21. August 2020

(Corona-)Infektionsrisiko: 5 Orte, an denen du besonders vorsichtig sein solltest

Das Coronavirus hat sich in kürzester Zeit weltweit verbreitet, zehntausende Menschen sind bereits an den Folgen einer Infektion gestorben. Wie kann sich vor einer Erkrankung schützen? An welchen Orten du besonders vorsichtig sein solltest, um dein (Corona-)Infektionsrisiko niedrig zu halten.

5 min

Gottesdienste, Volksfeste und Grillpartys haben jüngst gezeigt: Ein einzelner Infizierter kann viele weitere in kürzester Zeit anstecken. Solche schnellen und zahlreichen Übertragungen werden auch Superspreader-Events genannt. Aber auch Orte, an denen man vielleicht nicht mit vielen Menschen nah beieinander ist oder nicht auf den ersten Blick glaubt, sich schnell anstecken zu können, können wahre Virenschleudern sein. Wir verraten dir, wo das (Corona-)Infektionsrisiko am höchsten ist und an welchen Orten du besondere Vorsicht walten lassen solltest.

Ansteckungsgefahr Corona: Wie wird das Virus übertragen?

Das Coronavirus (SARS-CoV2) wird vor allem über eine Tröpfcheninfektion verbreitet. Hauptansteckungsquelle für eine Corona-Infektion ist also der direkte Kontakt von Mensch zu Mensch über Tröpfchen wie zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Sprechen.

Eine Forscherin vom Massachusetts Institut of Technology konnte aufzeigen, dass schon kleinste Partikel beim Husten bis zu fünf Meter weit fliegen können, beim Niesen sogar bis zu acht Meter. Daher ist es besonders wichtig, beim Niesen oder Husten den eigenen Arm als Schutz vor den Mund zu halten.

Diese Viruspartikel können sich auch über sogenannte Aerosole in geschlossenen Räumen verteilen, in denen sich Infizierte länger aufhalten. Ansonsten gilt: Solange die Corona-Pandemie weiterhin akut ist und Abstandsregeln gelten, solltest du diesen in Innenräumen sowie im Freien einhalten. Denn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern verringert das Ansteckungsrisiko deutlich. 

Mehr Informationen über den Coronavirus und aktuelle Entwicklungen findest du übrigens immer auf der Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Wer sich mit dem Coronavirus infiziert, gibt diesen laut Virologen ohne Schutzmaßnahmen durchschnittlich an zwei bis drei Menschen weiter. Je nach Situation ist das Risiko sich anzustecken größer oder kleiner. Orte, an denen das (Corona-)Infektionsrisiko besonders hoch ist, sollte man selbstverständlich möglichst meiden oder besonders auf Abstands- und Hygienemaßnahmen achten. Wir verraten dir, welche fünf Orte besonders hohes Ansteckungsrisiko bergen.

Vorsicht: Diese fünf Orte sorgen für besonders hohes (Corona-)Infektionsrisiko

Laut einer Studie aus China, die 2.147 enge Kontakte von 157 Corona-Infizierten untersucht hat, lässt Rückschlüsse ziehen, wo die Ansteckungsgefahr am größten ist.

1. Innenräume, wie Büros und der eigene Haushalt

Besonders hohe Ansteckungsgefahr herrscht in Innenräumen, vor allem, wenn diese schlecht belüftet sind und sich mehrere Menschen längere Zeit dort gemeinsam aufhalten. Das bestätigt auch die Studie aus China: Vor allem enge und andauernde Kontakte mit Infizierten und das Zusammensein in geschlossenen Räumen, erhöht das Ansteckungsrisiko deutlich – und das passiert vor allem im eigenen Zuhause. Daher ist das Risiko, sich anzustecken im eigenen Haushalt am höchsten. Besonders häufig infizieren sich daher Partner und Familienmitglieder. Kinder nach aktuellem Stand der Forschung noch immer seltener.

Aber auch Gemeinschaftsunterkünfte, Wohngemeinschaften, Obdachlosenheime oder Großraumbüros sind Orte mit hohem Infektionsrisiko.

Wichtig also: Sollte ein Familienmitglied Symptome haben oder bereits positiv getestet worden sein, gilt es, dieses im eigenen Haushalt möglichst zu isolieren, mindestens aber deutlichen Abstand zu wahren. Denn Personen mit Symptomen oder positivem Corona-Test sollten zu Hause bleiben und selbstverständlich davon absehen, einkaufen oder zur Arbeit zu gehen und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. 

Corona Ansteckungsorte Ö Vm B@2X

2. Öffentliche Verkehrsmittel

Gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln zum Feierabendverkehr oder auf stark frequentierten Strecken, ist es schwierig, den nötigen Sicherheitsabstand zu wahren. Bei vielen Menschen und schlechter Luftzirkulation, ist eine Tröpfcheninfektion hier also nicht selten. Außerdem kommt im öffentlichen Nahverkehr das Risiko von infizierten Haltegriffen oder Türöffnern hinzu. Auch auf Geldautomaten, wie sie oft in Transitzonen stehen, können Viren haften. Wer Aufzug fährt, ist ebenfalls meist mit anderen Menschen auf sehr engem Raum.

Besser: Eigene Verkehrsmittel wie das Auto oder das Fahrrad nutzen oder kleinere Fahrgemeinschaften bilden.

Wenn du doch auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen bist, solltest du aber auf jeden Fall darauf achten, möglichst wenig zu berühren und die altbekannten Hygenieregeln zu beachten: dir vor allem nicht ins Gesicht zu fassen und regelmäßig Hände zu waschen. Die Rushhour zu meiden ist eine weitere sinnvolle Strategie. Trage außerdem unbedingt eine Maske, um dich und andere zu schützen. Auf einen Verstoß der Hygieneregeln steht ein Bußgeld.

Im Flugzeug dagegen soll laut Airbus ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem ein Lösungsansatz für Infektionsschutz sein. Diese wird alle zwei bis drei Minuten erneuert. So sollen nach Angaben des Flugzeugherstellers Coronaviren zu mehr als 99,9 Prozent aus der Luft entfernt werden. Um das Risiko für eine Infektion zu minimieren, gilt aber auch im Flugzeug die Maskenpflicht und der Bordservice ist teilweise eingeschränkt.

3. Restaurants und Cafés

An zwei unserer Lieblingsorte herrscht laut der Studie aus China ebenfalls ein besonders hohes Ansteckungsrisiko: im Restaurant und Café.

Hier kommen viele Menschen für eine längere Zeit in geschlossenen Räumen zusammen. Außerdem wird beim Essen und Trinken keine Maske getragen, sodass die Partikel, die wir ausatmen, sich leicht in der Luft ausbreiten können. Solche Aerosole können bis durchschnittlich zwölf Minuten in der Luft bleiben, in Restaurants ist das ausreichend Zeit, um sich im ganzen Raum auszubreiten.

Zusätzliches Risiko gerade jetzt im Sommer bei heißen Temperaturen: Alte Klimaanlagen, die Partikel durch den ganzen Raum verteilen können. Nicht jede Lokalität hat eine gute Belüftung, nur Klimaanlagen, die die Luft wirklich austauschen und nicht nur im Raum bewegen, helfen, die Viren zu beseitigen. Daher sollte man, so lange es zumindest das Wetter zulässt, eher Plätze im Freien wählen – hier ist die Ansteckungsgefahr deutlich geringer.

4. Fitnessstudios

Ein Forscherteam aus Südkorea fand heraus, dass acht Fitnesstrainer insgesamt 217 Personen angesteckt haben – Menschen, die in den Fitnessstudios, in denen die Trainer arbeiteten, Kurse belegt haben. Intensive Work-outs in geschlossenen Kursräumen, bei dem eher Aerosole entstehen, führen zu einem hohen Infektionsrisiko.

Deswegen gilt: Sportkurse nur mit viel Abstand in gut gelüfteten Räumen. Trainingsgeräte solltest du immer desinfizieren und gut besuchte Kurse vermeiden, um den Abstand wahren zu können.

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5. Supermarkt

Beim Einkaufen sind viele unterschiedliche Menschen auf engem Raum, weshalb die Maskenpflicht auch hier absolut sinnvoll ist.

Größere Übertragungsrisiken bilden auch Griffe von Einkaufswagen und Einkaufskörbe, denn hier tummeln sich oft viele Keime. Solche Flächen sollten regelmäßig desinfiziert werden, genauso wie die eigenen Hände. Viele Supermärkte bieten mittlerweile Desinfektionsmittel am Eingang an.

Auch der Knopf am Pfandautomaten oder die Klappe der Backstation sind mögliche Flächen, an denen Viren haften. Deswegen: Nach einem Supermarktbesuch solltest du deine Hände immer gründlich waschen. Auch gekauftes Obst und Gemüse solltest du vor dem Verzehr gut abwaschen.

Ansteckungsgefahr Corona: FAQ zum (Corona-)Infektionsrisiko

Hier haben wir für euch nochmal die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus zusammengestellt.

1. Kann ich mich durch die Berührung von Gegenständen mit Corona anstecken?

Wenn sich frisches, virushaltiges Sekret an einem Gegenstand, zum Beispiel einer Türklinke, befindet, ist es möglich, sich zu infizieren. Wenn du die Klinke anfasst und danach Mund, Nase oder Augen berührst, kann das Virus durch die Schleimhäute in deinen Körper gelangen. Dabei sind natürlich vor allem Gegenstände, die oft und von vielen verschiedenen Menschen angefasst werden, besonders starke Überträger: Türklinken, Haltegriffe im Öffentlichen Nahverkehr oder Knöpfe im öffentlichen Raum daher möglichst meiden.

Laut einer Studie der Ruhr-Universität Bochum, soll das Virus je nach Oberfläche und Temperatur einige Stunde oder sogar Tage auf Gegenständen überleben: Stahl und Kunststoff drei bis neun Tage, Pappe und Papier sogar über 24 Stunden. Experten schätzen das Ansteckungsrisiko über Gegenstände aber als sehr gering ein. 

2. Kann ich mich durch das konsumieren von Lebensmitteln anstecken?

Auch bei Lebensmitteln ist die Ansteckungsgefahr laut Experten sehr gering und wurde bisher noch nicht nachgewiesen. Trotzdem solltest du gerade Obst und Gemüse, welches oft von vielen Menschen angefasst und dann wieder zurückgelegt wird, gründlich waschen.

3. Kann ich mich beim Joggen anstecken?

Wen man zügig und mit einem gewissen Abstand aneinander vorbeigeht, besteht ein geringes Ansteckungsrisiko. Anders verhält es sich, wenn man länger nebeneinander auf einer Parkbank sitzt, hier ist die Wahrscheinlichkeit sich anzustecken deutlich höher.

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4. Wie hoch ist das (Corona-)Infektionsrisiko durch Haustiere?

Bisher wissen wir: Katzen können sich mit Corona anstecken, außerdem Hunde. Aber: Haustiere können sich zwar beim Menschen infizieren, umgekehrt geht das aber laut aktuellem Stand der Forschung nicht. 

5. Kann ich mich im Schwimmbad oder am Badesee anstecken?

Experten schätzen das Risiko einer Infektion mit Coronaviren über Wasser an Badeseen oder Schwimmbädern als eher gering ein. Wichtig ist es – wie an allen öffentlichen Orten – aber Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

Grundsätzlich gilt immer: Gründliches und regelmäßiges Händewaschen ist Pflicht. Wenn du Sorge hast, dich angesteckt zu haben, hilft dir die ottonova App weiter. Als ottonova Kunde hast du die Möglichkeit den Arzt-Video-Call zu nutzen, ohne in ein Wartezimmer gehen zu müssen. Sie ist dir mit der CovApp aber auch eine Hilfe bei der Frage, ob ein Coronatest nötig ist oder nicht.

Corona Spaetfolgen Grafik Tele B@2X

Wenn du Kontakt zu einer Person hattest, bei der eine Corona-Infektion festgestellt wurde, solltest du dich unbedingt und sehr gewissenhaft in eine zweiwöchige Quarantäne begeben.

Blog Autor
ÜBER DEN AUTOR

Jeanette Stowasser

Jeannette (Stowasser) ist Online-Redakteurin für Gesundheit und schreibt seit 2011 Artikel, E-Books und Whitepaper zu den verschiedensten medizinischen Themen. 

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