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20. Dezember 2019

Ölziehen: Der neue Gesundheits-Hype 2020 im Check

Weiße Zähne und eine Entgiftung des ganzen Körpers: Morgendliches Ölziehen verspricht jede Menge gesundheitliche Benefits – und das trotz des vergleichsweise geringen Aufwands. Wie funktioniert diese uralte alternativmedizinische Methode, die gerade wieder in ist? Und was sagt die Wissenschaft dazu?

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Detox ist und bleibt ein Mega-Trend. Die Vorstellung, dass sich Giftstoffe und Schlacken in unserem Körper anlagern, die ausgeschwemmt werden müssen, ist vor allem in der Alternativmedizin verbreitet: Mithilfe spezieller Diäten und Kuren können Schadstoffe gelöst und ausgeschieden werden, wodurch viele Beschwerden gelindert werden, glauben die Fans von Ayurveda und Co. Neben Detox-Kuren mit speziellen Tees, Brühen und Säften sowie Medienverzicht beim Digital Detox gibt es nun einen neuen Entgiftungs-Hype, den immer mehr gesundheitsbewusste Menschen ausprobieren – Ölziehen.


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Und wie soll das nun funktionieren? Kurz gesagt: Beim Ölziehen bewegst du eine kleine Menge Öl im Mund minutenlang hin und her, um dadurch Bakterien und gesundheitsschädliche Stoffe zu binden und anschließend loszuwerden. Ölziehen verspricht weiße Zähne, soll aber auch gegen verschiedene Krankheiten wie Migräne, Asthma und Herzprobleme helfen. Das Verfahren, das auch Ölkur oder Oil-Pulling genannt wird, geht auf die jahrtausendealte ayurvedische Lehre zurück, eine traditionelle indische Heilkunst.

Lange Zeit war das Ölziehen in Vergessenheit geraten, doch derzeit erlebt diese Entgiftungsmethode ein erstaunliches Comeback. Vielleicht erinnerst du dich: In der vergangenen Staffel der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ haben zwei Gründer sogar spezielle Mundöle für die Ölkur vorgestellt, mit ihrer Idee die Investoren begeistert und einen Hammer-Deal eingesackt. Aber braucht man solche teuren Spezialöle überhaupt? Welche gesundheitliche Wirkung hat das Ölziehen? Und was musst du beachten, wenn du diesen Trend ausprobieren möchtest?

Schritt-für-Schritt-Anleitung fürs Ölziehen: Dauer, Durchführung und mehr

Beginne mit dem Ölziehen am besten gleich nach dem Aufstehen, noch bevor du etwas gegessen oder getrunken hast. Gib hierfür etwa einen Esslöffel Öl in deinen Mund. Ölziehen funktioniert zum Beispiel mit Olivenöl oder Kokosöl, mehr dazu liest du weiter unten. Bewege die Flüssigkeit in deinem Mundraum hin und her: Du kannst das Öl zum Beispiel durch die Zähne ziehen, darauf herumkauen, es ansaugen und wie bei der Weinprobe schlürfen – Hauptsache, es bleibt immer in Bewegung. Das machst du anfangs drei Minuten, später bis zu zwanzig Minuten lang.

Anschließend spuckst du das benutzte Öl in ein Taschentuch und entsorgst es. Runterschlucken ist keine gute Idee, schließlich willst du gebundenen Bakterien und Giftstoffe ja loswerden. Du solltest das Öl aber auch nicht in den Ausguss spucken, da dieser mit der Zeit verstopfen kann – vor allem, wenn du festes Öl wie Kokosöl benutzt. Spüle deinen Mund mit Wasser aus und putze im Anschluss wie gewohnt deine Zähne. Insgesamt solltest du deine Ölkur vier Wochen lang durchhalten und jeden Morgen Ölziehen.

Welche Öle sind geeignet? Ölziehen mit Kokosöl, Olivenöl und Co:

Heilpraktiker raten dazu, für das Ölziehen ausschließlich kaltgepresste Bio-Öle zu benutzen. Besonders beliebt ist es, Kokosöl zu ziehen – es ist in hoher Qualität erhältlich und soll gut für die Mundflora und damit für die Zahngesundheit sein.


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Wer mag, kann seinem Speiseöl naturreine ätherische Öle in Lebensmittelqualität zufügen: Pfefferminze sorgt zum Beispiel für frischen Atem und lindert Kopfschmerzen, Lavendel beruhigt die Nerven, Fenchel hat sich bei Atemwegsbeschwerden bewährt.

Ölsorte Vorteile Nachteile Hinweise
Sonnenblumenöl heimische Ölpflanze, günstiger Preis, gute Umweltbilanz, milder Geschmack manchmal von minderwertiger Qualität, daher unbedingt ein Bio-Öl wählen dank seiner Konsistenz besonders gut zum Ölziehen geeignet
Kokosöl angenehmer Geschmack, antibakterielle Wirkung für eine gesunde Mundflora weite Transportwege, schlechte Klimabilanz ist meist fest, verflüssigt sich erst im Mund
Olivenöl hat man fast immer vorrätig, hilft besonders gut bei Mundgeruch und erhöhtem Cholesterinspiegel nur das relativ teure, kaltgepresste native Olivenöl ist zum Ölziehen geeignet hat eine etwas festere Konsistenz als die meisten anderen Öle
Leinöl wird traditionell bei Asthma, Husten, Bronchitis und Heiserkeit eingesetzt herber Geschmack, kann aber mit Sonnenblumenöl im Verhältnis 1:1 gemischt werden ist angebrochen nicht lange haltbar, im Kühlschrank aufbewahren
Rapsöl wird traditionell bei Asthma, Husten, Bronchitis und Heiserkeit eingesetzt herber Geschmack, kann aber mit Sonnenblumenöl im Verhältnis 1:1 gemischt werden ist angebrochen nicht lange haltbar, im Kühlschrank aufbewahren
Schwarzkümmelöl steckt voller gesunder ungesättigter Fettsäuren, kann allergische Reaktionen mildern enthält Thymochinon, das in großen Mengen giftig wirkt als besonders wirksam gilt die Varietät „Kara Siva“
Sesamöl nussiger Geschmack, soll gegen Zahnfleischentzündungen wirken und das Immunsystem stärken sehr flüssig, daher etwas schwieriger zu ziehen wird gemäß der traditionellen Ayurveda-Lehre für das Ölziehen benutzt
Weizenkeimöl soll zellerneuernd wirken und den Stoffwechsel ankurbeln nicht lange haltbar am besten kleine Mengen kaufen und im Kühlschrank aufbewahren

Ölziehen: Wirkung?

Ölziehen verheißt weiße Zähne sowie weniger Probleme mit Karies, Zahnfleischbluten und Mundgeruch. Der Grund: Durch das Umherbewegen des Öls im Mund wird die Speichelproduktion angeregt, Bakterien und Schadstoffe sollen gebunden und ausgeschieden werden. Aber nicht nur das. Auch das Lymph- sowie das Immunsystem sollen durch das Kauen, Saugen und Ziehen des Öls angekurbelt werden. Deshalb wird die Ölkur gegen eine ganze Reihe von Krankheiten wie Atemwegsinfekte, Allergien, Arthritis, Asthma und Migräne angewandt.

Doch wie sieht es mit wissenschaftlichen Belegen für diese gesundheitsfördernden Wirkungen aus? Es gibt bisher nur wenige Studien zum Thema und von diesen bescheinigen manche dem Ölziehen tatsächlich einen positiven Effekt für die Zahngesundheit.

Ölziehen soll die Anzahl der kariesverursachenden Bakterien im Mund verringern, wie indische Forscher berichten. 

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Allerdings gelten diese Studien als mangelhaft durchgeführt: Kritiker werfen den beteiligten Wissenschaftlern vor, den Untersuchungszeitraum zu kurz gewählt zu haben, weswegen die Ergebnisse nicht aussagekräftig seien. Dafür, dass das Ölziehen gegen grippale Infekte und andere Krankheiten hilft, gibt es keinerlei fundierte Beweise.


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Und ob es überhaupt so etwas wie „Schlacken“ im Körper gibt, die eine Entgiftung notwendig machen würden, ist zweifelhaft: Schließlich besitzt ein gesunder Mensch gut funktionierende Organe wie Leber und Nieren, deren Aufgabe es ist, den Körper von Giftstoffen zu befreien.


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Worauf du beim Ölziehen achten solltest

Auch wenn eindeutige wissenschaftliche Beweise bisher fehlen: Alternative Heilmethoden werden immer beliebter, denn sie haben den Ruf, sanft und risikoarm zu sein. Das gilt auch für das Oil-Pulling. Heilpraktiker und Alternativmediziner sehen darin eine kostengünstige, sichere und wenig aufwendige Methode, die Zahngesundheit und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Wenn du jetzt neugierig geworden bist, probiere das Ölziehen am besten mit einem hochwertigen kaltgepressten Öl wie Olivenöl oder Kokosöl aus. Teure Spezialöle wie extra Mundöle benötigst du dafür nicht unbedingt.

Gut zu wissen: Nebenwirkungen hast du beim Ölziehen im Allgemeinen nicht zu befürchten. Vorsicht ist lediglich bei Amalgamfüllungen in den Zähnen geboten. Durch das Umherbewegen des Öls könnte nämlich giftiges Quecksilber aus den Füllungen gelöst werden, was zu schweren Gesundheitsproblemen führen kann. Bei Fragen dazu wendest du dich am besten an deinen Zahnarzt.

Du möchtest mehr über alternative Heilmethoden und aktuelle Gesundheits-Hypes erfahren? Auf unserem Blog informieren wir dich ausführlich und objektiv über verschiedene spannende Ansätze wie Osteopathie und autogenes Training. Dann kannst du selbst entscheiden, ob du die Komplementärmedizin interessant findest oder ob du doch lieber auf die Schulmedizin vertraust.

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