9. Dezember 2019

Gelbfieberimpfung: Kosten, Risikogebiete & Nebenwirkungen

Du planst eine Reise nach Südamerika oder nach Afrika? Dann solltest du dich dringend informieren, ob eine Gelbfieberimpfung sinnvoll ist. Denn eine Infektion mit dem Gelbfiebervirus kann unter Umständen ganz schön gefährlich werden. In welchen Ländern eine Impfung unbedingt notwendig ist.

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Du machst eine aufregende Reise durch Südamerika – Kolumbien, Bolivien, Ecuador, ein Land schöner als das andere. Mit im Gepäck zurück nach Hause hast du jede Menge unvergessliche Erinnerungen. Was du aber auf keinen Fall mitbringen willst, ist eine gefährliche Viruserkrankung, oder? In diesem Fall gilt definitiv: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Bevor du nach Südamerika oder Afrika reist, solltest du dich dringend informieren, ob eine Gelbfieberimpfung notwendig ist. In welchen Gebieten ein erhöhtes Gelbfieberrisiko herrscht und wie du dich schützen kannst, liest du hier.

Gelbfieber: Definition, Symptome & Diagnose

Eine Reise nach Südamerika ist für viele ein großer Traum: Karibische Strände, wilde Natur und eine leidenschaftliche Lebensweise reizen Weltenbummler. Was du aber beim Stillen des Fernwehs nicht vergessen darf – andere Regionen können auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Eine davon ist Gelbfieber, eine Virusinfektion, die durch Mücken in tropischen Regionen übertragen werden. Das Schlimme: Die Gelbfieberinfektion kann lebensbedrohlich sein.

Die Gelbfieber Symptome ähneln dabei einer starken Grippe: Nach einer Inkubationszeit von drei bis sechs Wochen zeigen sich hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. In vielen Fällen verläuft die Infektion vergleichsweise mild. In 15 % der Fälle kommt es allerdings zu einer zweiten Krankheitsphase, in der eine Leberschädigung und eine damit einhergehende Gelbsucht auftreten können. Dadurch treten massive Blutungen der Haut und der Schleimhäute auf und das kann im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken weltweit jährlich etwa 200.000 Menschen an Gelbfieber. Rund 60.000 Sterben an der Infektion, davon 90 % in Afrika. Besonders wichtig ist eine Gelbfieberimpfung daher für die einheimische Bevölkerung in Gelbfieber-Endemiegebieten. So kann sich ein größerer Ausbruch in diesen Gebieten einigermaßen verhindern lassen. Leider kannst du als Reisender kaum gewährleisten, dich vor den möglicherweise infizierten Mücken nicht stechen zu lassen. In vielen Ländern gibt es sogar eine Impfvorschrift, die besagt, dass du ohne Impfung gar nicht in das Land einreisen darfst.

Die Diagnose einer Gelbfiebererkrankung erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Kommt ein Reisender aus einem Risikogebiet zurück und leidet innerhalb der nächsten sechs bis zehn Tage an den typischen Symptomen, sollte er sich sofort untersuchen lassen. Eine Behandlung ist dann aber nicht möglich – ein Arzt kann lediglich die Symptome lindern. Kommt es zum schweren Verlauf der Krankheit, muss der Erkrankte dringend sofort auf die Intensivstation. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist übrigens nicht möglich.

Der Gelbfieber Impfstoff

Damit du gar nicht erst infiziert wirst, solltest du dich impfen lassen, bevor du in ein Risikogebiet reist. Der Gelbfieber Impfstoff nennt sich 17D-Gelbfieber-Impfstoff und ist ein Lebendimpfstoff. Das heißt, dass deinem Körper abgeschwächte Gelbfieberviren gespritzt werden, damit dein Immunsystem nach kurzer Zeit Antikörper bildet. Keine Angst, der Impfstoff ist so abgeschwächt, dass du dadurch nicht an Gelbfieber erkranken kannst. Eine einzelne Impfung reicht dein ganzes Leben lang:

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat gerade festgelegt, dass nach einer Gelbfieberimpfung lebenslanger Schutz besteht.

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Viele Impfungen kannst du bei deinem Hausarzt machen lassen. Das gilt aber nicht für die Gelbfieberimpfung: Hausarzt oder Allgemeinmediziner dürfen nicht zwingend eine Immunisierung durchführen. Das dürfen nur speziell autorisierte Ärzte und offizielle Gelbfieberimpfstellen, die durch die WHO zertifiziert sind. Die Stellen findest du zum Beispiel auf der Seite des Centrums für Reisemedizin.

Was du sonst noch bei der Gelbfieberimpfung beachten solltest:

1. Gelbfieberimpfung Kosten und Übernahme Krankenkasse

Eine Gelbfieberimpfung kostet rund 60 Euro.

Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen aber einen Teil oder sogar die gesamten Kosten für Reiseimpfungen – also unbedingt bei der Krankenkasse nachfragen! Die private Krankenversicherung von ottonova übernimmt die Gelbfieberimpfung wenn diese bei Einreise empfohlen ist. Das bedeutet, wenn es in diesem Reiseland eine empfohlene Schutzimpfung ist.

2. Gelbfieberimpfung Vorlauf

Du solltest dich mindestens zehn Tage vor der Einreise in ein gefährdetes Land impfen lassen. Auch die amtliche Gültigkeit beginnt erst 10 Tage nach der Impfung.

3. Gelbfieberimpfung Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen bei einer Gelbfieberimpfung sind in der Regel gering. Sie ist gut verträglich, es kann allerdings, wie bei vielen anderen Impfungen auch, nach drei bis vier Tagen zu grippeähnlichen Symptomen kommen. Schwangere oder stillende Frauen sollten sich nicht impfen lassen.

Wie kannst du eine Gelbfieber-Infektion vermeiden?

Der beste Schutz gegen eine Gelbfiebererkrankung ist selbstverständlich eine Gelbfieberimpfung, sollte dein Arzt keine Einwände dagegen vorbringen. Um dich vor Gelbfieber, aber auch vor anderen, durch Mücken übertragene Krankheiten zu schützen, solltest du außerdem vor allem darauf achten, nicht von diesen gestochen zu werden. Trage deswegen weite, helle Kleidung und festes Schuhwerk. Außerdem kannst du deine Kleidung mit mückenabwehrenden Sprays imprägnieren und natürlich auch deine Haut regelmäßig mit Mückenspray einsprühen. Solche Produkte bekommst du in einer Apotheke, lass dich dort am besten beraten. Nachts solltest du unter einem Mückennetz schlafen.

Vorsicht:

Nutze in Gelbfieber-Risikogebieten auf keinen Fall acetylsalicylsäure-haltige Schmerzmittel (ASS), da diese die Blutgerinnung hemmen. Das wäre im Falle einer Infektion lebensbedrohlich.


Welche Impfungen sonst noch sinnvoll sind?

Lies alles dazu in unserem Impf-Guide


Gebiete mit Gelbfieber-Risiko und wo du dich impfen lassen musst

Der Gelbfiebervirus kommt vor allem in tropischen Regionen Afrikas und Amerikas vor. In Asien wurde Gelbfieber bisher nie beobachtet, obwohl auch dort die Überträgermücken vorhanden wären. Warum das so ist? Möglicherweise ist die asiatische Bevölkerung resistent gegen den Virus oder hat durch andere heimische Viren, wie Dengue, Immunität gebildet. 
Gelbfieber ist eine unter Umständen tödlich verlaufende Krankheit, deswegen ist sie für viele Länder für die Ein- und Ausreise zwingend vorgeschrieben. Das gilt zum Beispiel für Uganda und Sierra Leone – hier darfst du nur einreisen, wenn du eine Gelbfieberimpfung vorweisen kannst. Häufiger ist aber, dass du als Reisender nur eine Impfung vorweisen musst, wenn du vorher in einem Land mit hoher Verbreitungsrate gereist bist.

Die WHO hat festgelegt, welche Länder als Gelbfieberverbreitungsgebiete gelten. Das sind insgesamt 34 Länder in Afrika und 13 Länder in Mittel- und Südamerika.

Länder mit Gelbfieber-Risikogebieten…

… in Afrika:

Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Republik Kongo, Ruanda, Sambia, Sao Tomé & Principe, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Tansania, Togo, Tschad, Uganda und Zentralafrikanische Republik

… in Mittel- und Südamerika:

Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ecuador, Französisch Guayana, Guayana, Kolumbien, Panama, Paraguay, Peru, Surinam, Trinidad & Tobago und Venezuela


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Bevor du eine Reise in ein Gebiet in Afrika oder Südamerika antrittst, solltest du dich also dringend informieren, ob nicht eine Gelbfieberimpfung sinnvoll wäre – auch wenn sie nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, kann eine Immunisierung medizinisch sinnvoll sein. Dafür kannst du zum Beispiel ein Tropeninstitut in deiner Nähe kontaktieren.

App: Sicher reisen

In der App des Auswärtigen Amts findest du alle wichtigen Informationen für dein Reiseland.

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