Kosten für Krankentransport: Was Privatversicherte wissen müssen

Ein Krankentransport kann in verschiedenen Situationen notwendig werden – sei es nach einem Unfall, einer plötzlichen Erkrankung oder für den Transport zu einer spezialisierten medizinischen Einrichtung. Für Privatversicherte stellt sich dabei oft die Frage, welche Kosten auf sie zukommen und welche Leistungen ihre Versicherung abdeckt. In diesem Ratgeber geben wir dir einen umfassenden Überblick über die Kosten für Krankentransporte in der privaten Krankenversicherung (PKV) und erläutern, worauf du achten solltest.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Krankentransport?

Einen Krankentransport brauchen Menschen, die nicht ohne medizinische Betreuung in die Arztpraxis oder ins Krankenhaus fahren können – zum Beispiel nach einem Unfall, aufgrund einer schweren Erkrankung oder aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit. Der/die behandelnde Arzt/Ärztin stellt dann für die Krankenbeförderung eine Verordnung aus, den sogenannten Transportschein oder Krankentransportschein. Ein Krankentransport wird von medizinischem Fachpersonal begleitet und findet in einem speziellen Krankentransportwagen (KTW) statt.

Krankentransporte werden von verschiedenen Dienstleistern wie dem Roten Kreuz, dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der Johanniter-Unfall-Hilfe, dem Malteser Hilfsdienst sowie von privaten Unternehmen angeboten. Wenn du einen Krankentransport bestellen möchtest, kannst du dich entweder direkt an einen der Anbieter wenden oder die bundesweit einheitliche Nummer 19222 wählen. Sie ist ohne Vorwahl vom Handy und vom Festnetz aus erreichbar. 

Die Rettungsleitstelle schickt dann einen Krankentransportwagen, sofern der Patient/die Patientin fachkundige Betreuung und/oder eine medizinische Vorrichtung während der Fahrt benötigt. Geht ein Notruf über die zentrale Nummer 112 ein, wird ein Rettungswagen (RTW) geschickt, in besonders schweren Fällen auch ein Rettungshubschrauber.

Unterschied zur Krankenfahrt

Im Gegensatz zum Krankentransport wird der Patient/die Patientin bei einer Krankenfahrt zwar von einem Helfer begleitet, dieser muss jedoch keine medizinische Ausbildung haben. Die Begleitperson hilft dem Patienten/der Patientin zum Beispiel beim Ein- und Aussteigen und beim Gang in die Arztpraxis. Für eine Krankenfahrt können das eigene Auto, ein Mietfahrzeug, ein Taxi sowie Bus und Bahn genutzt werden. Den Krankentransport, aber auch die Krankenfahrt, kann der Patient/die Patientin abhängig von seiner individuellen Mobilität sitzend, liegend, im Rollstuhl oder im Tragestuhl verbringen.

Krankentransport-Leistungen

Während eines Krankentransports werden in der Regel verschiedene Leistungen erbracht, um die Sicherheit und das Wohlbefinden des Patienten/der Patientin zu gewährleisten. Der Patient wird mit einem geeigneten Fahrzeug, wie einem Rettungswagen oder Notarztwagen, sicher zum vorgesehenen Zielort befördert. Während des Transports wird der Patient/die Patientin von qualifiziertem medizinischen Fachpersonal betreut, um eine optimale Versorgung sicherzustellen. Bei medizinischen Notfällen kann das Rettungspersonal eine Erstversorgung durchführen, um die Gesundheit des Patienten/der Patientin zu schützen. Am Zielort, sei es ein Krankenhaus oder eine Arztpraxis, wird der Patient/die Patientin sorgfältig übergeben, damit die medizinische Betreuung nahtlos fortgesetzt werden kann.

Zusätzlich können, je nach Situation, weitere Leistungen in Anspruch genommen werden. Die Mitnahme von Angehörigen ist in bestimmten Fällen möglich, zum Beispiel bei Kindern unter 14 Jahren oder bei Verständigungsproblemen aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse. Hierbei muss der Angehörige jedoch auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, da die hinteren Plätze dem medizinischen Personal und dem Patienten/der Patientin vorbehalten sind. Der Transport von Gepäck ist normalerweise nicht vorgesehen, es kann jedoch in Einzelfällen erlaubt sein, eine kleine Tasche mit persönlichen Gegenständen mitzunehmen.

Übernahme der Kosten für Krankentransport bei Privatversicherten

Die private Krankenversicherung (PKV) deckt die Kosten für einen Krankentransport ab, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Ein Arzt/eine Ärztin muss den Transport als medizinisch notwendig bescheinigen. Dies gilt, wenn du aufgrund deiner gesundheitlichen Situation nicht selbstständig öffentliche Verkehrsmittel nutzen kannst. Darüber hinaus muss der Krankentransport wirtschaftlich vertretbar sein und den Regelungen deines PKV-Tarifs entsprechen.

Typische Situationen für die Kostenübernahme durch die PKV:

Wichtig: Die Bedingungen für die Kostenübernahme können variieren. Kläre im Vorfeld bei deiner privaten Krankenversicherung (PKV), ob die Kosten für den Krankentransport in deinem speziellen Fall übernommen werden.

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Kosten für Krankentransport in der GKV

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für den Krankenwagen, sofern der Einsatz medizinisch zwingend erforderlich ist. Die medizinische Notwendigkeit kannst du mithilfe einer Verordnung deines Arztes/deiner Ärztin belegen. Um Ärger bei der Abrechnung mit der Krankenkasse zu vermeiden, solltest du dich – wenn möglich – bereits vorab um den Transportschein kümmern. Allerdings müssen gesetzlich Versicherte einen Eigenanteil für den Krankentransport übernehmen. 

Die Zuzahlung liegt bei 10 Prozent der Fahrtkosten, wobei das Minimum auf 5 Euro und das Maximum auf 10 Euro festgelegt wurden. Brauchst du mehrmals die Unterstützung durch einen Krankentransport, etwa bei regelmäßigen stationären Behandlungen, muss die Zuzahlung nur für die erste und die letzte Fahrt geleistet werden. 


Packliste Kliniktasche:

Das muss mit ins Krankenhaus


Krankentransport Preisliste

Wenn du keine ärztliche Verordnung hast, aber trotzdem einen Krankentransport in Anspruch nehmen möchtest, musst du die Kosten dafür in der Regel selbst tragen. Was ein Krankentransport ohne Transportschein kostet, hängt von mehreren Faktoren ab. 

Was kostet der Krankentransport ohne Transportschein?

Meist fällt eine Anfahrtspauschale an, die ungefähr zwischen 100 und 300 Euro liegt. Dazu kommen bei jedem Krankentransport die Kosten pro km – rechne hier mit 2 bis 3 Euro je Kilometer. Einfluss auf die Preise eines Krankentransports hat zudem, wann dieser durchgeführt wird: Abends, am Wochenende und an Feiertagen können Zuschläge erhoben werden. Um die Kosten für den Krankentransport besser abschätzen zu können, solltest du den Dienstleister vorab um einen Kostenvoranschlag bitten.

Wird die Krankenfahrt erstattet?

Doch wie sieht es nun mit Krankenfahrten aus? Sie kommen für dich infrage, wenn du für die Beförderung zum Krankenhaus, zum Therapeuten oder zur Arztpraxis zwar kein medizinisches Personal und keine medizinischen Geräte benötigst, aber dennoch auf die Hilfe einer Begleitperson angewiesen bist. Genau wie der Krankentransport wird auch die Krankenfahrt ärztlich verordnet. 

GKV:

Um die Kosten für die Krankenfahrt mit dem Taxi oder mit dem Mietwagen samt Fahrer von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet zu bekommen, solltest du dich vorab um die ärztliche Verordnung bemühen. Du wirst dann zu Hause abgeholt, zu deiner Behandlung gefahren und beim Ein- und Aussteigen vom Fahrer unterstützt. Bei einem privaten Kraftfahrzeug kann jeder gefahrene Kilometer abgerechnet werden, auf Basis des Bundesreisekostengesetzes festgesetzten Höchstbetrag für Wegstreckenentschädigung.

PKV:

Für privat Krankenversicherte sind Krankenfahrten in der Regel über ihre Volltarife abgesichert. Allerdings empfiehlt es sich, im Einzelfall zu prüfen, ob die Fahrkosten laut Bedingungen tatsächlich eingeschlossen sind. Auch hier ist die medizinische Notwendigkeit Voraussetzung für eine Übernahme der Krankentransportkosten. Bei ottonova ist die Krankenfahrt in allen Volltarifen erstattungsfähig.

Übrigens:

Menschen mit Pflegestufe 4 oder 5 sowie Schwerbehinderte mit dem Merkzeichen „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung), „BI“ (blind) oder „H“ (hilflos) dürfen seit Anfang 2019 für medizinisch notwendige Fahrten zum Arzt oder Zahnarzt ein Taxi nehmen. Die Kosten werden bei vorliegender Verordnung normalerweise von der Krankenkasse erstattet – auch ohne vorherige Genehmigung. Der Transportschein wird dann zusammen mit der Taxiquittung bei der Krankenkasse eingereicht.

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Was passiert, wenn du einen Rücktransport aus dem Ausland brauchst

Es ist wohl der Albtraum aller Reisenden: Im Urlaub einen schlimmen Unfall zu erleiden oder so schwer krank zu werden, dass der Rücktransport nach Hause organisiert werden muss. Die Kosten für einen Krankentransport aus dem Ausland sind schwer abzuschätzen. 

Es kommt ganz darauf an, wie weit weg du von zu Hause bist, wie schlecht dein gesundheitlicher Zustand ist und ob du mit Krankenwagen fahren kannst oder mit dem Ambulanzflugzeug ausgeflogen werden musst. 

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Wichtig zu wissen:

Gesetzliche Krankenkassen kommen für den Rücktransport in der Regel nicht auf. Um sich zusätzlich abzusichern, können gesetzlich Versicherte eine private Auslandskrankenversicherung abschließen. Als ottonova Kunde brauchst du dich um nichts zu kümmern: 

Bei den ottonova PKV-Tarifen ist der Auslandsrücktransport mit versichert und wird im Fall der Fälle von unserem Concierge Service für dich organisiert.

Natalie Decker
HIER SCHREIBT Natalie Decker

Natalie arbeitet seit 15 Jahren als Redakteurin. Neben Lifestyle-Themen wie Kochen und Reisen gehören Medizin & Gesundheit zu ihren Schwerpunkten. Sie schreibt unter anderem für das Online-Portal gesund-vital.de und den Ratgeber-Verlag Gräfe und Unzer.

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