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6. Dezember 2019

Männergrippe & Schnupfen: Warum leiden sie mehr als Frauen?

Eine fiese Grippe ist für niemanden angenehm. Trotzdem hat man oft das Gefühl, dass so ein Schnupfen bei Männern oft extreme Leiden verursachen kann. Gibt es wirklich eine Männergrippe und wenn ja, was steckt eigentlich dahinter?

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Von wegen „starkes Geschlecht“: Wenn ein Schnupfen droht, werden Männer ganz schnell zu wehleidigen Jammerlappen. Bewegungsunfähigkeit über Verzweiflung bis hin zu Nahtoderfahrungen sind dann keine unüblichen Gefühlszustände. Die sogenannte Männergrippe wird oft belächelt – vor allem natürlich vom weiblichen Geschlecht, die sich dann oft mit den leidenden Männern rumschlagen müssen. Aber ist der Männerschnupfen wirklich nur ein Mythos? Oder ist vielleicht doch was dran an der Empfindlichkeit?

Was ist die Männergrippe?

Die Erkältungssymptome machen das Leben zur Qual, es kommt zu dramatischen Nahtoderfahrungen und Bewegung ist sowieso schon lang nicht mehr möglich. Das Krankheitsbild: Männergrippe!

Wenn Männer krank werden, beschreiben sie ihre Beschwerden oft als extrem drastisch. Psychologen nennen dieses Verhaltensmuster Regression.

Frauen gelten dagegen als wesentlich leidensfähiger und können Beschwerden besser ertragen. Der allgemeine Konsens: Männer leiden mehr. Aber ist das alles nur eine Frage der inneren Einstellung oder gibt es doch wissenschaftliche Beweise dafür, dass Männer öfter krank sind und mehr unter einem Schnupfen leiden? Und wieso scheint die Frauengrippe nur halb so schlimm zu sein, obwohl ja der gleiche Erreger dahintersteckt?

Frauen vs. Männer: Wer leidet mehr und warum?

Der Männerschnupfen wird in Medikamentenwerbung humorvoll auf die Schippe genommen und in Comedyshows als Paradebeispiel für das Unverständnis zwischen Frau und Mann genutzt. Aber stimmt es vielleicht sogar: Ist die Männergrippe schlimmer als bei Frauen? Leiden Männer mehr als Frauen oder werden sie einfach schneller von einer Grippe erfasst und können vielleicht gar nichts dafür?

Die Immunologin der Universität Innsbruck, Beatrix Grubeck-Loebenstein untersucht seit einiger Zeit, wie sich die Immunsysteme von Männern und Frauen unterscheiden. Und das überraschende Ergebnis:

Männer werden tatsächlich häufiger krank als Frauen und können gar nichts dafür. 

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Warum ist das Immunsystem von Mann und Frau unterschiedlich?

Wenn Krankheitserreger in den Körper eindringen, werde sie durch Immunzellen bekämpft. Davon gibt es spezifische und unspezifische: Das bedeutet, dass für eine Grippeerkrankung andere Zellen zum Einsatz kommen, als bei einer Magen-Darm-Infektion. Um angreifende Krankheitserreger zu besiegen, müssen sich die spezifischen Immunzellen millionenfach vermehren.

Und hier liegt der Knackpunkt: Während das weibliche Hormon Östrogen diese Vermehrung unterstützt, hindert das männliche Testosteron den Vorgang. Das weibliche Immunsystem kann so schneller und heftiger auf Krankheitserreger reagieren als das von Männern. Im Klartext: je mehr Testosteron, desto schwächer das Immunsystem. Dafür leiden Frauen dagegen wesentlich häufiger an Autoimmunerkrankungen, bei denen Immunzellen oder Antikörper das eigene Körpergewebe angreifen.

Für die Männergrippe sind nicht nur die Hormone entscheidend!

Das ist aber nur ein Grund, der dafür sorgt, dass Männer häufiger und dann auch gravierender unter einem Schnupfen leiden. Zusätzlich ernähren sie sich durchschnittlich ungesünder, gehen mehr Risiko ein und lassen sich weniger häufig impfen.

Und auch evolutionsbedingt gibt es Hinweise darauf, dass Männer anfälliger für Krankheiten sind. Wissenschaftler vermuten: Während der Körper der Frau viel Energie in den Aufbau eines Immunsystems steckte, um bei einer Schwangerschaft widerstandsfähig zu sein und Kinder gebären zu können, investierte der männliche Organismus eher in den Körperwachstum, Muskelaufbau und in die Bildung von sekundären Geschlechtsmerkmalen.

Grippe-Studien bestätigen das zusätzlich: Männer in Europa erkranken 1,3-mal häufiger an Influenza als Frauen. Andere Versuche zeigen, dass die Grippe-Impfung beim männlichen Geschlecht weniger Antikörper erzeugt. Außerdem wird die Nasenschleimhaut bei Männern nach einer Grippeinfektion mehr geschädigt, als bei Frauen und ist so anfällig für Neuerkrankungen.


Mit einer echten Virusgrippe ist nicht zu spaßen:

Wann ist deshalb eine Grippeimpfung sinnvoll?


Oder bist du ein Hypochonder? – Die Angst vor Krankheiten

Okay, wir haben gelernt: Männer sind ganz offiziell schlimmer von einer Grippe betroffen und sind grundsätzlich anfälliger. Es gibt aber solche Spezialfälle, die ständig an irgendetwas leiden und bei denen ein kleines Kratzen im Hals schon zu einem Anruf in der Notaufnahme führt. Das kommt dir bekannt vor? Dann könnte es sein, dass es sich dabei um Hypochondrie, also der Angst vor Krankheiten handelt.

Während der Männerschnupfen oft mit einem Augenzwinkern betrachtet wird, geht es hier um etwas wesentlich Ernsteres: Der Begriff Hypochonder wird oft recht abfällig für wehleidige Menschen benutzt, Hypochondrie ist aber tatsächlich eine ernst zu nehmende psychische Krankheit.

Bei einem Hypochonder Symptome zu erkennen, ist für das Umfeld bei genauer Beobachtung oft gar nicht so schwer. Sie haben häufig eine große Angst vor Krankheiten, Schmerz, Behinderung und Tod. Dabei werden ganz konkrete Szenarien ausgemalt und sich auf bestimmte Krankheitsbilder versteift. Diese Krankheitsangst nimmt so viel Platz ein, dass darunter soziale Bindungen leiden können. Außerdem achten Hypochonder sehr genau auf Signale des Körpers und nehmen diese sehr übersteigert wahr. Das führt zu Unsicherheit bis hin zu schweren Panikattacken. Mit einhergeht, dass unter Hypochondrie Leidende verstärkt Ärzte konsultieren, um ihre Verunsicherung zu beseitigen.

Die Hypochonder Ursachen sind vielschichtig. Laut Experten stecken hier oft der traumatische Verlust oder die schwere Krankheit eines geliebten Menschen dahinter. Aber auch ein übervorsichtiges Elternteil oder schlechte Erfahrungen mit Ärzten können zur Angst führen. Ist klar, dass es sich um Hypochondrie handelt, kann eine Verhaltenstherapie helfen, mit den Ängsten und Sorgen im Alltag umzugehen.

Tee Maennergrippe B
Salbei Maennergrippe B
Salz Maennergrippe B

Hausmittel: Hilfe bei Männergrippe & Schnupfen

Um bei einem Schnupfen oder einer Grippe als Mann möglichst schnell wieder fit zu werden, kann Mann (und Frau) einige wirksame Hausmittel ausprobieren:

  • Mit Salzwasser oder Tee gurgeln, das wirkt entzündungshemmend und reinigend
  • Salz, Salbei oder Kamille inhalieren, um die Schleimhäute zu befeuchten
  • Heiße Wickel regen die Durchblutung an und lindern Schmerzen
  • Viel trinken hilft den Flüssigkeitshalt auszugleichen

In der Regel dauert so ein Schnupfen ungefähr eine Woche. Sollte er länger anhalten oder das Fieber ansteigen, solltest du einen Arzt aufsuchen.


Das beste Hilfsmittel gegen Grippe ist, sie gar nicht erst zu bekommen:

Tipps, wie du dich vor den Grippeviren schützen kannst


Okay, Männer: Es gibt also doch wissenschaftliche Hinweise darauf, dass ihr wirklich mehr leidet. Liebe Frauen: Nehmt den Männerschnupfen also ernst und macht keine Witze darüber. Trotzdem muss nicht jeder Mann mit Erkältung gleich in die Notaufnahme, ein bisschen Fürsorge und Ruhe haben schon viele schlimme Männergrippen kuriert.

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