Krankentransport: Kosten für die Krankenwagen-Fahrt

Was kostet eigentlich ein Krankentransport? Muss dafür der Krankenwagen kommen oder kannst du auch einfach in ein Taxi steigen? Wann werden die Fahrtkosten übernommen und wann musst du den Krankentransport selbst bezahlen? Hier kommen Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Auf einen Blick

Menschen, die ohne medizinische Betreuung nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus fahren können, können einen Krankentransport bestellen. Die Kosten für den Krankentransport übernimmt die Krankenkasse, sofern der Patient eine ärztliche Verordnung dafür vorweisen kann. Diese Verordnung, auch Transportschein genannt, wird vom Arzt oder der Ärztin nur dann ausgestellt, wenn der Krankentransport aus medizinischer Sicht notwendig ist. Ohne Transportschein musst du die Kosten für den Krankentransport in der Regel selbst bezahlen – diese können mehrere hundert Euro betragen.

Der Unterschied zwischen Krankentransport und Krankenfahrt

Die Sirenen der Rettungswägen gehören zur Geräuschkulisse der Großstadt wie das ewige Rauschen des Verkehrs, das Einfahren der Bahn und hupende Autos. Tag und Nacht sind die Rettungskräfte im Einsatz, um Verletzte und plötzlich Erkrankte schnell zu versorgen und ins Krankenhaus zu bringen. Doch die Notfallhilfe ist nur eine Aufgabe des Roten Kreuzes, der Johanniter, Malteser und anderer Organisationen. Das medizinisch geschulte Personal übernimmt auch Krankentransporte, etwa um Patienten zu stationären Behandlungen oder zu ambulanten Operationen und wieder nach Hause zu bringen. Wie kannst du für dich oder für Angehörige einen Krankentransport bestellen? Wie hoch sind die Kosten für den Krankentransport und wann übernimmt die Krankenkasse?

Zunächst ist es wichtig, zwischen Krankentransport und Krankenfahrt zu unterscheiden:

1. Krankentransport:

Einen Krankentransport brauchen Menschen, die nicht ohne medizinische Betreuung zum Arzt oder ins Krankenhaus fahren können – zum Beispiel nach einem Unfall, aufgrund einer schweren Erkrankung oder aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit. Der/die behandelnde Arzt/Ärztin stellt dann für die Krankenbeförderung eine Verordnung aus, den sogenannten Transportschein oder Krankentransportschein. Ein Krankentransport wird von medizinischem Fachpersonal begleitet und findet in einem speziellen Krankentransportwagen (KTW) statt.

2. Krankenfahrt:

Im Gegensatz dazu wird der Patient bei einer Krankenfahrt zwar von einem Helfer begleitet, dieser muss jedoch keine medizinische Ausbildung haben. Die Begleitperson hilft dem Patienten zum Beispiel beim Ein- und Aussteigen und beim Gang in die Arztpraxis. Für eine Krankenfahrt können das eigene Auto, ein Mietfahrzeug, ein Taxi sowie Bus und Bahn genutzt werden. Den Krankentransport, aber auch die Krankenfahrt, kann der Patient abhängig von seiner individuellen Mobilität sitzend, liegend, im Rollstuhl oder im Tragestuhl verbringen.

Wann werden die Fahrtkosten übernommen?

Krankentransporte werden von verschiedenen Dienstleistern wie dem Roten Kreuz, dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der Johanniter-Unfall-Hilfe, dem Malteser Hilfsdienst sowie von privaten Unternehmen angeboten. Wenn du einen Krankentransport bestellen möchtest, kannst du dich entweder direkt an einen der Anbieter wenden oder die bundesweit einheitliche Nummer 19222 wählen. Sie ist ohne Vorwahl vom Handy und vom Festnetz aus erreichbar. 

Die Rettungsleitstelle schickt dann einen Krankentransportwagen, sofern der Patient fachkundige Betreuung und/oder eine medizinische Vorrichtung während der Fahrt benötigt. Geht ein Notruf über die zentrale Nummer 112 ein, wird ein Rettungswagen (RTW) geschickt, in besonders schweren Fällen auch ein Rettungshubschrauber.

Kosten für Krankentransport in der GKV

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für den Krankenwagen, sofern der Einsatz medizinisch zwingend erforderlich ist. Die medizinische Notwendigkeit kannst du mithilfe einer Verordnung deines Arztes belegen. Um Ärger bei der Abrechnung mit der Krankenkasse zu vermeiden, solltest du dich – wenn möglich – bereits vorab um den Transportschein kümmern. Allerdings müssen gesetzlich Versicherte einen Eigenanteil für den Krankentransport übernehmen. 

Die Zuzahlung liegt bei 10 % der Fahrtkosten, wobei das Minimum auf 5 Euro und das Maximum auf 10 Euro festgelegt wurden. Brauchst du mehrmals die Unterstützung durch einen Krankentransport, etwa bei regelmäßigen stationären Behandlungen, muss die Zuzahlung nur für die erste und die letzte Fahrt geleistet werden. 

Kosten für Krankentransport für Privatversicherte

Doch wie sieht es mit den Kosten für den Krankentransport aus, wenn du privat versichert bist? Als Privatpatient musst du den Krankentransport zunächst selbst bezahlen, bekommst die Kosten aber in der Regel von deiner PKV erstattet, sofern du eine ärztliche Verordnung dafür vorlegen kannst. Details dazu kannst du deinem persönlichen Tarif und dem zugehörigen Leistungskatalog entnehmen.


Packliste Kliniktasche:

Das muss mit ins Krankenhaus


Krankentransporte

Krankentransport Preisliste

Wenn du keine ärztliche Verordnung hast, aber trotzdem einen Krankentransport in Anspruch nehmen möchtest, musst du die Kosten dafür in der Regel selbst tragen. Was ein Krankentransport ohne Transportschein kostet, hängt von mehreren Faktoren ab. 

Was kostet der Krankentransport ohne Transportschein?

Meist fällt eine Anfahrtspauschale an, die ungefähr zwischen 100 und 300 Euro liegt. Dazu kommen bei jedem Krankentransport die Kosten pro km – rechne hier mit 2 bis 3 Euro je Kilometer. Einfluss auf die Preise eines Krankentransports hat zudem, wann dieser durchgeführt wird: Abends, am Wochenende und an Feiertagen können Zuschläge erhoben werden. Um die Kosten für den Krankentransport besser abschätzen zu können, solltest du den Dienstleister vorab um einen Kostenvoranschlag bitten.

Wird die Krankenfahrt erstattet?

Doch wie sieht es nun mit Krankenfahrten aus? Sie kommen für dich infrage, wenn du für die Beförderung zum Krankenhaus, zum Therapeuten oder zur Arztpraxis zwar kein medizinisches Personal und keine medizinischen Geräte benötigst, aber dennoch auf die Hilfe einer Begleitperson angewiesen bist. Genau wie der Krankentransport wird auch die Krankenfahrt ärztlich verordnet. 

GKV:

Um die Kosten für die Krankenfahrt mit dem Taxi oder mit dem Mietwagen samt Fahrer von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet zu bekommen, solltest du dich vorab um die ärztliche Verordnung bemühen. Du wirst dann zu Hause abgeholt, zu deiner Behandlung gefahren und beim Ein- und Aussteigen vom Fahrer unterstützt. Bei einem privaten Kraftfahrzeug kann jeder gefahrene Kilometer abgerechnet werden, auf Basis des Bundesreisekostengesetzes festgesetzten Höchstbetrag für Wegstreckenentschädigung.

PKV:

Für privat Krankenversicherte sind Krankenfahrten in der Regel über ihre Volltarife abgesichert. Allerdings empfiehlt es sich, im Einzelfall zu prüfen, ob die Fahrkosten laut Bedingungen tatsächlich eingeschlossen sind. Auch hier ist die medizinische Notwendigkeit Voraussetzung für eine Übernahme der Krankentransportkosten. Bei ottonova ist die Krankenfahrt in allen Volltarifen erstattungsfähig. 

Übrigens:

Menschen mit Pflegestufe 4 oder 5 sowie Schwerbehinderte mit dem Merkzeichen „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung), „BI“ (blind) oder „H“ (hilflos) dürfen seit Anfang 2019 für medizinisch notwendige Fahrten zum Arzt oder Zahnarzt ein Taxi nehmen. Die Kosten werden bei vorliegender Verordnung normalerweise von der Krankenkasse erstattet – auch ohne vorherige Genehmigung. Der Transportschein wird dann zusammen mit der Taxiquittung bei der Krankenkasse eingereicht.


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Was passiert, wenn du einen Rücktransport aus dem Ausland brauchst

Es ist wohl der Albtraum eines jeden Reisenden: Im Urlaub einen schlimmen Unfall zu erleiden oder so schwer krank zu werden, dass der Rücktransport nach Hause organisiert werden muss. Die Kosten für einen Krankentransport aus dem Ausland sind schwer abzuschätzen. Es kommt ganz darauf an, wie weit weg du von zu Hause bist, wie schlecht dein gesundheitlicher Zustand ist und ob du mit Krankenwagen fahren kannst oder mit dem Ambulanzflugzeug ausgeflogen werden musst. 

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Wichtig zu wissen:

Gesetzliche Krankenkassen kommen für den Rücktransport in der Regel nicht auf. Um sich zusätzlich abzusichern, können gesetzlich Versicherte eine private Auslandskrankenversicherung abschließen. Als ottonova Kunde brauchst du dich um nichts zu kümmern: Bei den ottonova Tarifen Premium Economy, Business und First ist der Auslandsrücktransport mit dabei und wird im Fall der Fälle von unserem Concierge Service für dich organisiert.


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Tarifoptionen und Leistungen im Überblick


Du planst gerade deinen nächsten Urlaub? Im ottonova Magazin findest du viele praktische Tipps rund um das Thema Reisemedizin. Wir erklären dir zum Beispiel, an welche Impfungen du denken solltest, wie sich die gefürchtete Höhenkrankheit äußert und wie du nach einem Jetlag schnell wieder fit wirst.

Natalie Decker
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Natalie Decker

Natalie arbeitet seit 15 Jahren als Redakteurin. Neben Lifestyle-Themen wie Kochen und Reisen gehören Medizin & Gesundheit zu ihren Schwerpunkten. Sie schreibt unter anderem für das Online-Portal gesund-vital.de und den Ratgeber-Verlag Gräfe und Unzer.

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