Arten von Zahnersatz – Ablauf, Kosten & Risiken im FAQ

Warum sind die dritten Zähne eigentlich solch ein Tabu? Wir bringen Licht in ein Thema, das uns früher oder später fast alle betrifft. Es gibt viel zu lernen über die verschiedenen Arten von Zahnersatz – von Ablauf, Kosten & Risiken ganz zu schweigen!

Wer an Zahnersatz denkt, der hat wahrscheinlich sofort die dritten Zähne der Großeltern vor Augen, die in einem Glas neben dem Bett stehen. Keine schöne Vorstellung, wenn man von der Rente noch weit entfernt ist. Dabei können Menschen in jedem Alter verschiedene Arten von Zahnprothesen oder Zahnersatz benötigen. Leidest du zum Beispiel unter einer Krankheit wie Parodontitis oder Karies, welche unbehandelt zu Zahnausfall führen können oder hast du durch einen Unfall einen oder mehrere Zähne verloren, dann benötigst du schon in jungen Jahren ein Zahnimplantat. Welche Arten von Zahnersatz sowie Abläufe, Kosten und Risiken in der Behandlung es gibt, möchten wir dir mithilfe der 11 meistgestellten Fragen zu dem Thema beantworten – damit du auf deine neuen Zähne bestens vorbereitet bist!

1. Warum brauche ich überhaupt einen Zahnersatz?

Wenn dir dein Partner im Boxtraining den Vorderzahn herausgeschlagen hat, dann stellst du dir diese Frage vermutlich nicht: In dem Fall ist es unter anderem einfach eine Frage der Ästhetik. Aber was, wenn ein Backenzahn fehlt, der ohnehin nicht sichtbar ist? Auch dann kann ein Zahnimplantat sinnvoll sein. Denn dann kann etwa deine Kaufunktion eingeschränkt sein, die Zähne können sich verschieben oder es können Probleme mit dem Kiefergelenk entstehen. Auch die Lautbildung kann unter fehlenden Zähnen leiden. Nicht immer ist jedoch ein Implantat notwendig – lasse dich am besten von einem neutralen Arzt beraten und hole dir im Zweifelsfall mehrere Meinungen ein.

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2. Welche Arten von Zahnersatz gibt es und was ist ein Implantat?

Wenn du auf der Suche nach einem geeigneten Zahnersatz bist, dann wirst du zunächst einmal von zahlreichen Optionen erschlagen. Denn je nach individuellem Fall gibt es unterschiedliche Arten von Zahnersatz – Ablauf, Kosten und Risiken unterscheiden sich ebenfalls mit jeder Behandlung. Welche Möglichkeiten von Zahnersatz für dich infrage kommen, kann deshalb sehr unterschiedlich sein. Wir haben dir eine kleine Übersicht zusammengestellt:

Festsitzender Zahnersatz 

Zum festsitzenden Zahnersatz gehören die Krone, die Brücke und das Zahnimplantat. 

Herausnehmbarer Zahnersatz 

Im Gegensatz zum festsitzenden Zahnersatz ist ein herausnehmbarer Zahnersatz nicht im Mund verankert. Dabei gibt es nicht nur das klassische Gebiss, also eine Vollprothese, sondern auch verschiedene Arten von Teilprothesen.

Kombinierter Zahnersatz 

Neben dem festsitzenden Zahnersatz und dem Herausnehmbaren gibt es auch noch eine Kombination der beiden. Der kombinierte Zahnersatz wird über verschiedene Mechanismen im Mund befestigt, kann aber bei Bedarf (zum Beispiel zur Reinigung) entnommen werden. Zu diesem Zahnersatz gehören zum Beispiel die Teleskopprothese, die Geschiebeprothese, die Stegprothese und die Druckknopfprothese. 


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3. Prothese, Implantat und Co. - Was sind die Vor- und Nachteile von Zahnersatz?

Ein geeigneter Zahnersatz kann eine große Entlastung sein. Doch nicht immer ist die Entscheidung zwischen den verschiedenen Arten einfach und oft gibt es so viele Möglichkeiten, dass man schnell den Überblick verliert. 

Das sind die Nach- und Vorteile von Zahnersatz:

  • Fühlt sich besser an als die herausnehmbare Variante.
  • Ist gut verankert und kann nicht verrutschen oder herausfallen – zum Beispiel beim Essen.
  • Sieht in der Regel besser aus, ist fast nicht von echten Zähnen zu unterscheiden.
  • Bei der Brücke müssen für das Einsetzen gesunde Zähne geschliffen werden. Diese werden dadurch beschädigt.
  • Implantate sind sehr teuer und müssen je nach Versicherung selbst bezahlt werden.
  • Kostenübernahme durch die Krankenversicherung.
  • Schnelle und unproblematische Herstellung.
  • Prothesen verrutschen leicht und benötigen deshalb oft Haftcreme.
  • Behindern beim Essen und manchmal beim Sprechen.
  • Fühlen sich nicht an wie echte Zähne.
  • Eine Klammerprothese wird in der Regel von der Krankenversicherung bezahlt.
  • Auch hier geht die Anpassung relativ schnell und unkompliziert.
  • Optisch reicht dieser nicht an den festsitzenden Zahnersatz heran.
  • Bei der Klammerprothese gibt es sichtbare Verbindungselemente.

4. Welche Zahnimplantat-Materialien gibt es?

Bei Zahnimplantat-Materialien sind lediglich Keramik und Titan gebräuchlich. Am verbreitetsten ist dabei Letzteres. Titan ist generell für den Körper gut verträglich und es sind keine Allergien bekannt – die Biokompatibilität ist wissenschaftlich belegt. Dennoch kann es sein, dass das verwendete Material verunreinigt ist, zum Beispiel mit Nickel und Zinn, welche wiederum zu allergischen Reaktionen führen können. Außerdem ist Titan sehr langlebig und stabil und wächst schnell in den Kieferknochen ein.

Keramik (oder besser gesagt Zinkoxid) hingegen überzeugt vor allem durch seine optischen Vorteile. So kann es im Gegensatz zu Titan nicht durch dünnes Zahnfleisch hindurch scheinen. Auch gegen Keramik sind keine allergischen Reaktionen bekannt. Hier fehlen jedoch Langzeitstudien, um die Stabilität und mögliche gesundheitliche Folgen korrekt zu bewerten.

5. Welche „dritten Zähne“ eignen sich für mich?

Welche Art von Zahnersatz der Richtige für dich ist, hängt ganz von deinem individuellen Fall ab. Legst du mehr Wert auf Optik und Komfort als auf die Kosten? Dann ist ein Implantat wahrscheinlich die beste Lösung für dich. Wäge ab, was deine Prioritäten sind, und lasse dich umfangreich beraten. Bedenke dabei immer, dass deine Zähne nicht zurückkommen: Deine dritten Zähne werden vermutlich bis zum Ende deines Lebens bleiben.


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6. Bin ich zu jung für Zahnersatz?

Wenn du über 18 Jahre alt bist, sollte Zahnersatz für dich infrage kommen. Bist du jünger, kann es sein, dass dein Knochenwachstum noch nicht abgeschlossen ist. Bei Männern dauert das in der Regel etwas länger als bei Frauen. Bist du also erst Anfang 20, muss der Abschluss des Wachstums durch Röntgenaufnahmen bestätigt werden.

7. Wann brauche ich einen Knochenaufbau?

Wenn eine Zahnlücke über längere Zeit besteht, ist es möglich, dass der Zahnknochen sich zurückbildet, weil er nicht mehr belastet wird. Auch Parodontitis und andere Entzündungen können dazu führen, dass Kieferknochen sich zurückbilden. In solch einem Fall muss ein künstliches oder organisches Ersatzmaterial eingesetzt werden, damit das Implantat sicher verankert werden kann. Der Zahnarzt untersucht dies bei der Beratung. 

8. Beeinflussen Allergien oder Vorerkrankungen die Behandlung?

In deinem Beratungsgespräch wirst du nicht nur zu Arten von Zahnersatz sowie Ablauf, Kosten und Risiken der Behandlung informiert, sondern musst auch selbst Fragen beantworten. Dazu gehören deine Vorerkrankungen, denn diese können einen Einfluss auf deine Eignung für verschiedene Arten von Zahnprothesen haben. In der Regel verhindert keine Krankheit die Behandlung, sie kann dadurch aber komplizierter oder teurer werden.

Zu Krankheiten, über die du deinen Zahnarzt auf jeden Fall informieren solltest, gehören Osteoporose, Hämophilie, Herz- und Kreislauferkrankungen, Nierenschädigung und ein schlechtes Immunsystem. Auch Allergien gegen die verwendeten Materialien sind relevant und sollten vorher abgeklärt werden.

9. Wie läuft eine Zahnimplantation ab?

Meist haben Patienten viele Fragen dazu, wie beim Zahnimplantat der Ablauf der Behandlung vonstatten geht. Dabei ist dieser für den Patienten nicht viel anders als bei anderen Operationen. Diese Stationen musst du für deine neuen Zähne durchlaufen:

  1. Bei einem Vorgespräch mit dem Zahnarzt wirst du über deine Möglichkeiten informiert.
  2. Es folgt die Vorsorgeuntersuchung, bei der zum Beispiel festgestellt wird, ob genügend Kieferknochen vorhanden sind oder ob eine Entzündung vorliegt, die vor der Implantation behandelt werden muss. 
  3. Nun wird dein Implantat geplant – meist mithilfe von 3D-Technik. Außerdem bekommst du eine Kostenübersicht über deine Behandlung. 
  4. Am Tag der Operation wird das Implantat in der Regel unter örtlicher Betäubung eingesetzt, auch Lachgas oder eine Vollnarkose sind nach Rücksprache möglich.
  5. Für das Einsetzen des Implantats wird der Kiefer angebohrt und dann die künstliche Zahnwurzel eingesetzt. Damit das Ganze gut verheilen kann, wird anschließend ein Deckel aufgesetzt.
  6. Nach der Operation musst du auf Nikotin, Alkohol, Kaffee sowie anstrengenden Sport verzichten. Moderate Bewegung ist erlaubt.
  7. Nach der Behandlung kommt es in wenigen Fällen zu Komplikationen. So kann sich der Bereich um das Implantat sowie der Kieferknochen entzünden – man spricht dann von Periimplantitis. Spürst du Schmerzen, auch Jahre nach der Operation, solltest du deshalb schnellstmöglich deinen Arzt kontaktieren.

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10. Ist Zahnersatz eine Kassenleistung?

Leider kommen für gesetzlich versicherte mit einem Zahnimplantat Kosten einher. Zwar ist Zahnersatz eine Kassenleistung, dieser wird jedoch nur zu 60% übernommen (vor Oktober 2020 waren es lediglich 50%). Lässt du dir zum Beispiel eine Brücke mit Kosten von 1.000 € machen, zahlt die GKV 600€. Gehst du regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung, kann der von der Versicherung übernommene Anteil auf bis zu 75% steigen. 

Aber Achtung: Dieser Anteil bezieht sich lediglich auf die für deinen Fall vorgesehene Standardbehandlung. Möchtest du statt der Brücke eine andere Behandlung - zum Beispiel ein Implantat, welche aber nun 2.000€ kostet, übernimmt die GKV trotzdem nur die 600 € der Standardbehandlung. Es kann sich also durchaus lohnen, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, mit welcher du die Eigenanteil-Kosten von Zahnersatz reduzieren kannst. 


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11. Was sind die Kosten von Zahnersatz? Was kostet Zahnersatz als Privatpatient?

Möchtest du als Privatpatient einen Zahnersatz erstattet bekommen, kommt es ganz auf deine Versicherung und deinen Tarif an, welche Kosten du dabei noch selbst übernehmen musst. Bei ottonova werden dir zum Beispiel je nach Tarif bis zu 90% deines Ersatzes erstattet, besuchst du einen Arzt aus unserem Zahnärztenetzwerk sogar bis zu 100%.

Um dir einen kleinen Überblick zu verschaffen, haben wir dir hier beispielhaft die Kosten ausgewählter Behandlungskosten (ohne Abzug des Zuschusses) in einer Übersicht zusammengefasst. Je nach Arzt können diese natürlich auch abweichen:

Zahnersatz Art Kosten
Krone (Keramik) 750 – 950 € pro Zahn
Krone (Gold) 900 – 1.250 € pro Zahn
Zahnimplantat 1.800 – 3.400 € pro Zahn
Knochenaufbau für Implantat 1.300 – 3.200 €
Bücke dreigliedrig (Keramik) 1.900 – 2.500 €
Bücke dreigliedrig (Gold) 2.300 – 2.700 €
Vollprothese 500 – 850 € pro Kiefer

Schöne Zähne bekommst du leider nicht von selbst. Diese Artikel helfen dir bei der richtigen Pflege, um Krankheiten am Gebiss vorzubeugen:

Marie-Theres Rüttiger
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Marie-Theres Rüttiger

Marie-Theres ist Online Redakteurin für Gesundheits- und Versicherungsthemen bei ottonova. Sie konzipiert den Redaktionsplan, recherchiert und schreibt vor allem über (E-)Health und Innovation, die das Leben besser machen.

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