Osteopathie als PKV-Leistung: Was muss ich wissen?

Auf der Suche nach alternativen Behandlungsmethoden ist sicher jedem schon einmal die Osteopathie begegnet, dennoch weiß man vielleicht noch zu wenig darüber. Wie funktioniert die Osteopathie? Mit welchen Kosten muss man rechnen und was übernimmt die Krankenkasse? Und was versteht man eigentlich unter einer Faszie? Das erklärt der folgende Artikel.

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Was ist Osteopathie und für was ist sie gut?

Wenn sich ein Symptom nicht an der Stelle befindet, wo auch die Ursache liegt, kann die Osteopathie helfen. Geschulte Griffe und ein ganzheitlicher Ansatz können die Beschwerden nehmen und die eigenen Selbstheilungskräfte aktivieren. Vor über 140 Jahren entdeckte der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still die Grundsätze der Osteopathie, seitdem hat sich diese Form der Alternativmedizin stetig weiterentwickelt und ist jetzt an einem Punkt angelangt, an dem eine breite Masse an Patienten sich für diese Art der Behandlung interessiert. Die Osteopathie dient dem Erkennen und Behandeln von Funktionsstörungen.

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Wie viel kostet eine Osteopathie-Behandlung und was übernimmt die Krankenkasse?

Eine Sitzung, die Anamnese, Untersuchung und Behandlung mit den aufgeführten Techniken umfasst, kostet zwischen 60 und 200 Euro. Heilpraktiker und Ärzte rechnen nach ihrer berufsständischen Gebührenordnung ab. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen anteilig die Kosten für eine osteopathische Behandlung. Die Rücksprache mit dem eigenen Versicherer ist jedoch unbedingt notwendig. Oft sind die Voraussetzungen für eine Erstattung nämlich sehr unterschiedlich, eine einheitliche Regelung gibt es nicht.

In privaten Krankenversicherung werden verordnete Behandlungen durch einen Osteopathen in der Regel übernommen. Bei der privaten Krankenversicherung von ottonova wird beispielsweise bis zu 1.500 € pro Versicherungsjahr (abzüglich der Selbstbeteiligung) übernommen - abhängig vom gewählten PKV-Tarif. 

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Wie funktioniert Osteopathie?

Der Osteopath geht davon aus, dass der Organismus aus unzähligen Strukturen besteht, die miteinander verbunden sind – ob direkt oder indirekt. Die sogenannten Faszien stellen dabei den Zusammenhang her. Die Techniken, die für osteopathische Behandlungen genutzt werden, werden mit den Händen durchgeführt. Ähnlich wie die Chiropraktik verfolgt auch sie einen ganzheitlichen Ansatz.

Was ist eine Faszie?

Als Faszie bezeichnet man eine Hüllschicht aus Bindegewebe, die einzelne Muskeln, Muskelgruppen und sogar ganze Körperabschnitte umgeben kann.

Wichtig zu wissen: 

Die Faszien bestehen aus Kollagenfasern und Elastin und geben Muskeln ihre Form und Festigkeit. An den Enden eines Muskels vereinigt sich eine Faszie mit der Sehne eines Muskels. Es handelt sich dabei um passive Strukturen – im Gegensatz zum Muskelgewebe.

Warum sind Faszien für die Osteopathie von Bedeutung?

Während Faszien in der Schulmedizin nicht die größte Bedeutung finden, so tun sie dies jedoch in der Osteopathie. Um mit den Händen von einer Körperstruktur zur nächsten zu gelangen, folgt der Osteopath den Faszien. Aus seiner Sicht können Veränderungen über diesen Faszienweg übertragen werden, auch wenn sie funktionell eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Das ist der Grund, weswegen die Ursachen von Beschwerden an einer bestimmten Stelle oft an einer ganz anderen Region in deinem Körper gefunden werden. Da das wiederum bedeutet, dass Beschwerden nicht nur lokal zu betrachten sind, sieht der Osteopath den Menschen als Ganzes und versucht nicht nur eine einzelne Beschwerde oder Krankheit zu behandeln.

Welche sind die vier Grundannahmen der Osteopathie? 

  • Die Rolle der Arterie ist essentiell
  • Der Körper ist eine Funktionseinheit
  • Die Funktion bestimmt die Körperstruktur und umgekehrt
  • Der Körper besitzt die Fähigkeit zur Selbstregulation

Bei welchen Beschwerden hilft ein Osteopath?

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Wer kann sich als Osteopath ausbilden lassen? 

Dazu ausbilden lassen sich Ärzte, Heilpraktiker und Physiotherapeuten. Die Ausbildung erfolgt in Deutschland an privaten Schulen, Hochschulen, in Vollzeit oder berufsbegleitend. Die Osteopathie zählt in Deutschland als Heilkunde und darf deswegen nur von Ärzten oder Heilpraktikern ausgeführt werden. Bedeutet: Andere Berufsgruppen müssen zunächst die Heilpraktikererlaubnis erwerben oder sind bei der Tätigkeit auf die Ausübung in ihrem Grundberuf – wie beispielsweise die Physiotherapie – beschränkt.

Wie läuft eine Behandlung beim Osteopathen ab?

Schritt 1 – Die Anamnese (Befundgespräch)

Wie auch bei allen schulmedizinischen Behandlungen steht am Anfang die Anamnese, bei der zu den Beschwerden und allem, was damit in Zusammenhang stehen könnte, befragt wirst.

Schritt 2 – Untersuchen durch Abtasten

Palpation: Noch vor der eigentlichen Behandlung und nach der Anamnese findet die Palpation statt – das Untersuchen deines Körpers mittels Abtasten. Dabei werden Einschränkungen in deinem Körper meist deutlich.

Schritt 3 – Mobilisieren

Der Osteopath ertastet Verspannungen und Bewegungseinschränkungen und versucht anschließend, Muskeln und Gewebe zu mobilisieren. Dafür verwendet er verschiedene Techniken:

Eine osteopathische Behandlung dauert in der Regel circa 50 Minuten und der Körper kann etwa zwei bis drei Wochen darauf reagieren, es kann also auch mal zu einer kurzzeitigen Verschlimmerung der Beschwerden kommen. Die Sitzungen werden immer individuell geplant, nach viermaliger Behandlung sollte normalerweise eine Besserung zu vermerken sein.

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Ergänzendes Statement der Osteopathin und Physiotherapeutin Sarah Benkmann

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Methode mit dem Ziel, die Ursachen von Dysfunktionen aufzufinden und mit den Händen sanft zu beheben, um die Selbstheilungskräfte des Körpers im Genesungsprozess zu unterstützen.
Innerhalb der Osteopathie ist die Ursachenforschung ein wichtiger Punkt, denn der Auslöser für Dysfunktionen im Körper kann in einem ganz anderen Bereich liegen als dort, wo sich die Symptome zeigen. 

Von weiterer großer Bedeutung  ist auch Betrachtung des Zusammenhang zwischen Bewegungsapparat (Muskel-, Knochen-, Gefäß- und Nervensystem) und dem Organsystem.
Diese beiden Herangehensweisen und die darauf aufbauende osteopathische Behandlung ermöglichen den Regenerationsprozess des Körpers und kann zur Schmerzlinderung, in vielen Fällen sogar zur Schmerzfreiheit führen.

In meiner Praxis beinhaltet der erste Behandlungstermin ein ausführliches Anamnesegespräch und eine körperliche Befunderhebung. Sie stellen die Grundlage für die folgende osteopathische Behandlung dar.

Wann sollte man lieber auf die osteopathische Behandlung verzichten und welche Risiken birgt sie? 

Wie so vieles ist auch die osteopathische Behandlung nicht ganz risikofrei. Gerade vorgeschädigte Körperstrukturen können weiter geschädigt werden. Man sollte deshalb vor der Behandlung zunächst einen Arzt für eine umfassende und ausführliche ärztliche Behandlung aufsuchen. Die Studienlage und der Nachweis der Effektivität ist für die einzelnen osteopathischen Techniken sehr unterschiedlich. Während aussagekräftige Studien vor allem für die parietale Osteopathie bestehen, sieht es bei der viszeralen und kraniosakralen Technik etwas anders aus. Eine Evidenz gibt es für Osteopathie bei Rückenschmerzen, bei anderen Indikationen besteht noch Forschungsbedarf.

Viele Schulmediziner befürworten einen ganzheitlichen Ansatz, wenn beide Parteien involviert sind und der Patient so die besten Möglichkeiten hat, zu genesen.

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