Rheuma mit 30? Entzündungshemmende Lebensmittel können helfen!

Manchmal reichen eine einfache Ernährungsumstellung und mehr Bewegung im Alltag, um den Körper vor Krankheiten zu schützen. Und selbst, wenn du trotz deines jungen Alters zu den Menschen gehörst, die Rheuma haben: Wir zeigen dir, auf welche Lebensmittel du bei Rheuma verzichten solltest und wie entzündungshemmende Lebensmittel deinem Körper helfen.

Stress, eine ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung im Arbeitsalltag – klar, dass das nicht spurlos an deinem Körper vorbeigeht. Erst fängt es langsam an: Du hast Schwierigkeiten, morgens aus dem Bett zu kommen. Deine Gelenke fühlen sich steif an und schmerzen länger als 30 Minuten. Schließlich bemerkst du einige Schwellungen, die druckempfindlich sind und sich warm anfühlen. Deine Finger schmerzen und bestimmte Bewegungen fallen dir immer schwerer. Die Diagnose des Hausarztes bestätigt es schließlich: Du leidest an Rheuma.

Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet Strömung oder Fluss. Früher nahm man an, dass kalter Schleim vom Gehirn in die Gelenke fließen würde. Mittlerweile ist die Medizin zum Glück schlauer: Heute weiß man, dass Rheuma durch eine Autoimmunerkrankung ausgelöst wird.

Rheuma: keine Frage des Alters mehr

Bei einer Autoimmunkrankheit richtet sich das Abwehrsystem des Körpers gegen den einigen Körper. Organe, Gliedmaßen oder Knochen werden angegriffen und geschwächt. Deshalb ist es wichtig, dass du bei den Symptomen sofort zum Arzt gehst: Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser kann sie behandelt werden und desto geringer fallen die Schäden aus.

„Entzündungshemmende Lebensmittel können Gelenkschmerzen minimieren.“

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Wenn bei dir eine rheumatische Erkrankung festgestellt wird, bist du nicht allein: Schätzungsweise 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Bewegungseinschränkungen. Etwa 20.000 Kinder und Jugendliche sind in Deutschland betroffen. Rheuma ist dabei der Überbegriff für mehr als 100 Erkrankungen. Die häufigste Form ist die rheumatoide Arthritis, die in Deutschland rund 500.000 Menschen betrifft. Rheumatische Erkrankungen sind noch nicht heilbar – eine antientzündliche Ernährung durch entzündungshemmende Lebensmittel hilft aber sehr gut, Gelenkschmerzen zu minimieren.

Entzündungshemmende Lebensmittel, die bei Schmerzen helfen

Wir müssen es uns immer wieder bewusst machen: Unsere Nahrung steckt voller Wunder. Entzündungshemmendes Obst und Gemüse enthalten tausende Vitamine, Pflanzen- und Mineralstoffe. Die meisten sind noch vollkommen unerforscht. Wir wissen bei vielen dieser Stoffe nicht mal, wie sie konkret im Körper wirken. Man weiß jedoch, dass sie entzündungshemmend sind.

Die folgenden Hausmittel ersetzen aber keine Medizin und vor allem keinen Arztbesuch. Bei einem Rheuma-Verdacht oder -Schub lieber einmal zu viel den Gang zum Hausarzt antreten. Betrachte die folgenden Lebensmittel daher als Ergänzung, nicht als Ersatz.

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Entzündungshemmende Lebensmittel

Diese Lebensmittel solltest du bei entzündlichem Rheuma bevorzugen...

Zu empfehlen

Zu empfehlen

Nicht zu empfehlen

Nicht zu empfehlen

Brot & Beilagen

Zu empfehlen

Vollkornbrot, Haferflocken,Vollkornnudeln, Vollkornreis

Nicht zu empfehlen

Weißbrot, Croissants, Hartweizennudeln, Pommes

Gemüse

Zu empfehlen

Alle Salatsorten, Möhren, Spinat, Hülsenfrüchte

Nicht zu empfehlen

Nur in Maßen: Gemüsemischungen mit Sahne oder Butter

Obst

Zu empfehlen

Äpfel, Beeren, Kiwi, Mango, Honigmelone

Nicht zu empfehlen

Gezuckerte Obstkonserven, kandiertes Trockenobst, Obstmus

Nüsse & Samen

Zu empfehlen

Walnüsse, Haselnüsse, Kürbiskerne, Leinsamen, Chia-Samen

Nicht zu empfehlen

Gesalzene Nüsse, Erdnüsse; in Maßen: Sonnenblumenkerne

Fisch & Meeresfrüchte

Zu empfehlen

Alle Fischarten und Schalentiere, insbesondere Lachs, Scholle, Makrele und Hering

Nicht zu empfehlen

Panierter oder in Sahne oder Mayonnaise eingelegter Fisch

Fleisch & Wurstwaren

Zu empfehlen

Hühnerfleisch, Putenbrustaufschnitt

Nicht zu empfehlen

Alle übrigen Wurstwaren, insbesondere Schwein; paniertes Fleisch

Eier & Milchprodukte

Zu empfehlen

Eier, fettarme Milch; eher selten: Sahne, Schmand, Feta, Mozzarella

Nicht zu empfehlen

Gesüßte Fertigprodukte wie Milchreis

Getränke

Zu empfehlen

Wasser, ungezuckerter Tee, bis zu drei Tassen Kaffee ohne Milch

Nicht zu empfehlen

Unverdünnte Fruchtsäfte, Softdrinks, Milchmixgetränke; in Maßen: Wein

Entzündungshemmende Tees

Wer sein Entzündungsrisiko senken will, der kann zu entzündungshemmenden Tees greifen. Tees sind eine gesündere Alternative zu Kaffee, von dem du bei Rheuma nur maximal zwei bis drei Tassen  trinken solltest. Zwar brauchen Tees länger, bis sie ihre Wirkung entfalten, sie wirken dafür aber auch deutlich länger.

Besonders Ingwer- und Kamillentees hemmen Entzündungen, eignen sich aber auch gut in Gerichten. In Ingwer ist es Gingerol. Das ist der Stoff, der dem Ingwer seine Schärfe verleiht. Lasse den Tee ordentlich ziehen und trinke ihn zwei- bis dreimal pro Tag.

Ein altes Hausmittel ist Kamillentee. Kamille gilt als antimikrobiell, antibakteriell und desinfizierend und ist deshalb nicht nur ein optimales Hausmittel bei Erkältungen sowie Magen- und Darmproblemen, sondern auch bei Entzündungen.

Entzündungshemmende Kräuter

Auch viele Kräuter eignen sich prima für eine antientzündliche Ernährung. Das Schöne: Du musst nicht mal zu angeblichen „Wundermitteln“ aus Fernost greifen, viele Kräuter gibt es auch in unseren Breitengraden!

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Etwa Brennnesseln. Brennnesseln kennen wir vor allem als Verursacher nerviger, juckender Quaddeln. Doch wusstest du, dass sie auch entzündungshemmend wirken? Junge Brennnesseln haben einen einzigartigen, kräuterartigen Geschmack und lassen sich super in Smoothies oder Dips integrieren.

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Zimt passt nicht nur zu Apfelkuchen oder Milchreis, auch in Tees entfaltet es sein einzigartiges Aroma. Verfeinere doch einen entzündungshemmenden Tee mit einer Zimt-Stange!

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Kurkuma, auch Gelber Ingwer genannt, besitzt eine wunderschöne orange Farbe, die durch das Curcumin verursacht wird. Curcumin soll gegen Depressionen, Alzheimer und Arthrose helfen und macht sich gut in Suppen, Rührei oder Drinks. Übertreibe es jedoch nicht.

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Zu guter Letzt: Thymian. Das mediterrane Kraut stärkt dein Immunsystem, ist verdauungsfördernd und hilft bei Entzündungen. Peppe deine nächsten Gerichte oder Suppen mit dem Kraut auf und genieße den exotischen Geschmack, den es in deine Gerichte bringt.

Auf welche Lebensmittel sollte man bei Rheuma verzichten?

Bei Rheumaleiden gilt: Den Fleischkonsum so gut wie möglich zurückdrehen. Maximal ein- bis zweimal pro Woche sollten Fleisch und Wurst auf deinem Speiseplan stehen. Ungesunde Brotarten wie Toast-, Weiß- oder Knäckebrot verstärken ebenfalls Entzündungen, genauso wie Süßigkeiten und Fruchtsäfte. Vermeide fetthaltige Milch, Sahne, Joghurts oder Butter. All diese Lebensmittel enthalten viel Arachidonsäure. Diese ungesättigte Omega-6-Fettsäure wird in deinem Körper zu Prostaglandinen und Leukotrinen umgewandelt. Beide Stoffe fördern Entzündungen.

Entzuendungshemmende Lebensmittel

Wie sieht eine optimale entzündungshemmende Ernährung aus?

Natürlich musst du jetzt nicht komplett auf Fleisch, Milch oder Brot verzichten. Ersetze sie jedoch durch fettarme Alternativen oder Light-Produkte. Gut für dich sind auch Lebensmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Diese Fettsäuren konkurrieren mit den Omega-6-Fettsäuren um die gleichen Enzyme, bewirken jedoch das Gegenteil: Sie senken das Entzündungsrisiko. Besonders Fisch, wie Hering oder Lachs, enthält viele dieser guten Fettsäuren. Hochwertige Raps- und Leinöle wirken ebenfalls entzündungshemmend. Das Sonnenblumenöl solltest du hingegen ersetzen, am besten durch Kokosfett.

Vor allem aber gilt: Viel Obst und Gemüse essen. Sie versorgen dich mit lebenswichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die antioxidativ wirken, also den Zellstress durch das Einfangen freier Radikale reduzieren, und so das Entzündungsrisiko senken.

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Hilft Sport bei Rheuma?

Neben einer Ernährungsumstellung ist es auch wichtig, sich im Alltag mehr zu bewegen. Nutze die Treppen statt Aufzüge oder Rolltreppen, tätige Strecken zu Fuß anstatt mit dem E-Roller und stehe mindestens einmal pro Stunde vom Schreibtisch auf. Idealerweise hast du einen höhenverstellbaren Schreibtisch.

Daneben helfen auch Physio- und Ergotherapie. Hier lernst du, wie du deine alltäglichen Aktivitäten gelenkschonend ausführst und Verspannungen gelöst werden. Deine Gelenkigkeit wird gefördert und die Muskulatur gestärkt. Wichtig ist jedoch: Nicht übertreiben! Hochleistungssport ist tabu.

Fazit: Rheuma kann man mit Ernährung und Bewegungstherapie gut in den Griff bekommen

Rheuma ist keine Krankheit, mit der man spaßen sollte. Höre auf die Signale deines Körpers, gehe frühzeitig zum Arzt und gönne ihm eine Auszeit. Eine entzündungshemmende Ernährung und mehr Bewegung mindern zwar Schmerzen, ersetzen aber keine Medizin.

Egal ob jung oder alt: Du bist mit deiner Krankheit nicht allein. Es gibt viele Anlaufstellen, bei denen du dich mit anderen austauschen und viele hilfreiche Informationen erhalten kannst. Dazu gehört zum Beispiel die Rheuma-Liga, der größte Rheuma-Selbsthilfeverein in Deutschland. Dort findest du auch Veranstaltungen und Gruppen in deiner Nähe.

Du suchst noch mehr Tipps für eine Ernährung, die deine Gesundheit unterstützt? Wir haben für dich verschiedene Vitamine unter die Lupe genommen.

Natalie Decker
HIER SCHREIBT Natalie Decker

Natalie arbeitet seit 15 Jahren als Redakteurin. Neben Lifestyle-Themen wie Kochen und Reisen gehören Medizin & Gesundheit zu ihren Schwerpunkten. Sie schreibt unter anderem für das Online-Portal gesund-vital.de und den Ratgeber-Verlag Gräfe und Unzer.

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