5. September 2019

Arbeiten von zu Hause: So gelingt der Wechsel ins Home Office

Der Wecker klingelt später, du sparst dir die volle U-Bahn und kannst auf Kantinenessen verzichten: Home Office hat viele Vorteile – wenn du es richtig machst. Zu wem das Arbeiten von zu Hause passt und auf welche Home-Office-Regelung du besonders achten solltest, liest du hier.

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New Work verändert nicht nur unsere Einstellung zur Arbeit, sondern auch die Art, wie wir zusammenarbeiten. So werden zum Beispiel Remote-Arbeitsplätze oder Home Office immer beliebter. Viele können heute arbeiten wann und von wo sie wollen, vor allem das Arbeiten von zu Hause wird immer weiterverbreitet – aber hat das wirklich nur Vorteile? Und was musst du beim Arbeiten im Home Office beachten, um produktiv zu sein? Alles dazu findest du hier.

Remote-, Heim- oder Telearbeit: Was ist Home Office? 

Home Office ist eines der Buzzwords, die sich rund um das Thema New Work ranken. Es bedeutet ganz einfach übersetzt „Büro im eigenen zu Hause“. Im deutschen wird Home Office aber teilweise auch als Heimarbeit oder Telearbeit bezeichnet. Dennoch gibt es hier ein paar kleine, aber feine Unterschiede.

Home Office

Der Begriff bezieht sich vor allem auf das Angestelltenverhältnis. Es bedeutet, ein Arbeitnehmer ist festangestellt und arbeitet trotzdem teilweise oder seltener ganz von zu Hause. Diese Arbeitsform bedeutet, dass ein Teil der Arbeit außerhalb der Arbeitsstätte stattfindet, trotzdem aber der Arbeitsstättenverordnung unterliegt. Home Office ist im Prinzip ein Teil der Telearbeit, die aber üblicherweise in drei Unterformen kategorisiert wird.

Telearbeit

Bei Telearbeit wird nochmal unterschieden in Teleheimarbeit (klassisch von zu Hause aus), mobile Telearbeit (zum Beispiel an wechselnden Orten wie bei Außendienstmitarbeitern) oder alternierende Telearbeit (eine Mischung aus beiden vorherigen) unterschieden. Die alternierende Telearbeit ist wohl die häufigste Form von Home Office, da sie die Vorteile beider Arbeitsorte optimal verknüpft.

Heimarbeit

Wer in Heimarbeit arbeitet, der tut das auch von zu Hause, ist aber meist selbstständig und nicht angestellt. Man unterliegt hier den Schutzvorschriften des Heimarbeitsgesetzes.

Das perfekte Home Office einrichten: Was musst du beachten?

Wie muss so ein Home Office eigentlich aussehen? Grundsätzlich bist du beim Home-Office-Arbeitsplatz einrichten erst einmal frei. Du solltest aber bestimmte Vorgaben des Arbeitsschutzes einhalten, damit du deiner Gesundheit nicht schadest. Wichtig ist hierbei: Du brauchst einen festen und möglichst abgetrennten Arbeitsplatz.

  1. Wenn du vor dem Bildschirm arbeitest, sollte dein Monitor nicht zu klein sein. Außerdem sollte er in einer bestimmen Entfernung und nach einem bestimmten Winkel ausgerichtet sein. Wichtig: Der Bildschirm sollte mindestens 60 cm von dir entfernt sein.
  2. Die Beleuchtung an deinem Arbeitsplatz sollte ausreichend sein, sonst drohen schnell müde Augen, Kopfschmerzen und sinkende Produktivität.
  3. Schone deinen Rücken und sorge für einen bequemen Bürostuhl. Es muss kein Chefsessel aus Leder sein – auch einfachere Modelle unterstützen ergonomische Sitzpositionen.
Ergonomie Home Office B Ergonomische Sitzposition am Schreibtisch

Home-Office-Vor- und Nachteile: Ist von zu Hause arbeiten das richtige für dich?

Auch wenn Home Office von vielen gefordert und in höchsten Tönen gelobt wird – natürlich gibt es auch hier Vor- und Nachteile. Gleichzeitig hat jeder Mensch eine andere Arbeitsweise, die sich vielleicht mehr oder auch weniger mit der Arbeit von zu Hause vereinbaren lässt. Damit du besser einschätzen kannst, ob Home Office für dich geeignet ist, haben wir die wichtigsten Home-Office-Vor- und Nachteile aufgeführt:

Home-Office-Vorteile

Die wichtigsten Vorteile liegen auf der Hand: Der Weg ins Büro entfällt, du verlierst keine Zeit beim Pendeln. Gleichzeitig kannst du nebenher Dinge erledigen, die zu Hause anfallen.

Der Chef steht nicht ständig vor deinem Schreibtisch, keine anderen Kollegen klauen dir wertvolle Minuten mit gerade nicht passenden Gesprächen. In den meisten Fällen kannst du zu Hause sehr konzentriert und selbstbestimmt arbeiten. Du fühlst dich außerdem weniger kontrolliert und kannst die Arbeit ganz nach deinem eigenen Tempo und an deinen Bedingungen ausrichten.

Laut einer Studie von Nicholas Bloom der Standford Universität aus dem Jahr 2014 steigt die Produktivität im Home Office sogar enorm. Die Probanden, die von zu Hause arbeiteten, taten das freiwillig länger, waren weniger abgelenkt und insgesamt konzentrierter. Die Leistung stieg im Studienzeitraum um ganze 13 %. Gleichzeitig senkte die Heimarbeit sogar die Fehlzeiten, da Kollegen sich nicht mehr gegenseitig anstecken konnten.

Nachteile von Home Office

Viele Vorteile sind gleichzeitig aber auch Nachteile. Die oben genannte Ablenkung, die oft im Büro herrscht, kann auch fehlen: Wer nur von zu Hause arbeitet und dabei wenig Kontakt mit anderen hat, kann schnell einsam werden. Kurze Gespräche und soziale Interaktion machen glücklich. Im Home Office fehlt der Plausch in der Kaffeeküche oder der Austausch in der Kantine. Schnell stellt sich ein Gefühl von Isolation ein.

Außerdem fällt die Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben oft schwer: Wenn das Arbeitsgerät in der Umgebung steht, in der du auch deine Freizeit genießt, kannst du möglicherweise schlecht abschalten. Gleichzeitig ist der Weg zum E-Mail-Postfach, um „nur mal eben zu gucken“ wesentlich kürzer. Deswegen solltest du zum einem mit dem Arbeitgeber, aber auch mit dir selbst, klare Regelungen der Arbeitszeit festlegen und diese einhalten.

Vielen fehlt im Home Office auch die vorgegebene Tagesstruktur. Das führt oft dazu, dass Mitarbeiter bis zum Mittag Mails im Pyjama beantworten, während dem Mittagessen arbeiten oder mehrere Dinge parallel machen. Das kann auf Dauer unter Umständen unproduktiv und unzufrieden machen. Die Verantwortung, die Aufgaben zu erfüllen, liegen außerhalb des Büros ganz bei dir und du musst dich selbst organisieren. Ablenkungen vermeiden und Versuchungen widerstehen. Vielleicht helfen dir ja unsere Tipps zum Zeitmanagement, Aufgaben zu priorisieren und so strukturiert zu Hause zu arbeiten.

Und einen weiteren Nachteil hat die obengenannte Studie von Nicholas Bloom ebenfalls aufgezeigt: Die Leistung von Heimarbeitenden wird von den Chefs meist weniger deutlich wahrgenommen. Die Probandengruppe, die von zu Hause arbeitete, erhielt deutlich seltener Gehaltserhöhungen und Beförderungen.

Letztlich musst du für dich selbst herausfinden, ob und in welcher Form du dir Home Office für dich vorstellen kannst – sprich mit deinem Chef und deinen Kollegen darüber und findet gemeinsam eine gute Lösung.

App: Slack

Mit Slack kannst du überall mit deinen Kollegen in Kontakt bleiben und Projekte gemeinsam bearbeiten.

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Homeoffice-Regelung: Welche Vorgaben sollten Arbeitnehmer kennen?

Bei all der Selbstbestimmung gelten auch im Home Office Regeln. Die wichtigsten Fragen dazu haben wir für dich beantwortet:

Muss der Arbeitgeber Home Office immer genehmigen?

Viele Arbeitnehmer wünschen sich die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten. Aber er aktuell gibt es noch keine Pflicht für Arbeitgeber das auch zu ermöglichen. Das heißt aber auch, ein Unternehmen kann seinen Angestellten nicht vorschreiben, dass sie Home Office machen müssen. Das geht wirklich nur, wenn solch eine Regelung im Arbeitsvertrag vorher festgelegt wurde.

Wer kommt für die Kosten im Home Office auf?

Generell hat der Arbeitgeber die Kosten für die Einrichtung eines Home Offices zu tragen. Das bedeutet aber in erster Line, dass er verpflichtet ist, dem Mitarbeiter sämtliche Mittel zur Verfügung zu stellen, die er auch im Büro hätte. Das gilt in den meisten Fällen vor allem für Telefon und Laptop. In Ausnahmefällen kann der Arbeitgeber sogar für einen Teil der Miete aufkommen. Wenn der Mitarbeiter wirklich ausschließlich von zu Hause arbeitet und vom Unternehmen keinen alternativen Arbeitsplatz angeboten bekommt, können Energie und Heizungskosten beim Arbeitgeber geltend gemacht werden. 

Übrigens: Viele denken, dass ein Büro zu Hause steuerlich geltend gemacht werden kann. Das geht aber nur dann, wenn das Zimmer wirklich ausschließlich als Arbeitszimmer genutzt wird und kein Gästebett oder sonstiges enthält.

App: Toggl

Die Zeiterfassungs-App hilft dir dabei zu tracken, wie viel Zeit du für welche Aufgaben aufwendest.

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Welche Arbeitszeiten gelten im Home Office?

Für die Arbeit von zu Hause gelten die gleichen Arbeitszeitregelungen wie im Büro. Das heißt, arbeitest du mehr als sechs Stunden, stehen dir 30 Minuten Pause zu. Bei mehr als neun Stunden mindestens 45 Minuten. In der freien Zeit musst du als Arbeitnehmer nicht erreichbar sein. Außer natürlich, es sind mit dem Arbeitgeber bestimmte Zeiten ausgemacht, in denen du erreichbar sein musst, zum Beispiel eine Kernarbeitszeit.

Diese Home-Office-Regelung sollte im besten Fall schriftlich festgehalten werden, damit beide Seiten Sicherheit haben. Außerdem sollte dringend geklärt werden, was passiert, wenn ein Unfall passiert und wie der Datenschutz auch zu Hause gesichert ist.

Hast du nun auch Lust bekommen und bietet dein Unternehmen die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten? Dann beachte unsere Hinweise und hör dich doch mal bei deinen Kollegen um, sicher haben auch sie ein paar hilfreiche Tipps, damit du im Home Office noch produktiver sein kannst.

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