PKV für Existenzgründer: Was du wissen musst

Du hast den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt? Dann geht es jetzt darum, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Dazu gehört natürlich auch die Wahl der richtigen Krankenversicherung. Wir erklären, ob sich die PKV für Existenzgründer lohnt, welche Vorteile sie hat und wie der Wechsel gelingt.

Pkv Existenzgründer B

Jeder Deutsche muss einer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung angehören. Wenn du hauptberuflich selbstständig bist, bist du allerdings meist von der Krankenversicherungspflicht der gesetzlichen Kassen befreit. Was als „hauptberuflich“ gilt, ist jedoch nicht eindeutig geregelt. Die Frage ist vor allem für Selbstständige relevant, die nebenher noch in einem Angestelltenverhältnis sind.

Wer ist hauptberuflich selbstständig?

  • Du hast selbst Angestellte.
  • Du arbeitest weniger als 20 Stunden pro Woche als Festangestellter.
  • Die Einkünfte aus deiner Festanstellung sind gering.

Bei unklaren Fällen werden verschiedene Aspekte geprüft, um festzustellen, ob die selbstständige Tätigkeit überwiegt. Im Zweifelsfall kannst du bei deiner aktuellen gesetzlichen Krankenkasse nachfragen.

Ausnahme: Künstler und Publizisten

Wenn du als Freiberufler eine künstlerische oder publizistische Tätigkeit ausübst, besteht die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse wie im Angestelltenverhältnis fort. In diesem Fall übernimmt die Künstlersozialkasse den Arbeitgeberanteil deines GKV-Beitrags. In die PKV kannst du nur eintreten, wenn sich dein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze bewegt (ab 2021: 64.350 Euro). Welche Berufsgruppen sich genau über die KSK versichern können, erfährst du hier.

Gesetzliche Kasse oder private Krankenversicherung für Existenzgründer?

Ein Selbständiger kann sowohl der gesetzlichen Kasse als auch der privaten Krankenversicherung beitreten. Überlege dir deine Entscheidung gut, denn du kannst sie womöglich nicht rückgängig machen. Trittst du als Existenzgründer der PKV bei, kannst du nur in die GKV zurückwechseln, wenn du wieder in ein Angestelltenverhältnis zurückkehrst und sich dein Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze befindet.

Lohnt es sich für Selbstständige, sich freiwillig gesetzlich zu versichern? Manche Existenzgründer mit geringem Einkommen sind anfangs in der GKV familienversichert, um Beiträge zu sparen. Später lohnt es sich jedoch, Kosten und Leistungen miteinander zu vergleichen. Wer als Unternehmer gut verdient, zahlt in der GKV den Höchstsatz, erhält jedoch trotzdem dieselben Leistungen wie alle anderen Versicherten. Ein wichtiger Beweggrund, in die PKV zu wechseln, ist vor allem der umfangreiche Leistungskatalog der privaten Versicherungen. 

Vorteile der PKV für Existenzgründer

1. Individuell wählbarer Leistungsumfang: 

Du kannst aus einer Vielzahl von Tarifen denjenigen wählen, der für dich am besten passt. Bist du grundsätzlich gesund und hast als Jungunternehmer wenig Geld, kannst du dich für einen günstigen Basistarif entscheiden. Wenn du später dein Business erfolgreich aufgebaut hast, kannst du in einen leistungsstärkeren Tarif wechseln.

2. Mehr Leistungen: 

Wenn du rundum abgesichert sein willst, kannst du einen Tarif mit umfangreichen Leistungen wählen. Du kannst bei ottonova beispielsweise ein Einzelzimmer im Krankenhaus oder eine Komplett-Übernahme deines neuen Zahnersatzes dazubuchen. Manche Leistungen wie altersunabhängige Vorsorge-Untersuchungen und Auslandskrankenschutz sind im Gegensatz zur GKV bei allen Tarifen dabei. Außerdem bekommst du Krankentagegeld als Ausgleich für deinen Verdienstausfall. 


Was ist Krankentagegeld?

Ab wann und wie lange du es bekommst!


3. Schneller zum Arzt: 

Privatpatienten bekommen häufig schneller einen Termin beim Facharzt. Was viele Versicherte aus Erfahrung wissen, bestätigen auch Studien. Einer aktuellen Feldstudie zufolge warten gesetzlich Versicherte 25 Tage auf einen Facharzttermin, privat Versicherte nur 12. 

4. Mehr Ärzte zur Auswahl:

Manche Praxen nehmen nur Privatpatienten und Selbstzahler. Als PKV-Mitglied kannst du dich auch dort problemlos behandeln lassen. Das kann vor allem dann eine Rolle spielen, wenn du einen Arzt mit ganz speziellem Ansatz suchst. 

Wie berechnen sich die Kosten der Krankenversicherung bei Selbständigen?

Wenn du als Selbstständiger der gesetzlichen Krankenkasse beitrittst, musst du natürlich auch den Arbeitgeberanteil zahlen.

Existenzgründer: Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung

  • allgemeiner Beitragssatz: 14 %
  • kassenindividueller Zusatzbeitrag (wird häufig erhoben): z.B. 1,3 % (je nach Kasse)
  • Pflegeversicherung: 3,3 % (ohne Kinder), 3,05 % (mit Kindern)

Für einen kinderlosen Single ergibt sich ein Beitrag von 18,8 % des Brutto-Einkommens. Nehmen wir an, du verdienst anfangs mit 2.000 Euro brutto im Monat noch recht wenig. Zu zahlen wären dann 376 Euro. Der Mindestbeitrag liegt für Selbstständige bei 148,63 Euro plus kassenindividuellem Zusatzbeitrag. Der monatliche Höchstbetrag liegt 2021 bei 703,31 Euro. Ihn erreichst du, wenn du 58.050 Euro brutto im Jahr verdienst.

Trittst du als Gründer der PKV bei, hängt dein Beitrag von deinem Alter, deinen Vorerkrankungen und deinem Wunschtarif ab. Bei ottonova beispielsweise beläuft sich der monatliche Beitrag auf rund 480 bis 579 Euro.

Wenn du eine Familie hast oder planst, eine zu gründen, solltest du dich vorab auch über Policen für Familienangehörige informieren. Kinder sind bei der PKV nämlich nicht kostenfrei mitversichert. 

Wie finden Existenzgründer die richtige PKV?

Kosten und Leistungen der einzelnen Versicherungsgesellschaften können stark variieren. Ein eingehender Vergleich lohnt sich also, um das beste Angebot zu finden!

Welche Faktoren du prüfen solltest:

  1. Leistungen: Überlege, welche Leistungen dir wirklich wichtig sind. Vielleicht reicht dir ein Mehrbettzimmer im Krankenhaus, aber du möchtest dich bei kleineren Wehwehchen unbedingt von einem Homöopathen behandeln lassen? Setze Prioritäten und überlege, was sie dir wert sind. Wenn du dich als Gründer erst einmal für einen günstigen Basistarif entscheidest, prüfe, ob er auch wirklich alle wichtigen Leistungen abdeckt. Sonst ist die Ersparnis im Krankheitsfall schnell dahin.  
  2. Höhe der Selbstbeteiligung: Soll es lieber weniger oder mehr sein? Ein hoher Selbstbehalt geht oft mit günstigen Tarifen einher. Berechne, ob du regelmäßig darunter liegst und ob er am Ende wirklich eine Ersparnis bringt. Bei ottonova gibt es übrigens nur einen prozentualen Selbstbehalt: Du zahlst 10 oder 25 Prozent deiner Arztrechnungen selbst, bis du eine Grenze von 500 oder 1.250 Euro pro Jahr erreicht hast. So profitierst du von Anfang an von den Kostenerstattungen und kommst nicht in Versuchung, jährliche Vorsorge-Untersuchungen der Ersparnis halber ausfallen zu lassen.
  3. Kosten: Nicht nur die aktuellen Kosten deiner PKV spielen eine Rolle, sondern auch die Beiträge im Alter. Schließlich sollen sie auch dann noch im Rahmen sein, wenn du in den verdienten Ruhestand gehst. Informiere dich, wie die Versicherung deiner Wahl mit Altersrückstellungen umgeht.

Wie wechseln Gründer in die GKV oder PKV?

Wenn du dich selbstständig machst und du in der GKV bleiben willst, musst du dich bei deiner Krankenkasse melden, um dort weiterhin versichert zu sein. Allerdings sind die Kassen in den ersten drei Monaten der Selbstständigkeit kulant: Du kannst in dieser Zeit noch schnell beitreten und so im Fall der Fälle eine horrende Krankenhausrechnung umgehen. Die Beiträge musst du dann allerdings nachzahlen.

Warst du bislang in der PKV und möchtest dich freiwillig gesetzlich versichern, ist das nur möglich, wenn dein Gehalt in der letzten Zeit unter der Versicherungspflichtgrenze lag.

Wenn du in die PKV wechseln möchtest, musst du einen Antrag stellen. Am besten kümmerst du dich schon darum, bevor du selbstständig bist, um einen nahtlosen Versicherungsschutz zu gewährleisten.

Fazit: Viele Existenzgründer entscheiden sich für die PKV, um von den umfangreichen Leistungen der privaten Krankenversicherung zu profitieren. Die Wahl der richtigen Police will allerdings gut überlegt sein! Nimm dir Zeit, die verschiedenen Tarife zu vergleichen. ottonova scheut den Vergleich übrigens nicht und geht bei unabhängigen Tests immer wieder als Sieger hervor. 

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