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2. März 2020

Haarausfall durch Stress: Ist der Job oder ein Mangel schuld?

Vitaminmangel, Schilddrüsenprobleme, Stress im Alltag: Haarverlust kann viele verschiedene Ursachen haben. Wir verraten dir, an welchen Anzeichen du Haarausfall durch Stress erkennen kannst und was wirklich dagegen hilft.

5 min

Auf einen Blick: Haarausfall durch Stress

Wer täglich deutlich mehr als 100 Kopfhaare verliert, leidet wahrscheinlich an krankhaftem Haarausfall: Knapp 40 % aller Männer sind davon betroffen. In vielen Fällen steckt das Hormon Testosteron dahinter, doch auch Stress kann zu Haarverlust führen.

Ursachen und Formen von Haarausfall: Haarverlust durch Stress?

Erst kringeln sich nur ein paar einzelne Haare im Kamm, dann werden es immer mehr – und irgendwann zeigt der Blick in den Spiegel ganz deutlich: Die Haarpracht auf deinem Kopf schwindet. Woran liegt das? Sind die Gene schuld? Oder vielleicht ein Vitaminmangel? Und was hat Stress mit Haarausfall zu tun?

Jeder Mensch verliert pro Tag 70 bis 100 Kopfhaare. Der Ausfall ist Teil des Haarzyklus.

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Ein paar Haare im Kamm deuten noch nicht auf einen massiven Haarausfall hin. Bis zu 100 Haare am Tag verliert der Mensch durchschnittlich. Haare sterben ab und fallen aus, neue Haare wachsen nach. Ein Vorgang, der sich täglich wiederholt. Dennoch ist jeder dritte Mann und jede zehnte Frau von Haarausfall betroffen.
Ist dieser natürliche Kreislauf aus ausfallenden und nachwachsenden Haaren über einen längeren Zeitraum hinweg gestört, verlierst du mehr als 100 Haare pro Tag. Dann wird das Haar lichter und es können sich kahle Stellen auf dem Kopf bilden. Knapp 40 % aller Männer erwischt es früher oder später, bei Frauen sind es nur etwa 20 %.

Die Ursachen für Haarausfall 

Jeder Mensch besitzt normalerweise 80.000 bis 120.000 kräftige Haare auf dem Kopf. Jedes Haar besteht aus Keratin und wird vom Haarfollikel gebildet. Von Haarausfall spricht man erst, wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen und wenn das Verhältnis von ausfallenden und nachwachsenden Haaren nicht mehr ausgeglichen ist. Verstärkter, täglicher Haarverlust wird Effluvium genannt, sichtbare Haarlosigkeit Alopezie.

3 Formen von Haarausfall:

Die häufigsten Formen von Haarausfall bei Männern sind der hormonell-erbliche Haarausfall, kreisrunder Haarausfall und diffuser Haarausfall.

Wenn sich bei dir langsam Geheimratsecken und/oder eine Platte auf dem Hinterkopf bilden, steckt wahrscheinlich das männliche Sexualhormon Testosteron dahinter.

Es wird in der Kopfhaut zu Dihydrotestosteron umgebaut, das die Wachstumsphase der Haare verkürzt, bis die Haarfollikel irgendwann endgültig absterben. Ist der „Wachstumsmotor“ erst einmal tot, können keine neuen Haare mehr gebildet werden. Dieser Prozess ist die häufigste Form des Haarausfalls, beginnt oftmals zwischen dem 20. bis 30. Lebensjahr und kann vererbt werden.

Ob du einmal eine Glatze bekommst, verrät dir also unter Umständen ein Blick auf deinen Vater oder deinen Großvater.

Entdeckst du münzgroße Löcher in deiner ehemals vollen Haarpracht, liegt wahrscheinlich ein kreisrunder Haarausfall vor. Er macht 1 bis 2 % der Haarausfälle bei Männern aus.

Erkennungszeichen sind kreisrunde Lücken im Haar. Es bilden sich plötzlich verschiedene kahle Stellen am Kopf oder auch an anderen Körperstellen wie dem Bart, den Wimpern oder der Genitalbehaarung. Die Haare können bei dieser Art des Haarausfalls auch vollständig ausfallen. Typisch für den kreisrunden Haarausfall ist nicht nur der plötzliche Verlust von Haaren, sondern auch, dass er oft bei völliger Gesundheit auftritt.

Die Ursachen hierfür sind noch nicht abschließend geklärt – womöglich ist eine Autoimmunreaktion schuld, bei der die Abwehrzellen des Immunsystems die körpereigenen Zellen in den Haarwurzeln angreifen. Betroffene berichten, dass dies in Zusammenhang mit Stress passieren kann, insbesondere in langanhaltenden Stressphasen. Die gute Nachricht lautet: Die Haarfollikel sterben hierbei nicht ab, sodass das Haar grundsätzlich wieder nachwachsen kann, wenn der Stress abklingt. Auch psychische Belastungen und Allergien können ein Grund sein.

Verteilt sich der Haarausfall über den gesamten Kopf, handelt es sich um diffusen Haarverlust. Dafür kann es verschiedene Gründe geben.

Zum Beispiel:

  • Schilddrüsenprobleme
  • Nährstoffmangel
  • Drogenkonsum
  • Einnahme bestimmter Medikamente

Diese Form des Haarverlusts kann ebenfalls stressbedingt sein: Vermutlich erhöht sich durch den Stress die Konzentration von körpereigenen Botenstoffen wie Noradrenalin am Haarfollikel, wodurch eine Entzündung entsteht. Diese hemmt die Wachstumsphase des Haars und es fällt vorzeitig aus. Das Alter und der Hormonspiegel spielen hierbei keine Rolle.


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Haarausfall wegen Stress: Was deine Arbeitsbelastung damit zu tun hat

„Für stressbedingten Haarausfall gibt es verschiedene Gründe. Durch Stress in Form von Überanstrengung werden im Körper Vitalstoffe abgebaut. Diese fehlen dann auch an den Haarwurzeln“, sagte Dr. Berndt Rieger, Arzt für Innere Medizin und Naturheilkunde, gegenüber n-tv.Kopfhaut und Haare bleiben in diesen Phasen völlig unterversorgt. Die Haarfollikel bekommt nicht mehr ausreichend Nährstoffe zugespielt. Die Haare werden erst stumpf und glanzlos, später fallen sie ganz aus.

Typisch für Haarausfall durch Stress ist, dass sich das Kahlwerden erst zwei bis vier Monate nach Beginn der Stressphase bemerkbar macht. Dabei kann es sich um emotionalen Stress wie einen Trauerfall oder eine Trennung handeln, oder auch um körperlichen Stress, ausgelöst durch hohes Fieber, eine Operation oder eine chronische Entzündung.

Haarausfall Durch Stress B@2X

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Eine Studie aus Korea zeigt, dass lange Arbeitszeiten Einfluss auf stressbedingten Haarausfall haben können. Dazu wurden über vier Jahre hinweg knapp 13.400 Männer untersucht. Das Ergebnis: Wer länger als 40 Stunden pro Woche arbeitet, hat ein signifikant höheres Risiko für Haarausfall. Die Forscher vermuten, dass der Haarverlust mit dem Stress zusammenhängt, der durch das hohe Arbeitspensum und die fehlenden Erholungsphasen entsteht.

Dazu kommt noch folgendes Problem: Fallen erst einmal die Haare aus, reagieren viele Betroffene besorgt. Schließlich gilt volles Haar auch bei Männern als Schönheitsideal. Dadurch fühlen sie sich zusätzlich gestresst, was den Haarverlust verstärken kann – ein Teufelskreis. Manche Menschen reißen sich in stressigen Zeiten sogar selbst die Haare aus: Diese Zwangsstörung wird Trichotillomanie genannt.

Nebenwirkungen von Medikamenten

Wenn du Medikamente mit Wirkstoffen wie Heparin (gegen Thrombosen) oder Valproinsäure (gegen Epilepsie und bipolare Störungen) einnimmst, solltest du mit deinem Arzt über eine Alternative sprechen. Denn dann könnte dein Haarverlust eine unerwünschte Nebenwirkung deines Medikaments sein.

4 Tipps: Hilfe bei Haarausfall

Was kannst du nun tun, wenn es bei dir „obenrum“ immer weniger wird? Die Therapie hängt natürlich von der Ursache ab. Vorliegende Grunderkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen und Infektionen solltest du unbedingt untersuchen und behandeln lassen, dann verschwindet möglicherweise auch der Haarausfall. 

1. Vitaminmangel beheben

Achte außerdem auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Haarausfall kann nämlich auch eine Folge von Vitamin-D-Mangel bzw. Vitamin-B12-Mangel sein. Spurenelemente wie Eisen und Zink und Kupfer spielen für die Bildung kräftiger Haare ebenfalls eine wichtige Rolle. Selen, Silizium und Biotin sind auch in Bezug auf die Haarqualität nicht außer Acht zu lassen. Richtige Superfoods gegen Haarausfall sind unter anderem Nüsse. Die in ihnen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren, das Kupfer und das Biotin sind wachstumsfördernd.

2. Durchblutung anregen

Eine gute Durchblutung ist entscheidend für ein kräftiges Wachstum deiner Haare. Nur dann werden Haarwurzeln ausreichend mit Vitaminen und Mineralien versorgt. Mit Hilfe von Ausdauersport werden die Blutgefäße erweitert, die Durchblutung wird angeregt. Auch Kopfmassagen aktivieren die Durchblutung der Kopfhaut. Ein weiterer Tipp gegen Haarausfall ist Koffein. Hochdosiertes koffeinhaltiges Haarwasser kann in tiefere Schichten der Kopfhaut eindringen und dort die Durchblutung anregen. Die Haarwurzeln können so kräftigeres Haar produzieren, das Ergebnis ist ein fülligeres Haarbild.

3. Kopfhaut & Haare sanft behandeln

Es hört sich banal an, aber auch im Alltag kannst du während der täglichen Routine etwas gegen Haarausfall tun. Achte nach dem Duschen darauf, dass du dein Haar nicht zu rabiat trocken rubbelst, drücke die Haare mit einem weichen Handtuch oder Baumwoll T-Shirt lieber sanft trocken. Und auch beim Haare föhnen gilt es, nicht zu heiß zu trocknen, die lauwarme Stufe genügt. Starke Hitze und Reibung stressen Haar und Kopfhaut und je gestresster die Haare sind, desto schlechter sind die Wachstumsbedingungen.

4. Achtung bei Wundermitteln

Du willst mit kosmetischen Mitteln gegen den Haarverlust vorgehen? Das ist nicht in jedem Fall eine gute Idee: Spezielle Shampoos und vitaminhaltige Haartinkturen sind meistens ziemlich teuer und halten nicht immer, was sie versprechen. Achte dennoch auf die richtige Pflege für dein Haar und deine Kopfhaut. Bei trockener Kopfhaut ist es nicht von Vorteil Shampoos für fettige Kopfhaut zu verwenden, da deine Kopfhaut ganz andere Nährstoffe braucht und so noch weiter austrocknet. Eine gestörte Kopfhaut kann Haarausfall begünstigen.


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Am wichtigsten ist bei stressbedingtem Haarausfall, den Auslöser Stress zu reduzieren. Gönn deinem Körper die nötigen Ruhepausen und schaffe mit Entspannungstechniken wie Yoga oder Tai Chi für einen Ausgleich zu deinem hektischen Berufsalltag. Regelmäßige Treffen mit Freunden, Sport und Hobbys helfen ebenfalls dabei, den Stress im Büro hinter dir zu lassen. 

Findest du selbst nicht mehr aus der Stress-Spirale heraus, solltest du keine Scheu davor haben, professionelle Hilfe zu suchen. Spätestens wenn sich bei dir erste Symptome einer Depression oder eines Burn-outs zeigen, ist es Zeit zu handeln. Eine maßgeschneiderte Therapie wird dann nicht nur deinen stressbedingten Haarausfall lindern, sondern dein Wohlbefinden insgesamt verbessern.

Extra-Tipp:
Sorge dafür, dass du genügend Schlaf bekommst, da auch Schlafmangel Haarausfall fördern kann.

Haarausfall durch Stress: Bloß nicht reinsteigern

Viele Männer glauben, dass Frauen Partner mit vollem Haar bevorzugen und schämen sich, wenn bei ihnen immer mehr Haare im Kamm landen. Dennoch solltest du Ruhe bewahren und gemeinsam mit einem Arzt herausfinden, warum deine Haare dünner und/oder weniger werden. Ist Stress der Auslöser, können dir verschiedene Entspannungstechniken dabei helfen, zur Ruhe zu kommen. Auf unserem Blog findest du jede Menge Inspirationen für mehr Gelassenheit im Alltag. Wenn der Stress nachlässt, wird sich nicht nur deine Frisur erholen – dein ganzes Leben wird auf einmal viel leichter!

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