Bürgerentlastungsgesetz

Das Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen schafft seit 2010 Steuervorteile für gesetzlich und privat Krankenversicherte in Deutschland und wird deshalb kurz Bürgerentlastungsgesetz genannt.

Das Bürgerentlastungsgesetz (kurz BürgEntlG oder BEG) entlastet seit 2010 neben gesetzlich Versicherten auch Steuerzahler, die eine private Krankenversicherung haben. Das „Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen“ regelt die unbegrenzte steuerliche Absetzbarkeit der Arbeitnehmerbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

10.000.000.000 Euro Steuern pro Jahr sollen Versicherte mit dem Bürgerentlastungsgesetz sparen


Was hat sich mit dem Gesetz geändert?

Seit 2010 kannst du als Steuerpflichtiger deine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge vollständig von der Einkommenssteuer absetzen – in der GKV mit einem Abschlag von 4 % für das Krankengeld. Voraussetzung in der PKV: Die Beiträge müssen der Grundversorgung der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung entsprechen.

Somit kannst du in der PKV deine Lohnsteuer genauso verringern wie in der GKV und kannst in der Regel 80 % des von dir gezahlten Beitragsanteils anrechnen. 



PKV von der Steuer absetzen?

So funktioniert es!



Neu sind neben der unbegrenzten steuerlichen Absetzbarkeit von Versicherungsbeiträgen auch die Höchstsätze für sogenannte sonstige Vorsorgeaufwendungen, die nicht der Altersvorsorge dienen:

Höchstbetrag für

vor 2010

seit 2010

Höchstbetrag für

Angestellte

vor 2010

1.500 Euro

seit 2010

1.900 Euro

Höchstbetrag für

Selbstständige

vor 2010

2.400 Euro

seit 2010

2.800 Euro

Für Ehepaare gelten übrigens die doppelten Sätze. Die Beträge für sonstige Vorsorgeaufwendungen sind allerdings in der Regel bereits mit der Anrechnung der Beiträge für die Krankenversicherung ausgeschöpft.

Die wichtigsten Fragen und Antworten und deine Vorteile haben wir hier für dich zusammengefasst:

Das Gesetz stellt gesetzlich und privat Versicherte steuerlich gleich: Bis 2010 konnten privat Versicherte ihre Kosten für die Kranken- und Pflegeversicherung nur bis zu einer Grenze von 1.500 Euro (Selbstständige: 2.400 Euro) steuerlich geltend machen.

Mit seiner Einführung brachte das BEG vor allem für privat Versicherte steuerliche Vorteile.

  • Am meisten profitierst du, wenn du selbstständig bist: Da du deinen Beitrag komplett selbst zahlst, kannst du alle deine Kosten, die auf GKV-Niveau liegen, steuerlich absetzen.
  • Das BEG lohnt sich auch für Familien: Sie können ihre Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung für alle Familienmitglieder von der Einkommenssteuer absetzen.

Deine Krankenversicherung informiert dich Jahr für Jahr über deine geleisteten Vorsorgebeiträge für die Steuererklärung. Die Werte trägst du in der „Anlage Vorsorgeaufwand“ ein. Um möglichst viel aus deiner Steuererklärung heraus zu holen, ist es ratsam, einen Steuerberater zu haben, der die vielen steuerlichen Besonderheiten bei Krankenversicherungsbeiträgen kennt.

Sofern du in der PKV nicht im Basistarif versichert bist, kannst du einige Zusatzleistungen deines Tarifs nicht absetzen. Dazu gehören unter anderem:

Eine Beitragsrückerstattung von deiner Krankenversicherung reduziert deinen steuerlich absetzbaren Beitrag für das jeweilige Steuerjahr. Das betrifft jedoch nur den Teil der Beitragsrückerstattung, der sich auf den Versicherungsschutz auf GKV-Niveau bezieht.

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