Impfpass verloren? Das sind die nächsten Schritte!

Meist bemerkt man erst sehr spät, dass man seinen Impfausweis verloren hat oder er nicht mehr auffindbar ist – beispielsweise, wenn eine Auffrischung oder eine Corona-Impfung ansteht. Was passiert, wenn dieser Fall eintritt und welche Impfempfehlung für Erwachsene gibt es?

Impfpass verloren: Das wichtigste im Überblick

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Impfausweis verloren – was nun? 

Zuerst einmal solltest du wissen: Wer seinen Impfpass verloren hat, steht nicht allein da und hat viele Möglichkeiten, die Immunisierung zu prüfen oder zu wiederholen. Der erste Schritt sollte auf jeden Fall sein, auf den Hausarzt zuzugehen. Dieser muss die Akten, in welchen Behandlungen und damit auch Impfungen notiert sind, mindestens zehn Jahre lang aufbewahren. Das wird dann in den neuen Impfpass übertragen. Jedoch ist es leider nicht immer so einfach.

Ein Bluttest kann helfen

Besonders, wenn du oft umgezogen bist und mehrere Hausärzte hattest, kannst du deinen Impfstatus nur schwer rekonstruieren. In diesem Fall gibt es noch eine andere Möglichkeit: Der Impfstatus kann nämlich über einen Blutstatus ermittelt werden. Dieser ermittelt das Vorhandensein von Antikörpern im Blut, welche dann Aufschluss über vergangene Impfungen geben können.

Wichtig ist hier jedoch zu wissen, dass diese Tests bis dato nicht hundertprozentig zuverlässig sind und manche Immunisierungen so nicht nachgewiesen werden können. Außerdem übernehmen die meisten Krankenversicherungen diese Tests nicht. Lass dich am besten von deinem Hausarzt über das beste Vorgehen informieren und sprich vorab mit deiner Krankenversicherung.

Dennoch gibt es eine Ausnahme, bei der ein Bluttest gemacht werden sollte, wenn sich sonst keine Informationen über den Impfstatus ermitteln lassen. In der Schwangerschaft können bestimmte Krankheiten dem Ungeborenen schaden – beispielsweise Röteln oder Windpocken. Bei einem Kinderwunsch sollte also abgeklärt werden, ob die Frau gegen diese Krankheiten immun ist. Wenn nicht, solltest du die Impfungen auf jeden Fall nachholen. In diesem Fall übernehmen die meisten privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten.

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Impfempfehlung: Diese Immunisierungen solltest du wiederholen

Das ist es also, das Worst-Case-Szenario: Man hat sein Impfpass verloren und kann aus diversen Gründen nicht mehr nachvollziehen, gegen welche Krankheiten man bereits geimpft wurde. Die Empfehlung ist in diesem Fall ganz klar. Alle notwendigen Impfungen sollten nun wieder aufgefrischt werden – vor allem wenn du deinem neuen Arbeitgeber bestimmte Impfungen nachweisen muss. Denn selbst, wenn du der Meinung bist, eine bestimmte Impfung bereits erhalten zu haben, darf der Arzt dies, ohne einen Nachweis vorliegen zu haben, nicht in das Impfbuch eintragen. 

Ist es schädlich, sich öfter impfen zu lassen?

Eine Impfung ist immer auch eine (zeitlich begrenzte) Belastung für den Körper. So kann es zu lokalen Schmerzen oder zu allgemeinen Krankheitssymptomen kommen, die bis zu einigen Tagen nach der Impfung anhalten. Von diesen Nebenwirkungen, die auch schon bei der ersten Impfung auftreten, einmal abgesehen, ist eine mehrfache Impfung jedoch gesundheitlich unbedenklich. Wichtig ist lediglich, dass du zum Zeitpunkt der Impfung bei voller Gesundheit bist. Hast du deinen Impfausweis verloren, musst du dir also keine Sorgen machen, aufgrund von erneuten Impfungen einen körperlichen Schaden davonzutragen.

Hast du dich dazu entschieden, Impfungen zu wiederholen, stellt sich zunächst einmal die Frage: Welche Impfungen braucht du überhaupt? Wenn der Impfausweis verloren gegangen ist, wird normalerweise die Grundimmunisierung wiederholt, welche auch von den Krankenversicherungen übernommen werden. Das sind die Impfungen, die du bereits als Kind erhalten haben solltest. Die dadurch bekämpften Krankheiten sind:

  • Diphtherie

  • Poliomyelitis (Kinderlähmung)

  • Tetanus (Wundstarrkrampf)

  • Pertussis (Keuchhusten)

  • Masern

  • Mumps

  • Röteln

Auch andere Impfungen können sinnvoll sein, wenn du dein Impfbuch verloren hast. Hierzu lässt du dich am besten von seinem behandelnden Arzt beraten oder zieht einen Impfkalender zurate. 

Diese Impfungen sind unerlässlich 

Diphterie

Alle 10 Jahre wird eine Auffrischung empfohlen.

Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Eine Auffrischung nach dem 18 Geburtstag wird empfohlen, wenn ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht (z.B. für Krankenhauspersonal oder Reisende in entsprechende Länder).

Pertussis (Keuchhusten)

Da Keuchhusten gefährlich für Kinder ist, sollten besonders Frauen im gebärfähigen Alter prüfen, ob die letzte Impfung schon länger als 10 Jahre her ist. Wenn ja, sollte sie aufgefrischt werden.

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Alle 10 Jahre wird eine Auffrischung empfohlen. Bei der ersten Auffrischung am besten in Kombination mit Pertussis.

Masern

Die Masernimpfung im Alter sollte nicht vernachlässigt werden. Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden, sollten diese Impfung wiederholen (viele Kinder wurden früher nur einmal geimpft, obwohl zwei Impfungen nötig waren. Wurde zweimal geimpft, ist man lebenslang geschützt).

Röteln, Masern und Mumps

Diese Impfungen sollten von Frauen im gebärfähigen Alter durchgeführt werden, wenn sie als Kind nicht erfolgten oder der Impfstatus unklar ist. Auch Erwachsene, die beruflich mit Kindern zu tun haben, sollten den Impfschutz gegebenenfalls auffrischen.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

In Risikogebieten (in Deutschland vor allem im Süden) sollte man eine Impfung durchführen. Die erste Auffrischung erfolgt dann nach 3, alle weiteren nach 5 Jahren.

Gürtelrose

Eine Impfung sollte ab 60, bei Personen mit geschwächtem Immunsystem oder schlechtem Gesundheitszustand ab 50 Jahren erfolgen.

Pneumokokken

Eine weitere wichtige Impfung im Alter: Ab 60 Jahren wird eine Immunisierung empfohlen.

Schon gewusst?

Eine allgemeingültige Impfempfehlung und die Information, wann welche Impfung durchgeführt werden sollte, findet sich auch im Impfkalender, der von der STIKO (Ständige Impfkommission) herausgebracht wird. 

Zum aktuellen Impfkalender

Diese Impfempfehlung gibt es für Auslandsreisen

Impfungen in Deutschland sind eine Sache. Reist du ins Ausland, bist du unter Umständen ganz anderen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Generell gibt es für jedes Land eine Impfempfehlung, die sich beispielsweise auf der entsprechenden Seite des Auswärtigen Amtes finden lässt. Ein entsprechend ausgebildeter Arzt sollte in jedem Fall zur Beratung hinzugezogen werden – beispielsweise ein Tropenmediziner. Auch hier ist es wichtig, seinen Impfpass mitzubringen. Wichtig ist es auch, sich rechtzeitig um die Impfung zu kümmern, denn manche Immunisierungen brauchen Zeit, um wirksam zu werden.

Häufige Impfungen bei Reisen ins Ausland erfolgen beispielsweise gegen Tollwut, Gelbfieber, Hepatitis A und B, Denguefieber und Typhus. Wenn noch nicht erfolgt (oder wenn man den Impfausweis verloren hat), findet auch eine Auffrischung der Grundimmunisierung statt. Welche Impfungen du auffrischen solltest, fragt man am besten den behandelnden Arzt. Je nach Tarif übernehmen gesetzliche Krankenversicherungen diese Impfungen bei Reisen in Risikogebiete – oft musst du jedoch selbst in die Tasche greifen. Bei privaten Krankenversicherungen hingegen sind Reiseimpfungen oftmals im Basistarif enthalten. Auch ottonova übernimmt die Kosten für alle Schutzimpfungen, die vom Robert-Koch-Institut empfohlen werden.


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Vor einer neuen Impfung solltest du dich immer gut informieren. 

In diesen Artikeln haben wir uns verschiedene Immunisierungen im Detail angesehen:

ottonova Magazin Autor
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Marie-Theres Rüttiger

Marie-Theres ist Online Redakteurin bei ottonova. Sie konzipiert den Redaktionsplan, recherchiert und schreibt vor allem über E-Health, InsurTech und digitale Innovation, die das Leben besser machen.

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