Beamtenkinder privat oder gesetzlich versichern? Ratgeber für Eltern

Werden Beamtenkinder privat oder gesetzlich versichert? Welche Rolle spielen Beihilfe, Familienversicherung und der jeweilige Elternteil? In diesem Ratgeber erhältst du verständliche Informationen, einen klaren Vergleich von PKV und GKV sowie eine fundierte Entscheidungshilfe, welche Krankenversicherung für dein Kind in eurer Familiensituation sinnvoll ist.

Aktualisiert am 14. Januar 2026
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Inhalt des Ratgebers

Das Wichtigste in Kürze

  • Beamtenkinder haben in der Regel einen eigenen Beihilfeanspruch von meist 80%
  • Dadurch ist die PKV für Kinder oft deutlich günstiger als die GKV
  • Eine kostenlose Familienversicherung in der GKV ist bei Beamten meist nicht möglich
  • Entscheidend ist, bei welchem Elternteil das Kind krankenversichert sein kann oder muss
  • Endet der Beihilfeanspruch (z.B. mit 25), ist eine Anpassung der Absicherung nötig
  • Die PKV bietet ein Kindernachversicherungsrecht, auch ohne Gesundheitsprüfung 

Warum das Thema Krankenversicherung für Beamtenkinder besonders ist

Das Kind privat oder gesetzlich versichern? Beamte und Beamtinnen, die Eltern werden, stehen vor dieser wichtigen Frage.

Bei Beamten und Beamtinnen beteiligt sich der Dienstherr mit der individuellen Beihilfe an den Krankheitskosten, allerdings nur dann, wenn die private Krankenversicherung gewählt wird. Diese sichert dann die Restkosten ab. Der Beihilfesatz liegt dabei in vielen Bundesländern bei 50% mit einem Kind, 70% bis zwei Kindern und 80% für die Krankheitskosten der Kinder selbst.

In acht Bundesländern (Hamburg, Bremen, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Baden-Württemberg, Sachsen und Niedersachsen) kann auch die pauschale Beihilfe gewählt werden, dann übernimmt der Dienstherr die Hälfte der Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung. In allen übrigen Bundesländern zahlen Beamte und Beamtinnen aber den vollen Beitrag, wenn sie sich gesetzlich krankenversichern. 

Diese besonderen Regelungen gelten auch für Kinder von Beamten und Beamtinnen.

Die Entscheidung zwischen PKV oder GKV beeinflusst Kosten, Beitrag, Leistungen und den späteren Versicherungsschutz des Kindes erheblich. Die Wahl der Krankenversicherung wirkt sich aus auf:

Beihilfeanspruch für Kinder

Kinder von Beamten haben in der Regel eine eigene Beihilfeberechtigung. Der Anspruch auf Beihilfe liegt meist bei 80%. Die restlichen Krankheitskosten müssen Eltern über eine zusätzliche Versicherung absichern.

Die Beihilfevorschriften unterscheiden sich je nach Dienstherr, Bundesland und Stand der jeweiligen Regelungen. Dennoch bleibt der Grundsatz gleich: Ohne ergänzende private Absicherung besteht kein vollständiger Versicherungsschutz.

Bei welchem Elternteil muss das Kind krankenversichert sein?

Eine zentrale Frage für Eltern lautet: Bei welchem Elternteil muss das Kind versichert werden? Entscheidend sind dabei der Versicherungsstatus beider Eltern, das jeweilige Einkommen sowie der Umstand, ob ein Elternteil privat versichert oder gesetzlich versichert ist.

Sind beide Eltern unterschiedlich versichert, greifen spezielle Regelungen. Ist ein Elternteil Beamter und privat krankenversichert und verdient mehr als der gesetzlich versicherte Partner und über der JAEG, entfällt die Familienversicherung in der GKV.

Ist die Familienversicherung in der GKV für Beamtenkinder möglich?

Die Familienversicherung in der GKV ist für viele Beamtenfamilien nicht möglich. Besonders dann nicht, wenn ein Elternteil privat versichert ist und die Versicherungspflichtgrenze überschreitet.

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, das Kind könne automatisch über die Krankenkasse eines Elternteils mitversichert werden. Das ist bei Beamten und Beamtinnen sehr häufig der Fall, wenn der Ehepartner oder die Ehepartnerin in der GKV versichert ist, da die meisten Beamten und Beamtinnen nicht über der JAEG verdienen. 

PKV vs. GKV für Beamtenkinder: privat oder gesetzlich versichern?

Der Vergleich zwischen PKV und GKV ist für Beamtenkinder besonders relevant. Während die gesetzliche Krankenversicherung einkommensabhängig arbeitet, basiert die private Krankenversicherung auf einem individuellen Tarif und dem gewünschten Leistungsumfang. Wir haben die wichtigen Aspekte für dich zusammengefasst:

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Merkmal

PKV

GKV

Beitrag

  • durch Beihilfe fallen Kosten meist niedrig aus
  • monatlicher Beitrag liegt häufig deutlich unter dem einer gesetzlichen Krankenkasse
  • ist keine Mitversicherung über Familienversicherung möglich, verlangt GKV einen eigenen Beitrag für das Kind
  • in 2026 liegen sie bei durchschnittlich 270 Euro pro Monat

Leistung

Je nach Tarif:

  • freie Arztwahl
  • kürzere Wartezeiten
  • umfangreiche Vorsorgeleistungen
  • Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus
  • Behandlung durch den Chefarzt
  • medizinische Grundversorgung
  • begrenzte Zusatzleistungen
  • längere Wartezeiten bei Fachärzten

Flexibilität & Individualität

  • Tarife individuell wählbar
  • Leistungen anpassbar
  • optionaler Selbstbehalt möglich
  • Leistungen gesetzlich geregelt
  • kaum Individualisierung

Versicherungsschutz Krankenhaus

  • bessere Leistungen bei Behandlung und Unterbringung
  • Versicherungsschutz meist niedriger als bei der PKV

Wann endet der Beihilfeanspruch für Kinder?

In der Regel endet der Beihilfeanspruch für Kinder mit Wegfall des Kindergeldes. Dieses entfällt mit Vollendung des 25. Lebensjahres oder früher bei:

Was ändert sich konkret mit dem Ende des Beihilfeanspruchs?

Endet der Beihilfeanspruch - meist mit dem 25. Geburtstag -, hat das zwei unmittelbare Auswirkungen auf die bestehende Krankenversicherung des Kindes. Zum einen erhöht sich der notwendige Versicherungsschutz von bisher 20% auf 100%, da die Beihilfe künftig keine Krankheitskosten mehr übernimmt. Zum anderen kann der bisherige Beihilfe-Tarif nicht weitergeführt werden, sodass ein Wechsel in einen sogenannten Anschluss- oder Folgetarif erforderlich ist. Diese tarifliche Umstellung erfolgt innerhalb der privaten Krankenversicherung und bedeutet in der Regel einen deutlich höheren Beitrag.

Wie funktioniert der Wechsel?

Wichtig zu wissen: Allein durch diese Vertragsänderung entsteht zunächst kein automatisches Sonderkündigungsrecht, sodass das Versicherungsunternehmen einer Kündigung formal nicht zustimmen müsste. In der Praxis zeigen sich viele Versicherer jedoch kulant und akzeptieren eine Kündigung dennoch. Der Hintergrund ist, dass Versicherte das Sonderkündigungsrecht meist auf anderem Weg rechtssicher durchsetzen können. Da dies für die Versicherung mit zusätzlichem Verwaltungsaufwand verbunden ist und das Ergebnis - ein Anbieterwechsel - ohnehin gleich bleibt, stimmen viele Unternehmen einer einvernehmlichen Vertragsbeendigung zu. 

Sollte der Versicherer einer Kündigung nicht zustimmen, besteht dennoch klare rechtliche Möglichkeit: Nach § 205 Absatz 3 VVG kann ein Sonderkündigungsrecht geltend gemacht werden, wenn ein Tarifwechsel in einen Tarif mit Altersrückstellungen erfolgt. Konkret bedeutet das, dass zum Ende des Beihilfeanspruchs ein Wechsel in einen Arbeitnehmer- oder Volltarif beantragt werden kann. Da dieser Tarif Altersrückstellungen enthält, entsteht dadurch automatisch ein Sonderkündigungsrecht, das einen Wechsel zu einem anderen Versicherer ermöglicht.

Was ist das Kindernachversicherungs­recht?

Die Kindernachversicherung ermöglicht es Eltern, ihr Kind ohne Gesundheitsprüfung in der PKV aufzunehmen. Diese Regelung gilt ab Geburt und stützt auch bei später auftretenden Vorerkrankungen.

Ein gesetzlich geregeltes Recht:

  • Kinder können ohne Gesundheitsprüfung privat versichert werden
  • auch bei bestehenden oder später festgestellten Vorerkrankungen

Voraussetzungen für das Nachversicherungsrecht

Vorteile für Eltern

Was passiert bei verspäteter Anmeldung?

Wird die Frist überschritten:

Fazit: Entscheidung für Beamtenfamilien

Für Beamtenkinder bietet die private Krankenversicherung in Kombination mit Beihilfe häufig klare Vorteile bei Kosten, Leistungen und Versorgung. Die Entscheidung sollte jedoch immer individuell getroffen werden. Ein fundierter Vergleich, verlässliche Information und eine realistische Einschätzung der Optionen helfen Eltern, Fehler zu vermeiden und die beste Lösung für ihr Kind zu finden.

FAQs zu Beamtenkinder

Das Nachversicherungsrecht gilt auch bei der Adoption von Minderjährigen. Allerdings erfolgt hier eine Gesundheitsprüfung und ein Zuschlag von bis zu 100% für Vorerkrankungen ist möglich.

  • Der künftige Berufsstatus (Verbleib im Beamtentum, Angestelltenverhältnis oder Selbstständigkeit)
  • Geplante Bildungswege wie Studium oder Auslandsaufenthalt

Die geplante Krankversicherung kann spätere Optionen beeinflussen.

Profilbild von Marie-Theres Rüttiger
HIER SCHREIBT Marie-Theres Rüttiger

Marie-Theres ist Online Redakteurin für Gesundheits- und Versicherungsthemen bei ottonova. Sie konzipiert den Redaktionsplan, recherchiert und schreibt vor allem über (E-)Health und Innovation, die das Leben besser machen. 

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