24. Juni 2019

Zahnpflege-Tipps: Zähne richtig putzen

Zähneputzen ist doch einfach, oder? So denkst auch du und trotzdem passieren viele Fehler, die dir gar nicht auffallen. Ein Leben lang die Zähne falsch geputzt ohne es zu wissen – das geht schneller, als dir lieb ist. Und dann wäre da ja auch noch die Zahnseide. Um sie spinnen sich so einige Pro und Contras.

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Klar, vorm Zahnarztbesuch putzt du dir noch schnell einmal die Zähne. Den Termin hast du zum Glück in die Mittagspause legen können, praktisch. Auf die Frage, ob du regelmäßig Zahnseide verwendest, antwortest du mit „Ja!“ – schließlich handelt es sich bei „immer an Weihnachten“ ja auch um eine gewisse Regelmäßigkeit. Für das frisch geputzte Gebiss und deine vorbildlichen Antworten bekommst du reichlich Lob von deinem Zahnarzt. Insgeheim weiß er aber, dass du flunkerst.  

So wie du dir in den wenigen Minuten auf dem Stuhl etwas vormachst, könnte es auch sein, dass du tagtäglich etwas tust, wovon du eigentlich weißt, dass es noch besser ginge. Du optimierst deinen Körper, gehst regelmäßig ins Fitnessstudio, aber die Mundhygiene optimieren? Klingt nicht so spannend.

Wie putzt man Zähne? Die richtige Putztechnik

Warum gehst du nicht einfach mal diese Checkliste durch – so bekommst du schnell einen Überblick, ob du deine Zähne wirklich richtig putzt. 

  1. Auf den Winkel kommt es an: 45 ° sollen es sein. Halte deine Zahnbürste also schräg an die Zahnflächen.
  2. Gerüttelt, nicht geschrubbt: Achte auf die Bewegung, so löst sich Zahnbelag, ohne das Zahnfleisch zu verletzen.
  3. In die richtige Richtung: Immer von Rot nach Weiß, also vom Zahnfleisch zur Zahnkrone hinwegputzen.
  4. Mit System vergisst du nichts: Putze erst außen, dann innen, dann die Kauflächen (hier darfst du schrubben) Erst kommt der Oberkiefer, dann der Unterkiefer. 

Wie oft am Tag Zähne putzen und wann sollte man Zähne putzen?

Dass du mindestens zweimal am Tag die Zähne putzen solltest, ist kein Geheimnis. Aber wusstest du auch, dass du nach dem Verzehr von säurehaltigen Lebensmitteln mindestens 30 Minuten mit dem Zähne putzen warten solltest? Und ja, das gilt auch für das Frühstück mit Obst oder Orangensaft. Also lieber vor dem Frühstück putzen, ansonsten wird der Zahnschmelz zu sehr angegriffen. 

Die richtige Zahnbürste

Das „Wie“ wäre nun klar, fragt sich nur noch „Womit“? Die Auswahl ist nicht nur online, sondern auch in der Drogerie riesig. Was gilt es zu beachten? Die häufigste Frage lautet zunächst: Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste? Das ist oft Geschmackssache und auch vom eigenen Putzverhalten abhängig.

Eine herkömmliche Handzahnbürste kann super Ergebnisse erzielen, wenn du sie eben richtig anwendest. Elektrische Zahnbürsten sind für die meisten – gerade was die Zahnzwischenraumreinigung angeht – noch effektiver. Jemand, der tendenziell zu viel Druck beim Putzen ausübt (seitlich abstehende Borsten sind das beste Indiz) riskiert Zahnfleischrückgang und ist mit einer Schallzahnbürste mit Drucksensor gut bedient. Sie gibt bei zu viel Anpressdruck ein Warnsignal.

Zahnbuerste Zaehne Putzen B

Achte auch auf den Härtegrad der Borsten, ideal ist ein mittlerer Härtegrad mit einem geraden, kleinen und abgerundeten Borstenfeld. Multitufted sollte es sein, also in engen Büscheln aufgestellt. Und auch wenn Naturborsten nett klingen, darauf solltest du lieber verzichten: Die natürlichen Fasern quellen auf – ein idealer Nährboden für Bakterien.  

Ein weiterer wichtiger Punkt: Wechsle deine Zahnbürste beziehungsweise die Bürstenköpfe alle acht bis neun Wochen.  

Zahnseide und Co. 

Zusätzlich zu deiner Putztechnik und Zahnbürste gibt es noch weitere Zahnpflegeprodukte, die für eine optimale Mundhygiene sorgen.

Ohne Zahnpasta kommst du nicht weit. Welche du wählst, ist eigentlich egal. Hauptsache sie enthält Fluorid (1450ppm für Erwachsene)! Lass dich nicht verrückt machen von Werbung, die fluoridfreie Zahncreme für besser oder sogar gesünder erklärt. Denn du kannst sicher sein, wenn du fluoridfrei putzt, erwartet dich Karies. Vorsicht auch bei Bio-Zahncremes, diese sind meist fluoridfrei.

Bei der ganzen Diskussion um das Thema wird Fluor oft mit Fluorid verwechselt. Fluoride sind Fluorverbindungen: Fluor, ein Gas, ist ein natürlicher chemischer Grundstoff. Dieser ist gefährlich, kommt in der Natur aber nicht frei vor. Gebundenes Fluor hingegen ist unbedenklich und kommt im Trinkwasser und im Speisesalz vor.

Sie hilft, die Zahnzwischenräume zu reinigen. Die engen Stellen, an die die Zahnbürste nicht herankommt. Am besten integrierst du sie in dein Abendritual. Zahnseide richtig anwenden: Erst Zahnseide, dann Zähneputzen. Eine Studie fand heraus, dass erstens Fluorid besser im Mund bleibt, wenn vor dem Zähneputzen Zahnseide verwendet wird und dass zweitens die Plaque-Menge bei dieser Variante deutlich reduziert war. Die Zahnseide löst Ablagerungen und Bakterien, das anschließende Putzen kann nach Zwischenspülen dann noch weiter von den Partikeln befreien.

Sie sind eine Alternative zur Zahnseide und vor allem bei Zahnersatz, wie Brücken, geeignet. Vielen Patienten fällt die Anwendung der Bürstchen leichter. Wer aber ein gesundes und jugendliches Zahnfleisch hat, sollte vorsichtig sein. Schnell wird zu stark gedrückt und geschrubbt und das Zahnfleisch zieht sich zurück.

Zahnpflege Zaehne Putzen B

Allein mit einer Mundspülung Karies verhindern funktioniert nicht. Auch hier ist die Auswahl ähnlich groß wie bei den Zahnbürsten. Kein Wunder, wenn da Verwirrung entsteht, was eigentlich sinnvoll ist. Es gibt Produkte gegen Karies, bei Zahnfleischerkrankungen oder einfach nur für einen frischen Atem und gegen Mundgeruch.

Ein Mundwasser muss nicht unbedingt halten, was es verspricht, denn da es unter die Verordnung für kosmetische Mittel fällt, können Zutaten und Farbstoffe beliebig zusammengemischt werden, solange das Produkt dem Menschen nicht schadet. Sie sind nicht notwendig und können bei täglichem Gebrauch auch das natürliche Milieu im Mund verändern.

Sinnvoll sind kariesverhütende Mundwässer zum Beispiel bei freiliegenden Zahnhälsen. Was sich medizinisches Mundwasser nennt, ist auch apothekenpflichtig. So wie Chlorhexidin zur Parodontitis-Behandlung, hier bestimmt der Arzt die Anwendungsdauer, da es mit der Zeit zu bräunlichen Verfärbungen kommt.

Auch sie ersetzt die Zahnseide, ist sehr wohltuend und erfrischend und wird absolut unterschätzt. Der Gebrauch von Zahnseide kann unter Umständen deine Wurzelhaut reizen, in diesem Fall solltest du unbedingt mal die Munddusche ausprobieren. Mit einem Wasserstrahl aus speziellen Aufsätzen entfernt sie zuverlässig Speisereste und Plaque. 

Eine lange Flugreise steht an oder du rennst von Termin zu Termin, willst aber schnell noch deine Zähne pflegen? Zahnpflegekaugummis sorgen nicht nur für einen frischen Atem – sie fördern den Speichelfluss, spülen so Speisereste weg und schaffen nebenbei noch das richtige Milieu zur Kariesprophylaxe. Natürlich muss es zuckerfrei sein. Kaugummis mit dem Zuckeraustauschstoff Xylit sind am besten geeignet, um tagsüber oder nach dem Mittagessen das Zähneputzen zu ersetzen. Eine ideale Ergänzung also. 

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