Hyposensibilisierung & Anti-Allergie-Tools: Was hilft?

Du hast die Nase voll von Heuschnupfen und allergischen Reaktionen auf Katze oder Hund? Dann wäre eine Hyposensibilisierung vielleicht das Richtige für dich. Was sich genau hinter dieser Methode verbirgt und bei welchen Allergien sie sinnvoll sein kann, erfährst du hier.

Wirst du auch jeden Frühling und Sommer aufs Neue von Heuschnupfen geplagt? Oder erschweren dir allergische Reaktionen auf Hausstaubmilben oder Tierhaare den Alltag? Dann kommt für dich vielleicht eine Hyposensibilisierung oder das ein oder andere Anti-Allergen-Tools in Frage.

Es gibt ganz unterschiedliche Methoden, eine Allergie zu behandeln. Erfahre, welche Methoden es gibt, welche Behandlung sich für wen eignet und Antworten auf weitere wichtige Fragen rund um das Thema.

Was hilft bei Allergien?

Es gibt unterschiedliche Methoden, eine Allergie zu behandeln. Die Bandbreite reicht von Antihistaminika über abschwellende Mittel, Steroidsprays und -tropfen bis hin zu einer Hyposensibilisierung, die in Fachkreisen auch als spezifische Immuntherapie (SIT) bezeichnet wird. Diese lassen sich in zwei Typen einteilen: symptomatische Behandlungsformen und die ursächliche Behandlung in Form einer Hyposensibilisierung.

Während eine symptomatische Behandlung darauf abzielt, eine schnelle, allerdings nur kurzfristige Linderung der Symptome zu erreichen, setzt die Hyposensibilisierung an der Ursache einer Allergie an. Wie das genau funktioniert, erklären wir dir im Folgenden.

Was ist eigentlich eine Hyposensibilisierung?

Eine Hyposensibilisierung oder auch Desensibilisierung ist genau genommen eine Art Impfung gegen Allergien. Mediziner bezeichnen sie auch als spezifische Immuntherapie (SIT) oder Allergie-Immuntherapie. Das Besondere an dieser Behandlung ist: Sie bekämpft nicht nur die Symptome, sondern auch die Ursache für eine Allergie: nämlich die Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Substanzen.

Denn genau hier setzt die Hyposensibilisierung an. Durch die gezielte Konfrontation mit kontrollierten Dosen eines Allergens wird das menschliche Abwehrsystem an diese Allergene gewöhnt. Sportlich betrachtet ist diese allergiespezifische Behandlung eine Art Training, nicht mehr auf ein bestimmtes Allergen zu reagieren, das Symptome wie Halskratzen, Schnupfen oder Augenbrennen verursacht. Eine Art Soforthilfe bei Allergie bietet diese Behandlungsform allerdings nicht. Das bedeutet, die Symptome selbst werden hierbei nicht sofort gelindert.

Die spezifische Immuntherapie kann auf zwei Arten erfolgen:

Bei welchen Allergien funktioniert die Desensibilisierung?

Ob eine Hyposensibilisierung in deinem Fall Erfolg verspricht und in deinem Fall funktionieren kann, musst du mit deinem Arzt oder deiner Ärztin bzw. Allergolog*in abklären. Grundsätzlich kann eine Immunisierung eine mögliche Option für dich sein, wenn du bereits verschiedene Behandlungsmethoden und symptomatische Medikamente ausprobiert hast und nichts davon zu einer Linderung deiner Allergiebeschwerden beigetragen hat.

Wie erfolgreich eine Desensibilisierung ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab – ganz besonders von der Art der Allergie. Die Wirksamkeit der Immunisierung wurde im Rahmen unterschiedlicher Studien für folgende Allergene bestätigt:

  • Baumpollen
  • Gräserpollen
  • Hausstaubmilben
  • Insektengift (Bienen & Wespen)
  • Schimmelpilze
  • Tierhaare

Wie läuft eine Hyposensibilisierung ab?

Du fragst dich jetzt sicher: Wie funktioniert eigentlich so eine Hyposensibilisierung genau? Hierbei werden natürliche Allergene direkt aus Pollen von Birken oder Gräsern, Tierhaaren oder Insektengiften gewonnen. Anschließend werden diese im Labor aufbereitet und in unterschiedlichen Arzneiformen zur Verfügung gestellt.

Neben Injektionslösungen, die dir dein Arzt oder deine Ärztin verabreichen kann, gibt es auch Tabletten oder Tropfen, die du selbstständig in den eigenen vier Wänden einnehmen kannst. Welche Darreichungsform aus allergenspezifischen Gesichtspunkten am besten zu dir und deinen Bedürfnissen passt, wird dein Allergologe oder Allergologin gemeinsam mit dir anhand bestimmter Faktoren klären.

Hierbei spielt beispielsweise die Art deiner Allergie und deren Begleiterkrankungen sowie dein persönlicher Lebensstil eine Rolle. Eine Hyposensibilisierung in Tablettenform gibt es aktuell für Allergien auf Gräser- und Roggenpollen, Baumpollen und Ambrosiapollen sowie auf Hausstaubmilben. Die Immunisierung bei allergischen Reaktionen auf Tierhaare und Schimmelpilze wird derzeit nur als Injektion angeboten.

Hyposensibilisierung niesen

Wann sollte ich starten und wie lange dauert die Therapie?

Wann du mit der spezifischen Immuntherapie beginnen solltest, hängt ganz von der Art des Therapiemethode ab. Bei saisonalen Allergien wie einer Baumpollen- oder Gräserpollenallergie ist etwas Vorlauf nötig. Daher empfiehlt es sich, eine gewisse Zeit vor Beginn der Pollensaison zu starten, damit die Hypersensibilisierung schon wirkt, bevor die ersten Pollen durch die Luft wirbeln.

Der Grund: Der Körper benötigt eine gewisse Zeit, um eine Toleranz gegenüber den plagenden Allergenen zu entwickeln. Daher wird die Allergietherapie gegen Baum- und Gräserpollen meist im Herbst begonnen. Eine Hyposensibilisierung bei ganzjährigen Allergien, beispielsweise gegen Katzen oder Hausstaubmilben, kann jederzeit begonnen werden.

Ziel der Hyposensibilisierung ist es, das Immunsystem zu „trainieren“ und so eine Toleranz gegenüber den individuellen Allergenen aufzubauen, die bei dir Allergiesymptome auslösen. Dieses „Umtrainieren“ deines Abwehrsystems erfordert einige Zeit. Daher sollte die Behandlung nach Angaben von Experten über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren durchgeführt werden, um das bestmögliche Therapieergebnis zu erzielen.

Wie viel kostet sie? Und wird die Hyposensibilisierung übernommen?

Pauschal lassen sich die Kosten für eine Desensibilisierung nicht beziffern. Der Grund: Unterschiedliche Faktoren wie zum Beispiel die Behandlungsmethode, die Wahl der Präparate und die Dauer der Immunisierung sind hier entscheidend. In der Regel werden die Kosten für eine mehrjährige spezifische Immuntherapie von der Krankenkasse, egal ob gesetzliche oder private Krankenversicherung, übernommen.

Welche Risiken & Nebenwirkungen gibt es?

Wie bei anderen Arzneimitteln auch, kann es bei einer Hyposensibilisierung zu Nebenwirkungen kommen. Diese müssen allerdings nicht bei jedem auftreten.

In der Regel machen sich die Nebenwirkungen nach dem Start der Hypersensibilisierung und in den ersten Wochen oder Monaten der Behandlung bemerkbar. Welche Arzneimittelrisiken es gibt und wie du am besten mit ihnen umgehst, solltest du mit deinem Arzt oder deiner Ärztin bzw. der Apotheker*in deines Vertrauens besprechen.

Welche anderen Behandlungen & Anti-Allergie-Tools gibt es?

Weder Spritze noch Tabletten – inzwischen gibt es einige Behandlungsalternativen und clevere Anti-Allergie-Tools gegen Allergien. Eine kleine Auswahl davon wollen wir dir hier kurz vorstellen – aber ohne Gewähr in punkto Wirksamkeit natürlich:

  1. Anti-Pollen-Nasenbalsam: Eine Alternative ist zum Beispiel ist ein organischer Nasen-Balsam. Dieser wird um die Ränder der Nasenflügel aufgetragen und soll so als Barriere für Allergieauslöser wirken. Die Theorie: Pollen & Co. sollen daran klebenbleiben und so überhaupt nicht erst in die Nase gelangen.
  2. Selbsthypnose gegen Heuschnupfen: Was bringt Selbsthypnose gegen Heuschnupfen-Beschwerden? Dieser Frage ist das Forscherteam der Universität Basel im Rahmen einer Studie nachgegangen. Hierfür wurden 66 Allergiker in Hypnosetechniken eingewiesen, mit dem Ziel Symptome zu lindern. Das Ergebnis: Symptome wie etwa eine verstopfte Nase konnten tatsächlich auf diese Weise gelindert werden. Das Schweizer Forscherteam geht davon aus, dass der Blutfluss in der Nase durch die Hypnose beeinflusst und dadurch die Verstopfung reduziert wird.
  3. Heuschnupfen-Sonnenbrillen: Sonnenbrillen mit grünen oder türkisfarbenen Gläsern sollen eine beruhigende Wirkung haben und bei der Regeneration helfen. Laut Angaben einiger Hersteller sollen sie sogar Heuschnupfen-Symptome mildern.
  4. Anti-Allergie-Staubsauger: Einige Hersteller von Staubsaugern haben spezielle Staubsauger für Allergiker im Sortiment. Diese sollen mithilfe von besonders weichen Bürstenaufsätzen soll nicht nur Staub, sondern auch andere Allergene wie beispielsweise Tierhaare besonders gut aufsaugen können.
  5. Luftreiniger: Für Allergiker, die gegen Hausstaubmilben, Pollen, Schimmel oder Tierhaare allergisch sind, kann die Anschaffung eines Luftreinigers sinnvoll sein. Allerdings ist bei diesem Tool zu beachten, dass es nur die Pollen und Staubpartikel erwischt, die in der Luft schweben. Nicht aber die, die es sich auf dem Bett, dem Fußboden oder dem Sofa gemütlich gemacht haben. Wichtig ist, dass der Luftreiniger mit einem effektiven Filter wie einem hocheffektiven HEPA-Filter ausgestattet ist.

Ob Hyposensibilisierung oder doch erstmal ein Anti-Allergie-Tool ausprobieren – welche Methode in deinem speziellen Fall am besten geeignet ist und zur Linderung deiner Symptome beitragen kann, solltest du in jedem Fall mit einem Facharzt oder einer Fachärztin für Allergien besprechen.

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