Beitragsrückerstattung in der privaten Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung (PKV) bietet ihren Versicherten zahlreiche Vorteile und Anreize, um eine erstklassige Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Einer dieser Vorteile ist die Beitragsrückerstattung, ein attraktives Konzept, das sich von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) unterscheidet. Es ermöglicht privat Versicherten einen Teil des Jahresbeitrags zurückzuerhalten. In diesem Ratgeber erfährst du, was es bei der Beitragsrückerstattung zu beachten gilt.

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Inhaltsverzeichnis

Was ist die Beitragsrückerstattung in der privaten Krankenversicherung?

Das Prinzip der Beitragsrückerstattung (kurz BRE) ermöglicht es dir als Versicherungsnehmer oder Versicherungsnehmerin, einen Teil oder mehrere deiner Monatsbeiträge von deinem Versicherungsunternehmen zurückzuerhalten.

Dies ist zum einen möglich, wenn du in einem Jahr keine oder nur bestimmte Gesundheitsleistungen wie etwa Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen und dafür Rechnungen eingereicht hast. Oder wenn die Krankenversicherung Gewinn erwirtschaftet hat und ihre Versicherten finanziell daran teilhaben lässt.

Ob es eine Beitragsrückerstattung gibt und wie diese ausgestaltet ist, hängt dabei vom gewählten Tarif und der Versicherungsgesellschaft ab.

Welche Arten der Beitragsrückerstattung gibt es?

In der privaten Krankenversicherung existieren zwei Formen der Beitragserstattung: die erfolgsunabhängige und die erfolgsabhängige Rückerstattung.

Die garantierte Beitragsrückerstattung

Für die garantierte oder erfolgsunabhängige Beitragserstattung in der PKV muss der Versicherte während eines Jahres entweder keine oder nur wenige Rechnungen bei der Versicherung eingereicht haben. Sofern diese Klausel im Vertrag enthalten ist, erhält der Versicherte eine Rückerstattung der Beiträge, unabhängig von der Geschäftslage des Unternehmens.

Wie wird die erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung berechnet?

Ob es eine Rückerstattung gibt und wie hoch diese ausfällt, hängt vom gewählten Tarif ab. Die Berechnung der Beitragsrückerstattung in der privaten Krankenversicherung erfolgt in der Regel auf Grundlage der tatsächlich angefallenen Gesundheitskosten im Versicherungsjahr. Wenn du während dieses Zeitraums keine oder nur geringe medizinische Leistungen in Anspruch genommen hast und die im Tarif festgelegten Voraussetzungen erfüllst, kannst du mit einer Rückzahlung rechnen.

Die Berechnung basiert in der Regel auf einem Prozentsatz deiner gezahlten Versicherungsbeiträge bemisst sich in einer bestimmten Anzahl von Monatsbeiträgen oder eines absoluten festgelegten Betrags. Die Höhe der Beitragsrückerstattung variiert von Versicherungsgesellschaft zu Versicherungsgesellschaft und kann je nach Tarif unterschiedlich sein.

Die erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung

Die erfolgsabhängige Beitragserstattung hängt vom Erfolg des Versicherungsunternehmens ab. Hier gibt es keine garantierte Rückzahlung für die Mitglieder der privaten Krankenversicherung. Dies ist eine freiwillige Leistung der Versicherungen.

Die Versicherungsunternehmen verwenden Überschüsse, die als Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen (RfB) bekannt sind, um diese Art der Rückerstattung zu gewähren. Diese Rückstellungen werden aus Teilen der Beitragseinnahmen und der Zinserträge gebildet und dienen als Grundlage für die Berechnung der Rückerstattung.

Wer hat Anspruch auf die Beitragsrückerstattung?

Damit Privatversicherte in den Genuss von Rückerstattungen in der privaten Krankenversicherung (PKV) kommen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. In der Regel hängen diese Bedingungen von deinem individuellen Vertrag und dem Krankenversicherer ab. Die grundlegenden Anforderungen umfassen jedoch typischerweise die folgenden Punkte:

Eingereichte Rechnungen

Du solltest während des Versicherungsjahres keine oder nur wenige ärztliche Leistungen in Anspruch genommen haben. Dies bedeutet, dass du gesund geblieben oder nur wenige medizinische Ausgaben gehabt haben solltest.

Tarif- und Versicherungswahl

Je nach gewähltem Tarif und Versicherungsgesellschaft deiner privaten Krankenversicherung können die Bedingungen für die Beitragsrückerstattung variieren. Es ist wichtig, die Vertragsdetails sorgfältig zu prüfen, um sicherzustellen, dass du die Anforderungen erfüllst.

Vertragsdauer

Die meisten Versicherer setzen eine bestimmte Vertragsdauer fest, bevor du Anspruch auf Beitragsrückerstattung hast. Dies bedeutet, dass Versicherte den Vertrag für ein Versicherungsjahr ohne Unterbrechung aufrechterhalten müssen.

Keine Unterbrechung und Mahnverfahren

Um Anspruch auf eine Rückerstattung zu haben, muss der Vertrag das ganze Versicherungsjahr ohne Unterbrechung und bis zum 30.06. des Folgejahres laufen. Eine Ausnahme gäbe es, wenn zum oder nach 01.01. des Folgejahres versicherungspflichtig wirst.

Dein Vertrag darf sich auch nicht im Mahnverfahren befinden.

Es ist ratsam, die genauen Bedingungen in deinem Versicherungsvertrag zu überprüfen und dich bei Fragen an deine Versicherungsgesellschaft zu wenden. Auf diese Weise kannst du sicherstellen, dass du die notwendigen Voraussetzungen erfüllst, um von der Beitragsrückerstattung zu profitieren.

Wann erfolgt die Auszahlung der Beitragsrückerstattung?

Die Auszahlung der Beitragsrückerstattung in der privaten Krankenversicherung (PKV) erfolgt in der Regel in der zweiten Jahreshälfte des Folgejahres. Dies bedeutet, dass du nicht sofort nach einem leistungsfreiem Quartal oder Monat eine Rückerstattung erwarten kannst. Stattdessen sammelt die Versicherungsgesellschaft die Daten über deine Gesundheitskosten über das gesamte Versicherungsjahr hinweg.

Nach Abschluss des Jahres wird deine Beitragsrückerstattung berechnet und dir im Folgejahr ausgezahlt. Die Auszahlung muss dabei nicht beantragt werden, sie erfolgt automatisch.

Es ist wichtig, die spezifischen Auszahlungsbedingungen in deinem Vertrag zu überprüfen, da diese von Anbieter zu Anbieter variieren können. In der Regel erfolgt die Auszahlung auf dein angegebenes Bankkonto, sodass du dein zurückerhaltenes Geld bequem verwenden kannst.

Steuerliche Aspekte der Beitragsrückerstattung

Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung kannst du grundsätzlich als Sonderausgaben in deiner Steuererklärung geltend machen, was zu Steuerersparnissen führen kann. Allerdings berücksichtigt das Finanzamt nur die Versicherungsbeiträge, die tatsächlich von dir bezahlt wurden. Die Beitragsrückerstattung muss daher in dem Jahr, in dem du das Geld von deiner Versicherung erhältst, mit deinen gezahlten Beiträgen verrechnet werden.

Es kann also sein, dass ein Teil der steuerlichen Vorteile durch die Beitragsrückerstattung aufgezehrt werden, sodass es sich unter Umständen nicht lohnt, die Behandlungskosten selbst zu tragen.

Daher ist es ratsam, steuerliche Überlegungen in deine Entscheidung zur Beitragsrückerstattung einzubeziehen und gegebenenfalls professionelle steuerliche Beratung in Anspruch zu nehmen, um die bestmögliche finanzielle Entscheidung zu treffen.

Gibt es Beitragsrückerstattungen in der gesetzlichen Krankenversicherung?

Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kann es eine Form der Beitragsrückerstattung geben. Allerdings nur, wenn du dich für diesen speziellen Wahltarif entscheidest. An diesen Wahltarif bist du dann ein ganzes Jahr gebunden.

Diese Wahltarife zahlen eine Prämie, wenn der oder die Versicherte ein Jahr lang keine Leistungen in Anspruch nimmt. Ausgenommen sind Notfälle, Geburten, Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen von Familienmitgliedern, die beitragsfrei in der Familienversicherung mitversichert sind.

Die Rückerstattung beträgt maximal einen Monatsbeitrag. Allerdings bieten nicht alle gesetzlichen Krankenkassen diese Art von Wahltarif an.

Wie unterscheiden sich die Beiträge in privater und gesetzlicher Krankenversicherung?

In der GKV zahlst du einen festen Prozentsatz deines Einkommens als Beitrag, in der PKV hängt die Höhe deiner Beiträge von verschiedenen Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und den gewählten Versicherungsleistungen ab.

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Haftungsausschluss:

Die Angaben in diesem Artikel dienen nur der allgemeinen Information und stellen keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Für spezifische Fragen und Anliegen in Bezug auf deine individuelle Situation wende dich bitte an die zuständigen Behörden oder Rechts- bzw. Steuerexperten.

Häufig gestellte Fragen zur Beitragsrückerstattung

Die Beitragsrückerstattung ist jährlich möglich, sofern du im jeweiligen Jahr keine Leistungen in Anspruch genommen hast. Die genauen Bedingungen variieren je nach Versicherungsunternehmen und Tarif.

Nein, die Höhe der Beitragsrückerstattung hat in der Regel keinen direkten Einfluss auf die Höhe deiner zukünftigen Versicherungsbeiträge.

Eine Rückerstattung ist unter Umständen auch möglich, wenn Rechnungen bei der privaten Krankenversicherung eingereicht wurden. In vielen PKV-Tarifen wirken sich zum Beispiel Vorsorgeleistungen nicht auf die Höhe der Rückerstattung aus. Einige Tarife bieten eine partielle Beitragsrückerstattung, selbst wenn geringfügige Leistungen in Anspruch genommen wurden. Dies hängt von den spezifischen Bedingungen deines Tarifs ab. Es lohnt sich, diesbezüglich direkt bei deinem Versicherungsunternehmen nachzufragen.

Die Dauer bis zur Auszahlung der Beitragsrückerstattung liegt in der Regel in der zweiten Hälfte des Folgejahres. Für genauere Informationen solltest du dich direkt an dein Versicherungsunternehmen wenden.

Ja, auch deine mitversicherten Familienangehörigen können von der Beitragsrückerstattung profitieren, sofern auch sie keine Leistungen in Anspruch genommen haben. Die genauen Konditionen sind tarifabhängig.

Marie-Theres Rüttiger
HIER SCHREIBT Marie-Theres Rüttiger

Marie-Theres ist Online Redakteurin für Gesundheits- und Versicherungsthemen bei ottonova. Sie recherchiert und schreibt vor allem über Krankenversicherung, (E-)Health und digitale Innovation, die das Leben besser machen.

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