22. August 2019

Unter die Lupe genommen: Wie gefährlich ist ein Krankenhauskeim?

Du hältst dich fit, achtest auf deine Ernährung und bist fast nie krank. Den Arzt besuchst du nur selten. Dein Geheimnis? Ein straffes Sportprogramm – kein Training ohne Vollgas. Und dann passiert es: Eine Sportverletzung erfordert eine OP. Damit du dort nicht länger als nötig bleiben musst, informiere dich hier über Krankenhauskeime.

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Patienten können in Krankenhäusern nicht nur genesen, sondern sich auch infizieren: Jährlich erkranken in Deutschland 400.000 bis 600.000 Patienten an Krankenhausinfektionen, die teilweise vermieden oder beeinflusst werden könnten. Etwa 10.000 bis 15.000 davon enden mit Todesfolge. 

In diesem Zusammenhang taucht oft der Begriff multiresistente Erreger auf – Keime, die besonders gefährlich sind und sich mit Antibiotika nicht mehr behandeln lassen. Aber nicht bei jedem Krankenhauskeim handelt es sich auch um MRSA, in diesem Bereich herrscht oft Halbwissen, das zu Missverständnissen führt. Wir klären auf.

Krankenhauskeime

Unter diesen Begriff fallen alle Mikroorganismen, die eine nosokomiale – eine im Zusammenhang mit einer medizinischen Maßnahme entstandene – Infektion verursachen können.

MRSA

Steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Bakterien der Art Staphylococcus aureus kommen auf der Haut und Schleimhaut gesunder Menschen vor. Sie sind Teil der Krankenhauserreger und dafür besonders bekannt. Nicht etwa, weil sie aggressiver sind, sondern weil sie auf viele Antibiotikatherapien nicht mehr anschlagen und wegen ihrer eingeschränkten Therapiemöglichkeiten potenziell lebensbedrohlich sind. In den letzten Jahren gab es erste Erfolge: bei den MRSA-Infektionen kam es zu einem Rückgang.

Während du und alle anderen Menschen eine Vielzahl an Keimen im Magen-Darm-Trakt oder auf der Haut tragen und dabei keine Symptome entwickeln, werden diese Erreger dann zu einem Risiko, wenn sie in eine offene Wunde oder in eine Region deines Körpers gelangen, in der sie normalerweise nicht vorkommen. 

Im Krankenhaus ist die Situation dafür begünstigt: Katheter für Gefäße oder Harnwege sind eine mögliche Eintrittspforte. Daneben sind geschwächte Patienten nach einer OP oder Menschen mit einer chronischen Erkrankung zusätzlich gefährdet. Kommt es zu einer Sepsis – umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt – ist sie gerade bei MRSA schwierig zu heilen.

MRSA kommen dort vor, wo häufig Antibiotika eingesetzt werden – wie eben in Krankenhäusern. Betroffen sind hier vor allem chirurgische Intensivstationen, Abteilungen für Brandverletzungen und Neugeborenenstationen.

Du siehst, eine Krankenhausinfektion betrifft Patienten aller Altersgruppen und kann damit auch für dich zu einem Problem werden. Selbst, wenn du nur wegen einer Sportverletzung ins Krankenhaus musst.

Wie werden MRSA übertragen?

Damit du dich bei deinem nächsten Besuch im Krankenhaus – egal ob du dort nur einen guten Freund besuchst oder bei dir selbst eine OP ansteht – vor Krankenhauskeimen schützen kannst, ist es wichtig zu wissen, wie diese überhaupt übertragen werden. Als Top-Performer würde dir im Falle einer Infektion nicht nur die Sport-Abstinenz Sorge bereiten.

MRSA-Übertragungswege

  • Von Mensch zu Mensch
  • Über verunreinigte Gegenstände
  • Von Tier zu Mensch

Am häufigsten werden die Erreger über die Hände von Mensch zu Mensch übertragen. Du kannst übrigens nicht nur als Erkrankter ansteckend sein, sondern auch als Träger, der zwar mit MRSA besiedelt aber ansonsten gesund ist. Die Erreger haften nicht nur an Händen, sondern auch an Plastikmaterialien und Edelstahllegierungen sehr gut. Das können neben Türklinken und Badutensilien auch Katheter sein.

Die MRSA-Übertragungswege sind dir nun klar, aber wie äußert sich eine Infektion?

MRSA-Symptome

  • Wundinfektionen nach Operationen
  • Entzündungen der Haut
  • Entzündungen der Organe wie Harnwegsinfektion, Lungenentzündung oder Sepsis

Was passiert, wenn du an einem Krankenhauskeim erkrankst?

Während der Genesungszeit nach deiner Sport-OP ist es tatsächlich passiert – du hast dich infiziert. Und auch, wenn dein Abwehrsystem normalerweise stark ist und du topfit, bist du momentan gefährdet. Das erwartet dich jetzt bei einer Krankenhauskeimbehandlung:

Eine MRSA-Besiedlung bei Gesunden kann ganz einfach von selbst verschwinden oder lokal behandelt werden: mit Salben auf den besiedelten Wunden oder mit Waschlotionen. Wird bei dir allerdings eine MRSA-Besiedlung während deines Krankenhausaufenthaltes festgestellt, wirst du als Träger so lange isoliert, wie der Keim in Nasen-, Haut- oder Wundabstrichen nachweisbar ist. Das bedeutet: Mundschutz, das Krankenhauspersonal trägt Schutzkittel und Handschuhe, um den Erreger nicht zu übertragen.

Doch es gibt noch weitere MRSA-Schutzmaßnahmen. Und zwar solche, die du schon vorher anwenden kannst. Dann, wenn du gesund bist und es bleiben willst.

Damit du dich vor Krankenhausinfektionen schützen kannst, solltest du dich bei einem Besuch im Krankenhaus, egal ob als Besucher oder Patient, an diese Regeln halten:

Krankenhaus-Hygiene-Knigge 

  1. Achte immer auf eine sorgfältige Handhygiene!
  2. Desinfiziere dir die Hände vor und nach dem Besuch mit dem dort bereitgestellten Desinfektionsmittel!
  3. Berichte Ärzten und Pflegepersonal, wenn du Kontakt zu Personen mit MRSA hattest, sodass zusätzliche Schutzmaßnahmen eingeleitet werden können!

Und auch im Alltag kannst du dich vor einer Infektion schützen:

Alltags-Hygiene-Knigge

  1. Wasche deine Hände gründlich mit Wasser und Seife!
  2. Vermeide engen körperlichen Kontakt zu Menschen mit offenen Wunden!
  3. Decke Wunden und Hautverletzungen mit sauberen Verbänden und Pflastern ab, um dich vor einer Infektion zu schützen!
  4. Benutze nur deine eigenen Handtücher, Waschlappen und Rasierer!

Es können also ein paar kleine Achtsamkeiten sowohl im Alltag als auch beim Krankenhausbesuch bereits einen großen Unterschied machen. Nimm dir die Tipps zu Herzen und es wird sich positiv auf deine Gesundheit und dein Leben auswirken. Du machst ja schon ziemlich viel richtig. Einer Infektion vorzubeugen, ist dabei noch ein zusätzlicher Schritt.

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