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6. Oktober 2020

Welche Corona-Testverfahren gibt es und wie laufen sie ab?

PCR-Schnelltest, Antikörpertest, Corona-Pooling – mittlerweile gibt es viele Wege, sich individuell oder in einer Gruppe auf SARS-CoV-2 testen zu lassen. Was unterscheidet die einzelnen Corona-Testverfahren und welcher Test ist der richtige für dich?

4 min

Du lebst in München und willst deine Familie in Hamburg besuchen? Bist du gerade aus dem Urlaub im Nachbarland zurück? Oder fühlst du dich krank und möchtest ausschließen, dass es Corona ist? Es gibt viele Gründe, warum sich Menschen auf Corona testen lassen. Welches Corona-Testverfahren es gibt, welches das richtige für dich ist und wie die Tests funktionieren, haben wir für dich zusammengefasst.

Diese Corona-Testverfahren gibt es

Mit drei Testvarianten kannst du dich aktuell individuell testen lassen. Sie werden für den Nachweis von SARS-CoV-2 eingesetzt, doch nicht jedes Testverfahren zeigt, ob du aktuell erkrankt bist.

  • PCR-Tests: Die Polymerase-Kettenreaktion (englisch polymerase chain reaction = PCR) gilt als „Goldstandard“ der Diagnostik. Sie ist eine verlässliche Methode, um vorhandenes Erbgut des Coronavirus im Körper nachzuweisen. Mit einem PCR-Test lassen sich DNA-Abschnitte aus Atemwegsproben vervielfältigen und untersuchen. Durch die Vervielfältigung ist es einfacher, im Labor eine aktive Infektion mit SARS-CoV-2 nachzuweisen. Der Test zeigt sogar an, wie hoch die Viruskonzentration ist.
  • Antigentests: Der Antigentest nimmt nicht das Erbgut des Virus ins Visier, sondern dessen Proteine. Sie gehören zu den sogenannten Antigenen, die dem Test seinen Namen geben. Ein Labor ist für die Auswertung nicht nötig. Stattdessen wird das Analysematerial, das ebenfalls aus Atemwegsproben stammt, auf einen Teststreifen gegeben. Verbinden sich die dort sitzenden Antikörper mit den Antigenen aus der Probe, verfärbt sich der Streifen und zeigt so eine aktive Infektion an. 
  • Antikörpertests: Hattest du Corona und wusstest es vielleicht gar nicht? Diese Frage kann ein Antikörpertest beantworten. Ein Immunsystem, das bereits eine Corona-Infektion überstanden hat, bildet Antikörper gegen die Erreger. Eine Laboruntersuchung des Bluts kann diese Antikörper einige Wochen nach der Infektion nachweisen. Solche Tests sind allerdings noch nicht ausgereift und momentan liegt der Fokus vor allem darauf, aktive Infektionen nachzuweisen.

Corona-Tests: Bilanz nach 6 Monaten Pandemie

17 Millionen Corona-Tests wurden bis Ende September 2020 in Deutschland durchgeführt – wöchentlich sind es laut Robert Koch-Institut aktuell mehr als eine Million. Zu Beginn der Pandemie im März wurden rund 100.000 Tests pro Woche ausgewertet.

Corona-Test-Ablauf

Gute Nachrichten für alle, die Angst vor Spritzen haben: Um eine aktive SARS-CoV-2-Infektion nachzuweisen, ist keine Blutabnahme notwendig. Die Proben werden stattdessen vom Arzt mit einem Tupfer aus Mund- oder Nasenraum entnommen.

Zunge rausstrecken, ein paar Sekunden lang „Aaah“ sagen, fertig. Das Wattestäbchen im Rachen hinterlässt zwar kein angenehmes Gefühl, der Test geht jedoch schnell und schmerzlos vorbei, wenn geübte Hände die Probe entnehmen. Aus Wien schwappt auch gerade eine Gurgelmethode zu uns herüber und macht Hoffnung auf noch einfachere Probeentnahmen.

So unkompliziert läuft der Test ab:

  1. Probeentnahme: Abstrichentnahme aus den Schleimhäuten der Atemwege mit speziellem Tupfer. Bei einem Antikörpertest ist eine Blutprobe nötig.
  2. Auswertung: Blut- oder Abstrichproben werden im Labor analysiert. Bei Antigentests ist keine Laboruntersuchung nötig.
  3. Ergebnis: Jetzt heißt es warten - in der Regel 48 Stunden. Schnelltests können auch früher Ergebnisse liefern.

Damit das Ergebnis möglichst genau ist, muss genug Probematerial entnommen werden. Die Proben müssen außerdem sorgfältig transportiert werden. 

Corona-Testverfahren: Dauer bis zum Ergebnis über Schnelltest abkürzen?

Wenn du Symptome zeigst, Kontakt mit einem Infizierten hattest, in den Urlaub möchtest oder beruflich mit schweren Fällen von Corona zu tun hast, sind PCR- oder der Antigentest sinnvoll.

Die Auswertung von PCR-Tests im Labor dauert nur rund vier bis fünf Stunden. Trotzdem warten viele Menschen oft tagelang auf ihr Ergebnis. Denn durch das erhöhte Testaufkommen müssen die Labore immer mehr Proben auswerten, auch der Transport der Proben kostet Zeit. 

Die schnellsten Corona-Tests

Je schneller sich Verdachtsfälle bestätigen, desto eher kann die Ansteckungsgefahr eingedämmt werden. Deshalb arbeiten Unternehmen und Forscher daran, die Testdauer zu reduzieren. Der aktuell kürzeste PCR-Schnelltest liefert in unter 40 Minuten ein Ergebnis, ein neuer Antigentest schafft es in 15 bis 30 Minuten.

Schnelltests beschleunigen den Test-Prozess, allerdings hängt das Ergebnis von der Genauigkeit des Tests und der korrekten Probeentnahme ab. Ein Antigen-Schnelltest könnte bald auf den Markt kommen und immer dann eine grobe Orientierung geben, wenn schnelle Entscheidungen gefragt sind. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen will, sollte sich vorerst weiterhin auf herkömmliche Labortests statt auf Schnelltests verlassen. 

Tests für alle: Kann sich jeder testen lassen?

Die Politik will die Pandemie mit allen Mitteln bekämpfen. So sollen beispielsweise noch mehr Menschen getestet werden. In Bayern gibt es den „Test für jedermann“ bereits. Dort kann sich aktuell jeder Bürger kostenlos testen lassen, zum Beispiel in der Landeshauptstadt: Wo sonst das Oktoberfest gefeiert wird, können sich Münchner in einer Drive-In-Teststation in den Rachen tupfen lassen. 

Was bringen Massentests?

Ob Massentests ohne konkreten Anhaltspunkt jedoch sinnvoll sind, ist fraglich. Bei Verdacht auf eine Infektion ist ein Test in jedem Fall wichtig, um weitere Maßnahmen zu planen, Infektionsketten zu verfolgen und die Verbreitung der Pandemie einzudämmen.

Wer sich „einfach so“ testen lässt, blockiert dagegen Laborkapazitäten. Zum anderen bedeutet ein negatives Ergebnis nicht, dass keine Gefahr mehr besteht: Zwischen der Probeentnahme und dem Ergebnis liegen rund zwei bis drei Tage, in denen eine Infektion nicht ausgeschlossen ist.


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Corona-Gruppentest: Sinnvoll oder nicht?

Das Saarland setzt aktuell dagegen auf ein selbst entwickeltes Corona-Pooling. Mit diesem speziellen Corona-Testverfahren können im Labor mehrere Proben von bis zu 30 verschiedenen Menschen gleichzeitig auf das Virus getestet werden. Im Saarland werden mit dem Corona-Pool-Test beispielsweise Bewohner und Angestellte in Pflege- und Seniorenheimen getestet.

Vorteile der Corona-Poolmethode:

  • weniger Test-Kits werden benötigt 
  • effiziente Testmethode für medizinisches Personal in Krankenhäusern oder Pflegeheimen
  • Isolierungsmaßnahmen können in solchen Einrichtungen schneller umgesetzt werden

Nachteile der Corona-Pooltestung:

  • das Ergebnis sagt nur aus, ob jemand aus dem Pool infiziert ist – nicht wer
  • ist ein Corona-Pool-Test positiv, müssen alle Einzelproben erneut getestet werden, um die positiven Proben zu identifizieren
  • zu viele Proben in einem Pool können das Ergebnis „verwässern“

In Pflegeeinrichtungen können Gruppentests sinnvoll sein, um bei einem positiven Pool-Test schnell Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Besteht bereits ein Verdacht auf Corona, sind Individualtests die bessere Lösung. Nur so lässt sich schnell und relativ zuverlässig feststellen, wer infiziert ist und wer nicht.

Testen nur mit gutem Grund

Solange es keine zuverlässigen Schnelltests für zu Hause gibt, solltest du bei Verdacht auf eine Infektion mit deinem Arzt weitere Schritte besprechen und Abstands- und Hygieneregeln noch strenger befolgen als ohnehin schon. Auch Reiserückkehrer aus Risikogebieten und Angestellte in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen haben guten Grund, sich testen zu lassen.

Die CovApp von ottonova hilft dir als ottonova Kunde übrigens bei der Frage, wann ein Test für dich sinnvoll ist. 

Blog Autor
ÜBER DEN AUTOR

Sabrina Quente

Sabrina ist freie Autorin für Versicherungs- und Digitalisierungsthemen. Sie war Redakteurin bei Fachzeitschriften und lernte als Content Editor bei ottonova die vielen Facetten der Versicherungswelt kennen.

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