneller verteilen, solltest du dort mindestens alle 20 Minuten gegen Viren lüften. Auch im Büro ist natürlich das Stoß- und Querlüften die beste Variante, während du dauerhaft gekippte Fenster lieber vermeiden solltest.

Ein weiteres Problem in Büros ist es, dass zum Lüften im Sommer oft auf Klimaanlagen gesetzt wird. Informiere dich bei der Hausverwaltung, ob diese mit Frischluft oder mit Umluft operieren – letzteres kann gesundheitlich sehr bedenklich sein, da auf diese Weise Viren im ganzen Gebäude verteilt werden. Zudem verbrauchen Klimaanlagen viel Energie und sind deshalb nicht umweltfreundlich. Wenn die Möglichkeit besteht, ist es deshalb immer am besten, per Fenster zu lüften.

Um Krankheiten vorzubeugen, helfen oft schon die einfachsten Mittel, die richtig angewandt einen großen Effekt erzielen. Hier haben wir noch mehr wertvolle Tipps für dich:

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